Judas Stab


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  • Jule sagt:

    Judas Stab – Teil 2 – Stöcke und Steine – 4
    Pastor Bayless Conley – 13.07.2008

    Wir sehen hier ein Prinzip. Wir müssen Gott Dinge abgeben. Enttäuschungen, Dinge, die uns Menschen antaten, die sie nicht hätten tun sollen und Dinge, die Menschen für uns hätten tun sollen, aber nicht taten, obwohl es angebracht gewesen wäre. Wir müssen diese Dinge Gott abgeben, damit fertig werden und sie überwinden, bevor wir Gottes Segen, sogar doppelte Fruchtbarkeit in unserem Leben, erleben können. Das ist ein biblisches Prinzip. Wir müssen Dinge abgeben. Erst vergessen, dann Frucht bringen, das ist das Prinzip. Hallo, wir schauen uns Jakob und einige Ereignisse in seinem Leben an. Letztes Mal endeten wir damit, dass er Josephs Kinder, Manasse und Ephraim, segnete.

    Manasse – Gott ließ mich vergessen. Ephraim – doppelte Frucht.

    Lieber Freund, wir müssen bereit sein zu vergeben und Vergangenes loszulassen, wenn wir doppelte Frucht in unserem Leben haben wollen. Wir werden darüber sprechen. Sie werden einige Schlüssel für Ihr Leben entdecken. Seien Sie bereit. Dann kommt Jakob vorbei und bringt alles durcheinander. Betrachten wir 1.Mose 48. Wir lesen über das Ereignis, das in Hebräer 11 erwähnt wird, als Jakob Manasse und Ephraim segnet und sich dann auf seinen Stab lehnt.

    1.Mose 48:17-20 „Und als Josef sah, dass sein Vater seine rechte Hand auf Ephraims Kopf legte, war es schlecht in seinen Augen; und er fasste die Hand seines Vaters, um sie von Ephraims Kopf wegzuwenden auf Manasses Kopf. Und Josef sagte zu seinem Vater: Nicht so, mein Vater! Denn dieser ist der Erstgeborene. Lege deine Rechte auf seinen Kopf! Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Auch er wird zu einem Volk werden, und auch er wird groß sein. Jedoch wird sein jüngerer Bruder größer sein als er und seine Nachkommenschaft wird eine Fülle von Nationen werden. Und er segnete sie an jenem Tag und sprach: Mit dir wird Israel segnen und sagen: Gott mache dich wie Ephraim und wie Manasse! So setzte er Ephraim vor Manasse.“ Was hat es damit auf sich? Er änderte den Ablauf! Jakob sagte: „Nein, nein, nein! Ich mache es nicht so. Ich ändere das.“ Erst Fruchtbarkeit, dann Vergessen. Und der Stab war dabei und sah alles. Ich denke, wenn wir den Stab interviewen und fragen würden: „Haben Sie Erkenntnis darüber?“, hätte er gesagt: „Ja, sicher!“

    Zunächst einmal: Wenn Sie jemals verletzt, betrogen oder enttäuscht wurden, vielleicht wurde Ihnen etwas angetan, was nicht hätte geschehen sollen. Oder etwas Unverzichtbares wurde unterlassen … mit anderen Worten, wenn Sie zur Menschheit gehören

    … Es muss nicht alles in Ordnung sein, bevor Sie gesegnet werden können. Sie können unvollkommen sein und dennoch von Gott gesegnet werden, sogar doppelt. Wie gesagt, ohne wirkliches Vergessen werden die Erlebnisse nicht aus unserem Gedächtnis gelöscht.

