Ereignisse, die dem Beruhigen des Sturms vorausgingen

Teil 4 der Reihe „Begegne dem Sturm“, vertieft den Gedanken von Teil 3


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Comments

  • Jule sagt:

    Begegne dem Sturm / Teil 4
    22.05.2011
    Pastor Bayless Conley

    Hallo und willkommen zur heutigen Sendung. Hören Sie, wenn Sie niemals Schwierigkeiten haben und nie Gegenwind erleben, dann sparen Sie sich die heutige Sendung, sie ist nichts für Sie. Aber falls Sie Schwierigkeiten, Konflikte und Spannungen erleben und gelegentlich auch Stürme durchzustehen haben – vielleicht werden Sie ja gerade durchgeschüttelt – dann ist die heutige Sendung auf Sie zugeschnitten. Wenn Sie eine Bibel haben, nehmen Sie sie bitte zur Hand. Wir werden gemeinsam Gottes Wort studieren und herausfinden, wie wir dem Sturm entkommen können. Wir schauen uns verschiedene Stürme in der der Bibel an, betrachten die Ursachen und die Methoden, die Gott uns gibt, um diese Stürme durchzustehen, ihnen zu entkommen und sie zu überleben. Gott ist für Sie und nicht gegen Sie. Wenden wir uns heute gemeinsam Gottes Wort zu.

    Wir sind mitten in der kleinen Serie „Begegne dem Sturm“, schauen uns verschiedene Stürme in der Bibel an und lernen aus ihnen. Beim letzten Mal sahen wir uns am Schluss den Sturm in Johannes, Kapitel 6 an. Auch in Matthäus, Kapitel 14, wird über dieses Ereignis berichtet – sogar etwas ausführlicher. Wir werden uns heute diesen Sturm erneut anschauen und zwar aus einem etwas anderen Blickwinkel. Genaugenommen möchte ich von drei markanten Ereignissen ausgehen, die vor dem Sturm geschahen und sie Geschehnissen gegenüberstellen, die während des Sturms passierten. Jesus hat gerade 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist. Wir lesen in Kapitel 14, ab Vers 22.

    Matthäus 14:22-33 „Und sogleich nötigte Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte. Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden war, war er dort allein. Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen; denn der Wind stand ihnen entgegen.

    Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger auf dem See gehen sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.

    Jesus aber redete sogleich mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir auf das Wasser zu kommen! Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind. Da kamen, die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“

    Der erste Gegensatz, auf den ich eingehen möchte, geht auf ein Ereignis zurück, das stattfand, bevor die 5000 gespeist wurden und bevor sie ins Boot stiegen. Es hat mit König Herodes zu tun.

    Schauen wir uns Matthäus 14:1 an, dort steht

    Matthäus 14:1-2 „Als Herodes, der Herrscher über Galiläa, hörte, was man über Jesus redete, sagte er zu seinen Dienern: ‚Das muss Johannes der Täufer sein. Er ist von den Toten auferstanden! Deshalb kann er solche Wunder tun.‘“

    Dann erfahren wir, dass Herodes den Johannes im Gefängnis enthaupten ließ und dass die Jünger des Johannes seinen Leichnam holten und begruben. Achten Sie darauf, wie Jesus reagiert, Vers 13.

    Matthäus 14:13 „Als das Jesus hörte, fuhr er von dort weg in einem Boot in eine einsame Gegend allein.“

    Herodes rief aus: „Es ist der Geist des Johannes! Hier sind übersinnliche Kräfte am Werk!“ Und Jesus reagiert darauf, indem Er sich vor Herodes versteckt. Die Jünger im Boot rufen: „Es ist ein Geist! Hier wirken übersinnliche Kräfte!“ Und Jesus? Er offenbart sich ihnen. In beiden Fällen wird gesagt: „Hier ist ein Geist unterwegs!“ In dem einen Fall versteckt sich Jesus, in dem anderen Fall offenbart Er sich.

    Wie kam es dazu? Warum versteckte sich Jesus vor Herodes, während Er sich den Jüngern offenbarte? Weil Herodes ganz bewusst seine Augen und Ohren von der Wahrheit abgewandt hat.

    Markieren Sie diese Stelle und schauen Sie sich bitte Markus, Kapitel 6 an, wo auch über diese Ereignisse berichtet wird. Markus, Kapitel 6. Hier gibt es einen sehr verblüffenden Vers: Markus 6,17.

