Die Feste Israels – Teil 1


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  • Jule sagt:

    Arnold Fruchtenbaum
    Die Feste Israels, Teil 1/4
    Vortragsabschrift, Israelkonferenz 10.01.1994, Langensteinbacher Höhe

    Einleitung
    In unseren ersten vier Studieneinheiten werden wir uns mit den sieben Festen Israels befassen und im Zusammenhang damit auch mit der prophetische Bedeutung derselben. Wir wollen unsere Bibeln in 3. Mose 23 aufschlagen. Die ersten vier Verse sind eine Einführung zu diesen Festen. In den beiden ersten Versen erklärt Mose, dass er nun die sieben Feste Israels darlegen wird. Der Zweck dieses Kapitels ist es nicht, die Einzelheiten derselben mitzuteilen. Hier wird zum Beispiel nur ein Vers auf das Passahfest verwendet. Die meisten Einzelheiten dieser Feste befinden sich an anderen Stellen in den Büchern Mose. Der Zweck dieses Kapitels ist es, eine chronologische Abfolge dieser Feste zu geben, weil sich die in ihnen dargestellten Prophetien auch in dieser Reihenfolge erfüllen werden. Und sie behandeln die gesamte erlösende Laufbahn des Messias, beginnend mit seinem Tod und abschließend mit seiner Herrschaft im messianischen Königreich. Wenn wir nun die sieben Feste Israels durchnehmen, dann werden wir sie jeweils von fünf verschiedenen Standpunkten aus betrachten. Wir werden uns zuerst anschauen, was andere Textstellen über die jeweiligen Feste aussagen. Dann werden wir uns mit den unterschiedlichen Namen der Feste befassen, weil einige von ihnen mehr als einen Namen haben. Drittens werden wir die biblische Praxis der Feste betrachten, wie sie zu biblischen Zeiten ausgeübt wurden. Als vierten Punkt werden wir dann auf die moderne jüdische Praxis dieser Feste eingehen, zu welchen die Rabbiner viele Traditionen und Gepflogenheiten hinzufügten. Wir werden keine Zeit haben, sie alle zu erwähnen und so werden wir zu jedem Fest jeweils nur einige davon ansprechen. Und im fünften Bereich werden wir uns die messianische Erfüllung der Feste anschauen.
    Ein anderer Punkt zur Einführung dieses Themas ist der Hinweis, dass drei dieser Feste nicht im Rahmen des privaten Heims gefeiert werden konnten. Man musste vielmehr dorthin gehen, wo die Stiftshütte oder der Tempel stand und nur dort durfte man diese drei Feste begehen, nämlich das Passah-, das Pfingst- und das Laubhüttenfest. Die anderen vier Feste konnte man dann zu Hause im privaten Kreis begehen. In Vers 3 führt Mose einige der Sabbatgesetze kurz auf. Auch hier gilt, dass die meisten Sabbatgesetze an anderer Stelle mitgeteilt sind. Der Zweck, den Sabbat hier in der Einleitung zu erwähnen, ist es, aufzuzeigen, dass die Vorschriften für die folgenden Feste, die Sabbatgebote nicht aufheben oder ersetzen. Wenn also ein Fest auf einen Sabbat fällt, sind die Bestimmungen des Sabbats vorrangig. In Vers 4 beginnt er dann die sieben Feste zu erläutern. Wie schon erwähnt gab es insgesamt sieben Feste, aber sie gliedern sich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe beinhaltet die ersten vier, das sind die Frühjahrsfeste und diese finden in kurzen Abständen dicht aufeinanderfolgend statt, innerhalb von etwa fünfzig Tagen. Dann kommt eine lange viermonatige Pause. Und danach kommen dann die letzten drei Feste, die im Herbst stattfinden. Auch diese folgen dicht aufeinander, innerhalb von fünfzehn Tagen. Es gibt folgenden Grund für diese Gruppierung. Die erste Gruppe, bestehend aus den vier Festen, sollte durch das Programm des Ersten Kommens erfüllt werden und die zweite Gruppe durch das Programm des Zweiten Kommens.

