Die Feste Israels – Teil 2 Geistestaufe


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  • Jule sagt:

    Arnold Fruchtenbaum
    Die Feste Israels, Teil 2/4
    Vortragsabschrift, Israelkonferenz 11.01.1994, Langensteinbacher Höhe

    Wir setzen unsere Betrachtung der sieben Feste Israels und ihre messianische Erfüllung fort. Lasst mich das gestern gesagte kurz zusammenfassen. Es gibt insgesamt sieben Feste und diese sind in zwei Zyklen unterteilt. Der erste ist im Frühjahr und beinhaltet die ersten vier Feste und diese folgen kurz hintereinander, innerhalb von 50 Tagen und wurden durch das erste Kommen Jesu erfüllt. Dann folgt eine lange viermonatige Pause. Und dann kommt der zweite Zyklus mit drei Festen im Herbst und auch diese folgen dicht aufeinander, innerhalb von zwei Wochen, und diese werden durch das zweite Kommen Jesu in Erfüllung gehen. Gestern haben wir die ersten beiden Feste besprochen. Zuerst das Passah, das durch den Tod des Messias erfüllt wurde, und dann das Fest der ungesäuerten Brote, das durch die Opferung seines sündlosen Blutes erfüllt wurde. Heute Morgen werden wir die letzten beiden Feste des ersten Zyklus besprechen.

    III Das Fest der ersten Früchte
    Das dritte Fest wird das Fest der ersten Früchte genannt und das finden wir in den Versen 9-14 von 3. Mose 23: Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und seine Ernte einbringt, so sollt ihr die Erstlingsgarbe von eurer Ernte zum Priester bringen. Der soll die Garbe weben vor dem HERRN, zum Wohlgefallen für euch; am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester weben. Ihr sollt aber an dem Tag, an dem ihr eure Garbe webt, dem HERRN ein Brandopfer opfern von einem makellosen einjährigen Lamm, und das dazugehörige Speisopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer, dem HERRN zum lieblichen Geruch, sowie das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel Hin Wein. Ihr sollt aber weder Brot noch geröstetes Korn noch Jungkorn essen bis zu eben diesem Tag, da ihr eurem Gott diese Gabe darbringt. Das ist eine ewig gültige Ordnung für eure [künftigen] Geschlechter in allen euren Wohnorten.

    1. Biblische Verweisstellen
    Nun, wir besprechen ja jedes dieser Feste unter fünf Gesichtspunkten. Zuerst also die biblischen Verweisstellen. Es gibt nur eine einzige andere Textstelle zu diesem Fest, nämlich im 4. Buch Mose, Kapitel 28. Und dieses Kapitel skizziert die speziellen Opfer für dieses Fest.

    2. Namen
    Heutzutage nennen wir dieses Fest einfach das Fest der ersten Früchte. Im hebräischen Text gibt es nur einen Namen für dieses Fest und sein vollständiger Name lautet: Die ersten Früchte deiner Ernte.

    3. Biblische Praxis
    Unser dritter Gesichtspunkt beschäftigt sich nun mit der biblischen Praxis. Zuerst einmal werden wir bemerken, dass kein bestimmtes Datum für dieses Fest angegeben wird. Mose gab einen bestimmten Tag des ersten Monats an für das erste und zweite Fest, und zwar sollte das Passah am 14. des ersten Monats und das Fest der ungesäuerten Brote am 15. Tag des ersten Monats gefeiert werden. Aber für dieses Fest gab er kein bestimmtes Monatsdatum an, weil für dieses Fest der Wochentag entscheidend ist und nicht der Tag des Monats. Dieses Fest war immer einen Tag nach dem Sabbat der auf das Passah folgte. Also am ersten Sonntag nach dem Passah sollte es beobachtet werden. So konnten also nur ein oder zwei Tage zwischen dem Passah und diesem Fest liegen, oder auch fünf oder sechs Tage. Es musste auf jeden Fall immer auf einen Sonntag fallen. Es gibt eine vergleichbare Situation im christlichen Kalender. Wenn ich nach dem Datum für Weihnachten fragen würde, wäre für die westliche Kirche der 25. Dezember die Antwort. Und Tages- und Monatsdatum sind beim Weihnachtstag jedes Jahr gleich. Aber wenn ich nach dem Datum für Ostern fragen würde, kommt uns kein Datum in den Sinn, weil für Ostern nicht das Monatsdatum der ausschlaggebende Faktor ist, sondern der Tag der Woche. Ostern muss immer auf einen Sonntag fallen. So wechselt von Jahr zu Jahr das Kalenderdatum für dieses Fest. Dasselbe gilt auch für dieses Fest hier. Die ersten beiden Feste hatten ein bestimmtes Monatsdatum, aber das dritte nicht; dies musste auf einen bestimmten Tag der Woche fallen, nämlich auf den ersten Sonntag nach dem Passah.
    Die zweite Sache, die zu diesem Fest anzumerken ist, es markiert den Anfang der Gerstenernte. So waren es die Erstlinge der Gerste und das Korn, das geopfert wurde. Die dritte Anmerkung ist, dass es die zweimonatige Frühjahrsernte einleitete. Somit ist es in der Bibel in erster Linie ein agrarwirtschaftliches Fest.

