Andere zur richtigen Zeit ermutigen

aus der Reihe „Drei wichtige Lebensabschnitte“


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Comments

  • Jule sagt:

    Drei wichtige Lebensabschnitte 1/2
    17.05.2014
    Pastor Bayless Conley

    Die Bibel spricht von verschiedenen Lebensabschnitten, die wir alle durchmachen müssen. Deshalb sollten wir feststellen, in welchem Abschnitt wir uns gerade befinden, damit wir wissen, was zu tun ist. Heute geht es um drei wichtige Lebensabschnitte.
    In Prediger 3:1 heißt es: Prediger 3:1
    „Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit.“

    Danach wird eine Reihe von Dingen aufgelistet, für die es eine bestimmte Zeit gibt. Und wie gesagt, soll es uns heute um drei verschiedene Abschnitte gehen. Für alles gibt es die richtige Zeit. Die erste hat mit Worten zu tun. Bitte schlagen Sie einmal das Buch vor dem Buch Prediger auf, nämlich die Sprüche, Kapitel 15, Vers 23. In Sprüche 15:23 heißt es:

    Sprüche 15:23
    „Ein Mann hat Freude an der treffenden Antwort seines Mundes, und ein Wort zu seiner Zeit, wie gut!“

    Das richtige Wort zur richtigen Zeit, wie gut ist das. Ein Wort der Ermutigung, des Trostes, des Rates, der liebevollen Korrektur zur richtigen Zeit und in der richtigen Art und Weise kann großen Einfluss haben. Und es ist wichtig zu begreifen, dass oft das Timing genauso wichtig ist wie der Inhalt.

    Ein Arzt sagte zu seinem Patienten: „Ich habe schlechte und schlechtere Nachrichten für Sie.“ Der Patient sagte: „Also gut, schießen Sie los.“ Der Arzt sagte: „Die schlechte Nachricht ist: Sie haben noch 24 Stunden zu leben.“ Der Patient fragte: „Was könnte noch schlimmer sein?“ Der Arzt sagte:
    „Ich habe gestern vergessen, es Ihnen zu sagen.“

    Die Bibel sagt das in Sprüche 12:25: „Kummer im Herzen des Mannes drückt es nieder, aber ein gutes Wort erfreut es.“ Wir leben in einer Gesellschaft, in einem Land voller Kummer. Wir leben in einer Welt voller Kummer und so liegen viele Länder, Städte, Völker der Welt unter einer Decke von Niedergeschlagenheit. Das lässt sich durch ein gutes Wort ändern. Gott sucht nach Menschen, die ein Wort der Ermutigung sprechen können, ein Wort des Trostes. Ein gutes Wort zu einem bekümmerten, schweren Herzen kann alles ändern. Aber es geht nicht nur um das Wort, sondern darum, dass es zur rechten Zeit und in der richtigen Weise gesagt wird. Schlagen Sie einmal Sprüche 25:11 auf. Ich mag diesen Bibelvers sehr.

    Sprüche 25:11
    „Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen, so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.“

    Damals gab es sehr filigran gearbeitete Silberkörbe. Man hat also wunderbar reife, knackige goldene Äpfel, die in diesen wunderschönen silbernen, handgearbeiteten Körben serviert werden. Das ist angenehm fürs Auge und für den Gaumen. Die Früchte sind reif und duften und alles ist herrlich verlockend. Wer würde das schon ablehnen? Wenn man nun also jemanden sieht, der etwas zu essen braucht, dann kann man sagen: „Ich habe hier einen alten, verschrumpelten, mehligen Apfel und ich habe eine alte, gebrauchte, fettige Papiertüte. Da werfe ich ihn hinein. Hier, bitte schön. Ich meine, du hast doch Hunger?“ Dieser Apfel wird mit Sicherheit abgelehnt. Niemand würde abstreiten, dass man essen muss. Aber wenn man goldene Äpfel in einem silbernen Korb serviert, werden sie sicher angenommen. Und das alles hat mit dem richtigen Zeitpunkt zu tun. Die Äpfel sind reif – nicht überreif, nicht unreif. Das Timing und die Art, wie etwas präsentiert wird, sind wichtig. „Ein Wort, geredet zu seiner Zeit“.

    Die Formulierung „zu seiner Zeit“ ist eine direkte Übersetzung aus dem Hebräischen – „in der richtigen Zeit“. Ein Wort zur richtigen Zeit ist wie Äpfel aus Gold in einem silbernen Korb.

    Übrigens: Das Wort, das Salomo hier für „geredet“ gewählt hat, betont mehr den Zeitpunkt und die Umstände von dem, was gesagt wird als die verbale Kommunikation an sich. Salomo hätte viele andere Wörter verwenden können, aber dieses spezielle Wort in der hebräischen Sprache betont die Umstände und den Zeitpunkt von dem, was gesagt wird und nicht nur die Botschaft, die kommuniziert wird. Wissen Sie, man kann das Richtige sagen, aber wenn man es zu spät sagt, ist das so, als ob man jemandem einen Rettungsring zuwirft, der bereits ertrunken ist. Oder wenn es zu zeitig ist, ist der Betreffende vielleicht noch nicht bereit, es zu hören.