    I. Passah
    Heute Abend werden wir versuchen die ersten beiden Feste zu behandeln. Und das erste ist das Passahfest, das in Vers 5 erwähnt wird. Noch einmal, wir werden jedes Fest in diesen fünf Bereichen, die ich bereits erwähnte, behandeln. Also lasst uns zuerst auf weitere Verweisstellen zum Passah Bezug nehmen und schauen, was sie dazu sagen.

    1. Biblische Verweisstellen
    Das Passah ist das am häufigsten erwähnte Fest in der Bibel. Im Alten Testament wird es über fünfzig Mal genannt. In 2. Mose 12 finden wir seine Ursprünge und viele der Dinge, die während des ersten Passahs durchgeführt werden sollten, wurden auch weiterhin so gehalten, aber einige wenige Dinge wurden nur dieses eine Mal getan, wie zum Beispiel das Bestreichen der Türpfosten mit Blut. In 2. Mose 34 wird das Gesetz erwähnt, dass man nichts von dem Lamm bis zum nächsten Morgen übriglassen durfte, um davon zu essen. Es war nicht gestattet, sich von den Resten Lammbrote für die nächste Woche zu machen. Es musste entweder das ganze Lamm an diesem Abend verzehrt oder die Reste am nächsten Tag verbrannt werden. Die nächste Textstelle ist 4. Mose 9 und dort fragt Mose nach bezüglich der Gesetze des Passahs, besonders was die Opferungen betrifft. In Kapitel 28 legt er wiederum die Betonung auf das Datum für dieses Fest. Es musste am 14. Tag des ersten Monats stattfinden. Im letzten Buch Mose, in Kapitel 16, teilt er noch einige Einzelheiten bezüglich des Passah-Opfers mit. Wir müssen zwischen zwei Lämmern unterscheiden. Es gab ein Lamm, das von den Familien am ersten Abend des Passahs gegessen wurde. Der nächste Tag war der erste Tag des Passahs. Um neun Uhr am Morgen fand eine besondere Passah-Opferung statt und von diesem Opfer durften nur die Priester essen. Die nächste Textstelle ist Josua 5, die uns mitteilt, dass die Juden das Passah feierten, nachdem sie den Jordan überschritten hatten. In 2. Könige 23 wurde es von König Josia beobachtet. Und dieser gleiche Punkt wird auch in 2. Chronik 35 erwähnt. In Esra 6 wird gesagt, dass die Juden, nachdem sie aus Babylon zurückkehrten, dieses Fest wiederum feierten. Im Alten Testament wird es zum letzten Mal in Hesekiel 45 erwähnt, wo gesagt wird, dass man dieses Fest im messianischen Königreich beobachten wird. Nicht von allen sieben Festen wird gesagt, dass man sie im 1.000-jährigen Reich feiern wird, aber dieses wird man halten.
    Im Neuen Testament wird es 27 Mal erwähnt. In Matthäus 26, Markus 14, Lukas 22 und Johannes 13-17 finden wir Christi Begehung des letzten Passahs, welches das Abendmahl einführte. In Lukas 2 wird uns berichtet, dass Jesus nach Jerusalem zog, um das Passah zu feiern als er zwölf Jahre alt war. Und in Johannes 2 wird uns erzählt, dass Jesus zum ersten Passahfest nach seiner Taufe durch Johannes, nach Jerusalem kam und dort zu verkünden begann, dass er der Messias sei und anfing seine Wunder öffentlich zu machen. Das letzte Mal wird es in Hebräer 11 erwähnt, wo uns erzählt wird, dass die Durchführung des ersten Passahs in Ägypten ein Glaubensakt gewesen ist.

    2. Namen
    Der zweite Teil hat nun mit den verschiedenen Namen des Festes zu tun und es gibt zwei davon. Der erste ist das Passah und es betont das Motiv des Todesengels, der schonend an den jüdischen Häusern vorüberging. Der zweite Name lautet der Zeitpunkt unserer Befreiung. Es betont das Ergebnis, das aus dem ersten Passah folgte, nämlich die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten.