    4. Jüdische Praxis
    Durch die meisten der Jahrhunderte hindurch, seit dem Jahr 70 nach Christus, wurde dieses Fest größtenteils ignoriert, weil die Juden durch die ganze Welt zerstreut waren. Die meisten Juden lebten entweder unter moslemischer Obrigkeit oder in sogenannten christlichen Ländern. Beide Regierungen, sowohl die moslemischen als auch die christlichen, hatten alle die gleichen Gesetze gegen die Juden. Einer dieser Gesetze lautete, dass Juden kein Land erwerben konnten. Und weil sie kein Land erwerben konnten, konnten sie auch nicht länger Landwirte sein, und weil dies ein landwirtschaftliches Fest ist, konnte es somit nicht mehr gefeiert werden. Das begann sich zu ändern als die Juden anfingen in ihr Land zurückzukehren. Sie begannen damit Kibbuzim und Moschawim zu gründen. Und so wurden die Juden wieder zu Landwirten und mit den Kibbuzim haben sie erneut die Möglichkeit erhalten, dieses Fest zu praktizieren.

    5. Messianische Erfüllung
    Als fünften Punkt wollen wir uns die messianische Erfüllung dieses Festes anschauen. Lasst uns 1. Korinther 15 aufschlagen und wir lesen die Verse 20-23: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden. Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft;
    Das dritte Fest ist durch die Auferstehung des Messias erfüllt. Und so wird er in seiner Auferstehung der Erstling der Auferstehung genannt. Aber dies hat eine Frage aufgeworfen: Wie kann Jesus der Erstling der Auferstehung genannt werden? Er war nicht der erste, der je aus den Toten auferstanden ist. Es gibt schon Menschen im Alten Testament, die aus den Toten auferweckt wurden und selbst Jesus erweckte Tote noch vor seiner eigenen Auferstehung. Also wie kann er die Erstlingsfrucht der Auferstehung genannt werden? Wenn die Bibel über die Auferstehung aus den Toten redet, so unterscheidet sie zwei Arten der Auferstehung. Die erste Art der Auferstehung ist lediglich eine Wiederherstellung des natürlichen körperlichen Lebens. Und diejenigen, die diese Art der Auferstehung erlebt haben, werden später wieder sterben. Also diejenigen, die Jesus auferweckt hat, wie Lazarus, sind später wieder gestorben. Die zweite Art der Auferstehung führt zu einem unsterblichen Leben. Sobald man diese zweite Art von Auferstehung erlebt hat, wird man nie wieder sterben. Und Jesus war der erste, der diese Art der Auferstehung erfahren hat. Er ist nicht der Erstling der ersten Art von Auferstehung, aber der Erstling der zweiten Art der Auferstehung. Und diese Auferstehung geschah am ersten Sonntag nach dem Passah. Nun, der Ausdruck Erstlingsfrucht zeigt an, dass er der erste von weiteren ist, die später kommen werden. Und das sind wir Gläubigen. Also obwohl wir vielleicht in diesem Leben sterben werden, haben wir doch die Verheißung einer Auferstehung zu einem unverweslichen Leben.

