Johannes der Täufer

aus der Reihe “Drei Geschichten des Glaubens”


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Comments

  • Jule sagt:

    Gut, machen wir weiter. Die nächste Person auf unserer kleinen Reise ist ein Prophet. Erst ein Soldat, dann ein Prophet. Johannes der Täufer ist ein Prophet und eine Stimme Gottes. Und im Gegensatz zu diesem Zenturio, der einen großen Glauben hatte, hat Johannes der Täufer eine Glaubenskrise. Vers 18. Lesen Sie gerne mit. Zwischendurch wird noch in der Stadt Nain ein junger Mann von den Toten auferweckt, aber wir lesen ab Vers 18 weiter.

    Lukas 7:18-20
    „Und dem Johannes berichteten seine Jünger über dies alles. Und Johannes rief zwei seiner Jünger herbei und sandte sie zum Herrn und ließ ihm sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? Als aber die Männer zu ihm gekommen waren, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt dir sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?“

    Johannes sitzt da gerade im Gefängnis. Aber vorher war er am Jordan gewesen. Er hatte Jesus getauft, gesehen, wie sich der Himmel öffnete und mit eigenen Ohren Gottes Stimme gehört. Und davor hatte Gott mit Johannes über Jesus geredet. Er hatte ihm gesagt: „Derjenige, auf den der Geist herabfährt und auf dem er bleibt, der wird mit dem Heiligen Geist taufen.“ Johannes hatte öffentlich bezeugt, dass Jesus Gottes Sohn ist. Er hatte gesagt: „Ich muss abnehmen, aber er muss zunehmen.“ Er hatte anderen geraten, Jesus nachzufolgen. Aber in der dunklen Gefängniszelle beginnt er zu fragen und zu zweifeln. Der römische Zenturio hatte weder das Gleiche erlebt wie Johannes noch hatte er das Wissen von Johannes. Trotzdem sagt er: „Der einzige Beweis, den ich brauche, Jesus, ist dein Wort.“ Johannes war ein Weiser, ein Prophet, der leibliche Cousin von Jesus. Gott hatte ihn besucht und zu ihm geredet. Seine Mutter Elisabeth hatte ihm wahrscheinlich sein ganzes Leben lang erzählt: „Hey, Johannes, als du in meinem Bauch warst und Maria reinkam, als sie mit Jesus schwanger war, bist du in meinem Bauch rumgehüpft. Du hast schon vor deiner Geburt gewusst, dass er der Sohn Gottes ist!“ Und doch sagt Johannes: „Ich brauche mehr. Bekomme ich ein Zeichen?“ Vers 21:

    Lukas 7:21-23
    „In jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird gute Botschaft verkündigt! Und glückselig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“

    Mit anderen Worten: „Sagt Johannes, die Zeichen sind schon die ganze Zeit da. Ich tue das, was ich schon immer getan habe.“ Es hat sich nichts geändert. Es gibt kein anderes Zeichen.

    Auch bei dieser Geschichte möchte ich Ihnen drei Punkte nahe bringen. Erstens: Johannes geht mit seinen Zweifeln und Ängsten zum richtigen Ort. Er geht direkt damit zum Herrn. Wenn Sie mit Zweifeln zu kämpfen haben, reden Sie mit dem Herrn darüber. Er weiß es doch sowieso. Vor Ihm können Sie nichts verbergen. König David sagte: „Ich suchte den Herrn, und er antwortete mir; und aus meinen Ängsten rettete er mich.“ Das Schlimmste, das man in einer Glaubenskrise machen kann, ist, sich abzukapseln. Denn dann sind wir am verletzlichsten. Und das ist es, was der Teufel will.
    Wenn wir eine Krise haben, müssen wir Glaubensgeschwister um uns scharen, damit sie uns ermutigen und uns wieder zu Gott hinziehen. Manchmal passieren einfach Dinge im Leben, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Aber dann darf man nicht vor Gott weglaufen, sondern muss zu Ihm gehen. Johannes tut genau das Richtige. Er hätte eigentlich keine Glaubenskrise haben sollen. Er hätte nicht zweifeln sollen. Und doch war es so. Aber er geht direkt zu Jesus. Und wissen Sie was? Er lässt sich nicht von seinem Stolz davon abhalten. Schließlich hätte er denken können: „O Mann, wie steh ich denn jetzt da! Erst erzähle ich allen, dass er der Sohn Gottes ist und rate meinen eigenen Jüngern, ihm nachzufolgen. Und jetzt kriegen alle mit, dass ich Zweifel habe und mir nicht mehr sicher bin. Das kann ich nicht machen. Da sehe ich ja schön blöd aus.“ Nein, er besiegt seinen Stolz und geht zu Jesus. Unsere Dummheit bringt uns in Schwierigkeiten und unser Stolz hält uns dort fest. Aber von Johannes können wir lernen, das nicht zuzulassen.