    3. Biblische Praxis
    Der dritte Gegenstand unserer Studie hat nun mit der biblischen Praxis zu tun und dort sind zwei Dinge wesentlich. Zuerst gab es die Tötung des Lammes. Es musste ein ganz besonderer Ablauf beachtet werden. Das Lamm musste am 10. Tag des ersten Monats abgesondert werden, so dass es vom 10. bis zum 14. Tag des Monats beobachtet werden konnte, um sicherzugehen, dass es wirklich flecken- und makellos war. Es wurde am Abend des 14. Tages geschlachtet und diente den jüdischen Familien zur Speise. Am nächsten Morgen um neun Uhr wurde ein besonderes Opferlamm geschlachtet, das nur von den Priestern gegessen wurde. Und gemäß 2. Mose 12, 46 durfte in all diesen Vorbereitungen, dem Lamm kein Knochen gebrochen werden. Die zweite Hauptsache betrifft das Passah-Mahl. Nur drei Dinge waren dabei durch Mose gefordert, in 2. Mose 12, 8 zu finden: erstens das am Feuer gebratene Lamm, zweitens ungesäuertes Brot und drittens bittere Kräuter. Diese drei Dinge sind die einzigen, die Mose tatsächlich für das Mahl vorgeschrieben hat. Das Schlachten des Lammes und das Passah-Mahl waren also die beiden wichtigsten Merkmale der biblischen Praxis.