    Dort steht:

    Markus 6:17-20 „Denn er, Herodes, hatte hingesandt und den Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen, um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte. Denn Johannes hatte dem Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben.

    Die Herodias aber trug es ihm nach und wollte ihn töten, und sie konnte nicht; denn Herodes fürchtete den Johannes, da er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er beschützte ihn; und wenn er ihn gehört hatte, war er in großer Verlegenheit, und er hörte ihn gern.“

    Das sind sehr interessante Verse. Die Living Bible bringt es auf den Punkt. Es heißt dort: „Herodes war immer sehr beunruhigt, wenn er mit Johannes sprach und doch hörte er ihm gerne zu.“

    Er hatte Johannes eingesperrt. Er weiß, dass Johannes heilig und gerecht ist, und dass er ein Mann Gottes ist. Er geht oft zu ihm und hört sich seine Predigten an, die ihn innerlich anklagen. Er ist voller Schuldgefühle, er ist verunsichert, hört ihn aber dennoch gerne. Sein Gewissen regt sich, aber nicht in dem Maße, dass er sein Verhalten ändern, gehorsam werden oder die Beziehung zur Frau seines Bruders beenden würde. Es ist so, wie der Herr es Hesekiel in Hesekiel 33:32 sagt:

    Hesekiel 33:32

    „Und siehe, du bist für sie wie einer, der Liebeslieder singt, der eine schöne Stimme hat und gut spielen kann. Sie hören wohl deine Worte, aber sie tun nicht danach.“

    Wenn jemand etwas hört und ganz bewusst nicht danach handelt, dann stumpft sein Gewissen ab.

    Das geschah bei Herodes. Gott sprach durch Johannes zu Herodes und er ging oft zu Johannes ins Gefängnis, um seine Predigten zu hören, allerdings handelte er nie danach und ließ diese Stimme schließlich für immer verstummen. Er ließ Johannes umbringen.

    Das illustriert, wie sich manche verhalten. Davon ist auch in Römer 1:18 die Rede, wo über Menschen gesprochen wird, die die Wahrheit in ihrem Innern durch Ungerechtigkeit niederhalten und abweisen, woraufhin Gott sie schließlich ihren eigenen Begierden überlässt und deren Gewissen abstumpft.

    Der Herr verbirgt sich also vor manchen Menschen, so wie Er sich vor Herodes verbarg. Das entspricht dem Text eines alten Chorals: „Heilig, heilig, heilig, auch wenn Dunkel Dich umhüllt und sündige Menschen Deine Herrlichkeit nicht erkennen können.“

    Vor Menschen, die bewusst die Wahrheit ignorieren und vor Gottes Licht die Augen verschließen, verbirgt Gott sich. Aber denen, die aufrichtig sind, die eine Sehnsucht nach Wahrheit und Geradheit haben und bereit sind, das, was sie erkannt haben, umzusetzen, offenbart sich der Herr, wie auch damals den Jüngern.

    Diese Männer, deren Glaube zwar schwach und unvollkommen war, lebten im Licht ihrer Erkenntnisse. Sie hatten mit dem Herrn bereits einen Sturm durchstanden. Ich sprach beim letzten Mal darüber. Sie nahmen Ihn ins Boot, wie Er war. Er schlief ein. Ein Sturm kam auf und die Jünger weckten Jesus und waren sogar böse auf Ihn. Sie protestierten wegen Seiner vermeintlichen Gleichgültigkeit. „Jesus, du wirst sterben, wir werden sterben, die ganze Mission des Reiches Gottes wird auf dem Grund des Sees enden; und dir ist es ganz egal, dass wir umkommen?“ Es war kein Hilferuf, denn damals wussten sie nicht, dass Er einen Sturm stillen kann. Das hatte Er noch nie getan. Jesus stand auf und bedrohte den Sturm. Der Wind legte sich völlig. Und dann tadelte Er die Jünger und sagte: „Warum habt ihr Angst? Warum habt ihr keinen Glauben? Ich sagte von Anfang an, dass wir hinüberfahren. Ganz egal, ob es stürmt oder nicht, wir kommen drüben an.“ Sie lernten an diesem Tag eine wichtige Lektion und handeln jetzt entsprechend.