    Aber wenn wir Gott Dinge abgeben und vergeben, kommen wir dahin, dass der Schmerz weicht. Vielleicht bin ich der Einzige, der verraten wurde oder der Dinge erlebt hat, die ich jemandem vergeben musste. Und nachdem ich vergeben hatte, kam mir ein Gedanke oder etwas erinnerte mich daran. Und alle Gefühle brechen wieder auf und der Zorn scheint wieder ganz frisch da zu sein. Und ich denke: „Mann, ich dachte, das sei erledigt.“ Ich gehe wieder zu Gott und sage: „Gott, ich gab Dir das. Ich habe ihnen vergeben.“ Hat jemand außer mir schon mal ähnliche Gefühle erlebt?
    Corrie Ten Boom drückte es am besten aus. Sie hatte große Schwierigkeiten zu vergeben und ging zu ihrem Pastor. Ihre Schwester und sie wurden im KZ, in dem sie im Zweiten Weltkrieg waren, von deutschen Aufsehern brutal behandelt. Die Aufseher taten den Frauen dort schreckliche Dinge an. Sie erzählte ihrem Pastor: „Ich weiß, dass ich vergeben soll, aber der Zorn und die Gefühle überwältigen mich einfach. Ich habe große Mühe damit!“ Er nahm sie mit in den Glockenturm der Kirche, nahm das Seil und zog kräftig daran. Die große Glocke begann heftig zu dröhnen, da der Schlegel beide Seiten der Glocke anschlug. Der Pastor stand einfach dabei und die Glocke dröhnte weiter: dong, dong, dong, dong! Schließlich wurde sie langsamer, stand still und es war ruhig. Er sagte:
    „Corrie, Vergebung ist genauso. Wenn wir Gott Menschen abgeben und vergeben, lassen wir das Seil los. Aber selbst nachdem wir vergeben, klingen die Gefühle noch eine Weile in unserer Seele nach. Aber schließlich wird Ruhe einkehren.“

    Die meisten Menschen ergreifen jedoch immer wieder das Seil und ziehen daran. Kein Wunder, dass es unaufhörlich nachklingt. Jedes Mal, wenn wir etwas aufwärmen und erneut darüber reden und jemandem erzählen, was man uns ungerechterweise vorenthielt … wie wir um etwas betrogen oder ungerecht behandelt wurden … immer, wenn wir etwas aufwärmen, ergreifen wir das Seil und bringen die Glocke wieder zum Klingen und sie dröhnt, dröhnt, dröhnt und dröhnt. Wenn Sie aufhören, am Seil zu ziehen, wird Ihre Seele schließlich zur Ruhe kommen. Sie werden noch wissen, was geschah, ohne dass es noch wehtut. Der Groll ist weg und die negativen Gefühle, die damit einhergingen. Sie können daran denken, ohne dass es weh tut.

    Vor ein paar Jahren erlebte ich etwas. Ein Freund traf einige falsche Entschei- dungen. Er war im Dienst und ein paar andere und ich halfen ihm. Ich wurde gerufen, die Dinge mit zu klären und herauszufinden, was zu tun ist. Ich setzte mich mit ihm allein hin und er bekannte mir unter vier Augen, was geschehen war. Es war wegen der Vorfälle erforderlich, dass er eine Zeit lang den Dienst ruhen ließ. Die anderen und ich sagten: „Ja, er muss pausieren.“ Wir legten ihm Schritte nahe, durch die er innerhalb einer bestimmten Zeit den Dienst wieder übernehmen könnte. Wie gesagt, unter vier Augen hatte er mir Dinge bekannt. Öffentlich bestritt er es dann aber und sagte, ich hätte mir das ausgedacht. Er nannte mich einen Lügner und sagte, ich täte das, weil ich auf seine Salbung neidisch sei und ihn diskreditieren wolle usw. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Es traf mich völlig unverhofft. Er war ein Freund gewesen. Ich war baff. Die Sachlage war so, dass ich nur aufgrund seiner Einladung und der Beziehung etwas sagen konnte. Der Vorfall machte das unmöglich. Es gab keine Möglichkeit für mich, in die Situation zu sprechen. Ich zog mich also zurück.