    IV Das Wochenfest
    Lasst uns nun zurück zu 3. Mose 23 gehen und das vierte Fest betrachten, das Fest der Wochen. Das finden wir in den Versen 15-21: Danach sollt ihr euch vom Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben volle Wochen abzählen, bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann dem HERRN ein neues Speisopfer darbringen. Ihr sollt nämlich aus euren Wohnungen zwei Webebrote bringen, von zwei Zehntel [Epha] Feinmehl [zubereitet]; die sollen gesäuert gebacken werden als Erstlinge für den HERRN. Zu dem Brot aber sollt ihr sieben einjährige, makellose Lämmer darbringen und einen Jungstier und zwei Widder; das soll das Brandopfer für den HERRN sein; und das dazugehörige Speisopfer und Trankopfer – ein Feueropfer, dem HERRN zum lieblichen Geruch. Ihr sollt auch einen Ziegenbock zum Sündopfer und zwei einjährige Lämmer zum Friedensopfer opfern; und der Priester soll sie samt den Erstlingsbroten weben, zusammen mit den beiden Lämmern, als Webopfer vor dem HERRN. Die sollen dem HERRN heilig sein und dem Priester gehören. Und ihr sollt an eben diesem Tag ausrufen lassen: »Eine heilige Versammlung soll es euch sein, und keine Werktagsarbeit sollt ihr verrichten!« Das ist eine ewig gültige Ordnung in allen euren Wohnorten für eure [künftigen] Geschlechter.

    1. Biblische Verweisstellen
    Es gibt sieben weitere Verweisstellen für dieses Fest. In 2. Mose 23 wird es die Erstlinge deiner Arbeit genannt. In 2. Mose 34 wird es die Erstlinge der Weizenernte genannt. Die dritte Textstelle ist 4. Mose 28, der uns den gebräuchlichsten Namen für dieses Fest nennt, das Fest der Wochen. Die vierte Textstelle ist 5. Mose 16 und dort wird es die Zeit der Freude genannt. Das Gesetz sagte, dass man an diesem Tag fröhlich sein musste. Wenn man an diesem Tag traurig war, dann hat man damit das mosaische Gesetz gebrochen. Die fünfte Textstelle steht in Apostelgeschichte 2, die das Kommen des Heiligen Geistes beschreibt. Wir werden zu dieser Stelle zurückkommen, wenn wir über die messianische Erfüllung sprechen. Die sechste Textstelle ist Apostelgeschichte 20, wo Paulus zu diesem Fest zu gehen begehrt. Das war eines der drei Feste, die man in Jerusalem begehen musste, das erste war das Passahfest. Die letzte Bibelstelle, die dieses Fest erwähnt ist 1. Korinther 16, die uns berichtet, dass Paulus bis zu diesem Fest in Ephesus bleiben wird.

    2. Namen
    Nun kommen wir zu den verschiedenen Namen für dieses Fest. Es gibt sieben verschiedene Namen. Die ersten sechs basieren auf dem Hebräischen und der letzte auf dem Griechischen. Der erste Name ist der gebräuchlichste und lautet Fest der Wochen, weil dies Fest sieben Wochen nach dem Fest der ersten Früchte stattfand. Der zweite Name ist das Erntefest, weil es das Ende der Frühjahrsernte darstellt. Die Frühjahrsernte begann mit dem Fest der ersten Früchte und endete mit dem Fest der Wochen. Der dritte Name heißt der Tag der ersten Früchte, weil an diesem Tag die Erstlingsfrüchte der Sommerernte dargebracht wurden. Die vierte Bezeichnung lautet das Abschlussfest, weil es den ersten Zyklus der Feste abschließt. Der fünfte Name ist ähnlich, das Abschlussfest des Passahs, aus demselben Grund, denn es beschließt den ersten Zyklus der Feste, der mit dem Passah begann. Der sechste Name ist die Zeit der Gesetzgebung. Nach jüdischer Tradition wurde das mosaische Gesetz an diesem Tag gegeben. Der letzte Name kommt ursprünglich aus dem Griechischen und die meisten Christen kennen es unter dieser Bezeichnung, Pfingsten. Es stammt von einem griechischen Wort, das fünfzig bedeutet und zwar deshalb, weil es fünfzig Tage nach dem Fest der ersten Früchte stattfand.

