Das Fürbittengebet

aus der Reihe „Wie nur kann ich beten“ – hier der Anfang von Teil 3


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Comments

  • Jule sagt:

    Wie nur sollen wir beten? /
    Teil 3 (Verschiedene Arten von Gebet)
    15.03.2014
    Pastor Bayless Conley

    Heute werden wir über eine bestimmte Art von Gebet sprechen, die viele Menschen offenbar nicht verstehen. Es geht um das Fürbittegebet. In der Bibel ist „Fürbitter“ eigentlich ein griechischer Fachbegriff für jemanden, der für einen anderen Menschen zu einer Autoritätsperson geht, bei der der Betreffende keine Rechte hat. Diese Autoritätsperson kann ein König, ein Gouverneur oder jemand anderes in einer Machtposition sein. Hier ist also ein Mensch, der etwas braucht, aber er hat keinen Zugang zu dem, der es ihm geben kann. Derjenige, der zwischen den beiden steht und sie zusammenbringt, ist der Fürbitter. Fürbitte tut man hauptsächlich für Menschen, die Gott nicht kennen, die keinen Zugang oder keine Beziehung zu Ihm haben. Außerdem ist das Fürbittegebet für Christen da, denen nicht bewusst ist, welchen Zugang sie zu Gott haben, die ihre Rechte und Privilegien nicht kennen. In der Bibel gibt es einige konkrete Anweisungen in Bezug auf das Fürbittegebet, die wir als Christen verstehen sollten. Uns wird aufgetragen, Fürbitte für bestimmte Menschen zu tun. Darum soll es heute unter anderem auch gehen. Ich hoffe, es wird Ihnen helfen.

    Heute möchte ich zu einer dritten Art von Gebet kommen und zwar zum Fürbittegebet. Wir könnten viele Bibelstellen dazu lesen, aber wir werden die Prinzipien unserem Text hier entnehmen. Die Jünger schickten einen vor, der Jesus bitten sollte: „Herr, lehre uns zu beten“ und Jesus gab ihnen das, was wir heute das „Vaterunser“ oder „Gebet des Herrn“ nennen. Das wird nicht nur hier, sondern auch an anderer Stelle der Bibel erwähnt und die werden wir uns auch noch anschauen. Aber jetzt möchte ich erst einmal zu Vers 5 gehen, weil Jesus hier immer noch auf die Frage der Jünger antwortet und ihnen etwas übers Beten beibringt. Das Fürbittegebet.

    Lukas 11:5-8
    „Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote, da mein Freund von der Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll! Und jener würde von innen antworten und sagen: Mach mir keine Mühe! Die Tür ist schon geschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.“

    In dieser kleinen Beispielgeschichte von Jesus werden drei Freunde erwähnt. Zuerst ist da der hungrige Freund, die Person, die Hilfe braucht. Zweitens gibt es den betenden Freund, denjenigen, der die Hilfe sucht. Und drittens haben wir den mächtigen Freund, denjenigen, der die Hilfe geben kann. Der hungrige Freund hat keine Beziehung zu dem mächtigen Freund und so muss ein anderer für ihn eintreten. Das nennt man Fürbitte. Später können Sie ja einmal 1. Timotheus 2 nachlesen. Dort heißt es im ersten Vers: „Ich ermahne nun…, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen.“ Danach ist auch von Königen und Machthabern die Rede, aber zunächst geht es um die Fürbitte für alle Menschen, weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.
    Menschen, die ohne Jesus leben, haben diese Beziehung zu Gott nicht und sie brauchen jemanden, der für sie eintritt. In dem Vers aus 1. Timotheus, den ich gerade zitiert habe, geht es um Fürbitte als eine Form von Gebet. Aber eigentlich steht da ein Fachbegriff, der bedeutet, für jemanden zu einem König zu gehen, der keine Rechtsansprüche bei diesem König hat. Das bedeutet dieser Begriff, der im griechischen Text des Neuen Testaments für das Fürbittegebet gebraucht wird. Gott ist der mächtige Freund. Wir sollen der betende Freund sein. Die Menschen, die ohne Jesus leben, die Gott nicht kennen oder die Christen, die ihre Stellung bei Gott nicht kennen – die unwissenden Christen, die es auch gibt -, für die steht der hungrige Freund. Menschen, die ohne Gott leben, werden in ihr Verderben laufen, wenn wir nicht für sie bei Gott eintreten. Und das müssen wir tun, selbst wenn wir dafür mitten in der Nacht aufstehen und um Brot bitten gehen müssen. Jesus ist das Brot des Lebens und ohne Ihn wird die Welt ins Verderben laufen. Für sie müssen wir als Fürbitter vor Gott treten.
    Beim Propheten Jesaja heißt es über Gott: „Er wunderte sich, dass es keinen gab, der Fürbitte tat.“ Er war schockiert darüber, dass keiner für die anderen eintrat. Und ich glaube, Gott sucht in der Kirche nach Menschen, die beten und die für andere Fürbitte tun.

    Für eine wirksame Fürbitte sind mehrere Dinge notwendig. Über einige davon möchte ich sprechen. Zunächst braucht man eine vertrauensvolle Beziehung zu dem mächtigen Freund. Ohne sie gibt es keine fruchtbare Fürbitte. Am Anfang unseres Abschnitts heißt es: „Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen.“ Hier geht es um echte Freundschaft mit Gott, dem mächtigen Freund.

