Wie es uns gelingt, einander in der Ehe zu vergeben

aus dem 2. Teil der Reihe “Ehe und Familie” von Bayless und Janet Conley


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Comments

  • Jule sagt:

    Ehe und Familie / Teil 2 09.02.2014
    Pastoren Bayless und Janet Conley

    Ruth, die Frau von Billy Graham, soll einmal gesagt haben: „Eine gute Ehe besteht aus zweien, die vergeben können.“ Und darüber wird meine Frau heute am Anfang dieser Sendung sprechen. Bitte nehmen Sie ihre Worte ernst. Ich bin überzeugt, dass zerbrochene Beziehungen wieder heil werden können. Wir müssen sie nur zu dem bringen, der Beziehungen erfunden und uns als Beziehungswesen geschaffen hat. Er kann uns die Weisheit, das Wissen und die Werkzeuge schenken, um Zerbrochenes wieder heil zu machen. Ich bete dafür, dass Gott heute durch diese Sendung zu Ihnen spricht und dass Sie etwas mitnehmen, das Ihnen in Ihrer Ehe, Ihrem Leben, Ihrer Familie, Ihrer Arbeit und allen Ihren Beziehungen helfen wird. Hören wir auf Gottes Wort.

    JANET: William Blake hat gesagt: „Es ist einfacher, einem Feind zu vergeben als einem Freund. Es ist einfacher, einem Fremden zu vergeben als jemandem aus dem eigenen Haushalt.“ Aber warum? Wegen der Nähe. Weil man miteinander lebt. Der eine lässt vielleicht jeden Tag den Toilettensitz oben. Oder die Socken liegen herum. Und das ärgert einen. Bei Fremden sieht man das nicht. Da sieht man nur die guten Dinge. Aber wenn wir nicht vergeben, entfernen wir uns voneinander. Das ist genau wie in der Beziehung zu Gott. Wenn wir sündigen oder etwas tun, das Gott verletzt, wenn wir nicht mehr auf unsere Beziehung zu ihm acht geben, dann entfernen wir uns von Gott. Und das Gleiche passiert auch mit unserem Ehepartner oder anderen Menschen. Wenn wir nicht acht geben, nimmt die Distanz in einer Beziehung zu. Aber durch Vergebung ist es möglich, dass die Ehebeziehung weitergehen und gedeihen darf.

    Mir ist einmal etwas bewusst geworden. Wir haben alle schon etwas falsch gemacht. Eigentlich wollen wir doch alle so sein, wie Gott uns haben will. Aber wer von Ihnen hat das geschafft? Wir haben alle noch einiges vor uns, nicht wahr? Wir sind einfach nicht perfekt. Wir geben uns Mühe. Aber wir versagen immer wieder. Ich versage in meiner Ehe. Ich versage anderswo. Und manchmal versage ich und mein Versagen ist mir gar nicht bewusst. Ich verletze jemanden und mir ist gar nicht bewusst, dass ich jemanden verletzt habe. Ich bete einfach dafür, dass Gott mir vergibt und dass mir die Menschen vergeben. Ich bin so dankbar, dass Gott Jesus geschickt hat, um das möglich zu machen. Er hat Jesus geschickt, um mir alles vergeben zu können. Und mir ist bewusst geworden, dass ich mich nicht selbst von all dem befreien kann, so sehr ich mich auch anstrenge. Wenn ich etwas falsch gemacht oder jemanden verletzt habe, werde ich das nicht los. Das geht nur durch Jesus. Und meinem Mann geht es genauso. Auch er wird es nur durch Jesus los. Er bemüht sich, ein guter Mensch zu sein. Und natürlich versagt er. Genau wie ich. Aber Gott hat mir so viel vergeben. Wer bin ich, dass ich nicht vergeben kann? Wir alle bemühen uns, gute Menschen zu sein, nicht wahr? Also sollten wir auch einander vergeben. Und deswegen sage ich: „Gott, bitte nimm meine Enttäuschung und meine Ängste weg. Heile meine Verletzung. Gott, ich gebe es Dir. Ich will es nicht mehr festhalten. Ich lasse ihn los. Ich lege ihn dir hin. Gott, verändere unsere Herzen. Hilf ihm, so zu sein, wie er am liebsten sein möchte. Verändere sein Herz. Hilf ihm. Hilf mir, so zu sein, wie ich sein möchte. Ich vertraue Dir, dass Du uns beide veränderst. Hilf uns, so zu handeln, dass Du Freude an uns hast. Ich lasse alles los. Amen.“

    Wir müssen nur vergeben können. Das bringt so viel Gutes in eine Beziehung. In Epheser 4:32 steht:
    „Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ Amen. Seien Sie ein Mensch, der vergeben kann.