    Wir haben gemeinsame Freunde und es schmerzte doppelt, dass ich von manchen dieser Freunde Briefe bekam, die meine Integrität anzweifelten. Sie nannten mich einen Lügner und sagten, ich würde mir anmaßen, einen so großen Mann Gottes zu diskreditieren und ich sei total stolz. Und warum ich Lügen über ihn verbreiten würde. Es machte mich tief betroffen. Ich ging sofort zu Gott, fiel auf meine Knie, vergab ihm und gab Gott die Situation. Aber offen gesagt, die Glocke dröhnte noch über ein Jahr in meiner Seele. Ich hatte ihm vergeben, es war erledigt. Aber jedes Mal, wenn ich daran dachte, kamen diese Gefühle wieder zurück. Ich tat mein Bestes, schriftgemäß und in einem Geist der Demut, um jemanden wiederherzustellen, der sich gegen mich wandte und mir einen Schlag ins Gesicht versetzte. Und jetzt gibt es Menschen, die ich liebe, die mir schreiben, dass ich ein schrecklicher Mensch bin und nichts im Dienst zu suchen habe. Ich habe es
    Gott anbefohlen und ich musste mehrmals im Gebet sagen: „Gott, ich habe es Dir anbefohlen.“ Dann segnete ich ihn und die anderen, die indirekt betroffen waren. Die Bibel sagt, wir sollen für diejenigen beten, die uns fluchen, uns verfolgen und uns beleidigen.

    Dann weigerte ich mich, nochmals am Seil zu ziehen. Es dauerte vielleicht ein Jahr, bis die Glocke Ruhe gab. Ich weiß noch, was geschah, aber ich kann es Ihnen jetzt erzählen und es als Beispiel anführen, ohne dass dabei überhaupt negative Gefühle aufkommen. Es tut überhaupt nicht mehr weh, aber es war ein Prozess.

    Und ich denke, Jakob zeigt uns hier durch den Geist Gottes, dass wir diesen Weg gehen können. Rückblickend auf das Jahr, das so schwer für mich war und in dem die Glocke dröhnte, kann ich Ihnen ehrlich sagen, dass es vielleicht das gesegnetste Jahr meines Lebens war. Materielles betreffend bin ich bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie so gesegnet gewesen – materiell, geistlich und in vielen anderen Bereichen. Ich bin also unterwegs nach Manasse, dorthin, wo kein Schmerz mehr ist und Gott gibt mir auf dem Weg Ephraim. Und ich sage Ihnen, vielleicht erleben Sie das auch gerade, Freund. Es bedeutet nicht, dass Sie nicht gesegnet werden können, während Sie dabei sind, den Schmerz und all die Ereignisse hinter sich zu lassen. Gott kann Sie segnen, sogar doppelt so stark. Wenn Sie aber nicht bereit sind, diese Schritte zu gehen, können Sie weder doppelte noch irgendwelche Frucht in dieser Hinsicht erwarten. Jesus sagte, wenn wir nicht
    vergeben, wird uns unser himmlischer Vater auch nicht vergeben.

    Und ich denke, es gibt hier noch eine zweite Lektion. Und zwar, dass Gott das Schicksal unserer Kinder bestimmt und nicht wir. Gott gibt Menschen schon vor der Geburt Gaben und Berufungen und einen bestimmten Einfluss, den sie an verschiedenen Orten auf der Erde ausüben sollen. All das steht vor unserer Ankunft auf der Erde fest. Epheser 1 und andere Stellen zeigen das sehr detailliert. Joseph war bestürzt, weil es nicht so lief, wie er es geplant hatte. Die Bibel sagt, es gefiel ihm nicht. Er nahm die Hände seines Vaters und sagte: „Nein, nein, nein! Du machst es verkehrt, dieser hier soll diese Position innehaben, nicht anders herum, Papa. Es soll so sein!“ Sein Vater weigerte sich und sagte: „Nein, schau, es ist Gottes Handeln, mein Sohn.“ Ich denke, als Eltern müssen wir zufrieden sein, wenn unsere Kinder Musiker werden – und wir uns andere Hoffnungen machten – oder Künstler, Autoren, Prediger oder Bauunternehmer, medizinische Fachkräfte, Trainer oder sonst etwas. Wir müssen sie ermutigen, die Gaben, die Gott in sie gelegt hat, bestmöglich zu entfalten und sie nicht in unser Schema hineinzwängen. Sonst werden uns die Resultate unserer Versuche, sie in ein von uns geschaffenes Schema zu pressen, sehr enttäuschen. Und es wird auch für sie sehr viel Frustration mit sich bringen.

