Warum Vergebung in der Ehe so wichtig ist

aus dem 1. Teil der Reihe “Ehe und Familie” von Bayless und Janet Conley


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Comments

  • Jule sagt:

    Gut, dann mache ich weiter. Ich möchte über Vergebung sprechen. Ruth Graham sagte einmal: „Eine gute Ehe besteht aus zweien, die gut vergeben können.“ Das ist etwas Gutes, ob Sie verheiratet sind oder nicht. Seien Sie jemand, der vergeben kann und Sie werden weit kommen. Eine gute Ehe besteht aus zweien, die vergeben können.

    Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Manchmal bedeutet Vergebung auch etwas anderes als nur Ihrem Ehepartner zu verzeihen. Mittlerweile sind unsere Zwillinge 25 Jahre alt. Aber als sie etwa ein Jahr alt waren, war ich einmal ziemlich wütend auf meinen Mann. Wir hatten drei Kinder unter drei Jahren. Und er wollte Golf spielen gehen und mich mit den Kindern allein lassen. Golf spielen bedeutet, man ist vier bis fünf Stunden weg, manchmal auch sechs, wenn man noch etwas Essen geht. Ich dachte: „Das ist nicht fair!“ Und dann noch einmal: „Das ist nicht fair.“ Und schließlich habe ich ihm gesagt: „Weißt du, ich finde das nicht fair. Kannst du nicht zu Hause bleiben?“ Und nett, wie er ist, blieb er also zu Hause. Aber dann war er zu Hause und ich war auch nicht zufrieden. Traurig, nicht wahr? Es ist traurig, wenn einem so etwas klar wird. Es tut weh, wenn einem bewusst wird: „Es liegt an mir. Irgendetwas stimmt nicht mit mir. Warum bin ich weder zufrieden, wenn er da ist noch wenn er weg ist?“ Es ist eine lange Geschichte und hier spielte mehreres hinein.

    Es soll reichen, wenn ich sage, dass wir miteinander geredet haben. Es gab ein bisschen Spannung. Und dann sagte ich: „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, was los ist.“ Also beschloss ich zu beten. Ich ging hin und kniete vor unserem gelben Stuhl nieder. Wir hatten einen gelben Stuhl und einen gelben Teppich. Ich kniete also vor dem gelben Stuhl nieder und fing an zu beten. Dann schlief ich ein.

    Wissen Sie, Gott kann auch an Ihrem Herzen arbeiten, während Sie schlafen. Manchmal braucht man einfach etwas Ruhe. Ich war damals ziemlich erschöpft. Und als ich aufwachte, kam mir ein Bibelvers in den Sinn. Gott hatte mir vorher gezeigt, dass ich verbittert war. Er sagte zu mir: „Du bist deinem Vater gegenüber verbittert.“ Und dann kam mir dieser Bibelvers in den Sinn. Ich erinnerte mich, dass ich etwa ein Jahr vorher eine Predigt darüber gehört hatte. Ich bin so dankbar darüber, wie der Heilige Geist wirkt. Man nimmt etwas auf und der Heilige Geist erinnert einen daran, wenn man es braucht.

    Ich bin so dankbar dafür. Sie auch? Der Bibelvers, der mir in den Sinn kam, steht in Hebräer 12:15:
    „Achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, dass nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden.“

    Wenn Sie enttäuscht und verletzt sind und das nicht aufarbeiten, dann setzt sich das wie eine Wurzel in Ihnen fest. Deswegen steht hier, dass die Wurzel der Bitterkeit aufsprießt und viele dadurch verunreinigt werden. Bei mir hatten sich der Ärger, die Enttäuschung und die Wut über meinen Vater in mir festgesetzt. Und das beeinflusste nicht nur meinen Vater und mich, sondern auch meine Ehe. Was zuerst nach einem Problem zwischen mir und meinem Mann aussah, hatte eigentlich gar nichts mit ihm zu tun. Es kam von Dingen, die ich erlebt hatte, bevor ich ihn überhaupt kannte. Meine Bitterkeit und Unversöhnlichkeit beeinflussten, wie ich alles im Leben wahrnahm. Es war ein bisschen so, als ob ich eine Sonnenbrille aufgehabt hätte. Wegen dem, was in Ihrem Herzen vorgeht, hat alles eine etwas andere Farbe. Es kommt hoch und verunreinigt nicht nur Sie und die Person, die es betrifft, sondern auch viele andere Bereiche Ihres Lebens.

