Das Wirken des Geistes nach der Errettung

Teil 4 der Reihe „Der Heilige Geist“ von Juli 2011


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Comments

  • Jule sagt:

    Der Heilige Geist / Teil 4

    03.07.2011

    Pastor Bayless Conley

    Allein diese Frage zeigt mir, dass ich nicht alles vom Heiligen Geist bekomme, was Er zu geben hat, sobald ich Jesus annehme. Ich bin durch den Geist geboren. Der Heilige Geist tut etwas in meinem Innern, was Jesus als eine geistliche Geburt bezeichnet. Ich werde trainiert für den Himmel. Meine Sünden wurden durch das Blut Jesu abgewaschen. Lassen Sie sich nichts einreden, liebe Freunde: Glaube an Christus bringt Sie in den Himmel, Glaube allein. Das steht fest. Aber Paulus fragte:

    „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Offenbar ging es um ein Wirken des Heiligen Geistes nach der Errettung, denn wenn es automatisch bei der Errettung stattgefunden hätte, hätte er nicht zu fragen brauchen: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“

    Und sie sagten: „Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.“

    Lassen Sie uns Vers 6 ansehen.

    Apostelgeschichte 19:6 „Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.“

    Ich freue mich sehr, dass Sie heute eingeschaltet haben. Wir sprechen über den Heiligen Geist, über Merkmale eines geisterfüllten Lebens. Eins dieser Merkmale, das wir uns heute unter anderem anschauen wollen, ist das Reden in anderen Sprachen. Ich werde in der Predigt weitere biblische Beispiele anführen, wo Menschen mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden und auch ein bisschen von meinen eigenen Erfahrungen und denen meines Vaters sprechen. Ich denke, das wird Sie ermutigen.

    Vielleicht sind Ihnen diese Dinge neu. Ich bete, dass Sie Gottes Wort gegenüber offen sind.

    Ich traf vor langer Zeit eine Entscheidung, die der Psalmist David so formulierte: „Herr, ich halte deine Ordnungen in jeder Hinsicht für richtig.“ Ob ich sie verstehe oder nicht, ob sie meinem bisherigen Verständnis entsprechen oder nicht – wenn ich in etwas in der Bibel sehe, nehme ich es an. „Gott, wenn Du das gesagt hast, dann stimmt es.“ Ich denke, wir müssen Gottes Wort mit dieser Einstellung lesen. Ich bete, dass Sie unser Bibelstudium heute bereichert. Ich bete, dass Ihr Verlangen nach Gottes Geist und Ihr Hunger, Ihn besser kennen zu lernen, zunimmt – denn Gott stillt unseren Hunger und unseren Durst. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand, wenden wir uns gemeinsam Gottes Wort zu.

    Schauen wir uns nochmals Apostelgeschichte 9 an. Wir lesen hier, was Paulus selbst erlebte. Er war früher ein Mörder und verfolgte die Gemeinde.

    Hier stoppe ich kurz. Ich denke, ich sollte Folgendes sagen. Egal, wer Sie sind und was Sie getan haben – wenn Sie denken, dass Gott Sie nicht liebt, Ihnen nicht helfen und Sie nicht freisetzen wird, lieber Freund, ist das nicht wahr. Das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde.

    Dieser Mann, Saulus von Tarsus, war ein Mörder. Er ließ Angehörige und Ehepartner ins Gefängnis sperren. Er war ein böser Mensch. Er kämpfte mit aller Macht gegen die Gemeinde. Er tat es zwar aus Unwissenheit, aber die Tatsache bleibt bestehen. Wissen Sie, dann hatte er eine Begegnung mit Jesus Christus, wurde von all seinen Sünden reingewaschen und wurde eins der bedeutendsten Vorbilder, vielleicht sogar das Bedeutendste der gesamten Kirchengeschichte. Ich versichere Ihnen: Gott wird Ihnen vergeben und Gott wird Sie gebrauchen. Genial, wie Er unsere Vergangenheit tilgen kann. Es mag sein, dass wir für vergangene Schuld geradestehen müssen, aber in Gottes Buchhaltung bedeckt das Blut Christi unsere Sünde nicht nur, wenn wir an Christus glauben, es beseitigt sie. Wirklich!

