Das Gebet der Hingabe und Heiligung

aus der Reihe „Wie nur kann ich beten“ – hier der 2. Teil von Teil 3


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Comments

  • Jule sagt:

    Gut, weiter im Text. Bitte schlagen Sie mit mir Matthäus 26 auf. Ich möchte zu einer vierten Art von Gebet kommen und das ist das Gebet der Hingabe und Heiligung. Matthäus 26. Matthäusevangelium, das 26. Kapitel. Das Gebet der Hingabe und Heiligung. Wir lesen ab Vers 36. In Matthäus 26:36 heißt es:

    Matthäus 26:36-44
    „Dann kommt Jesus mit ihnen an ein Gut, genannt Gethsemane, und er spricht zu den Jüngern: Setzt euch hier, bis ich hingegangen bin und dort gebetet habe! Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und geängstigt zu werden. Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter und fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht eine Stunde konntet ihr mit mir wachen?
    Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. Wiederum, zum zweiten Mal, ging er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und als er kam, fand er sie wieder schlafend, denn ihre Augen waren beschwert. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum dritten Mal und sprach wieder dasselbe Wort.“

    Drei Mal betete Jesus so: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Dieses Gebet finden wir an vielen Stellen in der Bibel und zwar immer im Zusammenhang damit, dass jemand um Wegweisung für sein Leben bittet. So ist es auch hier bei Jesus, der davon spricht, dass Er ans Kreuz gehen muss und zum Opfer für unsere Sünden wird. Die Anweisung, die Gott Ihm für Sein Leben schickte, hatte mit Seinem Schicksal und Gottes Plan für Ihn zu tun. Nicht was ich will, sondern was Du willst.

    So betete auch Paulus in Apostelgeschichte 9, auf der Straße nach Damaskus. Er fragte: „Herr, wer bist du? Und was willst du von mir? Was ist dein Wille?“ Gott sagte: „Geh in die Stadt. Dort erfährst du, was du tun musst.“ Der Rest von Paulus’ Leben drehte sich darum, immer wieder neu eine Antwort auf diese beiden Fragen zu finden: Wer bist Du? Und was soll ich nach Deinem Willen tun?

    Wenn es um die Frage geht, was Gott von uns will, dann müssen wir beten: „Herr, nicht das, was ich plane, sondern: Was sind Deine Pläne?“ Nicht: „Gott, Du musst in meinen Plan passen“, sondern:
    „Gott, wie passe ich in Deinen Plan? So, wie Du mich erschaffen hast, wie Du mich begabt hast?“ Und wenn Sie mitschreiben, dann schreiben Sie auch die Stelle Apostelgeschichte 18:21 auf, denn dort spricht Paulus erneut davon. Er sagt: „Ich werde wieder zu euch kommen, wenn Gott es will.“ Markieren Sie sich bitte die Stelle, die wir gerade aufgeschlagen haben, und schauen Sie mit mir in den Jakobusbrief. Dort finden wir ein weiteres Beispiel für dieses Gebet und wir werden dringend ermahnt, es zu beten. Also, Kapitel 4, Vers 13 – Entschuldigung, Jakobusbrief Kapitel 4, Vers 13:

    Jakobus 4:13-17
    „Nun also, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen – die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet -, statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will, werden wir sowohl leben als auch dieses oder jenes tun. Nun aber rühmt ihr euch in euren Großtuereien. Alles solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.“

    Mit anderen Worten, wenn wir wissen, was Gott von uns will, wenn wir Seinen Plan für unser Leben kennen, wenn Gott uns die Richtung vorgegeben hat und wir weigern uns, es zu tun, dann ist das Sünde. Hier geht es also um Christen, die das letzte Gericht nicht vor Augen haben, die vergessen, dass dieses irdische Leben nur ein Hauch ist. Fühlen Sie sich auch manchmal wie ein „Dampfhauch“? Ich habe gerade heute erst darüber nachgedacht. Ich werde bald 58 Jahre alt. Wie ist das passiert?
    Es ist schon bizarr – unser Leben, wie ein Dampfhauch, der für kurze Zeit erscheint und dann verschwindet. Jakobus sagt also: „Plant nicht euer Leben.“ Wenn jemand sagt: „Ich gehe in diese oder jene Stadt, ich tue das und das. Wir haben unsere demografische Studie gemacht. Wir werden planen und das und das tun“ – dann antwortet Jakobus. „Nein. Ihr müsst Gott nach der Richtung für euer Leben fragen.“ Aber: Weder von Jesus noch irgendwo sonst lesen wir in der Bibel, dass jemand in Bezug auf Heilung oder irgendeinen Segen betete: „Gott, wenn es Dein Wille ist…“ Lassen Sie mich das wiederholen: Weder von Jesus noch irgendwo sonst lesen wir in der Bibel, dass jemand in Bezug auf Heilung oder irgendeinen Segen betete: „Gott, wenn es Dein Wille ist…“