    4. Jüdische Praxis heute
    Der vierte Bereich unserer Betrachtung ist die jüdische Begehung dieses Festes. In der modernen jüdischen Praxis gibt es eine Menge Ergänzungen. Einige Bräuche sind genau die Gleichen wie in der biblischen Praxis, aber einige sind auch ganz neu. Bezüglich des Passah-Mahls gibt es heutzutage zwei Hauptbestandteile. Das erste ist das ungesäuerte Brot. Nach jüdischem Gebot musste es drei Erfordernisse erfüllen. Zuerst einmal musste es ungesäuert sein, darum ist es flach, denn es wird bei der Bereitung desselben kein Treibmittel verwendet. Zweitens musste es diese Streifen haben. Wenn diese Streifen fehlten, durfte man es nicht zum Passah essen. Und wenn man es gegen das Licht hält, wird man Licht hindurchscheinen sehen, weil das Brot nämlich auch mehrmals durchstochen sein musste. Wenn diese Löcher fehlten, war es verboten, es während des Passahs zu gebrauchen. Und behalten wir im Gedächtnis, dass, wie wir später noch sehen werden, Jesus seinen Körper mit diesem Passah-Brot identifizierte.
    Nun, mit dem ungesäuerten Brot ist eine spezielle Zeremonie verbunden, den wir die Afikomen-Zeremonie nennen. Sie beinhaltet eine spezielle Tasche, die es zwar in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen gibt, aber alle haben als Gemeinsamkeit drei Fächer. In jedes Fach legen sie einen Laib ungesäuertes Brot. Wir haben also eine Tasche mit drei Fächern, jedes Fach enthält einen Laib ungesäuertes Brot, aber jeder Laib Brot ist durch ein einfaches Tuch vom anderen getrennt. Im Ablauf gibt es dann einen Zeitpunkt, wo das Mittlere herausgenommen wird. Es wird in zwei Hälften gebrochen, ein Teil wird in ein leinenes Tuch gehüllt – es muss ein leinenes Tuch sein – und dann für eine Weile irgendwo verborgen. Einige Zeit später, in Zusammenhang mit dem dritten von insgesamt vier Glas Wein, wird es aus seinem Versteck hervorgeholt, ausgewickelt und herausgenommen und dann in Stücke gebrochen, um jedem Tischgenossen einen Teil davon zu geben. Und das ist der Mittelpunkt der Passah-Feier. Wir werden auf die Bedeutung später noch eingehen.
    Der zweite Hauptbestandteil des jüdischen Passahfestes heute ist der Wein. Jedermann trinkt vier Becher Wein und jeder Becher hat seinen eigenen Namen. Der erste Becher wird der Becher der Danksagung genannt. Er wird zu Beginn der Zeremonie getrunken, wo besondere lange Danksagungen vorgetragen werden. Der zweite Becher ist der Becher der Plagen. Er stellt die zehn Plagen dar, die auf Ägypten hernieder kamen. Und bevor jemand diesen zweiten Becher trinken kann, muss er zehn Tropfen daraus vergießen. Während er diese zehn Tropfen vergießt, verliest er die zehn Plagen. Erst dann kann er den zweiten Becher trinken. Der Grund für diesen Akt ist, dass das Trinken des Weines ein Zeichen der Freude ist, es aber Juden verboten ist, sich an dem Unglück anderer zu erfreuen, selbst wenn diese anderen unsere schlimmsten Feinde sind. So werden also als Zeichen der Trauer über den Verlust der Ägypter diese zehn Tropfen ausgeschüttet. Der erste und zweite Becher werden vor der Hauptmahlzeit getrunken. Nach der Hauptmahlzeit kommt dann der dritte Becher Wein, der der Becher der Errettung genannt wird. Im Judentum versinnbildlicht dies die körperliche Errettung in Ägypten, weil die Erstgeborenen aufgrund der Anwendung des Blutes vom physischen Tod freigekauft wurden. Der vierte Becher kommt gegen Ende der Zeremonie. Er wird der Becher des Lobpreises genannt. Im Zusammenhang damit werden Lobpreispsalmen gesungen, nämlich die Psalmen 113-118. Also das Brot und der Wein sind die Hauptbestandteile des Passah-Mahls. Es gibt aber noch viele weitere rabbinische Traditionen. Lasst mich noch ein paar wenige davon erwähnen.
    Bei den meisten der Feste gibt es besondere Schriftlesungen in der Synagoge. Für dieses hier wird das Hohelied Salomos gelesen, weil die Handlung dieses Buch im Frühjahr stattfindet, genau wie dieses Fest. Das ist auch die Zeit, wo man in Israel anfängt dafür zu beten, dass der Tau fallen möge, denn diese Feste hängen eng mit der israelitischen Agrarwirtschaft zusammen. Hier in Europa oder in den USA haben wir das ganze Jahr über Regen. Aber in Israel gibt es eine feste Regenzeit, und zwar zwischen Mitte Oktober und Mitte April. Das bedeutet natürlich nicht, dass es den Rest des Jahres über trocken wäre. Von Mitte April bis Mitte Oktober ist die Zeit des Taus. Und der Tau kommt regelmäßig, nämlich wenn Israels Weinstöcke voller Trauben sind. Das Passah markiert das Ende der Regen- und den Anfang der Tauzeit. So beginnt man also zum Passahfest dafür zu beten, dass die Zeit des Taus anfangen möge.

