Jesus bittet für seine Feinde

auszugsweise aus Teil 4 aus der Reihe „Hindernisse überwinden“

  1. Vergebendes Gebet – Teil 2

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Comments

  • Jule sagt:

    Und jetzt kommen wir zum dritten und letzten Gebet. Dieses Gebet war das Vorbild für die anderen beiden. Schlagen Sie mit mir Lukas, Kapitel 23 auf. Ohne dieses Gebet hätte es auch die anderen beiden nie gegeben. In Lukas 23 geht es um Jesus. Judas hatte Ihn verraten. Er wurde gefangen genommen und man hatte Ihn vor ein Pseudogericht gestellt. Er wurde geschlagen und verspottet, ausgepeitscht und schließlich gekreuzigt. Schlagen Sie mit mir Lukas 23 auf. Wir lesen Lukas 23, ab Vers 33.

    Lukas 23:33-34
    „Und als sie an den Ort kamen, der Schädelstätte genannt wird, kreuzigten sie Ihn dort und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los darüber.“

    Ich möchte, dass Sie kurz über etwas nachdenken. Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Haben Sie schon einmal überlegt, ob derjenige, der Ihnen Unrecht getan hat, sich gar nicht bewusst war, dass das falsch sein könnte? Jemand hat Ihnen viel Leid zugefügt. Jemand hat Sie tief verletzt. Aber ist es möglich, dass derjenige gar nicht gewusst hat, was er da tut? Das bedeutet nicht, dass es weniger wehtut. Wenn ich jemanden aus Versehen mit dem Auto anfahre, wird er genauso verletzt, wie wenn ich es absichtlich tue. Aber ist es möglich, dass manche, die uns Unrecht getan und uns Schaden zugefügt haben, nicht wussten, was sie da tun? Dass sie vielleicht sogar gedacht haben, dass sie völlig im Recht sind?

    Früher, in den ersten Jahren unserer Kirche hier, gab es einen leitenden Mitarbeiter, der mir das Leben echt schwer machte. Das war vor über zwanzig Jahren, vielleicht vor 23, 24 Jahren. Ich war noch nicht lange im Dienst und hatte viel weniger Erfahrung als heute. Heute könnte ich viel besser damit umgehen als damals. Dieser Mann vergiftete auch andere mit schlechtem Gerede über mich. Immer wieder kamen Leute zu mir und sagten: „Soundso hat mir das gesagt, Soundso hat jenes gesagt“ und jemand sagte: „Ich konnte dich nicht einmal anschauen, weil Soundso gesagt hat, du hättest dies und jenes gemacht.“ Das ging so weit, dass es mich körperlich krank machte. Ich spürte den Druck physisch. Ich schleppte es mit mir herum und ich hatte das Gefühl, ich hätte einen Knoten im Magen. Kennen Sie das auch? Genau. Sicher kennen das einige. Obwohl man es nicht will, ist es das Letzte, an das man vorm Einschlafen denkt. Es ist das Erste, an das man beim Aufwachen denkt. Der Magen fühlt sich an, als wäre er ein einziger Knoten. Es macht einen selbst kaputt und die Beziehungen zu anderen auch. Es war wirklich schlimm. Und ich hatte keine Ahnung, wieso. Eines Tages war ich in meinem Büro und betete und plötzlich war Gott da. Gott war wirklich da. Ich spürte Seine Gegenwart und ich weinte und weinte, einfach weil Gott da war. Und dann hatte ich eine Vision. In der Vision sah ich diesen Bruder, der mir so viel Leid zugefügt hatte. Gott zeigte mir, dass sein Handeln von seinem Standpunkt, von seinem Denken her durchaus richtig schien. Er war überzeugt, er wäre im Recht! Das war er nicht, aber Gott zeigte mir, dass er in seiner verqueren Denkweise annehmen musste, im Recht zu sein. Auf die Idee wäre ich niemals gekommen. Ich dachte, es wäre reine Boshaftigkeit und ich hatte keine Ahnung, was der Grund dafür war. Es war so: Als dieser Bruder neu in unsere Kirche kam, erzählte er uns von den ganzen anderen Kirchen, in denen er gewesen war und wie schlecht und böse deren Pastoren gewesen waren. Einer muss schlimmer gewesen sein als der andere. Und ich war für ihn einfach der nächste schlechte Pastor in dieser Reihe. Er schleppte so viel mit sich herum, was er nie aufgearbeitet hatte. Aber wenn man solche Sachen nicht verarbeitet, nimmt man sie mit in die nächste Beziehung. Man nimmt sie mit in die nächste Kirche. Man nimmt sie mit auf die nächste Arbeitsstelle. Und man projiziert dies alles auf andere. Aber dann sind Sie das Problem, nicht der andere! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er denken könnte im Recht zu sein. Das veränderte alles für mich. Ich weinte und weinte und spürte, wie sehr Jesus ihn liebte. Das änderte alles. Ich hätte nie gedacht, dass er nicht wusste, was er tat. Vielleicht kennen Sie auch Menschen, auf die das zutrifft. Paulus sagt von sich selbst im 1. Timotheusbrief, Kapitel 1:13: „Mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben.“ Als er die Wahrheit erkannte, tat es ihm leid.