    Wenn man also um Heilung betet mit der Einschränkung „wenn es dein Wille ist“, dann betet man vielleicht in der Unterordnung gegenüber Gott, aber nicht im Glauben, denn der beginnt beim offenbarten Willen Gottes. Im Jakobusbrief, Kapitel 5 heißt es nicht, dass das Gebet der Hingabe und Heiligung die Kranken heilen wird, sondern: „Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten.“ Wissen Sie, es gibt verschiedene Prinzipien für die verschiedenen Arten von Gebet. Das Gebet der Hingabe und Heiligung ist wunderbar und wir alle müssen es beten – wahrscheinlich sogar ziemlich oft. Doch weder von Jesus noch von den Jüngern in der Apostelgeschichte noch aus den Briefen der Apostel ist bekannt, dass es zum Einsatz kam, wenn es um die Bitte um Segen oder Heilung von Gott ging. Trotzdem ist es ein wichtiges Gebet, das wir uns aneignen müssen.

    Können Sie mir noch folgen? – Dann schlagen Sie bitte Lukas 22 auf. Lukasevangelium, 22. Kapitel. Dort wird über das gleiche Ereignis berichtet und wir wollen ab Vers 41 lesen. Da steht etwas, das ich erstaunlich finde. Lukas 22, ab Vers 41:

    Lukas 22:41-44
    „Und er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurück und kniete nieder, betete und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg – doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der ihn stärkte. Und als er in Angst war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.“

    Nun weiß ich nicht, wie Jesus, der Retter der Welt, der Mann, der gleichzeitig Gott und Mensch war, noch „heftiger“ beten konnte, aber Er tat es. Schon beim ersten Gebet war es Ihm todernst. Und wir lesen bei Matthäus, dass Er drei Mal die gleichen Worte betete. Offenbar betete Er immer intensiver. Ganz ehrlich gesagt, kann ich das nicht vollends begreifen, aber ich akzeptiere es, weil es in der Bibel steht. Und es sagt mir, dass die meisten von uns sicher noch ein wenig intensiver beten könnten. Es gibt verschiedene Ebenen von Gebet. Jesus bekam durch das Gebet die Kraft, den Willen des Vaters zu erfüllen. Manche von Ihnen wissen, was Gott mit ihrem Leben vorhat.

    Ich werde nie ein Gespräch mit Freunden und Verwandten vergessen, bei dem das Thema aufkam:
    „Ach, Bayless, du bist doch Pastor in einer Gemeinde.“ „Ja, ich bin Pastor.“ Und neben mir saß eine Frau, die sagte: „Wisst ihr, schon als kleines Mädchen wusste ich, dass Gott mich als Missionarin berufen hat. Ich wusste es schon als Kind, aber ich habe es nie getan.“ Und dann hat sie irgendwie das Thema gewechselt und angefangen zu lachen und ihren Eistee getrunken. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Ich dachte: „Wie bitte? Was?“ Nun hatte sie sicher viel Gutes in ihrem Leben erfahren. Aber wissen Sie was? Der Zeitpunkt, wenn wir wirklich bereuen werden, Gott nicht gehorcht zu haben, ist, wenn wir diese Erde verlassen.

    Sicher denken jetzt einige: „O nein! Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, bevor ich in die Kirche kam. Jetzt fühle ich mich doppelt so schlecht!“ Aber wir sind immer nur für den nächsten Schritt in unserem Leben verantwortlich.

    Meine Frau hat ein cooles Gerät in Ihrem Auto – Sie wahrscheinlich auch -, nämlich ein Navigationssystem. Man schaltet es an und es sagt einem: „Rechts abbiegen, links abbiegen“ und so weiter. Mein Auto hat noch einen Kassettenspieler, nur dass Sie Bescheid wissen. Es ist ein ziemlich alter Kasten ohne großen Schnickschnack. Als ich es kaufte, waren CDs noch eine neue Erfindung. Wenn ich mit Janets Auto fahre, streite ich mich oft mit dem Navi. Ich finde nicht, dass es immer Recht