    Er ist jedenfalls auf dem Weg nach Damaskus, um Christen in einer anderen Stadt zu verfolgen, und begegnet Jesus, während er dorthin reitet, wird durch einen Laserstrahl vom Himmel vom Pferd geschossen, fällt zu Boden und Jesus sagt ihm: „Warum schlägst du gegen den Stachel aus?“ Und er fragt: „Wer bist du, Herr?“ Und Er sagt: „Ich bin es, Jesus, den du verfolgst.“ Offenbar nimmt Jesus es persönlich, wenn Menschen, die zu Seiner Gemeinde gehören, verfolgt werden. Er nimmt es persönlich, wenn Sie eine schwere Zeit durchmachen. Er nimmt es persönlich, wenn Sie misshandelt werden. Er achtet auf diese Dinge. Paulus glaubt ab diesem Moment an Christus. Er hat so etwas wie Schuppen auf den Augen, kann nichts sehen und muss in die Stadt geführt werden. Und der Herr sagt: „Warte dort, dir wird gesagt werden, was du tun sollst.“ Gott gibt einem Mann namens Hananias eine Vision. – Solche Dinge sollten öfter in der Gemeinde geschehen. – Hananias hat eine Vision. Der Herr sagt: „Geh zu Saulus von Tarsus und leg ihm Hände auf. Ich möchte, dass du ihm dienst.“

    „Herr, er ist schrecklich. Ich weigere mich.“ Der Herr sagte ihm: „Dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug. Du musst hingehen.“ Hananias kommt zu ihm und merkt, dass Saulus von Tarsus bei seiner Begegnung mit Jesus wiedergeboren wurde, denn er nennt ihn Bruder Saul. Er hätte ihn nicht einfach so Bruder genannt. Schauen Sie, was passiert. Apostelgeschichte 9:17.

    Apostelgeschichte 9:17-18 „Da machte sich Hananias auf den Weg und ging in jenes Haus. Er legte Saulus die Hände auf und sagte: ‚Saul, mein Bruder! Der Herr selbst – Jesus, der dir auf deiner Reise hierher erschienen ist – hat mich geschickt. Er möchte, dass du wieder sehen kannst und mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst. ‘

    Im selben Augenblick war es, als würden Schuppen von Saulus‘ Augen fallen: Er konnte wieder sehen! Saulus stand auf und ließ sich taufen.“

    Hananias legte ihm die Hände auf, damit er mit dem Heiligen Geist erfüllt wird. Und ganz offensichtlich, obwohl hier nicht steht, dass der Apostel Paulus in Sprachen redete, weissagte oder dergleichen, redete er zweifellos in Sprachen, weil er später Folgendes schrieb – ich zitiere aus

    1. Korinther 14,8, seinem Brief an die Gemeinde in Korinth. Diese Gemeinde wollte ständig in Sprachen reden! Das war an sich gut, aber sie übertrieben es. Sie unterbrachen die Predigt mit ihrem Sprachengebet. Sie hatten keine Richtlinien, also schrieb er ihnen 1. Korinther 12,13 und 14, um ihnen einige Richtlinien im Umgang mit den Geistesgaben und dem Sprachengebet innerhalb einer Ortsgemeinde zu geben. Diese Leute redeten extrem häufig in Sprachen und Paulus schrieb ihnen Folgendes:

    1. Korinther 14:18

    „Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle.“ Er muss viel in Sprachen gebetet haben, um mehr in Sprachen zu beten als diese Gemeinde, denn sie wollten es ständig tun!