    Jesus bat sie nochmals, in ein Boot zu steigen und sagte: „Fahrt hinüber“, und schickte sie voraus.

    Obwohl Jesus nicht zu ihnen kam, wussten Sie, dass Er gesagt hatte, sie würden hinüberfahren.

    Auf See kam heftiger Gegenwind auf. Es spricht für sie, dass es einfacher gewesen wäre, das Boot zu wenden und mit dem Wind zum Ufer zurückzufahren, sie sich aber sagten: „Nein, Er sagte, wir fahren hinüber“, und dann den Bug des Bootes in die Wellen drehten. Sie trotzten dem Gegenwind. „Wir wissen nicht, wie wir hinüber kommen sollen, aber Er sagte, wir fahren hinüber. Also fahren wir hinüber!“ Sie lebten in dem, was sie an göttlicher Wahrheit für sich erkannt hatten, waren gehorsam und vertrauten darauf, dass sie irgendwie ankommen würden, weil Jesus es gesagt hatte. Sie begaben sich also in Gefahr, weil sie dem Herrn gehorchten. Und denen, die gehorsam waren und die gemäß ihrer Erkenntnis lebten, offenbarte Er sich, als sie ausriefen: „Es ist ein Geist.“, im Gegensatz zu Herodes, vor dem Jesus sich verbarg.

    Natürlich ist es immer einfacher, sich vom Wind treiben zu lassen als sich ihm entgegenzustellen.

    Dabei kann es sich um besondere Neigungen unseres Fleisches handeln, die dem Herrn missfallen.

    Es ist leichter, mit unserem kleinen Boot beizudrehen und uns treiben zu lassen statt dem Gegenwind zu trotzen. Genauso verhält es sich mit dem Gegenwind der öffentlichen Meinung und den gesellschaftlichen Strömungen. Wenn Sie trotz Gegenwind Ihren Kurs halten, liebe Freunde, dann werden Sie ein paar Freunde verlieren. Aber Jesus wird Ihnen immer beistehen und Sie nie im Stich lassen. Das Gute ist: Wenn Sie Ihm gehorchen und gemäß Ihrer Erkenntnis vorangehen, wie schwach oder unsicher Ihr Glaube auch sein mag, wird Jesus kommen und sich Ihnen noch mehr offenbaren.

    Wissen Sie, kurz, nachdem ich errettet wurde, habe ich schnell begriffen, dass wir mit anderen über Jesus reden sollen – dass uns das geboten wurde. Also sprach ich mit jedem Einzelnen in meinem Umfeld, wirklich mit jedem, über Jesus. Mit jedem, den ich kannte, sprach ich über Christus – natürlich mit Zittern und Zagen. Mein Glaube war sehr schwach. Aber ich handelte gemäß meiner Erkenntnis und das führte dazu, dass mich so mancher ablehnte. Ich verlor etwa die Hälfte meiner Freunde. Einige wurden errettet, aber viele wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Ein paar meiner allerbesten Freunde verließen mich auf Nimmerwiedersehen. Aber ich sage Ihnen, was sich daraus ergab: Ich glaube, weil ich bereit war, gemäß dem Licht zu leben, das ich hatte, offenbarte mir Jesus mehr von sich selbst.

    Wissen Sie, es war 4 Uhr morgens, als Jesus in dieser Geschichte zu ihnen kam. Vielleicht sind Sie in einem Sturm, der durch Ihren eigenen Gehorsam entfesselt wurde. Alles ist finster. Ich möchte Ihnen versichern: Jesus kommt zu Ihnen, obwohl Sie Ihn vielleicht noch nicht gesehen haben. Vielleicht können Sie Ihn aufgrund der Dunkelheit noch nicht sehen. Ich sage Ihnen. Jesus ist unterwegs und wird Ihnen helfen.

