Warum manche Menschen ihre Erwartung verloren haben

Teil 2 der Reihe “Echte Erwartung”


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Comments

  • Jule sagt:

    Echte Erwartung / Teil 2
    05.12.2010
    Pastor Bayless Conley

    Wir sprachen über echte Erwartung und betonten, dass ein Großteil der Dinge, die Gott in unserem Leben tut, unmittelbar mit unserer Erwartung zusammenhängt. Man kann das nicht trennen.

    Dennoch erwarten manche fast nichts. Ihre Erwartungen sind viel zu gering. Wir untersuchen, woran das liegt. Wenn Sie manchen Problemen auf den Grund gehen könnten, wäre die Lösung schnell gefunden. Nehmen Sie eine Bibel zur Hand. Wir wollen uns gemeinsam mit dem Wort Gottes beschäftigen und Ihre Erwartung steigern. Erwarten wir Großes von unserem großen Gott.

    Paulus schrieb aus römischer Gefangenschaft in Philipper 1,19 Folgendes:

    Philipper 1:19-20 „Denn ich weiß: Das wird zu meiner Rettung führen durch euer Gebet und durch die Hilfe des Geistes Jesu Christi, entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.“

    Paulus bringt hier zwei konkrete Erwartungen zum Ausdruck. Eine war irdisch, die andere bezog sich auf die Ewigkeit. Die irdische Erwartung, die er nannte, war, dass er befreit werden würde. Er spricht über das Vertrauen, dass Gott eingreifen und ihn aus der Gefangenschaft befreien wird, wenn er sagt:

    „Denn ich weiß: Das wird zu meiner Rettung führen.“ Das ist eine irdische Erwartung. Aber er hatte auch eine ewige – nämlich, dass Christus geehrt werde – durch sein Leben und, wenn nötig, sogar durch seinen Tod. Als Christen brauchen wir echte Erwartungen, denn ein Großteil dessen, was wir von Gott empfangen, hängt von der Ernsthaftigkeit unserer Erwartungen ab. Beachten Sie, was er sagte: „Ich weiß: Das wird zu meiner Rettung führen durch euer Gebet, und der Heilige Geist wird alles Notwendige geben.“ Das Wort „Hilfe“ bedeutet wörtlich, dass Er alles Benötigte geben wird.

    Er wird für die nötige Gunst sorgen, für Weisheit, Beziehungen, offene Türen, Wunder, Kraft, einfach für alles. Er wird es geben. Aber dann sagt er: „gemäß“. Können wir das bitte sagen? „Gemäß meiner festen Erwartung.“

    Vieles, was wir erfahren und von Gott empfangen, hängt unmittelbar mit unserer tatsächlichen Erwartung zusammen. Es entspricht unserer Erwartung. Paulus hat also diese irdische Erwartung und Gott interessiert sich für irdische Belange. Aber er hatte auch eine ewige Erwartung. Wir müssen also Menschen sein, die ernstlich erwarten, dass Gott in unser Leben eingreift, uns rettet, uns Wohlergehen schenkt, uns segnet und heilt. An allen diesen Dingen ist Gott interessiert. Aber wenn wir nur dies erwarten und nichts Ewiges – dass Christus verherrlicht wird durch unser Leben, durch unsere Vaterschaft, unsere Ehen, unsere Arbeit, unser Leben und, wenn nötig, auch durch unseren Tod – dann werden wir zu sehr egoistischen Christen. Oder uns ergeht es wie den Israeliten, die in der Wüste nach Fleisch gierten. Gott erfüllte ihre Bitte, ließ aber ihre Seele verkümmern, wie es in den Psalmen heißt. Gott möchte nicht, dass wir materiell fett und geistlich verhungert sind. Es ist also gut, zu erwarten, dass Gott hier und jetzt in unser Leben eingreift, so wie König David in den Psalmen sagt: „Wäre ich mir nicht sicher, das Gute des Herrn zu schauen im Land der Lebenden – ich wäre verzweifelt, wäre zusammengebrochen.“ Dann sagt er: „Wartet voller Erwartung auf den Herrn.“

    Gott möchte, dass wir von Ihm erwarten, dass Er unseren Nöten begegnet, in unser Leben eingreift, uns führt, versorgt und all diese irdischen Dinge, aber wir müssen auch auf die Ewigkeit ausgerichtet sein. Schließlich hat die Ewigkeit weit mehr Bedeutung als das Irdische. Wir sollten keine egozentrischen selbstsüchtigen Christen sein! Es bleibt jedenfalls dabei, dass ein Großteil unserer Erfahrungen unmittelbar mit unseren tatsächlichen Erwartungen zusammenhängt.