    Und er musste ihnen sagen: „Wenn ihr in der Gemeinde seid, ist es besser, in einer herkömmlichen Sprache zu lehren.“ Scheinbar wollte selbst der Prediger vor der Gemeinde in Sprachen reden, ohne dass jemand etwas davon gehabt hätte. Sie sagten sich: „Es ist bestimmt ein Segen für ihn, aber uns bringt es nichts.“ Ich stelle mir vor, wie der Apostel Paulus auf dem Schiff im Mittelmeer ist, auf einem Esel von Stadt zu Stadt reitet und durch die staubigen Straßen geht und dabei fortwährend in Sprachen betet. „Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle.“ Es heißt hier nicht ausdrücklich, dass er damit anfing, als er vom Heiligen Geist erfüllt wurde. Wir wissen aber, ob damals oder etwas später, dass er anfing, in Sprachen zu beten. Das ist unbestreitbar.

    Es gibt noch eine letzte Passage in der Apostelgeschichte, in Kapitel 8, in der Gläubige vom Heiligen Geist erfüllt wurden. Wir lesen ab Vers 5.

    Apostelgeschichte 8:5-8 „Und Philippus kam hinab in eine Stadt von Samaria und verkündigte ihnen Christus. Und die Volksmenge achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, als sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn aus vielen, die unreine Geister hatten, fuhren diese mit großem Geschrei aus; es wurden aber auch viele Gelähmte geheilt und solche, die nicht gehen konnten. Und es war große Freude in jener Stadt.“

    Gehen Sie jetzt zu Vers 14.

    Apostelgeschichte 8:14-16 „Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.“

    Ich möchte hier stoppen und darauf eingehen. Okay – in Jerusalem hören sie davon, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hat. Sie kommen zu ihnen, um zu beten, dass sie den Heiligen Geist empfangen, weil sie ihn noch nicht empfangen haben. Offensichtlich empfingen sie Ihn nicht durch den Glauben an Christus. Jemand sagt: „Nein, Petrus und Johannes kamen, damit sie errettet würden.“ Das sehe ich nicht so. So steht es nicht hier. Es heißt, sie hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte. Die Bibel sagt, wir sind wiedergeboren – nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen durch das lebendige und ewige Wort Gottes. Sie nahmen das Wort an.

    Es heißt auch, dass sie getauft wurden, allerdings nur auf den Namen des Herrn Jesus. Gemäß Jesu Worten sind sie bereits gerettet, denn Jesus sagte in Markus 16: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet werden.“ Kommen Sie, rufen Sie es aus: Gerettet! Sie glaubten also an den Namen Jesus und wurden in Wasser getauft. Doch eine Erfahrung fehlte ihnen offenbar. Also kommen die Apostel, um für sie zu beten, damit sie mit dem Heiligen Geist erfüllt werden bzw. den Heiligen Geist empfangen, da Er bisher auf keinen von ihnen gefallen war. Sie waren nur auf den Namen Jesus getauft worden.

    Apostelgeschichte 8:17-21 „Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. Als aber Simon sah,…

    Er war ein verwirrter Zauberer.

    Apostelgeschichte 8:18

    Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sprach: Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt! Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können! Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott!“

    Petrus und Johannes kamen aus Jerusalem, legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist. Man merkte es ihnen körperlich an, denn Simon sah, dass der Heilige Geist durch die Handauflegung der Apostel gegeben wurde. Er sah etwas. Erinnern Sie sich, was Petrus vorher in Apostelgeschichte 2 gesagt hatte? Sie haben den Vers laut gelesen. Er sagte: „Was ihr hier seht und hört, ist die Verheißung des Vaters, die Jesus sandte.“ Simon sieht hier, dass der Heilige Geist gegeben wird.

    Jemand sagte einmal: „Nun, er sah wohl, dass sie sich freuten.“ Nein, wir lasen in Vers 8, bevor Petrus und Johannes kamen, war große Freude in der Stadt. Das kann es nicht gewesen sein. Sie waren bereits voller Freude. Ist es nicht naheliegend, dass Simon und auch alle anderen aus dem gleichen Grund, der an den anderen Stellen erwähnt wird, wussten, dass sie den Heiligen Geist empfangen hatten? Sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden. Und vielleicht gab es noch weitere Geistesgaben. Was Petrus ihm in Vers 21 sagte, spielt auch darauf an. Er sagte: „Du hast weder Anteil noch Erbe an dieser Sache.“ Das Wort „Sache“ bedeutet wortwörtlich „Worte“. Dieses griechische Wort kommt mehrmals im Neuen Testament vor und bedeutet: Kommunikation, Redewendung, Worte, Rede, Sprecher, Vortrag und Äußerung. „Du hast weder Anteil noch Anrecht an diesen Äußerungen, an diesem Reden, was du hier hörst, Simon. Dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott.“