    Ich erzähle das, weil wir manchmal den wahren Grund des Problems nicht entdecken. In der konkreten Situation, in Ihrer Ehe, ist der wahre Grund nicht immer offensichtlich.

    Mein Vater war in Wisconsin. Wir dachten damals nicht einmal an ihn. Aber ich bin froh, dass Gott uns hilft und dass Er mir das gezeigt hat. Ich musste also meinem Vater vergeben. Das war natürlich ein längerer Prozess. Aber als ich meinem Vater vergeben hatte, konnte ich meinen Mann ganz anders wahrnehmen.

  • Jule sagt:

    Bayless: Wie meine Frau gesagt hat, ist Vergebung ein wichtiges Thema. Wir hatten in unserer Kirche einen Monat lang jeden Sonntagabend einen Gast. Ich brachte jeden Sonntagabend einen Vater im Glauben mit. Das war jemand, der schon seit vielen, vielen Jahrzehnten Gott diente und Sein Wort lehrte. Und es war jemand, der eine gute Ehe führte. Ich lud diese Männer ein und sagte: „Ihr habt eine Stunde Zeit. Erzählt den Leuten, was das Wichtigste ist, das ihr in eurem Leben gelernt habt. Was möchtet ihr der nächsten Generation weitergeben? Stellt euch vor, ihr würdet diese Welt verlassen – was möchtet ihr nach all diesen Jahren mit Gott den anderen unbedingt noch sagen? Was ist das Wichtigste, das sie noch wissen müssen? Das möchten wir hören.“

    Einmal hatten wir einen Mann zu Gast, dessen Namen ich nicht nennen werde. Zumindest in den USA und hier in dieser Kirche wüsste jeder, wer das ist. Und weltweit ist er auch recht bekannt. Dieser Mann überraschte mich ein wenig, denn er hielt eine ganz einfache Predigt über Vergebung. Seiner Meinung nach war das Wichtigste, über das er nach all seinen Lebens- und Dienstjahren sprechen konnte, die Kraft der Vergebung.

    Ich möchte Ihnen einfach sagen: Unterschätzen Sie nicht die Kraft der Vergebung. Wir sind dazu aufgerufen, so zu lieben, wie Gott uns geliebt hat. Viele unserer Probleme und ich glaube auch, Krankheiten und Depressionen und hundert andere Sachen, die uns nicht bewusst sind, hängen manchmal davon ab. Unversöhnlichkeit ist die Wurzel, die solche Früchte treibt. Und wenn wir das Problem an der Wurzel packen, werden sich viele andere Dinge ganz von allein lösen. Der wichtigste Grund für Scheitern im Glauben, den Jesus uns nennt, ist Unversöhnlichkeit. Wenn meine Gebete nicht beantwortet werden, wenn Dinge in meinem Leben nicht gelöst werden, wenn nichts funktioniert, wenn mein Glaube eingefroren scheint und ich nicht vorwärts komme, dann würde ich zuallererst mein Herz prüfen und schauen, ob ich etwas gegen jemanden habe.

    Inklusive mir selbst. Ich möchte Ihnen Mut machen: Vergeben Sie. Es wird Ihre Beziehungen bereichern und Ihr Leben in jeder Hinsicht besser machen. Schalten Sie beim nächsten Mal wieder ein. Gott segne Sie.

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