    3. Biblische Praxis
    Zur biblischen Praxis gibt es drei Dinge anzumerken. Zuerst, wie wir schon sagten, ist kein Datum genannt. Es kam sieben Wochen und einen Tag nach dem Fest der ersten Früchte. Und das Fest der ersten Früchte hatte kein bestimmtes Datum. Somit kam das Fest der ersten Früchte an dem Sonntag nach dem Passah und von da an zählte man dann sieben Wochen und einen Tag und so kam man auf das Pfingstfest. Die zweite Sache, die zu diesem Fest zu bemerken ist, ist dass es die Zeit der ersten Weizenernte war und da nahm man den Weizen und band ihn zu Sträußen und es wurden auch zwei Brote gebacken. Die zwei Brote wurden auf dem Altar dargebracht. Die dritte Sache in der biblischen Praxis ist, dass diese zwei Brotlaibe aus gesäuertem Teig hergestellt wurden. Dies ist das einzige Fest in dem gesäuertes Brot erlaubt war. Ein Grund dafür ist, dass keines dieser Brote auf dem Altar verbrannt wurde. Über den anderen Grund für den Sauerteig werden wir später sprechen. Das war also die Basis für die biblische Praxis.

    4. Jüdische Praxis
    Gehen wir also weiter zur jüdischen Praxis. Auch hier fügten die Rabbiner wieder viele Bräuche und Traditionen hinzu, aber wir werden nur einige davon benennen. Nun, in Bezug auf das Datum dieses Festes herrschte zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern ein ewiger Streit. Die Sadduzäer nahmen den Bibeltext sehr wörtlich und sagten deshalb, dass das Fest der ersten Früchte am Tag nach dem Sabbat, also am Sonntag, nach dem Passah sei. Also feierten die Sadduzäer dieses Fest immer am Sonntag nach dem Passah. Und fünfzig Tage später feierten sie dann das Fest der Wochen. Nach sadduzäischer Zählung variierte das Monatsdatum somit immer. Die Pharisäer interpretierten diese Textstelle jedoch anders. Sie nahmen das Wort Sabbat als Bedeutung für den Tag des Passahs selbst. Also begingen sie das Fest der ersten Früchte immer am Tag nach dem Passah. So war für die Pharisäer der erste Tag der ungesäuerten Brote und der Tag der ersten Früchte immer am selben Tag. So kamen die Pharisäer also immer auf den 15. Tag des ersten Monats und von dort zählten sie dann fünfzig Tage. Dieser Tag war für die Pharisäer also ein feststehender Tag, es war immer der 6. Siwan, der Wochentag variierte aber. Moderne orthodoxe Juden folgen diesem pharisäischen Ablauf. Aber ich selbst würde den Sadduzäern zustimmen wollen, dass sie richtig liegen, wie sie dieses Fest begehen. Ein Streitpunkt zwischen Pharisäern und Sadduzäern ist also der Zeitpunkt an dem dieses Fest zu feiern ist.
    Ein weiterer jüdischer Brauch ist es, das Buch Ruth an diesem Tag in der Synagoge zu lesen. Ein Grund dafür ist, dass die Geschehnisse im Buch Ruth in der Erntezeit stattfinden. Die Rabbiner geben als weiteren Grund an, dass Ruth eine Heidin war, die zum Judentum konvertiert ist und das mosaische Gesetz ja an diesem Tag gegeben wurde. Ein anderer Brauch ist es, die ganze Nacht wach zu bleiben und das Gesetz zu studieren. Würden wir einen Rabbi fragen, warum es diese Tradition gibt, wäre seine Antwort, dass bevor Gott Mose das Gesetz gab, Donner und Blitze und alle möglichen anderen Geräusche am Berg Sinai waren und da die Juden ja am Fuß des Berges zelteten, hielt dieser Krach sie die ganze Nacht wach. In Erinnerung an dieses Erlebnis bleiben wir also die ganze Nacht lang wach und studieren das Gesetz, das Gott uns gab. Wie auch bei anderen jüdischen Festen gab es besondere Nahrungsmittel zu diesem Anlass. Eines davon nennt sich im jiddischen Kreplach. Sie sind wie italienische Ravioli, aber anstatt viereckig sind sie dreieckig. Nun, warum essen wir dreieckige Ravioli? Ein Grund, den die Rabbiner dafür nennen, ist dass die drei Seiten Abraham, Isaak und Jakob repräsentieren oder die drei Teile des Tanach, das Gesetz, die Propheten und die Schriften. Oder es bedeutet, dass Mose das drittgeborene Kind war. Ein anderer Grund, den die Rabbiner nennen, ist, dass bevor Gott Mose das Gesetz gab, die Juden drei Tage damit zubringen mussten sich zu heiligen und die dreiseitige Ravioli diese drei Tage symbolisieren.
    Ein anderes typisches Nahrungsmittel für diesen Tag ist der Käse, um uns daran zu erinnern, dass Gott uns ein Land von Milch und Honig gab. Eine bevorzugte Art den Käse zu essen besteht in dem, was wir cheese-blinze nennen. Das ist eine Art Pfannkuchen mit Käsefüllung. Und man muss immer zwei von ihnen essen und sie haben eine rechteckige Form. Warum zwei rechteckige Pfannkuchen? Weil Gott zwei Gesetzestafeln gegeben hat. Seht, wir Juden haben einen biblischen Grund für alles was wir essen. Aber einige dieser Gründe sind pure Einbildung. Ein anderer jüdischer Brauch ist es Zweige und Gras zu nehmen und sie auf den Boden der Synagoge zu streuen um die Juden daran zu erinnern, für eine gute Ernte zu beten.