    Was erwarten Sie, dass Gott in ihrem Leben tut?

    Was erwarten Sie im kommenden Jahr?

    Erwarten Sie einen guten Start ins neue Jahr?

    Oder erwarten Sie, ein und derselbe zu bleiben, wie wir im dem Lied vorhin sangen?

    Ich erwarte, dass das kommende Jahr für uns als Gemeinde besser wird als jedes andere, wirklich!

    Ich erwarte, dass wir in jedem Bereich stark sein werden, dass unser Einfluss zunehmen wird, dass mehr Menschen Christus annehmen, dass wir mehr Menschen zu Jüngern machen als je zuvor und dass wir materiellen Überschuss haben werden, um alle laufenden Kosten decken zu können und obendrein in der Lage sind, gemäß Gottes Führung zu geben. Dasselbe erwarte ich auch für mein eigenes Leben. Geistlich wird es das bisher beste Jahr werden und auch wirtschaftlich. Ich erwarte Großes. Und das basiert nicht nur auf sichtbaren Dingen.

    Wir sprachen letzte Woche darüber, warum wir große Erwartungen haben sollten. Erstens: Uns wurden überaus große und kostbare Verheißungen gegeben. Zweitens: Wir haben Berichte in der Bibel und aus dem Leben von Menschen um uns herum, dass Gott eingriff, half und Gebete erhörte und Verheißungen erfüllte. Gott sieht die Person nicht an. Und dann ist da die Tatsache, das Gott groß ist und Großes tut. Und wir sollten Großes erwarten, weil wir einem großen Gott dienen. Und dann haben wir das Zeugnis des Heiligen Geistes in unserem Herzen, der Ihn bezeugt.

    Aber es gibt Menschen, die generell nichts mehr erwarten. Vielleicht gehören auch Sie zu denen, die Ihre Erwartung an Ihre Ehe aufgegeben haben oder die Erwartung hinsichtlich Ihrer Zukunft, Ihrer finanziellen Situation, Ihrer körperlichen Gesundheit oder die Erwartung, dass Ihre Kinder jemals aus dem Chaos und der Sünde herauskommen könnten, das in ihrem Leben herrscht. Sie haben Ihre Erwartung schlicht aufgegeben. Ich möchte Ihnen gleich zu Anfang sagen: Es ist mein Job, neue Hoffnung zu vermitteln. Ich möchte Sie ermutigen hoch zu schauen und darauf zu vertrauen, dass Gott Großes tun wird. Das ist mein Anliegen.

    Ich möchte heute mit Ihnen darüber sprechen, warum manche Menschen ihre Erwartung verloren haben oder warum andere nur sehr wenig erwarten. Wenn Sie etwas erkennen, können Sie es ändern.

    Der erste Grund, warum Menschen aufhören etwas zu erwarten, ist, dass sie auf die falschen Leute hören. Auf die falschen Leute hören! Bitte schauen Sie sich mit mir 4. Mose, Kapitel 13 an. Einigen werden die Stellen, die wir lesen, sehr vertraut sein, aber ich möchte Sie ermutigen, trotzdem aufmerksam zu lesen. Möglicherweise sehen Sie die Dinge dann aus einer völlig neuen, bisher unbekannten Perspektive. 4. Mose 13:1.