    Ich las einmal eine Geschichte über einen Mann in einer Zeit, in der die Wirtschaftslage ganz ähnlich war wie die in den letzten Jahren in unserem Land. In der Branche, in der er ausgebildet war und arbeitete, gab es viele Entlassungen. Seine Firma war besonders stark betroffen und er verlor seine Arbeit. Bisher kannte er nichts anderes. Er war es gewohnt, in Anzug und Krawatte in einem klimatisierten Büro zu sitzen, mit Sekretärin und schöner Musik. Aber jetzt konnte er keine Stelle finden und so nahm er auf einer örtlichen Baustelle einen Job als Handlanger an, nur um seine Familie zu ernähren. Mit einer Stange über den Schultern schleppte er Zement zur fünften Etage eines Hauses, das gerade gebaut wurde. Das war für ihn sehr, sehr ungewohnte Arbeit. Statt sanfter Musik über die Stereoanlage hörte er überall Radios heulen. Statt höfliche, freundliche Menschen um sich zu haben, war der Umgangston hier ziemlich rau. Und er verstand nicht ganz, dass der „Neue“ in der Mannschaft immer Spießruten laufen musste. Er verstand nicht, dass er als der „Neue“ immer aufgezogen wurde, dass es einfach zu dieser Kultur und Umwelt gehörte. Also, alle machten ihm das Leben schwer. Er bekam die schwersten Aufgaben. Er war immer die Zielscheibe aller Witze und Hänseleien. Für ihn brach seine ganze Welt zusammen. Sein Vorarbeiter war der Schlimmste von allen. Irgendwann kam er an den Punkt, dass er sagte: „Ich gebe auf. Ich kann nicht mehr. Keine Ahnung, was danach kommt, aber ich kann es nicht mehr ertragen. Ich arbeite noch bis Mittag und dann kündige ich.“ Es wurde Mittag und er wollte gerade zum Vorarbeiter gehen und kündigen, da gab ihm der Vorarbeiter den Umschlag mit dem Lohnscheck der vergangenen Woche. Und zum ersten Mal sprach der Vorarbeiter freundlich mit ihm und sagte: „Im Lohnbüro arbeitet eine Frau, die sagt, dass sie Sie kennt. Sie sagt, dass sie manchmal auf Ihr Kind aufpasst. Sie sagt, Sie sind ein anständiger Kerl.“ Der Mann war schockiert. Der Vorarbeiter ging weiter und der Mann öffnete seinen Umschlag. Darin waren der Lohnscheck und eine Karte von der Frau im Büro, die in die gleiche Kirche ging wie er und seine Familie. Sie war Sonntagsschulmitarbeiterin und passte auf sein Kind auf. Und auf der Karte stand: „Wenn ein Glied des Leibes leidet, leiden wir alle. Ich bete für dich.“ Das machte ihm wieder Mut und brachte ihn wieder auf die Beine. Es gab ihm die Kraft und den Mut, weiterzumachen.

    Wie viele Menschen in Ihrer und meiner Welt brauchen dieses Wort der Ermutigung? Wie viel ist verloren gegangen, weil diese Worte nicht ausgesprochen wurden? Zu Dante Rossetti, einem berühmten Dichter und Künstler des 19. Jahrhunderts, kam einmal ein alter Mann. Der alte Mann sagte: „Herr Rosetti, tut mir leid, Sie zu stören, aber könnten Sie sich diese Zeichnungen anschauen und mir sagen, ob der Künstler Talent hat oder nicht?“ Rossetti sagte: „Sicher, gern.“ Und er begann, jede Zeichnung genau zu studieren und nahm sich viel Zeit dafür. Dann schaute er den alten Mann an und sagte: „Diese Zeichnungen zeugen von großem Talent. Von wem auch immer sie stammen, er hat eine große Karriere vor sich. Man muss ihm jede nur mögliche Gelegenheit und Unterstützung geben, denn ich habe nur sehr selten ein solches Talent gesehen. Es muss geschliffen und entwickelt werden, aber es ist da. Von wem sind die Zeichnungen? Von Ihrem Sohn?“ Der alte Mann ließ den Kopf hängen und sagte: „Nein. Ich habe sie vor über vierzig Jahren angefertigt. Ich wünschte, damals hätte mich jemand so ermutigt, denn ich habe den Mut verloren und aufgegeben. Seitdem habe ich nie wieder etwas gezeichnet.“

    Wie viele Menschen haben aufgegeben? Wie viele Menschen haben nicht den nächsten Schritt gemacht, weil eines von Gottes Kindern vielleicht nicht sensibel oder mutig genug war, zu ihnen zu gehen und ein Wort der Ermutigung zu sagen? Gott sucht nach Menschen, die sich mitteilen, die
    „goldene Äpfel“ austeilen. Ein Wort zur richtigen Zeit kann großen Einfluss haben, wenn wir bereit sind, es zu sprechen. Selbst wenn es um Worte der Korrektur geht. Schauen Sie bitte einmal in den nächsten Vers:

    Sprüche 25:12
    „Ein goldener Ohrring und ein Halsgeschmeide aus feinem Gold, so ist ein weiser Mahner für ein hörendes Ohr.“

    Natürlich muss der andere immer noch reagieren. Das ist mit dem hörenden Ohr gemeint. Aber über den Mahner heißt es, dass nur ein weiser Mahner wie kostbarer Schmuck aus feinem Gold ist. Auch das ist wieder ein Bild von etwas Angenehmem. Es geschieht zur richtigen Zeit, in der richtigen Art und Weise. Es ist unwahrscheinlich, dass es abgelehnt wird.