    5. Messianische Erfüllung
    Unser fünfter Punkt ist die messianische Erfüllung dieses Festes. Wir schlagen die Bibeln in Apostelgeschichte 2 auf und lesen die Verse 1-4: Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daher fahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
    Dieses Fest wurde erfüllt durch die Geburt einer neuen Wesenheit, genannt die Gemeinde oder die Kirche. Und es begann mit einem völlig neuen Dienst des Heiligen Geistes. Nun, es gibt eine weit verbreitete falsche Vorstellung, nämlich, dass der Heilige Geist erst in diesem Kapitel aktiv wurde. Tatsächlich war der Heilige Geist immer tätig, sogar schon in Genesis 1. In Vers 2 lesen wir davon, wie der Heilige Geist über den Wassern brütete. Und das ganze Alte Testament hindurch lesen wir von den Taten des Heiligen Geistes. Auch in den vier Evangelien, vor den Geschehnissen in der Apostelgeschichte 2, lesen wir von vielen Werken des Heiligen Geistes. Also begann der Heilige Geist nicht erst in Apostelgeschichte 2 sein Werk. Was allerdings in diesem Kapitel begann, war ein besonderer Dienst des Heiligen Geistes, den wir den Dienst der Geisttaufe nennen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen diesem Dienst und der Existenz der Gemeinde. Eins kann ohne das andere nicht vorkommen. Wie die Geisttaufe in diesem Kapitel begann, so begann auch die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt. Das ist besonders wichtig zu bemerken, weil solche, die eine Ersatztheologie lehren, dass also die Gemeinde Israel in Gottes Plan ersetzt hätte, damit den Anspruch erheben, dass die Gemeinde schon immer existiert hätte seit Adam und die Gemeinde sich aus den wahren Gläubigen seit Adam zusammensetzen würde und diese Gemeinde das wahre Israel sei. Und wann immer Gott Israel Verheißungen gab, gab er sie nicht dem ethnischen Volk Israel, sondern in Wirklichkeit dem geistlichen Israel und das ist die Gemeinde. So gibt es laut ihrer Theologie die Gemeinde schon immer. Aber die Bibel lehrt, dass die Gemeinde erst in diesem Kapitel begann. Und wir können das überprüfen indem wir uns einige Textstellen in der Bibel dazu anschauen. Die erste Textstelle ist Kolosser 1, 18: Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Beachtet wie er in Vers 18 die Gemeinde beschreibt. Er beschreibt sie als der Leib des Messias. So ist die Gemeinde der wahre Leib Christi. Nun stellt sich die Frage: Wie kommt jemand in diesen Körper hinein? Gehen wir zu 1. Korinther 12, 13: Denn wir sind ja alle durch {einen} Geist in {einen} Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu {einem} Geist.
    So beschreibt also Kolosser 1, 18 die Gemeinde als der Leib Christi und hier in 1. Korinther 12, 13 wird der Weg beschrieben, wie man in diesen Leib hineinkommt, nämlich durch das Mittel der Geisttaufe. Denn durch einen Geist sind wir alle in denselben Leib hineingetauft. Also noch einmal, es gibt einen Zusammenhang zwischen der Geisttaufe und der Existenz der Gemeinde. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Wir können also genau ermitteln, wann die Geisttaufe begann und das sagt uns auch genau, wann die Gemeinde entstand. Lasst uns zur Apostelgeschichte zurückgehen, aber nun zu Vers 5 im ersten Kapitel: denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Nun, in diesem Vers war die Geisttaufe noch zukünftig, es war noch nicht geschehen. Er benutzt die Zukunftsform, wenn er sagt: ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Zwischen Kapitel 1 und Kapitel 2 liegen zehn Tage und es stellt sich die Frage: Wann wurde die Verheißung aus Apostelgeschichte 1, 5 erfüllt? Die logische Antwort wäre in Apostelgeschichte 2, 1-4. Das ist die richtige Antwort, aber wir haben da ein Problem. Er erwähnt die Geisttaufe