    Gut, der zweite Gegensatz in der Geschichte. Gehen wir nochmals zu Matthäus 14 zurück und schauen Sie sich dann noch das Ende von Kapitel 13 an. Etwas anderes geschah kurz vor dem Sturm. In Matthäus 13:54 steht:

    Matthäus 13:54-58 „Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, so dass sie staunten und sprachen: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Wunderkräfte? Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Joses und Simon und Judas? Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher hat dieser denn das alles? Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seinem Vaterland und in seinem Haus! Und er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen.“

    Wenn Sie den Bericht von Markus lesen, so steht dort: „Er konnte dort keine Machttaten tun, und er wunderte sich über ihren Unglauben.“ Es heißt nicht, dass Er nicht wollte, sondern dass Er nicht konnte. Er vollbrachte dort keine großen Wunder. Er konnte keine großen Wunder tun – wegen ihres Unglaubens. Und doch geht Jesus während des Sturmes auf dem Wasser, Petrus geht auf dem Wasser, der Sturm hört urplötzlich auf. Ein Wunder nach dem anderen geschieht. Aber in Seiner eigenen Heimatstadt konnte Er keine Wunder wirken, weil Er kritisiert und beargwöhnt wurde.

    Sie verspotteten Ihn: „Das ist der Sohn des Tischlers! Für wen hält Er sich? Wir kennen seine Mutter und seine ganze Familie.“ Und sie nahmen Anstoß. Wissen Sie, als Jesus in Seiner Heimatstadt war, war die Atmosphäre von Unglaube und Kritik geprägt und Er konnte nur ein Bruchteil dessen tun, was Er tun wollte. Das besagt auch

    Psalm 78:41 „Sie versuchten Gott immer wieder und setzten dem Heiligen Israels Grenzen.“

    Was für ein Gedanke, dass wir als begrenzte Menschen den grenzenlosen Gott einschränken können – aber es steht eindeutig so in der Bibel.

    Im Gegensatz dazu haben sich die Jünger so sehr auf Ihn eingelassen und Ihm so viel Glauben entgegengebracht, dass sie sogar ihr Leben für Ihn aufs Spiel setzten. Sie haben Sein Wort geachtet, waren gehorsam und schufen eine Atmosphäre, in der Wunder geschehen konnten, obwohl ihr Glaube unvollkommen war. Liebe Freunde, unvollkommener Glaube ist trotzdem Glaube, der Gott gefällt und der Ihm ermöglicht, einzugreifen. Deswegen glaube ich wirklich, dass es sehr wichtig ist, mit welcher Haltung Sie zum Gottesdienst kommen. Ich denke, das hat großen Einfluss darauf, was wir hier gemeinsam erleben. Als die Atmosphäre von Zynismus und Unglaube geprägt war, wurden die Pläne des Heiligen Geistes vereitelt – selbst im Dienst von Jesus. Wie viel mehr gilt das dann für uns?

    Aber wenn wir mit einer Haltung von Erwartung, Anbetung, Ehrfurcht und Vorfreude kommen – was könnte geschehen, wenn wir alle in einer solchen Haltung kämen?

    Vor sehr vielen Jahren – ich war ein ganz junger Christ – war ich in Mexiko und arbeitete bei einer Evangelisation mit. Er wurde eine große Evangelisation mit Zeichen und Wundern mit zwei Versammlungen pro Tag angekündigt. Es gab jedoch ein Missverständnis und der Evangelist wusste nichts von den Nachmittagsversammlungen. Am ersten Tag kamen etwa 2000 Menschen. Einige hatten eine mehrtägige Anreise, und der Evangelist war nicht da, keine Band und gar nichts. Also schnappte ich mir meine Gitarre und ging auf die Bühne – lange Haare, langer Bart, an meiner Gitarre hingen Federn – und sang ein paar Lieder. Wir sangen alle Lieder, die ich kannte. Ich habe sie vermutlich etwas befremdet. Ich passte einfach nicht ins Bild, aber ich leitete die Anbetung. Jemand kam hoch und predigte kurz. Ich weiß nicht mehr, wer predigte und was gesagt wurde. Es sollte eine Evangelisation mit Zeichen und Wundern sein und die Menge drängte zur Bühne, manche kamen auf die Bühne und sagten: „Wir sind bereit, Gebet zu empfangen!“ Und sie schauten auf mich!