    Wissen Sie, vor meiner Errettung war ich schwer drogensüchtig, trank übermäßig und tat andere schlimme Dinge. Ich war tief in östliche Religion verstrickt und in anderes wirres Zeug. Ich wurde in einer kleinen Missionsstation errettet, wirklich radikal errettet! In dieser Stadt kannte ich zwei Gemeinden. In eine gingen alle Hippies… solche wie ich. Alle Langhaarigen mit langen Bärten, die einen ähnlichen Hintergrund hatten wie ich. Und es gab noch eine andere Gemeinde. Es war eine traditionelle Pfingstgemeinde und ich denke, ihre Aufnahmekriterien waren, dass man mindestens hundert Jahre alt sein musste, um Mitglied zu werden. Ich war ganz jung im Glauben und traf mich mit einigen dieser jüngeren Leute. Sie gingen in diese Gemeinde und ich dachte: „In diese Gemeinde möchte ich auch gehen.“ Aber ich spürte, dass Gott in meinem Herzen sagte: „Nein, das möchtest du nicht wirklich.“ Ich kannte sie. Sie waren Christen, rauchten aber immer noch Hasch und schliefen mit Frauen. Sie schliefen miteinander. Ich brauchte eine radikale Dosis Heiligung. Wissen Sie, ich rauchte genug Hasch, um die ganzen USA zuzudröhnen und hatte keine Lust mehr auf dieses Umfeld. Ich hatte keinerlei Ambitionen, unter Menschen zu sein, die nach dem Gottesdienst miteinander ins Bett gingen. Ich hatte den Eindruck, dass Gott mich in die andere kleine Pfingstgemeinde schickt, weil sie die Notwendigkeit von Heiligung betonten. Hören Sie: Das war mir alles neu. Die Hälfte ihres Handelns irritierte mich sehr. Aber sie lehrten aus der Bibel und das liebte ich. Ich war ein ganz junger Christ und sah so aus: Meine Haare waren etwa so lang. Ich trug an einer Seite einen langen Zopf mit einer Feder darin. Ich hatte einen langen roten Bart. Und die Gemeinde war voller älterer Menschen.

    Die meisten hatten Angst, mit mir zu sprechen. Wirklich! Die wenigen, die sich trauten, sagten dann Folgendes. Nicht etwa: „Hallo“, oder „Ich heiße …“, oder „Willkommen in unserer Gemeinde“. Die ersten Worte, die ich öfter hörte, waren: „Sagt die Bibel nicht, dass es eine Sünde ist, wenn Männer lange Haare haben?“ Dann drehten sie sich um und gingen. So wurde ich in der Gemeinde begrüßt!

    Aber ich ging dennoch hin. Ich sage Ihnen: Der Heilige Geist wirkte, sie beteten für Menschen, ich sah Heilungen und wir beteten Gott an. Damals dachte ich, Gott kennt nur drei Akkorde. Ja – und zwar D, A und G – in jedem Lied. Manche Texte verstand ich nicht. Wir sangen: „Over in Beulah Land“. Ich erinnere mich genau: Wir sangen dieses Lied und ich fragte denjenigen, der neben mir stand: ‚Was bedeutet Beulah Land‘ Er sagte: ‚Keine Ahnung.“ … over in Beulah Land. Kulturell passte ich da nicht wirklich hin, aber wenn man Gott liebt und unbedingt mehr von Jesus und von geistlichen Dingen erfahren möchte, ist das egal. Ich betete Gott an, sang diese Lieder und hob dabei meine Hände.