    Gehen wir zurück zum Lukasevangelium. Der Himmel wird schwarz, der Vorhang im Tempel zerreißt und Jesus ruft: „Es ist vollbracht!“ Das griechische Wort bedeutet: „Die Schuld ist bezahlt.“ Die Schuld der Menschheit ist bezahlt. Es passieren also diese ganzen übernatürlichen Dinge. Stellen Sie sich vor, Sie wären dabei. Da stehen die Soldaten. Dort die Leute, die Jesus verspottet haben. Hier stehen die Schaulustigen, die, die der Kreuzigung einfach zugeschaut haben. Sie haben ihn verspottet. Sie haben verächtlich geredet. Sie haben sich über Ihn lustig gemacht. Und plötzlich, als Er Seinen Geist aufgibt und sagt: „Es ist vollbracht“, wird der Himmel ganz schwarz und es gibt ein Erdbeben. Plötzlich

    geschehen übernatürliche Dinge. Und dann steht da in

    Lukas 23:47-48
    „Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.“

    Durch das, was da geschah, wurde ihr Gewissen plötzlich aufgerüttelt. Sie wurden sich bewusst, dass sie gerade einen unschuldigen Mann gekreuzigt hatten. Sie schlugen sich an die Brust wie der Zöllner im Tempel in Lukas 18. Da betet der Pharisäer: „Ich gebe den Zehnten und ich mache alles richtig und ich halte die Gesetze. Danke, Gott, dass ich nicht wie die anderen bin, wie zum Beispiel dieser Zöllner da drüben!“ In der Bibel steht, dass er das für sich betete. Er betete nicht zu Gott. Gott hörte nicht zu. Er betete nur für sich selbst. Manche machen das. Sie beten, aber es geht nur um sie selbst. Und dann ist da der Zöllner. Jesus sagt, er wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben. Er schlug sich an die Brust und sagte: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Bei der Kreuzigung sahen die Leute, was alles geschah. Ihr Gewissen wurde aufgerüttelt. Ihnen wurde klar, dass sie falsch gehandelt hatten.
    Sie schlugen sich an die Brust und kehrten um. Sie gingen nach Hause, zurück in ihr altes Leben. Sie ließen nicht zu, dass die Wahrheit sie veränderte.

    Ich frage mich, wie vielen Menschen das so geht. Sie kommen zum Gottesdienst, sie hören die Predigt und denken: „Wow! Es hat mich berührt! Ich denke über die Ewigkeit nach. Ich denke über Dinge nach, die mir sonst gleichgültig sind.“ Aber dann gehen sie nach Hause und lassen nicht zu, dass die Wahrheit ihr Leben verändert. Aber ich sage Ihnen, Jesus ist gestorben. Und Er betete dieses wunderbare Gebet: „Vater, vergib ihnen. Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Als Er starb, starb Er für unsere Sünden. Der Vorhang, der im Tempel zerriss, hing vor dem Allerheiligsten. Es gab im Tempel den heiligen Bereich und dann das Allerheiligste. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade. Zur Zeit des Alten Testaments war Gott hier anwesend. Und davor hing ein 20 Meter hoher Vorhang, der mehrere Zentimeter dick war. Und er wurde nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten zerrissen. Das zeigt, dass unsichtbare Hände ihn zerrissen haben müssen. Denn in dieses Allerheiligste durfte nur der Hohepriester gehen und zwar nur einmal im Jahr. Wenn er hineinging, musste er das Blut von einem Tieropfer mitnehmen. Er besprengte alles mit dem Blut und das sorgte dafür, dass die Sünden des Volkes getilgt wurden, die sie in dem Jahr begangen hatten. Der Hohepriester ging nur einmal im Jahr dort hinein. Und er war der Einzige, der überhaupt hinein durfte. Kein anderer durfte in die Gegenwart Gottes kommen. Gottes Gegenwart war durch einen großen Vorhang von allen getrennt. Aber als Jesus starb, sagte Gott: „Genug damit!“ Er zerriss den Vorhang und zeigte damit, dass die Gegenwart Gottes aus dem Allerheiligsten herauskommt und für jeden zugänglich ist. Freunde, im Neuen Bund sind wir der Tempel des lebendigen Gottes. Gott sagt, Er will unter uns wohnen und wandeln. Er zieht bei uns ein. Zumindest dann, wenn Sie sich an die Brust schlagen und nicht zurückgehen. Wenn Sie sich an die Brust schlagen und sagen: „Ich gehe vorwärts. Gott, Du hast mein Gewissen aufgerüttelt. Ich erkenne, dass das hier wahr ist und ich werde etwas ändern.“ Wenn Sie Ihre Sünden bereuen und Jesus ihr Leben anvertrauen, dann zieht der Geist Gottes bei Ihnen ein und verändert Sie. Seien Sie nicht einer von denen, die berührt werden, die vielleicht sogar im Gottesdienst weinen, aber dann wieder in ihr altes Leben zurückkehren. Seien Sie keiner von denen, die sich nicht verändern lassen! Lassen Sie das nicht zu!