    Ich erinnere mich an ein Mädchen. Sie hatte einen Spezialschuh, der etwa 15 Zentimeter höher war als ihr andrer Schuh. Ein Bein war 15 Zentimeter kürzer – ganze 15 Zentimeter! Und sie sagte: „Ich möchte für mich beten lassen.“ Und die Leute umringten mich. Es war keine Atmosphäre des Glaubens. Sie scherzten und lachten und man spürte einen gewissen Widerstand. Ich betete für sie – und nichts passierte. Ich denke wirklich, dass der Heilige Geist mir half. Ich erinnerte mich, dass wir Süßigkeiten für die Kinder hatten, stand auf und sagte: „Wir haben kostenlose Süßigkeiten. Sie sind dort.“ Und die Menge strömte von der Bühne. Alle holten sich Süßigkeiten und einige wenige blieben zurück. Ich betete nochmals für das Mädchen. Die Atmosphäre änderte sich sofort. Ich betete für sie und – Gott ist mein Zeuge – ihr Bein wurde vor unseren Augen etwa 15 Zentimeter länger. Sie fing an zu weinen, lief auf der Bühne hin und her und wurde plötzlich etwas unwillig, was mich überraschte.

    Sie sagte: „Jetzt muss ich neue Schuhe kaufen!“

    Das waren ihre Worte. Sie hatte kein Geld für Schuhe. Darüber machte sie sich Sorgen, aber sie wurde auf erstaunliche Weise geheilt. Ich war, wie gesagt, sehr jung im Glauben und fragte:
    „Gott, was ist hier eben passiert?“ Und mir kam diese Geschichte in den Sinn. Noch eine weitere Geschichte fiel mir ein, während ich im Gebet fragte, was passiert war. Ich dachte daran, wie Jesus zur Tochter des Jairus ging und sagte: „Sie ist nicht tot, sie schläft nur.“ Und alle Trauernden, die Trauerweiber, die trauerten und jammerten, verhöhnten Ihn plötzlich, sie stichelten und verlachten ihn.

    Wissen Sie, was Jesus tat? Er sagte: „Werft sie alle heraus. Fort mit ihnen, in dieser Atmosphäre kann ich nichts machen.“ Er warf alle hinaus und dann weckte Er das kleine Mädchen von den Toten auf.

    Wir wissen, dass Jesus durch die Atmosphäre in Seiner Heimatstadt Grenzen gesetzt waren, aber kurz darauf ging von den Jüngern eine Atmosphäre des Glaubens und des Vertrauens aus. Sie handelten gemäß ihrer Erkenntnis und wir sehen, dass mehrere große Wunder geschahen.

    Kommen wir zum dritten Gegensatz. In Matthäus 14:33 steht:

    Matthäus 14:33 „Da kamen die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“

    Sie machten Ihn zu ihrem König und beteten Ihn als den Sohn Gottes an.

    Jetzt möchte ich auf ein anderes Ereignis, das kurz zuvor passierte, zurückkommen, um einen weiteren Gegensatz zu zeigen. Wir wollen es uns im Johannesevangelium ansehen, wo in Kapitel 6 darüber berichtet wird. Johannes berichtet auch über die Speisung der 5000 und darüber, dass Jesus die Jünger allein vorausschickt, während Er sich allein zum Gebet zurückzieht. Aber Johannes fügt noch etwas ein, was in dem anderen Bericht fehlte, obwohl es sehr aufschlussreich ist.

    Johannes 6:15. Das ereignet sich direkt nach der Speisung der Menschen, bevor Er Seine Jünger vorausschickt. Er sagt in

    Johannes 6:15 „Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.“

    Sie wollten Ihn zum König machen und Jesus verhindert es. Dann geht Er über das Wasser, begleitet die Jünger und sie landen am jenseitigen Ufer. Am folgenden Tag folgen Ihm die Menschen und kommen mit Booten an. Schauen Sie sich Vers 25 an. Damit beginnen wir.

    Johannes 6:25-26 „Und als sie ihn jenseits des Sees gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und gesättigt worden seid.“

    Sie wollten Ihn aufgrund Seiner Fähigkeit, sie materiell zu versorgen, zum König machen. Obwohl Er materielle Bedürfnisse stillt, lässt sich Christus von niemandem krönen, nur weil Er denjenigen materiell versorgen kann. Die Jünger vertrauten Ihm und beteten Ihn aufgrund Seiner wahren Identität an, nicht nur, weil Er etwas für sie tat oder tun könnte. Es gab dafür eine tiefere, eine persönliche, eine geistliche Begründung.