    4. Mose 13:1-2

    „Und der Herr redete zu Mose und sprach: Sende Männer aus, dass sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Söhnen Israel gebe! Je einen Mann für den Stamm seiner Väter sollt ihr aussenden, jeder ein Fürst unter ihnen.“

    Achten Sie darauf, wie Gott redet. Sende aus jedem Stamm einen Kundschafter, insgesamt 12, in das Land, das ich gebe. Dafür gibt es eine große, kostbare Verheißung. Gott sagt: „Ich gebe es euch!“

    Zuvor hatte Er Mose gesagt: „Jeder Ort, auf den eure Fußsohle treten wird, wird euch gehören.“

    Er sagte dem Volk Israel: „Ich werde vor euch hergehen und die Bewohner des Landes vertreiben.“

    Gott hatte ihnen eine großartige Verheißung gegeben und sie waren begeistert! Sie haben Gottes Zusage. Die Verheißung erfüllt sich, sie tragen selbst dazu bei! Sie sind tatsächlich die Generation, über die Gott ihrem Vorfahren Abraham Folgendes schrieb: „Deine Nachkommen gehen in Gefangenschaft. Aber in vierhundert Jahren werden deine Nachkommen aus der Gefangenschaft herauskommen und das Land in Besitz nehmen, durch das ihr gezogen seid.“

    Sie mussten merken: „Hey, das sind wir! Wir sind diejenigen, die Gott meinte.“ Sie sahen die Wunder in Ägypten. Sie sahen, wie sich das Rote Meer teilte. Sie zogen trockenen Fußes hindurch. Jetzt stehen sie direkt an der Grenze zum Verheißenen Land, bereit, hineinzugehen. Die Kundschafter gehen los. Gott sagte bereits: „Ich gebe es euch. Ich werde die anderen vertreiben.“ Wirklich aufregend. Die Kundschafter kommen wieder und zwei von ihnen, Josua und Kaleb, sagten im Grunde: „Lasst uns sofort losgehen und das Land einnehmen. Die Kraft ist von ihnen gewichen.

    Der Herr ist mit uns. Habt keine Angst vor ihnen.“ Aber zehn der Kundschafter sagten etwas anderes.

    Lassen Sie uns bitte in demselben Kapitel ab Vers 30 lesen. 4. Mose 13:30.

    4. Mose 13:30-33

    „Und Kaleb beschwichtigte das Volk, das gegenüber Mose murrte, und sagte: ‚Lasst uns nur hinaufziehen und es in Besitz nehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen!‘ Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sagten: ‚Wir können nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist stärker als wir.‘ Und sie brachten unter den Söhnen Israel ein böses Gerücht über das Land auf (die King James Übersetzung spricht von einem bösen Bericht ), das sie ausgekundschaftet hatten, und sagten: ‚Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist ein Land, das seine Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchs.‘ “

    Dann sprachen sie von den Riesen, die sie im Land sahen. Achten Sie auf die Wirkung ihres Berichts.

    4.Mose 14:1-3

    „Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und schrie, und das Volk weinte in jener Nacht. Und alle Söhne Israel murrten gegen Mose und gegen Aaron, und die ganze Gemeinde sagte zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten gestorben, oder wären wir doch in dieser Wüste gestorben! Wozu bringt uns der Herr in dieses Land? Damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zur Beute werden? Wäre es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren?“

    Dann suchten sie jemanden, der sie zurückführen könnte. Und als Josua sagte: „Nein, nein, nein, Männer, wir schaffen das! Wir schaffen das!“, da sagte das Volk: „Lasst uns ihn steinigen!“ Sie sammelten Steine, um Josua zu steinigen. Das ist wirklich sehr interessant.

    Lassen Sie uns etwas weiter hinten im Kapitel 14 lesen, was Gott dazu sagt.

    4. Mose 14:23-24

    „Sie werden das Land nicht sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe! Alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen. Aber meinen Knecht Kaleb – weil ein anderer Geist in ihm war und er mir völlig nachgefolgt ist -, ihn werde ich in das Land bringen, in das er hineingegangen ist; und seine Nachkommen sollen es besitzen.“

    Welcher Geist wohnt in Ihnen? Kaleb hatte einen anderen Geist als alle anderen im Volk und Gott sagte: „Er kommt hinein und sie nicht.“

    Markieren Sie diese Stelle, denn wir kommen gleich darauf zurück, und lassen Sie uns anschauen, was 40 Jahre danach geschah. Bitte schauen Sie sich mit mir Josua, Kapitel 14 an. 4. Mose, dann kommt 5. Mose und danach das Buch Josua, Kapitel 14. Diese ganze Generation starb in der Wüste.