    Wir haben drei Kinder. Alle gehen momentan verschiedene Wege. Sie alle lieben Jesus, haben aber sehr verschiedene Ausrichtungen. Wir sind von allen begeistert. Unsere Aufgabe ist nur, bei der Entdeckung der Gaben behilflich zu sein und sie in diesen Dingen zu ermutigen und zuzurüsten, soweit sie es uns erlauben. Ich weiß, dass es vielleicht ein paar Eltern gibt, die meinetwegen mit den Zähnen knirschen. Aber Sie mussten diese Dinge hören. Gut, schauen wir uns einen weiteren Stab an. 1.Mose, Kapitel 38. Dieser Stab, sozusagen ein Spazierstock, gehörte Juda, einem der Söhne Jakobs. Juda hat drei Söhne. Er gibt seinem ältesten Sohn eine Frau, die Tamar heißt. Aber die Bibel sagt, dass dieser Sohn böse war und Gott ihn tötet. So ist der nächste Sohn als Zweiter an der Reihe.
    Er erfüllte die damals übliche Pflicht und heiratet die Frau. Die Bibel sagt, auch er war böse und starb. Und Juda sagt: „Meinen dritten Sohn gebe ich dieser Frau nicht.“ Er sträubt sich, statt zu erkennen, dass die Bibel … Gott sagt in seinem Wort, dass die jungen Männer wegen ihrer eigenen Bosheit starben. In seinem Herzen wies Juda der unschuldigen Tamar die Schuld zu. Wir lesen die Geschichte ab Vers 11 in 1.Mose 38.

    1.Mose 38:11-18 „Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Schela groß wird. Denn er dachte, vielleicht würde der auch sterben wie seine Brüder. So ging Tamar hin und blieb in ihres Vaters Hause. Als nun viele Tage verlaufen waren, starb Judas Frau, die Tochter des Schua. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf, seine Schafe zu scheren, nach Timna mit seinem Freunde Hira von Adullam. Da wurde der Tamar gesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf nach Timna, seine Schafe zu scheren. Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enajim an dem Wege nach Timna; denn sie hatte gesehen, dass Schela groß geworden war, aber sie wurde ihm nicht zur Frau gegeben. Als Juda sie nun sah, meinte er, es wäre eine Hure, denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt. Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Lass mich doch zu dir kommen; denn er wusste nicht, dass es seine Schwiegertochter war. Sie antwortete: Was willst du mir geben, wenn du zu mir kommst? Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir sendest. Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir geben soll? Sie antwortete: Dein Siegel und deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast. Da gab er’s ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger. Hört sich an wie ein Groschenroman, oder? Vers 19.

    1. Mose 38: 19-26 „Und sie machte sich auf und ging hinweg und legte den Schleier ab und zog ihre Witwenkleider wieder an. Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund von Adullam, damit er das Pfand zurückholte von der Frau. Und er fand sie nicht. Da fragte er die Leute des Ortes und sprach: Wo ist die Hure, die zu Enajim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen. Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Ortes, es sei keine Hure da gewesen. Juda sprach: Sie mag’s behalten, damit wir nur nicht in Verruf geraten! Siehe, ich habe den Bock gesandt, und du hast sie nicht gefunden. Nach drei Monaten wurde Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben; und siehe, sie ist davon schwanger geworden. Juda sprach: Führt sie heraus, dass sie verbrannt werde. Und als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, dem dies gehört. Und sie sprach: Erkennst du auch, wem dies Siegel und diese Schnur und dieser Stab gehören? Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.“ Was für eine Geschichte.
    2.
    Judas Stab erhob seine Stimme gegen ihn. Bedenken wir, was er tat. Zunächst hatte er nie vor, Tamar seinen Sohn zu geben, er log also. Er setzte die Tradition nicht fort. Und er weigerte sich, zuzugeben, dass seine eigenen Söhne böse waren und durch ihre bösen Taten zu Tode kamen. Stattdessen macht er die unschuldige Tamar verantwortlich. Es ist erstaunlich, wie blauäugig manche Eltern bezüglich ihrer Kinder sind. Ich kenne jemanden, der in einem Laden arbeitete und sah, dass ein Kind Sachen unter seinem Shirt versteckte. Das Kind rennt raus. Er läuft hinterher und packt ihn draußen. „Was hast du unter dem Shirt, Junge?“ Er holt all das geklaute Zeug hervor. Er bekommt die Telefonnummer des Kindes und erreicht den Vater telefonisch. Er sagt: „Ihr Sohn ist hier im Laden, können sie herkommen?“ Der Vater kommt an. Er sagt: „Mein Herr, ihr Sohn hat all diese Dinge aus dem Laden gestohlen.“ Der Vater sieht ihn an und sagt: „Mein Junge klaut nicht.“ Er sagte: „Mein Herr, diese Dinge hatte er unter seinem Shirt und rannte aus dem Laden und ich erwischte ihn damit draußen.“ „Ich sagte, mein Junge klaut nicht!“ „Mein Herr, er hatte das unter seinem Shirt und ging raus, ohne zu bezahlen.“ „Ich sagte, mein Junge klaut nicht. Komm, mein Sohn!“

