Stephanus bittet für seine Feinde

auszugsweise aus Teil 3 und 4 –  aus der Reihe „Hindernisse überwinden“


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Comments

  • Jule sagt:

    Apostelgeschichte 6:5
    „Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes.“
    So viel zu Vers 5. Und jetzt weiter ab Vers 8:

    Apostelgeschichte 6:8-15
    „Stephanus aber, voller Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Es standen aber einige aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und der Kyrenäer und der Alexandriner auf und derer von Zilizien und Asien und stritten mit Stephanus. Und sie konnten der Weisheit und dem Geist nicht widerstehen, womit er redete. Da schoben sie heimlich Männer vor, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und Gott. Und sie erregten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten; und sie fielen über ihn her und rissen ihn mit sich fort und führten ihn vor den Hohen Rat. Und sie stellten falsche Zeugen auf, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Worte zu reden gegen die heilige Stätte und das Gesetz; denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche verändern, die uns Mose überliefert hat. Und alle, die im Hohen Rat saßen, schauten gespannt auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.“

    Merken Sie, was die Leute da machen? Sie suchen falsche Zeugen, die sich gegen Bestechung überreden ließen, Lügen über Stephanus zu erzählen. Also wurde er zum Hohenpriester gebracht und

    durfte seine Verteidigungsrede vorbringen. Da erzählt Stephanus die gesamte Geschichte des Volkes Israel und schließt in Kapitel 7, Vers 51 mit diesen Worten:

    Apostelgeschichte 7:51-60
    „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche die Ankunft des Gerechten vorher verkündigten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, die ihr das Gesetz durch Anordnung von Engeln empfangen und nicht befolgt habt. Als sie aber dies hörten, wurden ihre Herzen durchbohrt, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn. Da er aber voll Heiligen Geistes war und fest zum Himmel schaute, sah er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen; und er sprach: Siehe, ich sehe die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen! Sie schrien aber mit lauter Stimme, hielten ihre Ohren zu und stürzten einmütig auf ihn los. Und als sie ihn aus der Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus. Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Und niederkniend rief er mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er.“

    Unglaublich. Sie hatten Lügen über ihn erzählt. Sie hatten andere bestochen, um Lügen über ihn zu verbreiten. Sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn – was auch immer das hieß! Er strahlte wie ein Engel und sprach wie ein Engel, aber sie wollten nichts davon wissen. Sie hielten ihre Ohren zu und fingen an zu schreien. Sie versuchten ihr eigenes Gewissen zu übertönen. Sie wollten die Wahrheit und den Verstand übertönen. Und sie ergriffen diesen Mann mit dem überirdischen Strahlen auf dem Gesicht. Tief im Herzen kannten sie die Wahrheit, aber sie wollten sie nicht hören. Sie wiesen alles zurück.

    Ich habe einmal etwas über einen Anwalt gelesen, der sehr erfolgreich war. Ein junger Angestellter der Kanzlei fragte ihn: „Würden Sie mir verraten, warum Sie so erfolgreich sind?“ Und er antwortete:
    „Ich habe drei Methoden. Wenn ich an einem Fall arbeite, schaue ich zuerst nach, ob ein Gesetz den Fall abdeckt. Wenn es so ein Gesetz gibt, stelle ich es vor Gericht vor. Damit gewinne ich den Fall hundertprozentig. Volltreffer. Wenn ich kein bestimmtes Gesetz finde, das meinem Klienten recht gibt, sammle ich die Fakten und stelle vor Gericht die Fakten vor. Die meisten dieser Fälle gewinne ich auch.“ Dann fragt der junge Angestellte: „Aber was machen Sie, wenn Sie kein Gesetz und keine Fakten haben?“ Er antwortet: „Das ist der dritte Weg. Ich schlage mit der Faust auf den Tisch und mache viel Lärm.“

    Sie werden feststellen, dass bei einem Streit meistens derjenige laut wird, der die schlechteren Argumente hat. Die Leute haben angefangen zu schreien und Lärm zu machen, weil sie wussten, dass Stephanus die Wahrheit sagt. Da steht, Stephanus war voll Heiligen Geistes, als er starb. Das ist interessant. Wir lesen, dass er vom Heiligen Geist erfüllt war, als er in den Dienst berufen wurde. Und als er zum Märtyrer berufen wurde, war er auch erfüllt vom Heiligen Geist.