    Niemand betrat das Verheißene Land außer Josua und Kaleb. Nachdem diese Generation auf ihren Rundreisen um den Berg Sinai weggestorben war, unterhielten sich Josua und Kaleb, kurz, bevor sie nach 40 Jahren die Verheißung Gottes erlebten. Achten Sie darauf, wie Kaleb Josua gegenüber das, was 40 Jahre zuvor geschah, einordnet. Josua 14:7.

    Josua 14:7-8 „Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des Herrn, mich von Kadesch-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort, wie es in meinem Herzen war. Meine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt; ich aber bin dem Herrn, meinem Gott, treu nachgefolgt.“

    Er sagte, sie machten das Herz des Volkes verzagt. Das ganze Volk Israel hörte auf die Zehn, anstatt auf Josua und Kaleb, und das entmutigte sie zutiefst. Sie hatten keine Erwartung mehr. Ihr Herz zerschmolz regelrecht. Wissen Sie noch, dass ich letzte Woche sagte, dass wir meistens erleben, was unserer festen Erwartung entspricht, Gutes oder Schlechtes. Wir schauten uns dazu ein gutes Beispiel in der Bibel an. Deswegen ist unsere Erwartung so entscheidend! Sie verloren die Erwartung an die Erfüllung dieser großartigen Verheißung Gottes, weil sie auf die falschen Leute hörten.

    Mir kommt gerade ein Gedanke. Wissen Sie, die zehn Kundschafter sagten: „Sie haben befestigte Städte. Das Volk ist stark. Dort gibt es Riesen. Sie sind größer als wir und auch stärker.“ Alles, was sie sagten, war, gemäß dem Sichtbaren, absolut wahr. Aber es widersprach dem, was Gott verheißen hatte. Was sie sagten – dass dort Riesen und befestigte Städte sind und dass das Volk menschlich gesehen stärker ist als die Israeliten – entsprach der Wahrheit! Aber Gott hatte gesagt: „Ich gebe euch das Land und vertreibe sie.“

    Interessant ist, dass Gott die Dinge, die das Volk in diesem Zusammenhang sagte, als schlecht und böse bezeichnete. Darüber sollten wir nachdenken, liebe Freunde.

    Lassen Sie uns noch einmal das Kapitel 14 anschauen. Wir lasen in den ersten wenigen Versen, dass die ganze Gemeinde, alle Kinder Israels, sagten: „Du brachtest uns hierher, damit wir durch das Schwert umkommen,“ usw. usw. Schauen Sie sich nochmals ihre Aussage in Vers 2 an.

    4. Mose 14:2

    „Und alle Söhne Israel murrten gegen Mose und gegen Aaron, und die ganze Gemeinde sagte zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten gestorben, oder wären wir doch in dieser Wüste gestorben!“

    Jetzt möchte ich Ihnen etwas zeigen, was mich beunruhigt. Im selben Kapitel spricht Gott in Vers 27 zu Mose und sagt:

    4. Mose 14:27-30

    „Wie lange soll es mit dieser bösen Gemeinde weitergehen, dass sie gegen mich murrt? Das Murren der Söhne Israel, womit sie gegen mich murren, habe ich gehört. Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, wenn ich es nicht so mit euch machen werde, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt!

    In dieser Wüste sollen eure Leichen fallen, ja, alle eure Gemusterten nach eurer ganzen Zahl, von zwanzig Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt. Niemals sollt ihr in das Land kommen, in dem euch wohnen zu lassen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, außer Kaleb, dem Sohn des Jefunne, und Josua, dem Sohn des Nun!“

    Gott sagte: „Diese Zwei waren die einzigen, die zu mir, und nicht zu der ganzen Gemeinde und zu den zehn Kundschaftern standen.“ Und ihre Erwartungen bestätigten sich. Sie starben in der Wüste. Gott sagte: „So wie ihr es gesagt habt.“