    Mit dieser Haltung helfen Sie Ihren Kindern nicht. Manche Eltern sind gegen alle Lehrer und alle, die „meinem Kleinen etwas antun wollen.“ Sie helfen Ihrem Kleinen damit nicht, sondern so wird Ihr Kleiner oder Ihre Kleine ewig klein bleiben. Juda weigerte sich, das anzuerkennen. Er begeht diese Sünde mit der Frau und spannt seinen Freund ein, um es zu vertuschen. Er möchte, dass andere Menschen ihm dabei helfen, seine Sünde zu verbergen. Er hat nicht nur Sex mit einer Prostituierten. Das hebräische Wort, was hier steht, wenn Juda, sein Freund Hiram und die anderen über diese Hure sprechen, bedeutet wörtlich, eine Verehrerin. Damit ist eine Prostituierte gemeint, die mit ihrer Prostitution heidnische Götter verehrte, eine Tempelhure. Als Juda mit dieser Frau seine Lust befriedigte, war er sich dessen bewusst, dass zumindest sie ihre sexuellen Handlungen als Opfer für einen dämonischen Götzen empfand. Nun Juda, du gibst dort ein gutes Zeugnis für Jehova ab. Dir liegt die Seele dieser Frau wirklich am Herzen, stimmt‘s?

    Wenn von Tamar die Rede ist, wird für ihre Hurerei ein ganz anderes hebräisches Wort gebraucht. Es bedeutet nur, moralisch freizügig zu sein. Es beschreibt jemanden, der Ehebruch oder Unzucht begangen hat und keineswegs jemanden, der mittels Sex heidnische Götter verehrt. Judas Taten sind also bei weitem schlimmer. Und als er merkt, dass seine Schwiegertochter schwanger ist, sagt er: „Bringt sie her und verbrennt sie!“ Das ist echt hart. Ob er sie wirklich verbrennen wollte oder ihr, wie damals üblich, mit einem heißen Eisen ein Zeichen in das Gesicht einbrennen wollte, das zeigte, dass sie eine Ehebrecherin oder Hure war – er war bereit, sie zu töten oder für immer zu verschandeln. Er war ebenso schuldig und sogar schlimmer.

    Wenn dieser kleine Stab, der gegen ihn aussagte, mit uns reden könnte… Ich frage mich, was er sagen würde. Ich denke, die erste Lektion wäre, dass Ihre Sünde Sie finden wird. Das steht in 4.Mose 32:23. Und unsere Sünde findet uns. In unserem Gewissen, unserem Angesicht oder in aller Öffentlichkeit. Wenn nicht dort, dann beim kommenden Gericht. Alle Sünde, die nicht bekannt und unterlassen wird, kommt ans Licht. Die zweite Lektion ist, dass oft diejenigen, die andere streng richten, selbst das Gleiche getan haben.