    Das mache ich bis heute so. Ich weine öfters. Meine Tochter macht sich darüber lustig. Wir gehen ins Kino und ich muss weinen. Ich weinte in jedem Gottesdienst. Ich weinte einfach. Ich saß dort, sie lehrten aus der Bibel. Jemand sagte: „Öffnet eure Bibeln“ und ich fing an zu weinen. Ich weiß noch, als ich das erste Mal in einen christlichen Buchladen ging, weinte ich. Ich war errettet! Ich habe so lange nach Jesus gesucht, ohne zu wissen, dass ich Ihn suchte. In dieser Gemeinde wurde viel getanzt. Das war zwar das Letzte, was ich wollte, aber ich dachte mir: „Ich tue es dennoch.“ Ich ging nach vorne und tanzte mit all diesen Leuten. Stellen Sie sich vor: Mein Zopf flog umher und ich tanzte vor dem Herrn. Ja, das tat ich!

    In dieser Gemeinde gab es ein paar pfingstliche Gepflogenheiten. Der Heilige Geist wirkte sehr authentisch, aber es gab ein paar traditionelle Elemente, die nicht unbedingt biblisch waren. Ich war vorne, umgeben von vielen Menschen, die beteten und weinte wieder einmal.

    Der Pastor schaute mich an und sagte: „Dieser junge Mann braucht den Heiligen Geist!“ „Komm zu uns nach oben.“ Und sie bildeten ein Spalier – ja! Sie formten zwei Reihen von jeweils etwa 12 Leuten und ich musste hindurch laufen. Man geht an einer Seite hinein und wenn man am anderen Ende herauskommt, sollte man vom Heiligen Geist erfüllt sein. Ich ging in das Spalier und sie fingen an zu hüpfen, zu rufen und mir in Sprachen in die Ohren zu schreien. Und das ist die reine Wahrheit: Jemand fing an, mir auf den Rücken zu schlagen und sagte: „Bleib dran! Bleib dran! Bleib dran!“ Inzwischen packte mich jemand von vorne und rief: „Lass los! Lass los! Lass los!“ Jemand anders kitzelte mich am Hals, während mir Leute von beiden Seiten in Sprachen ins Ohr schrieen. Sie setzten mir sehr zu. Ich geriet total in Panik! Dieses Spalier schien endlos zu sein! Es dauerte ewig. Und ich dachte mir: „Die lassen nicht locker, bis ich in Sprachen rede.“ Also fing ich an, Spanisch zu sprechen. Wirklich! Nur, damit sie von mir ablassen. Und der Pastor sagte: „Nein, das ist nicht das Wahre.“ Es ist mir etwas peinlich, es zuzugeben – aber nur, um dort wegzukommen, dachte ich mir etwas aus. Es war nicht vom Heiligen Geist. Ich dachte es mir aus und das war mir völlig klar. Es war ugabugu ugabugubugu. Sie sagten: „Okay“, verfrachteten mich an die Seite der Bühne und beachteten mich nicht mehr.

    Trotz dieser Erfahrung hatte ich immer noch Verlangen nach der wirklichen Erfüllung mit dem Heiligen Geist, weil ich sie in der Bibel sah. Ich brannte darauf.

    Es gab einen kleinen Gebetsraum an der Seite des Saales. Einmal war ich nachmittags allein in der Gemeinde und ging in diesen Raum. Ich weiß noch, dass eine Frau dort war. Sie kniete, ihr Gesicht war tränenüberströmt und sie betete Gott an. Sie fing an, in Sprachen zu reden und in Sprachen zu singen. Der Raum war von der heiligen Gegenwart Gottes erfüllt. Ich erinnere mich: Ich kniete mich hin und sagte: „Gott, ich habe ein solches Verlangen. Erfüll mich mit Deinem Geist.“ Worte sprudelten aus meinem Innern hervor und ich sprach sie aus. Es waren nur drei oder vier Worte, aber ich blieb treu dran.