    Erinnern Sie sich, dass wir in der vergangenen Sendung sagten, dass unsere Worte unsere Erwartung widerspiegeln? Jesus sagte: „Wir sprechen die Dinge aus, die unser Herz erfüllen.“ Ich weiß, wenn ich Sie jetzt spontan fragen würde: „Was erwartest du, Bruder? Was erwartest du, Schwester?“ „Große Dinge, Pastor, Großes!“ Aber das ist quasi bedeutungslos. Die Frage ist, wie Sie im Alltag reden, wenn Sie niemand hört. Ihr Reden verrät Sie. Mein Reden verrät mich. Meine Worte offenbaren den Zustand meines Herzens. Sie offenbaren meine Erwartungen. Was haben Sie über Ihre Zukunft gesagt? Was haben Sie über Ihre Umstände gesagt? Reden Sie nur über die befestigten Städte, die Riesen und die Kraft des Feindes, obwohl all das der Wahrheit entsprechen mag? Oder haben Sie darüber gesprochen, wie groß Ihr Gott ist, und gesagt, was Sie aufgrund Seiner Befähigung angesichts eigener Unfähigkeit tun können? Gott brennt darauf, dass wir unsere Erwartungen auf Seine Verheißungen gründen, auf Seine Fähigkeit und nicht auf die momentane Wirtschaftslage oder unsere bisherige Erfahrung, sondern vielmehr auf Ihn.

    Ich erinnere mich an meine Zeit in Oregon. Ich war kurz nach meiner Bekehrung sehr begeistert, las in meiner Bibel und machte mir keine großen Gedanken. Ich hielt sie einfach für wahr und dachte, dass Gott die Dinge, die Er versprochen hat, auch tun würde. Sie müssen sich das so vorstellen: Ich bin in einem Park, habe lange Haare und Zöpfe mit eingeflochtenen Federn, an meiner Gitarre hängen Federn. Ich spiele, bis sich eine kleine Gruppe sammelt und erzähle dann von Jesus. Jedem, der lange genug auf der Straße stehenbleibt, drückte ich ein Traktat in die Hand und erzählte ihm, was Gott für mich getan hat. Ich sprach ständig über Jesus. Gott bewahre, dass jemand in meinem Umkreis nieste. „Sind Sie krank? Die Bibel sagt, Gläubige werden Kranken Hände auflegen und sie werden daraufhin gesund werden. Darf ich ihnen Hände auflegen?“ Ich war ganz bestimmt übereifrig und hatte zu wenig Weisheit. Seitdem habe ich an Weisheit zugelegt. Vielleicht habe ich teilweise etwas zu viel Druck gemacht, aber Tatsache ist: Ich war begeistert und erwartete, dass Gott tun würde, was Er gesagt hatte. Ich weiß noch, dass mich ältere Christen beiseite nahmen und sagten:
    „O Bayless, jede Hochzeitsreise geht zu Ende.“ Genau das sagten sie mir. „Jetzt bist du mit dem Herrn auf Hochzeitsreise und das Ende ist in Sicht.“ Das ist 35 Jahre her und sie ist noch nicht zu Ende. Ich bin genauso begeistert wie früher. Hoffentlich bin ich etwas weiser geworden. Aber sie nahmen mich beiseite und sagten: „Bayless, du solltest nicht erwarten, dass all das geschieht. Du erzählst davon, dass Gott heilt und redest von allen möglichen Verheißungen. Das geht einfach nicht! Das haut nicht hin.“ Sie erlebten diese Dinge nicht und sagten mir deshalb, dass sie nicht wahr seien.

    Das bremste mich ein paar Tage lang, bis ich Klarheit darüber hatte. Im Grunde passten sie ihre Theologie ihrer Erfahrung an. „Gut, wir kennen Menschen, die das nicht erlebten.“ Oder: „Ich habe das noch nicht erlebt. Das prägt meine Theologie.“ Sie sagen: „Gott hat wohl versprochen, die Bewohner des Landes zu vertreiben und gesagt, dass wir es einnehmen werden, aber die Riesen und die befestigten Städte haben uns vom Gegenteil überzeugt.“

    Liebe Freunde, ich kenne niemanden, der bereits 100% erreicht hat, aber hoffentlich machen wir Fortschritte darin, unsere Erfahrung auf die Ebene von Gottes Verheißungen zu bringen, anstatt unsere Theologie auf das Maß unserer Erfahrung zu reduzieren. Viele Dinge durchschauen wir einfach nicht. Wir sehen nur ein undeutliches Bild. Wir lernen dazu und machen Fortschritte.

    Manchmal fehlt uns noch dies und das, aber wir lassen nicht locker. Die Tatsache, dass ich bisher die Fülle einer Verheißung nicht erlebte, heißt nicht, dass es weder Gottes Wille noch Sein Plan ist.