    5. Messianische Erfüllung
    Lasst uns nun zum fünften Teil gehen, der messianischen Erfüllung. Ich möchte hier vier Punkte ansprechen. Zuallererst etwas aus dem Alten Testament. Wir wollen uns Jesaja 53 anschauen. Dieses Kapitel ist die berühmte Textstelle über den Tod des Messias, allerdings ist sein Leiden dort in Bezug auf ein Lamm beschrieben. Lasst uns Vers 7 lesen: Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Der Gesamtzusammenhang – und der Vers 7 dient nur als ein Beispiel – weist darauf hin, dass, wenn der Messias kommt, er das endgültige Passahopfer sein wird.
    Das bringt uns zu einem weiteren Punkt, dem des Neuen Testaments, beginnend mit Johannes 1. Viermal verbindet das Neue Testament Jesus mit dem Passahlamm. Das erste Mal in Vers 29: Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das zweite Mal in den Versen 35-36: Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! Der Ruf des Johannes war dazu gedacht, den Messias dem jüdischen Volk bekannt zu machen. Als dieser Tag kam, hätte er zahlreiche andere Bekanntmachungen abgeben können. Er hätte sagen können: Das ist der Messias oder der Sohn Davids oder der Menschensohn oder Gottes Sohn oder viele andere ähnliche messianische Bezeichnungen gebrauchen können. Aber er nennt ihn einfach das Lamm Gottes. Wenn eine jüdische Seele diesen Ausdruck hörte, Lamm Gottes, dann würde sie dabei an zwei Dinge denken: An das Passahlamm aus dem zweiten Buch Mose und an das messianische Lamm aus dem Buch Jesaja.
    Die dritte Textstelle ist 1. Petrus 1, 18-19: Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes. Petrus verbindet Jesus auch mit einem Lamm, aber ganz besonders mit dem Passah-Lamm und er bestimmt dies Motiv noch genauer, indem er sagt, ohne Flecken und Makel. Das vierte Mal wird es in Offenbarung 5, 12 erwähnt: …die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob! Die Aussage dieser vier Textstellen ist, dass Jesus das Passahlamm Gottes ist. Wovon also das Alte Testament sagte, das der Messias es sein würde, davon sagt das Neue Testament, dass er es war.
    Nun, eine dritte Sache, die wir bemerken sollten, steht in 1. Korinther 5. Das Neue Testament verbindet Jesus nicht nur mit dem tatsächlichen tierischen Lamm, sondern auch mit dem Passahfest selbst. Das steht in Vers 7: Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. Die Aussage ist, dass Christus unser Passah für uns geschlachtet wurde und wir können sehen, wie er den ganzen Plan erfüllt hat. In der biblischen Praxis wurde das Lamm am 10. Tag des ersten Monats ausgesondert. An eben diesem Tag ritt Jesus auf einem Eselsfüllen in Jerusalem ein. Und dieses Einreiten nach Jerusalem war die Aussonderung des Lammes Gottes. Und vom 10. bis zum 14. Tag des Monats wurde das Passahlamm geprüft um sicherzustellen, dass es flecken- und makellos war. So wurde auch Jesus vom 10. bis zum 14. Tag geprüft. Er wurde durch vier verschiedene Gruppen jüdischer Führer geprüft, nämlich durch die Pharisäer, die Sadduzäer, die Schriftgelehrten und die Herodianer. Alle versuchten einen Makel zu finden. Aber nach diesen Tagen wurde er für flecken- und makellos befunden. Am Abend des 14. aß er das Passah-Mahl mit seinen Aposteln. Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr, am ersten Tag des Passahs, während im Tempel die besonderen Passah-Lämmer geschlachtet wurden, wurde auf einem Hügel außerhalb der Stadt das Lamm Gottes ans Kreuz genagelt. Das geschah beides zur selben Stunde. Nun durfte ja nach der biblischen Lehre dem Lamm kein einziger Knochen gebrochen werden und Johannes 19, 36 sagt uns auch, dass, während die Knochen der Mitgekreuzigten gebrochen wurden, dies bei Jesus nicht geschah.