    Ich ging wieder in die kleine Missionsstation, in der ich errettet worden war – das war vielleicht eine Woche danach – und hatte diese wenigen Worte immer wieder ausgesprochen. Ein paar Leute waren dort. Ich erinnere mich, wir stellten uns im Kreis auf und hielten uns an den Händen und plötzlich war es wie ein Dammbruch und eine Flutwelle des Sprachengebets schoss aus meinem Innern hervor.

    Wir alle redeten in Sprachen und priesen gemeinsam Gott. Von da an bis heute – das ist über 33 Jahre her – gab es keinen Tag in meinem Leben, an dem ich nicht in Sprachen geredet habe.

    Dreiunddreißig Jahre!

    Ich betete für einen Freund um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist und nichts passierte. Wir waren jung im Glauben. An diesem Abend fuhr er mit seinem Motorrad durch seine Wohngegend, kam ein paar Tage später zu mir und sagte: „Ich fuhr auf meinem Motorrad umher und plötzlich bekam ich meine Sprache und fing an, in Sprachen zu reden.“

    Mein Vater – meine Eltern gehören zu unserer Gemeinde. Ihr kennt meinen Papa. Sie erkennen ihn daran, dass er eine Augenklappe trägt und Süßigkeiten verteilt. Er war früher Zahnarzt, ob Sie es glauben oder nicht. Als ich wieder zu meinen Eltern nach Hause kam, nachdem ich viele Jahre weg gewesen war, war ich voller Eifer für Jesus, hatte allerdings keinerlei Weisheit und versuchte, allen die Botschaft aufzuzwingen. Ich weiß noch, mein Vater schaute mich einmal an und sagte: „Du gefielst mir besser, als du Drogen genommen hast!“ Man muss dazu wissen, wie massiv ich damals vorging. Ich lernte jedenfalls, mich zurückzunehmen, weise zu sein und versuchte, mich vom Heiligen Geist leiten zu lassen. Folgendes passierte kurz darauf. Papa gab sein Leben Jesus und erzählte anderen vom Herrn. Ich hatte bei uns zuhause ein besonderes Erlebnis. Mein Büro war damals in unserem Haus. Ich lag auf dem Boden und pries den Herrn und plötzlich spürte ich, dass Jesus hereinkam. Ich meine damit nicht nur die Gegenwart Gottes. Jesus selbst war da, ohne Zweifel. Ich spürte, dass Er im Raum war. Ich schaute nicht einmal auf. Es war ein absolut heiliger Moment! Mein Gesicht war dem Boden zugewandt, ich weinte und spürte, dass Er mich fragte… ich hörte folgende Worte: „Gibt es etwas, was ich für dich tun könnte?“ Ich habe eine Begegnung mit Jesus Christus! Und Er fragt mich, ob es etwas gibt, was Er für mich tun könnte! Mir fiel absolut nichts ein. Mein Kopf war völlig leer. Mir fiel nur mein Vater ein. Ich lag dort mit meinem Gesicht zum Boden, weinte und sagte: „Herr, ich möchte so gerne, dass mein Papa die Erfüllung empfängt.“ Damit meinte ich die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Mehr sagte ich nicht. Mir war, als würde der Herr sagen: „Okay.“ Plötzlich war Seine Gegenwart nicht mehr spürbar. Ich erzählte niemandem davon. Zwei Wochen später war ich im Haus meiner Eltern. Ich half ihm, einige Sachen in seinen LKW zu laden. Er stieß mir mit dem Ellenbogen in die Rippen und sagte: „Stell Dir vor…“ Ich fragte: „Was?“ Er sagte: „Ich rede in Sprachen.“ Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Ich weiß nur, wer es bewirkt hat.