    Ich habe schon seit vielen Jahren einen sehr guten Freund, aber manchmal ist er ein ziemlicher Wichtigtuer. Das ist einfach so eine seltsame Sache. Manches in unserem eigenen Leben merken wir einfach nicht. Es ist wie wenn jemand Mundgeruch hat: Alle anderen im Raum merken es, nur die Person selbst nicht. Natürlich könnte ich mich selbst unter die Lupe nehmen und würde einige ziemlich auffällige Fehler erkennen, die ich bisher nicht gesehen habe. Und mein Freund merkt einfach nicht, dass er manchmal ziemlich aufgeblasen ist. Ich mag ihn gern und er ist ein echter Freund, aber das ist einfach so eine Sache. – Und wir hatten einen gemeinsamen Bekannten, den er einmal wegen etwas zurechtwies. Wahrscheinlich hatte er recht mit dem, was er sagte, aber der Zeitpunkt und die Art und Weise waren nicht gut. Es geschah öffentlich, obwohl es hätte unter vier Augen stattfinden sollen. Und in seiner Korrektur war mein Freund so herablassend, dass sie wohl deshalb auf Ablehnung stieß.

    Wir müssen nicht nur über die richtige Botschaft nachdenken, sondern auch über den richtigen Zeitpunkt und die richtige Art und Weise dafür – ein goldener Apfel. Die Frage ist jetzt also: Woher weiß ich, mit wem ich wann und wie reden soll? Ich habe keine Ahnung! – Doch, ich habe eine Ahnung. Jesaja 50. Bitte schlagen Sie diese Stelle einmal auf. Woher weiß ich, was ich zu wem sagen soll und wann und wie ich es sagen soll? Okay, Jesaja 50. Die Verse, die wir lesen werden, beschäftigen sich prophetisch mit dem Herrn Jesus Christus. Wenn wir noch weiter lesen würden, ließe sich leicht erkennen, dass der Text sich um Jesus dreht. Aber im Prinzip sind auch wir damit gemeint, wir als Christen. Jesaja 50 ab Vers 4:

    Jesaja 50:4-5
    „Der Herr, Herr, hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten. Er weckt mich, ja Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören. Der Herr, Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich, ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin nicht zurückgewichen.“

    Hier geht es darum, empfänglich für den Heiligen Geist zu sein. Die Botschaft – „Ich habe ein Wort“ -, der richtige Zeitpunkt, die Art und Weise, wie ich die Botschaft übermittle. Und dann geht es auch um den richtigen Empfänger, um den, der müde ist. Der Heilige Geist kann uns die Ohren öffnen und uns all das zeigen – wer unsere Worte braucht und worin die Botschaft besteht, wie wir sie weitergeben sollen und wann. Und es ist ganz normal, dass der Heilige Geist mit Gottes Kindern kommuniziert.
    Jesus sagte: „Wenn der Heilige Geist kommt, wird er zu euch sprechen. Wenn er kommt, wird er das nehmen, was dem Vater und mir gehört, und es euch offenbaren und übermitteln. Er wird euch zukünftige Dinge zeigen.“ Aber zuerst brauchen wir das „Ohr eines Jüngers“, bevor wir die Zunge eines Jüngers haben können. Wir müssen sensibel sein und auf den Heiligen Geist hören. Jesus sagte in Matthäus 10, dass der Heilige Geist die Fähigkeit hat, uns die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu geben. Am Anfang von Jesaja 51:16 sagt Gott: „Ich habe meine Worte in deinen Mund gelegt.“ In Jesaja 57:19 sagt Gott: „Ich werde die Frucht der Lippen schaffen.“

    Das Wichtigste ist, zur Verfügung zu stehen und empfänglich zu sein, denn in unserer persönlichen Welt gibt es jemanden, der ein Wort zur rechten Zeit braucht. Jemand, mit dem wir arbeiten, mit dem wir studieren, jemand in unserer Nachbarschaft oder unserem Alltag oder ein Verwandter braucht einen „goldenen Apfel“.

    Hat jemand von Ihnen Kinder? Ihre Kinder brauchen viele „goldene Äpfel“. Der kleine Junge sagt:
    „Papa, ich will Dart spielen. Ich werfe und du sagst: Gut gemacht!“ – Die Kinder brauchen unser Lob, unsere Ermutigung. Ihre Frau oder Ihr Mann braucht das hin und wieder ebenfalls.

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