nicht wirklich in diesen Versen. In Vers 4 erwähnt er die Erfüllung mit dem Geist, aber die Erfüllung ist nicht das Gleiche wie die Taufe. Wie können wir also sicher wissen, dass die Geisttaufe in Kapitel 2 begonnen hat? Wir beweisen es, indem wir zu Kapitel 11 gehen. In Kapitel 10 wurde Petrus durch Gott in ein Haus von unbeschnittenen Heiden gesandt und er verkündigte ihnen dort das Evangelium und diese Heiden wurden gläubig und erhielten den Heiligen Geist, genau wie die Juden in Kapitel 2. Als Petrus nach Jerusalem zurückkehrt, in Kapitel 11, fangen jüdische Gläubige mit ihn einen Streit an, indem sie Petrus sagen, dass es falsch von ihm sei, in das Haus eines unbeschnittenen Heiden zu gehen. Er würde sogar mit den unbeschnittenen Heiden essen und sie dachten, dass es nicht richtig von Petrus sei, so etwas zu tun. Also musste Petrus seine Handlungsweise vor seinen jüdischen Mitgläubigen verteidigen. So erzählte er ihnen von der Vision, die er in Kapitel 10 erhielt, nämlich dass sein Gang zu diesen Heiden eine direkte Anweisung Gottes war. Aber erst durch das, was dort geschah, wusste er, dass sein Handeln richtig war. Lasst uns die Verse 15-16 aus dem Kapitel 11 lesen: Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden. In Vers 15 sagt Petrus, dass der Heilige Geist auf sie kam, die Heiden, wie auf uns, die Juden, am Anfang. Und der Anfang für die Juden war in Apostelgeschichte 2. Dann führt er in Vers 16 die Worte Jesu an, die er in Apostelgeschichte 1, 5 sprach. Und es wird hier gesagt, dass diese Worte Jesu erfüllt waren, als die Juden den Heiligen Geist in Apostelgeschichte 2 empfingen. So können wir also durch diese beiden Verse aus Apostelgeschichte 11 zeigen, dass die Geisttaufe in Apostelgeschichte 2 ihren Anfang nahm. Also noch einmal, ohne die Geisttaufe kann die Gemeinde nicht existieren, weil man nur durch die Geisttaufe in den Leib Christi hineinversetzt wird. Und dieses Werk begann erst in Apostelgeschichte 2. So existierte die Gemeinde nicht schon immer und die Verheißungen Gottes an Israel wurden dem buchstäblichen Israel gegeben und können nicht auf die neue Wesenheit übertragen werden.
    Also noch einmal, der Geburtstag der Gemeinde erfüllt das Fest der Wochen, oder Pfingsten. Nun, in der biblischen Praxis dieses Festes wurden zwei Brotlaibe geopfert. Und was repräsentieren diese beiden Brotlaibe? Lasst uns dazu Epheser 2, 11-16 anschauen: Darum gedenkt daran, dass ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht – dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in {einem} Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte.
    Dazu noch Kapitel 3, Verse 5-6: . das in früheren Generationen den Menschenkindern nicht bekanntgemacht wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist, dass nämlich die Heiden Miterben und mit zum Leib Gehörige und Mitteilhaber seiner Verheißung sind in Christus durch das Evangelium,
    In Kapitel 2 und 3 wird über den Körper des Christus geredet und wir wissen, dass der Leib Christi die Gemeinde ist. Aber in diesen beiden Kapiteln wird uns auch gesagt, dass dieser Leib sich aus zwei Arten von Gläubigen zusammensetzt, den Gläubigen aus der Nationengemeinschaft Israels, die jüdischen Gläubigen, und heidnischen Gläubigen, zusammengefügt in diesem einen Leib. So repräsentieren die beiden Brote jüdische sowie heidnische Gläubige. Und noch eine Sache ist dazu anzumerken. Beide Brote mussten gesäuert sein. Da Sauerteig ein Symbol der Sünde ist, repräsentieren also die beiden Brote die Sünder. Der Leib Christi, geboren am Pfingstfest, setzt sich zusammen aus jüdischen Sündern, die durch Gnade errettet wurden und heidnischen Sündern, die durch Gnade errettet wurden. Darum waren die Brote zu diesem Fest gesäuert.