    Der Heilige Geist hilft Ihnen, richtig zu sterben. Er hilft Ihnen, richtig zu leben und er hilft Ihnen, richtig zu sterben. In Apostelgeschichte 1 sagt Jesus zu Seinen Jüngern, sie sollen in Jerusalem bleiben, bis sie das Geschenk vom Vater erhalten haben. Er sagt zu ihnen: „Ihr müsst den Heiligen Geist empfangen.“ Er sagt: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist. Ihr werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“

    Wie viele kennen das? Kraft zu empfangen vom Heiligen Geist, um Jesu Zeugen zu sein. Das griechische Wort für „Zeuge“ wird übrigens im Neuen Testament auch mit „Märtyrer“ übersetzt. Der Heilige Geist gibt uns also nicht nur die Kraft, als Zeugen für Christus zu leben. Der Heilige Geist gibt uns auch, wenn nötig, die Kraft zu sterben. Und ich für meinen Teil will richtig sterben, wenn es soweit ist. Gott sei Dank für den Heiligen Geist! Aber warten Sie. Überlegen Sie mal. Stephanus hatte seinen Dienst gerade erst begonnen. Wir lesen, dass er Zeichen und Wunder unter den Leuten tat. Wenn Sie das Kapitel lesen, werden Sie feststellen, dass er einer der besten Prediger des Neuen Testaments ist. Er ist voll vom Wort Gottes! Er kann wunderbar predigen. Die Gemeinde liebt ihn. Er wurde auserwählt als ein Mann, der voll Weisheit und voll des Heiligen Geistes ist. Seine Gaben sind gerade erst entdeckt worden. Und dann bringen ihn diese Lügner und Mörder einfach um. Es hätte auch anders sein können. Er war erfüllt vom Heiligen Geist, sie waren erfüllt vom Teufel. Manche hätten sicher gebetet: „Herr, vergiss nie, was sie mir angetan haben. Wirf sie in die Hölle. Lass den Rauch ihrer Qual von Ewigkeit zu Ewigkeit aufsteigen“, wie es in der Offenbarung heißt. Nicht Stephanus. Er sagt: „Gott, vergib ihnen.“ Erstaunlich, oder? „Rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ Sie haben gelogen, andere bestochen, damit sie über ihn lügen, seinen Dienst und sein Leben vorzeitig beendet und sich geweigert, die Wahrheit zu hören. Und er betet: „Gott, vergib ihnen!“ Unglaublich!

    Es ist so wichtig, dass wir lernen, Gebete der Vergebung zu beten. Wenn Sie nicht vergeben können und an der Feindseligkeit und Bitterkeit in Ihrem Herzen festhalten, schadet das nur einem – Ihnen selbst.

    Jemand hat einmal sehr treffend gesagt, dass Bitterkeit und Unversöhnlichkeit gegenüber jemandem so ist, als würde man selbst Gift schlucken und hoffen, dass der andere stirbt. Und wir können verzeihen, denn uns wurde verziehen. In der Bibel steht, dass die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unser Leben ausgegossen ist. Die Bibel lehrt, dass wir anderen vergeben sollen, wie Gott uns durch Jesus Christus vergeben hat. Ich war von Anfang bis Ende schuldig, aber Jesus hat meine Schuld nach Golgatha ans Kreuz gebracht. Er hat sie auf sich genommen. Ohne etwas dafür zu verlangen, hat Er mir Vergebung geschenkt. Und das hat mein Leben verändert. Wie kann ich da jemand anderem nicht vergeben? Und ich sage Ihnen, der Sie gerade zuschauen: Das heißt nicht, dass Sie nicht verletzt worden sind. Ich weiß, dass manche Verletzungen sehr wehtun. Vielleicht hat Ihnen jemand etwas angetan, was er nicht hätte tun dürfen. Vielleicht hat jemand etwas nicht für Sie getan, was er hätte tun sollen. Aber um Ihrer selbst willen sollten Sie vergeben. Vergeben Sie. Gott wird Ihnen dabei helfen. Aber zuerst müssen Sie selbst Gottes Vergebung empfangen. Wenn Sie verstehen, was Gott Ihnen schenkt, können Sie anderen viel leichter vergeben.

  • Jule sagt:

    Das Gebet von Stephanus wurde sogar zu einer eindrücklichen Predigt. Als er zu Tode gesteinigt wurde, legten die Leute nämlich ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes, der Saulus hieß – eines jungen Mannes namens Saulus. In Apostelgeschichte 8:1 steht: „Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein.“ Aus der griechischen Formulierung lässt sich ableiten, dass er mit Freude zustimmte. Er freute sich über das blutige Spektakel. Er freute sich, dass Stephanus mit Steinen erschlagen wurde. Aber später warf ihn Jesus auf der Straße nach Damaskus mit einem Laserschwert vom Pferd und sagte zu ihm: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen!“ Ein Stachel ist ein spitzer Stock, den man verwendet, um Ochsen anzutreiben.
    Normalerweise einen jungen Ochsen, den man zusammen mit einem alten einspannt. Dieser Saulus von Tarsus wurde später zum Apostel Paulus, der mit Jesus zusammenarbeitete. Und Gott hatte ihn vorher immer wieder angestupst. Der Heilige Geist hat sich die ganze Zeit um ihn bemüht. Und ich glaube, das Erlebnis mit Stephanus war der Anfang. Saulus sah das Gesicht von Stephanus leuchten wie das eines Engels. Er hörte Stephanus sagen: „Ich sehe den Menschensohn zur Rechten Gottes.“ Er hörte ihn beten: „Herr, nimm meinen Geist auf.“ Und er sah, wie Stephanus eine andere Ebene des Gebets erreichte. Er kniete nieder und betete: „Gott, rechne ihnen diese Schuld nicht zu.“ Diese Worte müssen Saulus verfolgt haben. Sie waren der Stachel, mit dem der Heilige Geist ihn immer wieder anstupste und sein Gewissen aufrüttelte, bis Saulus von Tarsus auf der Straße nach Damaskus sein Leben dem Herrn Jesus Christus gab. Freunde, manchmal ist Vergebung die eindrücklichste Predigt, die wir in unserem Leben halten können.

    Ich habe einmal eine wahre Geschichte über ein Aufnahmeritual in eine studentische Bruderschaft gelesen. Erst betrinken sich alle. Dann nehmen sie die Neuen und stellen sie auf die Straße. Man verbindet ihnen die Augen und schließlich rast jemand im Auto mit 160 Sachen auf sie zu. Wenn das Auto näher kommt – keine Ahnung, bei welcher Entfernung – reißen sie sich irgendwann die Augenbinde runter und rennen von der Straße. Und derjenige im Auto weiß auch, dass sie wegrennen werden. Das war irgendwie ihr Aufnahmeritual. Aber einmal blieb ein Junge einfach stehen und wurde überfahren. Er war sofort tot. Doch das war nicht der Beginn der Geschichte. Sie geht eigentlich so: Da war ein Mann, der war bei der Arbeit immer schlecht gelaunt. Er fehlte viel, nahm Drogen und trank zu viel. Schließlich wurde er gefeuert. Und das war schon der dritte oder vierte Job, den er verlor.
    Irgendwann bekam er den Job zurück. Aber als er zurückkam, war er ein anderer Mensch. Er war nicht mehr schlecht gelaunt. Er trank nicht mehr. Er nahm keine Drogen mehr. Es war so, als hätte ihn eine dunkle Wolke umgeben – und die war plötzlich weg. Ein Arbeitskollege sagte zu ihm: „Ich war früher schon da. Ich hab dich gekannt. Du hattest es verdient, gefeuert zu werden. Aber jetzt bist du anders. Was ist passiert?“ Und dann erzählte der Mann die Geschichte. Er sagte: „Ich war in einer studentischen Bruderschaft und das war unser Aufnahmeritual. Ich war mit Fahren dran. Ich hab den Jungen überfahren und das Letzte, das ich von ihm gesehen habe, war sein entsetztes Gesicht. Das hat mein Leben zerstört. Ich habe das College abgebrochen. Ich habe angefangen Drogen zu nehmen und zu trinken. Und es hat mich die ganze Zeit verfolgt. Ich hatte jede Nacht Albträume deswegen.
    Aber vor kurzem klopfte es an meiner Tür. Es war eine Frau. Ich kannte sie nicht. Sie stellte sich als die Mutter des Jungen vor, den ich überfahren hatte. Ich ließ sie rein. Und dann sagte sie: Viele Jahre lang wünschte ich, Sie wären tot. Ich habe Sie gehasst. Aber kürzlich bin ich Christ geworden. Gott hat meine ganze Schuld vergeben, obwohl ich es nicht verdient habe. Er hat mir gezeigt, dass ich Ihnen vergeben muss. Ich habe Ihnen verziehen und ich habe Gott gebeten, dass er Ihnen verzeiht. Dann habe ich Sie gesucht und bin hergekommen, um Ihnen zu sagen, dass ich Ihnen vergeben habe.“ Und ich werde nie vergessen, was der Mann zu seinem Arbeitskollegen sagte. Er sagte: „Als ich der Frau in die Augen schaute, sah ich, dass sie es ernst meinte. Ich sah in ihren Augen die Erlaubnis, der Mann zu sein, der ich gewesen wäre, wenn ich nicht ihren Sohn totgefahren hätte.“

    Wissen Sie, Vergebung befreit Menschen. Ich glaube, Saulus von Tarsus sah an diesem Tag etwas an Stephanus, das ihn nach und nach zum Glauben brachte. Was für ein wunderbares Gebet!

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