    Das sagt Römer 2:1-3 Es heißt: „Du Mensch, der du andere richtest, begehst die gleichen Dinge! Denkst du, du kannst dem Gericht Gottes entkommen, wenn du andere streng richtest und schuldig sprichst und selbst die gleichen Dinge tust?“ Denken Sie an David. Er begeht Ehebruch mit Batseba und lässt ihren Mann Uria umbringen, der zu seinen Helden gehört, dem engeren Kreis derer, die David absolut ergeben sind. David lässt ihn umbringen. Dann bekennt David seine Sünde nicht. Er versucht sie zu decken und lebt ungefähr ein Jahr mit einer kaputten Beziehung mit Gott. Ohne Gemeinschaft mit Gott, bedeckt von Sünde, und Nathan kommt zu ihm. Der Prophet sagt: „In deinem Königreich passiert etwas, das du wissen musst. Da ist ein sehr reicher Mann, er besitzt riesige Herden. Sein Nachbar ist ein armer Mann. Der arme Mann hat nur ein kleines Lamm. Das kaufte er und zog es zuhause auf …“ Und David war ganz Ohr.

    David war ursprünglich Hirte. Er wusste, dass jedes Schaf und jedes Lamm einen besonderen Charakter hat. Und in der Wüste wachsen sie einem ans Herz und man kennt jedes mit Namen. Er sagte: „Dieser Mann hat das kleine Lamm in seinem Haus aufgezogen. Es trank aus seinem Becher, aß von seinem Teller, er hielt es in den Armen. Es war schon fast wie eine Tochter für ihn. Der reiche Mann bekommt Besuch von einem Freund. Statt dass er eines seiner eigenen Schafe nimmt, reißt er das kleine Lamm des Mannes mit Gewalt an sich, tötet es und setzt es seinem Freund zum Essen vor.“ David sagt: „Es reicht, ich kann es nicht mehr hören! So wahr der Herr lebt, soll der, der das begangen hat, sterben!“

    Nathan sagt: „Gut, du bist der Mann. Du hast Urias Frau zu dir genommen. Du hattest das ganze Königreich, David. Du konntest jede Frau zur Frau haben und nahmst seine Frau, die er liebte. Du hattest kein Mitleid und hast ihn umbringen lassen.“ Davids hartes Urteil ist interessant: „Tötet ihn!“ Sein eigenes Gewissen bereitete ihm solche Probleme, dass er seine Schuld auf andere projizierte. So läuft das. Genau das tut Juda. Manchmal höre ich Menschen über bestimmte Sünden wettern: „Du Ehebrecher, du Unzüchtiger!“ Ich sage Ihnen, eine solche Person würde ich keine fünf Minuten mit einer Frau allein lassen. Ihre Härte und Strenge hat einen Grund. Meistens stehen sie nicht aus heiligen Beweggründen zum Predigen auf. In den vergangenen Jahrzehnten kamen ein paar sehr traurige Beispiele dafür im Leib Christi ans Licht.

    Eine weitere Lektion sticht hervor. Es ist eigentlich die wichtigste Botschaft, die diese Geschichte durchzieht. Und zwar, dass Bekennen und Umkehr Vergebung und Gnade bewirken. Sprüche 28:13 sagt: „Wer seine Sünde leugnet, dem wird’s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ Vorher waren Juda Barmherzigkeit und Vergebung vor Gott nicht wichtig. Ihm war nur wichtig, nicht beschämt zu werden. „Sie soll die Sachen behalten. Lass uns verschwinden, dass keine Schande auf uns kommt. (Ich will, dass es keiner bemerkt. Lass es uns vertuschen.)“ Ihm lag nicht an Vergebung vor Gott. Aber als der Stab, die Schnur und das Siegel ans Licht kamen, sagte er nicht, wie viele es getan hätten: „Jemand hat mir diese Dinge gestohlen. Vor einer Woche waren Sie noch in meinem Zelt. Ich wollte es sowieso ansprechen. Sie muss sie genommen haben. Ich weiß nicht, wie sie diese Dinge bekommen hat.“ Oder: „Das ist nicht mein Stab!“