    Zwischen den beiden Festzyklen

    Nun lasst uns ein weiters Mal zu 3. Mose 23 gehen. Wir haben nun die ersten vier Feste durchgenommen und sie wurden durch den Ablauf des ersten Kommens erfüllt. Passah durch seinen Tod, das Fest der ungesäuerten Brote durch die Hingabe seines sündlosen Blutes, das Fest der ersten Früchte durch seine Auferstehung und das Fest der Wochen durch die Geburt des Leibes Christi. So sind die ersten vier Feste am Ende des 21. Verses abgeschlossen. Mose beginnt mit dem nächsten Fest aber erst in Vers 23. Zwischen dem ersten und zweiten Zyklus liegt aber der Vers 22, welcher den viermonatigen Zeitraum zwischen dem ersten und zweiten Zyklus beschreibt. Lasst uns diesen Vers einmal lesen: Wenn ihr aber die Ernte eures Landes einbringt, so sollst du dein Feld nicht bis an den Rand abernten und keine Nachlese deiner Ernte halten, sondern es dem Armen und Fremdling überlassen. Ich, der HERR, bin euer Gott. Dieser Vers unterbricht Moses Erörterung der sieben Feste. Um es noch einmal zu sagen, dieser Vers fasst den viermonatigen Zwischenzeitraum zusammen. Während dieser vier Monate lief das Leben ganz normal weiter. Es war Sommer, eine Zeit mit Feldarbeit in Vorbereitung auf die letzte Sommerernte. Sie sollten die Felder nicht radikal abernten und was auf den Boden fiel, durfte nicht aufgehoben werden; das war für die Armen und Durchreisenden bestimmt.
    Und selbst dieser Zeitraum hat eine messianische Erfüllung. Es wird nun durch das Zeitalter der Gnade erfüllt, das die Erfüllung der beiden Festzyklen für Israel unterbricht. Und die Überreste des Feldes für die Armen und Fremden sind passende Symbole der heutigen Gemeindemission. Und tatsächlich hat Jesus selbst Bezug genommen auf diesen viermonatigen Zeitraum. Gehen wir zu Johannes 4 und seinem Gespräch mit der samaritischen Frau. Er beendet seine Unterredung mit der Samariterin, sie geht zurück nach Sychar um den anderen davon zu erzählen und sie wird später etliche ihrer samaritischen Freunde mitbringen, die an den Messias gläubig werden. Aber zwischen ihrem Weggang und ihrer Wiederkunft sagt er seinen Aposteln etwas. In Vers 35 von Kapitel 4: Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an; sie sind schon weiß zur Ernte. Sie befanden sich gerade in diesem viermonatigen Zeitraum zwischen den beiden Festzyklen und somit, materiell gesprochen, vier Monate vor der natürlichen Ernte. Aber geistlich gesprochen war die Ernte schon bereit, eingebracht zu werden. Im Neuen Testament ist die Ernte ein allgemeines Symbol der Evangeliumstätigkeit. Die Aussaat steht für die Verbreitung des Evangeliums und die Ernte für die Menschen, die dadurch zum Glauben gekommen sind. Und somit wurde die Saat durch Jesus bereits ausgesät und geistlich gesehen war die Ernte bereits da und konnte eingesammelt werden. Und tatsächlich, als all die Samariter herbeikamen, gab es sofort eine große geistliche Ernte. Während also die ersten vier Feste durch Jesu erstes Kommen erfüllt wurden, wird nun der viermonatige Zeitraum durch das Zeitalter der Gnade erfüllt. Das Evangelium geht aus zu den Juden und zu den Heiden und von beiden, Juden und Heiden, wird eine Ernte zubereitet durch den Glauben und zusammen werden sie Glieder des Leibes Christi.
    Morgen werden wir uns das fünfte und den ersten Teil des sechsten Festes anschauen, so dass wir in unserer vierten Studieneinheit dann den Rest des sechsten und das siebente Fest besprechen werden.

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