    Zweitens: Lernen wir, unsere Unterschiede anzuerkennen, zu respektieren und zu schätzen. Ich wünschte, ich hätte das schon früher begriffen. Oft heiratet man jemanden, der das genaue Gegenteil von einem ist. Nicht wahr? Bei Freunden von mir zum Beispiel ist er eine Stimmungskanone und sie ist eher ernst. Ich weiß noch, wie wir einmal unterwegs waren und er die ganze Zeit etwas Verrücktes machte. Und sie verdrehte nur die Augen. Aber trotzdem haben die beiden geheiratet. Sie waren verheiratet. Bei Bayless und mir ist es zum Beispiel so: Ich bin ernsthafter und genauer. Ich mag es, wenn alles geplant, organisiert und rechtzeitig fertig ist und wenn die Bilder gerade hängen. Und er ist eher der Typ, der alles nur grob plant. Er ist spontan und manchmal ein Lausbub… Wir sind da also recht unterschiedlich.

    Ich weiß noch, wie es in unseren ersten Ehejahren war. Ich habe allen erzählt: „Ich staune immer wieder, wie Gott uns zusammengebracht hat. Ich bin aus Wisconsin, er aus Kalifornien. Wir haben uns in Oklahoma kennen gelernt. Gott, wie hast Du das gemacht? Wie konntest Du wissen, wer mir so gut entspricht? Gott, Du hast genau gewusst, was ich brauche. Unglaublich!“ Und ein paar Jahre später:
    „Kann er nicht ein bisschen ernsthafter sein? Ein paar mehr Regeln einhalten? Das anders machen? Eher so wie ich es machen würde?“ Was eigentlich ein Ausgleich sein soll, kann einen ärgern oder zum Streit führen. Was uns eigentlich vervollständigen und ins Gleichgewicht bringen sollte, kann nach ein paar Jahren der Grund für einen Konflikt sein, wenn wir nicht lernen, die Unterschiede anzuerkennen und zu respektieren.

    Bayless hat im ersten Teil Psalm 33:15 erwähnt. Da steht: „Er, der ihnen allesamt das Herz gebildet hat, achtet auf alle ihre Werke.“ Jeder ist anders. Jeder ist einzigartig.

    Einmal habe ich Psalm 139 gelesen. Und dabei habe ich immer meinen eigenen Namen eingesetzt. Psalm 139:13–18. Die meisten von Ihnen kennen die Stelle. „Denn du bildetest meine Nieren. Du wobst mich in meiner Mutter Leib.“ Ich weiß, dass ich gut so bin, wie ich bin. Du, Gott, hast mich gemacht. Und ab Vers 14 heißt es: „Ich preise dich, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, meine Seele erkennt es sehr wohl. Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde.
    Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage…“

    Ich habe das gelesen und mich selbst bestätigt gefühlt. Und dann dachte ich: „Ich werde einmal den Namen von Bayless einsetzen: Du hast Bayless gebildet. Du hast seine Nieren gebildet. Du hast ihn im Leib seiner Mutter gewoben. Ich preise dich, dass er so erstaunlich und ausgezeichnet gemacht ist. Wunderbar sind deine Werke, meine Seele erkennt es wohl. Nicht verborgen waren Bayless’ Gebeine vor dir, als er gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. Seine Urform sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die für ihn gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war. Bevor er überhaupt geboren wurde, hast du, Gott, ihn geformt. Wie kostbar sind deine Gedanken über ihn. Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand.
    Gott, du hast auch Gedanken über ihn! Du hast auch ihn gemacht! Auch er ist einzigartig.“

    Ich weiß, manchmal wollen wir, dass der andere so ist wie wir. Aber nein. Er ist einzigartig. Und er wurde als etwas Besonderes geschaffen, gebildet und geformt. Jeder von uns ist einzigartig. Und diese Einzigartigkeit will ich ehrlich respektieren und schätzen.

    Ein paar der jungen Erwachsenen aus unserer Kirche waren vor kurzem auf einer Freizeit. Als sie zurückkamen, erzählten sie mir, dass sie sich mit dem Buch „Neun Wege, Gott zu lieben“ beschäftigt hatten. Darin steht, dass sich manche Menschen Gott nahe fühlen, wenn sie gemeinsam mit Anderen Gott anbeten und es laut und lebendig ist. Andere spüren Gott am meisten in der Stille. Manche mögen es, in einer Gruppe zu sein, andere fühlen sich allein wohler. Jeder ist wieder anders. Und sie haben entdeckt, dass man vielleicht etwas Bestimmtes mag und jemand anderes etwas anderes – und dass das gut so ist. Es ist gut, dass ich das eine mag. Aber es ist auch gut, dass der andere etwas anderes mag. Ich brauche die anderen in meinem Leben, denn wir gleichen einander aus. Das bestätigt sowohl einen selbst als auch den anderen. Jeder ist einzigartig, aber wir brauchen einander. Wir brauchen Menschen, die anders sind als wir. Das bringt Gleichgewicht in unser Leben. Und vergessen Sie nicht: Niemand ist perfekt. Respektieren wir die Unterschiede und schätzen wir sie.
    Also, räumen wir der Ehe einen hohen Stellenwert ein, lernen wir zu vergeben und respektieren und schätzen wir unsere Einzigartigkeit.

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