    Schließen Sie kurz Ihre Augen und senken Sie Ihren Kopf. Ich möchte ein Gebet sprechen. Es ist ein sehr radikales Gebet, ein Gebet, in dem Sie Ihr Leben ganz und gar Gott anvertrauen und Jesus als Herrn anerkennen. „Herr“ bedeutet „Chef“. Es bedeutet, dass Sie Ihr ganzes Leben Seiner Autorität unterstellen. Es ist ein radikales Gebet. Es ist ein Bekenntnis, dass Ihr Leben nicht mehr Ihnen gehört, sondern dass Sie alles, was Sie haben und sind, in Gottes Hände legen. Ich möchte Ihnen eines sagen: Der Sohn Gottes starb am Kreuz auf Golgatha für die Sünden der Welt. Er starb für Ihre Schuld. Er rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, weil Gott, der Vater Ihm die Strafe für Ihre Schuld auferlegt hat. Er trat bereitwillig an Ihre Stelle und Er wurde an Ihrer Stelle bestraft. Als Er rief: „Es ist vollbracht!“, war die Schuld bezahlt. Die Schuld der Menschheit war getilgt. Am dritten Tag wurde Er von den Toten auferweckt. Gottes ewiger Gerechtigkeit war Genüge getan und nun ist eine Beziehung zu Gott möglich. Gottes Gegenwart kann kommen und in Ihnen wohnen. Vielleicht sind Sie ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter. Sie hatten Jesus einmal lieb, aber jetzt ist Ihr Leben weit davon entfernt, Gott zu gefallen. Sie wissen es. Gott weiß es. Und der Teufel weiß es auch. Es wird Zeit, dem Teufel die Tür vor der Nase zuzuschlagen und Gott in Ihrem Leben wohnen zu lassen. Verlorener Sohn, kommen Sie heim. Verlorene Tochter, kommen Sie heim. Ich habe eine gute Nachricht für Sie: Gott ist Ihnen nicht böse. Er liebt Sie. Er streckt Seine Arme nach Ihnen aus. Sie müssen nur zu Ihm kommen. Dieses Gebet ist auch für Sie. Legen Sie die Hand auf Ihr

    Herz und beten Sie mit mir. Sagen Sie:

    Gott, ich lege Dir alles hin. Ich gebe Dir alles, was ich bin. Ich gebe Dir mein Leben. Ich gebe Dir meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Ich glaube, dass Jesus Dein Sohn ist, dass Er am Kreuz für meine Schuld gestorben ist und dass Er am dritten Tag auferstanden ist. Jesus, sei Du mein Herr. Ich will gehen, wohin Du mich führst. Von heute an wird alles anders. Danke, Herr.

    Allen, die gerade mitgebetet haben, darf ich sagen: Gott ist gnädig. Er hat uns allen ziemlich hässliche Dinge vergeben. Ich finde es traurig, wenn Menschen ihre eigene Rettung so sehr vergessen, dass sie anfangen, mit dem spitzen Zeigefinger auf andere zu zeigen und sie zu verdammen, weil sie von einem Bett ins andere hüpfen oder Drogen nehmen oder lügen oder was weiß ich. Und dabei haben sie früher das Gleiche gemacht. Gott hat uns gereinigt. Er hat uns vergeben und uns neues Leben geschenkt. Wie wunderbar! Und weil Er uns so viel vergeben hat, sollten wir auch anderen vergeben.

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