    Liebe Freunde, auch heute wird Christus von niemandem gekrönt, nur weil Er etwas tun kann. Hören Sie, ich bin dankbar für alles, was Er tut. Ich bin dankbar, dass Er materiellen Nöten begegnet. Ich bin dankbar, dass Er Kranke heilt. Aber deshalb wird Er nicht unser König. Er ist der kostbare, der einzige und einzigartige Sohn Gottes, der vom Himmel auf die Erde kam, am Kreuz für uns starb, der, auch wenn Er nie für unser leibliches Wohl sorgen würde, es verdient hat, unser König zu sein und als Gottes Sohn angebetet zu werden.

    Jesus stellt die Menge und ihre Motive, Ihm nachzufolgen, in Frage und sagt ihnen recht harte Dinge.

    Bitte achten Sie darauf, was dann geschah. Johannes 6:66.

    Johannes 6:66-69 „Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!“

    Vielleicht sind Sie in die Gemeinde gekommen und sind Jesus nachgefolgt, weil Sie merkten: „Mensch, Jesus gibt uns ein besseres Leben. Jesus kann Schmerzen beseitigen. Jesus kann unsere Bedürfnisse stillen.“ All das ist wahr. Aber was ist, wenn uns diese Dinge genommen werden? Werden Sie Ihm dennoch nachfolgen oder werden Sie sich abwenden? Mir gefällt die Antwort von Petrus:
    „Wo sollten wir sonst hingehen? Du bist der Sohn Gottes!“ Dort im Boot beteten sie Ihn als Gottes Sohn an. Dieses Boot der Jünger steht für Christus und für Sein Reich, im Gegensatz zu den Massen, die Ihn zum König machen wollten: „Dann können wir Brot bekommen, ohne dafür arbeiten zu müssen!“

    Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie versucht, Ihn zu verehren, weil Er etwas für Sie tun kann oder weil Er Gottes Sohn ist?

    Nun, ich vertraue darauf, dass Sie mir heute gut zugehört haben. Am Ende sprachen wir darüber, warum wir Christus zu unserem König machen. Weil Er etwas für uns tun kann oder weil Er Gottes Sohn ist? Ich habe gestern abend in einer Versammlung in unserer Gemeinde Folgendes gesagt:
    „Wenn Sie von bestimmten persönlichen Schwierigkeiten freigesetzt werden wollen, dann ist der erste Schritt der, dass Sie sich entschließen, dem Herrn nachzufolgen, auch wenn Er Sie nie davon freisetzen würde – Ihm nachzufolgen, wenn Er nie eingreifen und nie etwas tun würde, Sie nie stärken, innerlich erneuern und erfüllen würde – dass Sie Ihm dennoch nachfolgen würden, auch ohne dass Er all das täte – einfach weil es richtig ist. Ich denke, das ist der erste Schritt in Richtung Freiheit.

    Liebe Freunde, Er ist würdig, dass wir Ihm dienen, Ihn anbeten, Ihn bewundern und Ihm nachfolgen.

    Die „Gute Nachricht“ ist, dass Er uns obendrein all diese Segnungen gibt. „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten.“ „Er vergibt all meine Sünden. Er heilt all meine Krankheiten.“, sagte der Psalmist. Er hält alles, was Er verspricht. Er erfüllt Sein Wort und bei Ihm gibt es all diese unfassbaren Wohltaten. Er bewahrt uns, Er heilt uns, Er führt uns, Er befreit uns, Er begegnet unserer Not. All das ist wunderbar, aber deshalb sollten wir Ihm nicht dienen. Mit anderen Worten: „Wenn Du aufhörst, diese Dinge für mich zu tun, bin ich weg!“ Quasi, als ob wir Gott in der Hand hätten. Nein, liebe Freunde, Er ist Gott, Jesus Christus ist Sein Sohn, Immanuel, Gott ist mit uns. Wir sollen Ihm bedingungslos dienen. Wenn Sie diese Haltung übernehmen, dann öffnet das meiner Meinung nach eine Tür für Glauben, der Sie von einigen Ihrer momentanen Plagen befreien kann. Wenn Sie bisher Ihr Leben Jesus nicht aus den richtigen Motiven hingaben, dann tun Sie es doch heute. Er wird Sie nicht abweisen. Er wird Sie nicht verstoßen. Kommen Sie zu Ihm, öffnen Sie Ihm Ihr Herz und lassen Sie sich retten

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