    Ihm zugute sagte Juda: „Schuldig, sie ist gerechter als ich. Ich brachte sie in diese Lage. Ich brach mein Versprechen. Ich sündigte schlimmer als sie. Meine Sünde ist die größere. Ich übernehme volle Verantwortung.“ Wissen Sie, man muss ein echter Mann, eine echte Frau sein, um sich zu outen und mutig zu bekennen: „Ich bin schuldig gemäß der Anklage. Niemand anders soll die Schuld bekommen. Ich bekenne, ich bin verantwortlich.“ Es ist erstaunlich, was die Barmherzigkeit Gottes bewirkt, wenn wir eine solch demütige Haltung einnehmen. Ich möchte mit Folgendem schließen. Schauen Sie sich mit mir bitte Matthäus, Kapitel 1, an. Ich möchte Ihnen zeigen, wie weit die Barmherzigkeit Gottes geht. Wir werden gleich eine meiner Lieblingsstellen aus der Bibel lesen, die Geschlechtsregister. Jeder liebt die Geschlechtsregister, ich weiß. Das ist das Geschlechtsregister von Jesus Christus, dem Retter der Welt, dem Erlöser der Menschheit, der zentralen Figur der Geschichte, der Hoffnung der Welt!

    Matthäus 1:1-3 „Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte den Isaak; Isaak zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Juda und seine Brüder; Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar;“

    Sie bekam wegen des kleinen Stelldicheins mit Juda an jenem Tag Zwillinge. Juda und Tamar finden wir in der Abstammungslinie Jesu Christi. Gott hätte sagen können: „Ich wollte dich gebrauchen, Juda, aber du hast 11 Brüder, die ich erwählen kann. Alle qualifizieren sich. Das muss auf Abraham zurückgehen, aber ich werde Issachar gebrauchen; ich werde Dan gebrauchen, ich werde Naphtali gebrauchen, ich werde dich nicht gebrauchen! Dein Name ist derart befleckt, Dein Name wird sich auf keinen Fall in der Abstammung meines Sohnes wiederfinden. Du machst wohl Witze, Juda!“ Aber Jesus ist der Löwe aus dem Stamm Juda. Nicht der Löwe aus dem Stamm Issachar, nicht der Löwe aus dem Stamm Dan. Wir finden Juda und Tamar in diesem Geschlechtsregister. Er werden dort vier Frauen genannt. In Vers 3 haben wir Tamar, in Vers 5 Rahab und Ruth und Batseba in Vers 6. Von den vier Frauen, die im Geschlechtsregister Jesu Christi genannt werden, Frauen, die Gott erwählte, um den Retter der Welt erscheinen zu lassen, hatten drei eine etwas schillernde Geschichte.

    Eine beging absichtlich Inzest mit ihrem Stiefvater, eine war eine Prostituierte und eine war eine Ehebrecherin. Was bedeutet das? Freund, bekennen Sie und legen Sie Ihre Sünden ab, und Sie können große Barmherzigkeit erleben und Gott kann Sie immer noch gebrauchen. Wenn es in Ihrem Leben solche Dinge gibt, lassen Sie sich davon reinigen.

    Gott wird Sie immer noch gebrauchen. Seine Pläne für Ihr Leben übersteigen Ihre Träume. Sie können Vergebung, Barmherzigkeit und Segen erfahren. Das großartigste Beispiel von Vergebung und Segen ist Gottes Vergebung uns gegenüber. Er sandte Seinen einzigen Sohn, um am Kreuz zu sterben und die Strafe für unsere Sünden zu bezahlen. Er war vollkommen unschuldig, trug aber unsere Schuld. Am dritten Tag hat Gott Ihn von den Toten auferweckt, damit Sie Barmherzigkeit erfahren können. Gott möchte Segen in unser Leben bringen.

    Er möchte Fruchtbarkeit in unser Leben bringen. Und, Freund, wir können das aufgrund von Jesu Taten erleben. Wenn Sie Ihm noch nie Ihr Herz geöffnet haben, sollten Sie es sich heute überlegen. Es geht nicht um ein religiöses Ritual. Es geht nicht um eine hohle Zeremonie. Es geht um eine echte, lebendige, starke, inspirierende Beziehung mit dem Gott, der Sie geschaffen hat. Jesus sagte: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Freund, was Ihre Vergangenheit auch mit sich brachte, es wird Sie nicht abhalten, jetzt zu Gott zu kommen. Er streckt sich zu Ihnen aus. Er liebt Sie. Er kennt Ihren Namen. Wer den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden, sagt die Bibel. Seien Sie wieder dabei. Ich freue mich darauf, Ihnen wieder das Wort mitzuteilen. Bis zum nächsten Mal.

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