    Ich habe ein paar Freunde – nicht viele, aber ein paar -, zu denen könnte ich im Notfall mitten in der Nacht gehen, an die Tür klopfen und sagen: „Ich bin’s, Bayless! Ich bin hier. Steh auf! Ich brauche dich!“ Und sie würden sofort aufstehen. Sie würden nicht wütend werden. Nein, sie würden die Treppe herunter rennen, die Tür öffnen und fragen: „Bayless, was ist los? Was kann ich für dich tun?“ Bei ihnen würde ich nicht zögern, mitten in der Nacht an die Tür zu klopfen, weil ich die entsprechende Beziehung zu ihnen habe. Und ich würde von ihnen das Gleiche erwarten. Wie viel mehr ist das bei unserem himmlischen Vater der Fall? Jesus beginnt mit den Worten: „Wer von euch wird einen Freund haben…“ Einen Freund, zu dem wir um Mitternacht gehen und sagen können: „Ich bin hier, weil jemand anderes folgendes Problem hat…“ Wussten Sie, dass Abraham „der Freund Gottes“ genannt wurde? In Johannes 15:15 sagt Jesus: „Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt.“ Wir gehen zu Gott wie zu einem Freund und nicht wie zu einem ungerechten oder gefürchteten Sklaventreiber. Aber zuerst braucht man diese vertrauensvolle Beziehung zu dem mächtigen Freund. Zweitens brauchen wir die richtige Einstellung zu denjenigen, die unseren mächtigen Freund noch nicht kennen. Schauen wir noch einmal in Vers 6. Der Mann ist an die Tür des mächtigen Freundes gekommen, der hier für Gott steht. Er sagt: „Mein Freund ist auf seiner Reise zu mir gekommen. Ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann.“ Und wir haben von uns aus der Welt tatsächlich nichts zu geben. Das Einzige, was wir den Menschen bringen können, ist Jesus, das Brot des Lebens. Gott allein kann die tiefste Sehnsucht der Menschheit stillen. Aber es heißt: „Ein Freund ist zu mir gekommen.“ Ein Freund – kein verachteter Feind.

    Dabei möchte ich einen Moment stehen bleiben, denn manche Christen haben ein echtes Problem damit. In der Bibel steht: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Da steht nicht:
    „Gott war so wütend auf die Welt“, „Gott hat die Welt so verabscheut“, „Gott hat die Welt so gehasst“ oder: „Gott war so aufgebracht über die Welt.“ Nein. Gott hat die Welt so sehr geliebt! Und in dieser Geschichte von Jesus kennt der hungrige Freund den mächtigen Freund nicht; er hat keine Beziehung zu dem mächtigen Freund. Aber der Fürbitter sagt: „Mein Freund ist zu mir gekommen.“ Er sagt nicht
    „mein erklärter Feind“, nicht „mein Gegner“, sondern „mein Freund“.

    Ich glaube, wir brauchen Beziehungen. Wir müssen eine Brücke sein, über die das Evangelium in das Leben der Menschen gelangen kann, in das Leben von Menschen ohne Gott. Wenn wir wirksam für sie eintreten wollen, brauchen wir ein Herz für sie. Es erstaunt mich, wie schnell einige Christen vergessen, woher sie kommen. Vielleicht erscheint uns das sehr einfach, aber wir müssen zu dem mächtigen Freund gehen und sagen: „Mein Freund ist zu mir gekommen, und ich möchte zwischen dir und ihm vermitteln.“

    Wenn wir noch einmal Lukas, Kapitel 11 aufschlagen, finden wir dort die dritte notwendige Voraussetzung für wirksames Fürbittegebet und das ist Beharrlichkeit, wie wir in Vers 8 lesen. Dort sagt Jesus:

    Lukas 11:8
    „Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.“

    Wenn schon der Egoismus eines irdischen Freundes durch Beharrlichkeit überwunden werden kann, wie viel mehr wird diese Haltung des Glaubens bei unserem himmlischen Vater bewirken, der gern gibt? – Aber Jesus ist noch nicht fertig. Vers 9:

    Lukas 11:9-13
    „Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Wen von euch, der Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten -“ Das ist der nahtlose Übergang von der letzten Geschichte, die Jesus erzählt hat -. „Wen von euch, der Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten – und wird er ihm statt des Fisches etwa eine Schlange geben? Oder auch, wenn er um ein Ei bäte – er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“

    Und aus dem Zusammenhang heraus könnte man sagen: den Heiligen Geist für andere Menschen schicken, um ihnen Jesus zu offenbaren. Ich glaube, wir müssen Gott um die Seelen von Menschen bitten, uns um die Rettung von verlorenen Menschen bemühen und im Gebet anklopfen, bis Gott Seinen Geist in ihr Leben schickt.

    Ich sagte schon, dass ich für einige Menschen seit 37 Jahren bete. Das sind die harten Fälle. Bei den meisten ging es schneller. Die meisten anderen Menschen, für die ich ernsthaft gebetet habe, haben Jesus bereits ihr Leben anvertraut. Ein paar weigern sich noch und Gott wird sich nicht über ihren Willen hinwegsetzen. Das verstehen wir. Aber ich glaube, jeder Mensch, der einigermaßen bei Verstand ist und Himmel und Hölle vor sich sieht und die Schönheit des Erretters erkennt, wird sich für Jesus entscheiden. Gott zwingt keinen, aber… ich wüsste nicht, warum jemand Ihn ablehnen sollte.
    Also werde ich weiter für sie beten. Aber vielleicht gibt es auch in Ihrem Leben Menschen… bei den meisten wird es wohl keine 37 Jahre dauern. Gehen Sie für diese Menschen zu Gott und seien Sie beharrlich. Bringen Sie sie zu Gott. Beten Sie für ihre Seele. Beten Sie, dass ihr Herz offen für das Evangelium ist. Beten Sie, dass Gott ihnen andere Menschen über den Weg schickt, dass Er ihnen in Träumen begegnet, dass Er ihre Aufmerksamkeit erregt. Er kann es.

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