    hat. Wenn es sagt: „Nach 200 Metern rechts abbiegen“, denke ich: „Nein, ich fahre geradeaus.“ Und wissen Sie was? Wenn ich nicht auf das Gerät höre, denkt es sich vermutlich: „Der schon wieder. Bestimmt fährt Janet nicht selbst“ und dann fängt es an, mich satellitengesteuert umzuleiten. Und wissen Sie was? Vielleicht wussten Sie, dass Gott Ihnen „rechts abbiegen“ gesagt hat und Sie sind links abgebogen, Sie Rebell. Deswegen liebt Gott Sie nicht weniger. Seine Liebe zu Ihnen war noch nie von Ihrem Gehorsam oder Ungehorsam abhängig. Es ändert also nichts an Gottes Liebe zu Ihnen, aber wissen Sie was? Vielleicht sind Sie einem von Gott vorgegebenen Ziel nicht gefolgt und „links abgebogen“. Aber wie weit Sie auch vom Kurs abgekommen sind, der Heilige Geist kann Ihnen eine „Umleitung“ zeigen. Sie können sofort fragen: „Okay, Gott, was ist der nächste Schritt?“ Und dann sagt Er vielleicht: „rechts abbiegen“. Er hat so eine Art, uns wieder dahin zu bekommen, wo wir sein sollen. Vielleicht können wir nicht alles zurückbekommen, aber das Wichtigste ist, dass wir Gott ab sofort gehorsam sind und unser Leben Seinem Willen unterordnen. Das ist alles, was zählt. Natürlich können wir „Schnee von gestern“ nicht mehr zurückholen. Aber Gott sei Dank reinigt uns das Blut von Jesus von aller Sünde. Wenn ich meine Sünden bekenne, ist Er treu und gerecht und vergibt mir meine Sünde und reinigt mich von aller Ungerechtigkeit. Und ich möchte Sie ermutigen, denn manche von Ihnen haben es nötig. Haben Sie den Mut zu sagen: „In Ordnung, Gott. Es ist Dein Plan. Es ist Dein Wille. Ich habe so viele Pläne für mein Leben geschmiedet und Dich nie einbezogen. Was soll ich tun? Was ist der nächste Schritt, den Du für mein Leben hast?“ Und beten Sie vielleicht etwas ernsthafter. Gott wird Ihnen Kraft geben, Seinen Willen zu tun.

    Diese verschiedenen Arten von Gebet sollte jeder Christ praktizieren. Wenn wir Gottes Willen oder die Richtung für unser Leben nicht kennen oder wenn wir Seinen Willen kennen, aber Probleme haben, ihn zu tun, dann brauchen wir das Gebet der Hingabe und Heiligung. Zu viele Menschen sind bereit, Gott zu dienen – aber zu ihren eigenen Bedingungen. Jesus ist der Herr – und wir somit nicht. Wir müssen Ihm zu Seinen Bedingungen dienen. Gott gibt uns das Wo, Was, Wer, Wann und Wie vor.

    Ich habe festgestellt, dass viele Menschen die Prinzipien, die für das Gebet der Hingabe und Heiligung gelten, nehmen und einfach allen anderen Arten von Gebet überstülpen. Sie wissen schon:
    „Herr, wenn Du willst. Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“ Das ist ein wunderbares Gebet, wenn wir unser Leben Gott weihen und ganz in Seine Hände legen, solange wir Gottes Willen für unser Leben noch nicht kennen. Aber dieses Gebet ist nicht in erster Linie für den Fall von Krankheit gedacht und auch nicht für viele andere Situationen. Ich hoffe, dass Ihnen das jetzt klarer ist und dass es etwas in Ihrem Leben bewirkt. Im Hebräerbrief, Kapitel 11, ist die Rede von Menschen, die durch Glauben „Verheißungen erlangt“ haben. Sie sind im Glauben aktiv den Verheißungen Gottes nachgegangen. Verheißungen, die viel Potenzial hatten. Doch diese Verheißungen müssen im Glauben in Anspruch genommen werden, durch ein Gebet des Glaubens. Das Gebet der Hingabe und Heiligung hat seinen Platz. Das Gebet des Glaubens hat seinen Platz. Zu beiden gehört Glauben, aber es sind verschiedene Arten von Gebet. Wäre heute nicht ein guter Tag, Ihr Leben Gott ganz anzuvertrauen? Legen Sie Ihre Zukunft in Seine Hände. Beten Sie dieses Gebet und meinen Sie es ernst. Sicher werden Sie merken, dass dieses Gebet im Leben immer wieder einmal notwendig ist. – Diese Predigtreihe ist noch nicht ganz zu Ende, also bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie!

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