    Es bedeutet, dass ich noch wachsen und Veränderung erleben kann. Es bedeutet, dass ich Gottes Nähe noch mehr suchen kann. Es bedeutet, dass ich Dinge loslassen kann, die ich loslassen muss, dass ich gegen bestimmte Haltungen vorgehen, dazulernen und in Liebe wachsen kann. Es bedeutet einfach, dass ich noch wachse. Aber ich werde meine Theologie nicht meiner Erfahrung anpassen.

    Denn wenn ich das tue, werde ich, genau wie die Israeliten, endlos meinen Berg Sinai umkreisen und niemals in das Verheißene Land kommen, das Gott für mich hat.

    Ich denke, es ist in diesem Zusammenhang wichtig, sich vor dem Gruppendruck, der Stimmung und der Meinung der Masse zu hüten. Es kann ein sehr starker Sog entstehen, der Sie mitreißt, wenn Sie nicht aufpassen. Ist Ihnen aufgefallen, dass die zehn Kundschafter sagten: „Wir schaffen es nicht. Sie sind stärker als wir.“ Danach sagte die ganze Versammlung, die ganze Gemeinde: „Wären wir doch in Ägypten gestorben! Du brachtest uns hierher, um uns umzubringen!“ Sie weinten die ganze Nacht lang. Die ganze Menge, die ganze Versammlung, wurde davon erfasst. Josua und Kaleb waren die einzigen, deren Geist stark genug war, um sagen zu können: „Wisst ihr, da machen wir nicht mit.

    Egal, wen ich mir dadurch zum Feind oder Freund mache, Gottes Wort steht fest.“ Ich liebe Gottes Aussage: „In Kaleb ist ein anderer Geist. Ich werde mit ihm ins Verheißene Land gehen.“ Hören Sie: Der Gruppendruck ist stärker als die meisten denken. Sie können in 4. Mose 11 nachlesen, wie die Israeliten sich beschwerten und sagten: „Wir hatten doch leckeren Lauch, Zwiebeln und Fisch in Ägypten!“ Sie wandten sich innerlich wieder Ägypten zu. Erinnern Sie sich an diesen Aspekt der Geschichte? Und dann sagen sie: „Dieses blöde Manna! Von früh bis spät essen wir nichts als Manna! Wenn ich nur etwas Knoblauch essen könnte! Ich erinnere mich an den Knoblauch in Ägypten.“ Wissen Sie, worauf sich das bezieht? Sie können es in 4. Mose 11 nachlesen. Eine große Gruppe von Menschen aus andern Völkern zog mit ihnen aus Ägypten aus. Es mögen Ägypter oder Menschen aus anderen Völkern gewesen sein, die auch weg wollten. Und jene fingen an zu sagen:
    „Das blöde Manna! Oh, der Fisch, der Knoblauch und der Lauch.“ Die Gruppendynamik wirkte, erfasste das ganze Volk, zog sie von dem weg, was Gott für sie hatte und machte ihnen die frühere Knechtschaft wieder schmackhaft. Das zeigt, welche Kraft eine Menschenmenge haben kann. In Apostelgeschichte 19 ist Paulus in Ephesus und ein Mann namens Demetrius, ein Silberschmied, wiegelte die Menschen auf. Die Bibel sagt, dass die Stadt bald im Chaos versank. Sie sagt, die ganze Stadt kam im großen Theater, einem Amphitheater, zusammen. Manche schrieen dieses, andere jenes und die Mehrzahl wusste nicht, warum sie zusammengekommen waren. Sie sind total aufgebracht, rufen wild durcheinander und wissen nicht einmal, warum sie sich versammelt hatten.

    Plötzlich fing jemand an zu rufen: „Groß ist die Diana der Epheser!“ Zwei Stunden lang schrie die Menge so laut sie konnte: „Diana ist groß.“ Das war die Göttin der Epheser. Sie wussten nicht einmal, warum sie sich versammelt hatten und wurden davon erfasst. Hören Sie: Die Masse hat nicht immer recht und ist stärker als Sie denken.