    Ich denke wirklich, dass es darum geht, sich hinzugeben. Wissen Sie, der Heiligte Geist ist immer bereit, genau wie hier im Gebäude immer Strom verfügbar ist. Wenn Sie den Schalter umlegen, geht plötzlich das Licht an. So ist der Heilige Geist. Er ist immer bereit, jederzeit. Aber manchmal ist unser Kopf im Weg, unsere frühere religiöse Prägung oder unser mangelndes Verständnis. Vieles kann dazwischen kommen. Deswegen ist es so gut, sich diese Dinge im Wort Gottes anzusehen. Ich weiß, es gibt Menschen, die Jesus von ganzem Herzen lieben, die auf dem Weg zum Himmel sind, die ein Verlangen danach haben, dass andere errettet werden – somit können wir wunderbare Gemeinschaft haben – und doch sehnen sie sich im Innern nach einer tieferen Erfahrung. Sie sehnen sich nach dem Übernatürlichen. Sie brauchen gute Unterweisung. Wichtig ist, wie gesagt, dass wir uns hingeben.

    Bei meinem Freund auf dem Motorrad und bei manch anderen geht es wie von selbst. Für manche ist es so leicht, vom Geist erfüllt zu werden. Warum fällt es nicht allen so leicht? Mir fiel es zum Beispiel nicht ganz so leicht. Manch anderer sieht es sich vielleicht nur an und sagt: „Okay“, ohne alles übermäßig analysieren zu müssen. Keine Ahnung – ganz sicher weiß ich jedenfalls, dass unsere Hingabe entscheidend ist.

    Wissen Sie, so oft blockiert unser Kopf unser Herz. Selbst wenn es um die Erfahrung der Erfüllung mit dem Heiligen Geist geht, denken manche: „Gott wird einfach die Sache in die Hand nehmen, Er wird es einfach machen, aber das tut Gott nicht. Wir müssen uns Ihm in jeder Hinsicht hingeben, auch hierbei. Ich erinnere mich, ich betete vor vielen Jahren für einen Freund. Ich hatte ihn zum Herrn geführt und betete in seinem Haus dafür, dass er vom Heiligen Geist erfüllt wird. Ich legte ihm die Hände auf, wie es in der Bibel steht. Wir kamen vor Gott und nichts passierte. Er redete nicht in Sprachen, es gab keinerlei Manifestationen. Ich spürte aber, dass er innerlich offen war und glaubte, dass Gott mein Gebet erhört hatte, als ich für seine Geistestaufe betete, obwohl im Sichtbaren nichts passierte. Ich sagte nur: „Weißt du, ich glaube, dass Gottes Wort wahr ist. Vielleicht ist dein Kopf einfach im Weg. Gib dich einfach Gott hin, so gut du kannst.“ Ein paar Tage später fuhr er am Abend Fahrrad und plötzlich sprudelte etwas aus seinem Innern hoch und er fing an, in anderen Sprachen zu reden und zu singen – während er auf dem Fahrrad durch die Nachbarschaft fuhr. Er kam und sagte mir: „Bayless, ich habe in anderen Sprachen geredet.“ Es war wohl wirklich so, dass sein Kopf das Hindernis war. Wir sind so sehr von unserem Denken geprägt. Damit will ich nicht sagen, dass wir unseren Verstand ausschalten und aufhören zu denken – ganz bestimmt nicht! Manchmal möchte uns unser Verstand reinreden, aber die Bibel sagt: „Wer in Sprachen redet, spricht aus seinem Geist heraus zu Gott.“ Ihr Kopf möchte sagen: „Nein, nein! Ich möchte das Sagen haben, ich verstehe das nicht!“ Aber die Bibel sagt auch, dass unser Verstand nicht davon profitiert, wenn wir in Sprachen reden, weil wir aus unserm Geist heraus zu Gott sprechen. Ich bete, falls Sie das Problem haben, dass sich Ihr Verstand immer einmischen will und sagt: „Moment mal, ich behalte das unter meiner Kontrolle“, und so verhindert, dass Sie sich von Herzen Gott hingeben. Fassen Sie den Entschluss:
    „Gott, ich gehöre Dir und ich vertraue Dir.“ Jesus versprach, wenn wir um den Heiligen Geist bitten, werden wir keine Schlange und keinen Skorpion bekommen. Gott wird denen, die Ihn bitten, den Heiligen Geist geben. Geben Sie sich Ihm heute hin

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