    Zweiter Punkt. Etwas sehr Wichtiges. Menschen definieren uns schnell durch eine einzelne Sache. Man legt uns auf eine einzige feurige Rede, eine heldenhafte Tat, ein Opfer oder auch eine schlechte Sache oder Tat fest und sieht uns nur noch in diesem Licht. Gott tut das nicht. Gott sieht unseren gesamten Lebensweg, nicht nur eine einzelne gute oder schlechte Tat. Lesen Sie mit mir ab Vers 24. Da steht:

    Lukas 7:24-28
    „Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing er an, zu den Volksmengen über Johannes zu reden: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen anzuschauen? Ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in herrlicher Kleidung und in Üppigkeit leben, sind an den königlichen Höfen. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Propheten. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. Denn ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer als Johannes der Täufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist größer als er.“

    Die Jünger des Johannes bringen die Botschaft zurück ins Gefängnis. Eine Menschenmenge sammelt sich um Jesus. Er spricht zu ihnen über Johannes. Aber wissen Sie, was Er nicht sagt? Er sagt nicht:
    „Soll ich euch mal was über Johannes sagen? Er ist eine einzige Enttäuschung. Nicht zu fassen, jetzt am Ende fängt er noch an zu zweifeln. Er hat sich so gut geschlagen und jetzt gerät er ins Stolpern. Ich bin echt enttäuscht von ihm. Meine Güte, er ist doch sogar mein Cousin! Wenn jemand meine Aufgabe verstehen sollte, dann doch er! Gott hat zu ihm gesprochen und ihn besucht! Kaum zu glauben. Ich bin fertig mit ihm. Ich suche mir einen neuen Wegbereiter!“
    Nein, Jesus sagt nichts dergleichen. Jesus sagt: „Er war kein schwankendes Rohr.“ Johannes war ein Mann der Überzeugung. Er hatte ein aufopferndes Leben geführt. Jesus nennt ihn einen Propheten. Er war ein Wegbereiter. Jesus sagt, er war groß. Er definiert Johannes nicht über dieses eine Versagen.

    Darum geht es mir: Bleiben Sie nicht an einem einzelnen Erfolg oder einem Versagen hängen. Das Rennen dauert ein Leben lang und Sie sind noch nicht am Ziel. Vielleicht haben Sie etwas Dummes getan, etwas Unmoralisches, und einige Leute sehen Sie jetzt nur noch in diesem Licht. Das sind jetzt Sie. Sie sind abgestempelt. Na und? Sollen sie das doch denken. Die müssen mit ihren Gedanken leben, nicht Sie. Sie dürfen noch ein paar Kapitel Ihrer Lebensgeschichte schreiben. Auf die ganze Geschichte kommt es an, nicht auf eine einzelne gute oder schlechte Tat.

    Und noch der dritte Punkt: Man kann Gott auf verschiedene Art dienen. Ab Vers 33:

    Lukas 7:33-35
    „Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der weder Brot aß noch Wein trank, und ihr sagt: Er hat einen Dämon. Der Sohn des Menschen ist gekommen, der da isst und trinkt, und ihr sagt: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund von Zöllnern und Sündern; – und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.“

    Eigentlich hätten sie Johannes bewundern sollen, weil er bescheiden war, niemals trank, sich selbst verleugnete, einsam lebte und Mut hatte. Aber das, was eigentlich für ihn sprach, war für die Leute ein Grund, ihn zu tadeln. Sie sagten: „Er isst und trinkt nicht mit uns. Er feiert nicht mit uns. Er lebt in der Wüste. Das ist ja ein Wilder! Er redet vom Bäume fällen und betitelt Leute als Schlangen. Ich sage euch was, dieser Johannes hat sicher einen Dämon. Er ist genau wie dieser Besessene bei den Gräbern. Vielleicht ist er nicht so gewalttätig, aber er ist ganz bestimmt besessen.“ Jesus wiederum isst und trinkt mit den Leuten. Er isst sowohl mit Zöllnern als auch mit Pharisäern. Er redet frei mit ihnen. Er versucht ihnen Gutes zu tun und sie Gott näher zu bringen. Aber jetzt sagen genau die gleichen Leute: „Dieser Jesus isst zu viel und trinkt zu viel Wein. Ihr solltet mal Seine Jünger sehen. Der hat eine ganz schlechte Moral.“ Die Leute kritisierten beide. Man konnte es ihnen einfach nicht recht machen.

    Man kann hier einiges lernen, aber ein wichtiger Punkt ist folgender: Diener Gottes können ganz unterschiedliche Charaktere, Einstellungen, Lebens- und Predigtstile haben und doch sind alle richtig und wichtig. Wir können nicht einen Menschen zum Standard erheben und jeden ablehnen, der anders handelt oder anders klingt. Gott ist ein Gott der Vielfalt. In Vers 35 steht: „Die Weisheit ist gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.“ Mit anderen Worten: Jeder, der an Gott glaubt, wird Gott für genau den Weg loben, den er ihn in Seiner Weisheit geführt hat, um ihn zu sich zu ziehen.

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