    Wissen Sie, Petrus war es nicht gewohnt, den Heiden die Errettung zu verkündigen. Apostelgeschichte 10, Pfingsten ist zehn Jahre her und die Gemeinde besteht ausschließlich aus Juden. Es gab keine Gläubigen aus den Nationen in der Gemeinde, weil sie damals glaubten und lehrten, dass man beschnitten sein und das Mosaische Gesetz halten musste und nur durch die Tür des Judentums Christus als Retter annehmen konnte. Zehn Jahre vergingen, bis Petrus in Apostelgeschichte 10 in das Haus des Kornelius ging und sie errettet und im Heiligen Geist getauft wurden. Gott musste Petrus darauf vorbereiten. Als er wieder zu seiner Heimatgemeinde in Jerusalem zurückkehrte, bestellten sie ihn. Sie sagten: „Petrus, du bist in das Haus von Heiden gegangen!“

    Und er sagte: „Gott selbst rettete sie und erfüllte sie mit dem Heiligen Geist. Ich wollte mich nicht mit Gott anlegen.“ Und sie sagten: „Gott hat sich auch aus den Heiden ein Volk erwählt“ und nahmen es an. Aber es gab immer noch einige in Jerusalem, in der Gemeinde in Jerusalem, die am Nein festhielten. „Man kann nur errettet werden, wenn man zunächst zum Judentum übertritt, nicht durch Gnade im Glauben. Man muss Gesetzeswerke tun, um Christus annehmen zu können.“ Sie hielten daran fest. Gott gebrauchte Petrus, um diese Wahrheit ans Licht zu bringen und Paulus und Barnabas wurden dann Missionare, Apostel, die zu den Heiden gesandt wurden.

    Es gibt eine interessante Geschichte in der Bibel. Petrus ging nach Antiochia, der ersten Gemeinde von Nichtjuden. Er war in Antiochia – Sie können es später in Galater, Kapitel 2 nachlesen – und die Bibel sagt, Petrus aß mit den Gläubigen aus den Nationen. Er tat also etwas, was die Juden nicht tun durften. Er war dort unter Glaubensgeschwistern und sie ließen es sich gut gehen. Sie beteten an, aßen etwas und brachen das Brot miteinander, bis eine Gruppe von Menschen aus der Gemeinde in Jerusalem kam, die Judaisten, die behaupteten: „Nein, nur durch das Judentum kann man errettet werden.“ Und die Bibel sagt, dass ihr Einfluss sehr stark war. Wissen Sie, was Petrus tat? Er nahm Abstand von allen Gläubigen aus den Nationen. Er sagte: „Ich kenne sie nicht einmal.“ Die Bibel sagt, dass das so stark war, dass sogar Barnabas durch ihre Heuchelei mitgerissen wurde. Lesen Sie in Galater, Kapitel 2 nach. Der Apostel Paulus widerstand Petrus öffentlich vor allen. Das zeigt uns, welche Kraft eine Gruppe haben kann und wie Stimmungen und Meinungen beeinflusst werden können. Man muss einen starken Charakter und einen festen Geist haben, um sich als Einzelner zu behaupten und zu sagen: „Gott, ob ich mich damit beliebt mache oder nicht, ich halte mich an Dein Wort.“

    An wem haben Sie sich orientiert? Ist Ihr Glaube dadurch stärker geworden oder schwächer?

    Hallo Freunde, ich hoffe, die Sendung hat Ihnen geholfen. Es ist gut, sich vor Augen zu halten, dass wir mit Gott unterwegs sind. Wir lernen dazu und wachsen. Ich habe mich jedenfalls entschieden, meine Theologie nicht meiner Erfahrung anzupassen, wenn Gott Größeres verheißt. Ich werde beständig wachsen und versuchen, weiterzukommen und meine Erfahrung auf das Niveau von Gottes Verheißungen aus Seinem Wort zu bringen. Wenn etwas nicht zustande kommt, liegt es nicht an Gott, sondern immer an uns. Gott sei Dank, dass wir dazulernen und wachsen. Und wenn ich versage, habe ich etwas falsch gemacht. Ich vertraue dann darauf, dass Gott mir den richtigen Weg zum Ziel zeigen wird. Gott arbeitet nach wie vor an Ihnen, liebe Freunde. Geben Sie nicht auf, nur weil Sie Rückschläge erlebt haben. Sie müssen wieder durchstarten, in Jesu Namen. Bis zum nächsten Mal.

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