    Nun, die letzte messianische Erfüllung finden wir in Lukas 22. In den Versen 14-16 lesen wir, wie Jesus beginnt, das Passahfest zu feiern und seinen Aposteln sagt, dass dies das letzte Mal sein wird, dass er dieses Fest begeht bis zu dem Zeitpunkt, da er es wieder mit ihnen feiern wird in seinem Königreich. Dann lesen wir die Verse 17-18: Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch! Denn ich sage euch: Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist. Das ist der Anfang der Feier und deshalb, wenn dort steht, er nahm den Becher, dann war es der erste der vier Becher Wein. Es wird auch gesagt, er sprach einen besonderen Dank darüber aus. Und der erste Becher wird der Becher der Danksagung genannt, wie wir schon erwähnten. Lasst uns nun Vers 19 lesen: Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Hier steht, dass er Brot nahm und seinen Leib mit diesem Passahbrot identifizierte. Wir sagten bereits vorher, dass das jüdische Gesetz drei Anforderungen an das Passahbrot stellte. Zuerst musste es ungesäuert sein und Sauerteig, wenn es als Sinnbild benutzt wird, ist in der Bibel immer ein Zeichen für die Sünde. Und der Körper Jesu war ungesäuert, also sündlos. Hätte er auch nur eine einzige Sünde begangen, hätte ihn das als Passahopfer untauglich gemacht. Aber er war der einzige Jude, der je gelebt hat, der das Gesetz in Perfektion eingehalten hat und dessen Körper vollkommen ungesäuert war. Zweitens musste das Brot Streifen haben und der Körper des Messias war durch die römische Peitsche auch gestreift. Jesaja 53 sagte voraus: . . durch seine Streifen sind wir geheilt worden. Und drittens musste es durchbohrt sein und der Körper des Messias war auf zweifache Weise auch durchbohrt. Erstens durch die Nägel in seinen Händen und Füßen und zweitens durch den Speer, der in seine Seite gestoßen wurde. Und Sacharja 12 weissagte von einem zukünftigen Tag, wenn Israel auf ihn blicken wird und es wird gesagt: . . und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben . . Also indem das Brot durchstochen, gestreift und ungesäuert war, stellte es ein einzigartiges Bild des Leibes Jesu dar.
    Nun, Jesus nahm das Brot. Aber welches Brot nahm Er? Das Mittlere, denn es heißt, er nahm und brach es. Das einzige Brot, das feierlich gebrochen wurde, war der mittlere Laib und das Brechen desselben ist ein Bild des Todes Jesu. Aber es gibt noch mehr zu dieser Zeremonie zu sagen. Erinnert euch, da gibt es eine Tasche mit drei Fächern und für uns messianische Juden steht dies für den dreieinigen Gott. Das Mittlere Brot, das herausgenommen wurde, ist ein Bild für die Fleischwerdung, als Gott in der Person Jesu Mensch wurde. Dann steht das Brechen des Brotes für den Tod und das Einhüllen in das Leinentuch repräsentiert die Tatsache, dass sein Körper, als er vom Kreuz genommen wurde, ebenso in leinene Tücher gehüllt wurde. Das Verbergen des Brotes für eine Weile ist ein Bild der Grablegung und das Hervorholen in Verbindung mit dem dritten Becher Wein repräsentiert die Auferstehung am dritten Tag. So sehen wir also in dieser Zeremonie das gesamte Evangelium Punkt für Punkt dargestellt.
    Dann lesen wir in Vers 20: Desgleichen [nahm er] auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Nun erwähnt Lukas einen anderen Becher. Diesmal ist es der dritte Becher. Wir wissen das, weil gesagt wird, er nahm den Becher nach dem Mahl. Die ersten beiden Becher kommen vor dem Mahl. Nach dem Mahl folgt der dritte Becher, genau der Becher, der als der Becher der Erlösung bekannt ist. Im Judentum stellt er die körperliche Erlösung der Erstgeborenen dar. Aber für die Gläubigen ist es ein Sinnbild der geistlichen Erlösung durch das Blut des Erstgeborenen Gottes. So wurde das erste Fest durch den Tod des Messias erfüllt.

    II. Fest der ungesäuerten Brote
    Alles klar, gehen wir zurück zu Leviticus 23. Das zweite Fest nennt sich das Fest der ungesäuerten Brote. Das finden wir in den Versen 6-8: Und am fünfzehnten Tag desselben Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote für den HERRN. Da sollt ihr sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen. Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung halten; da sollt ihr keine Werktagsarbeit verrichten, und ihr sollt dem HERRN sieben Tage lang ein Feueropfer darbringen. Am siebten Tag ist eine heilige Versammlung, da sollt ihr keine Werktagsarbeit verrichten.

    1. Biblische Verweisstellen
    Es gibt sechs Textstellen zu diesem Fest. In 4. Mose 28 listet er die speziellen Opfer für dieses Fest auf. Zu jedem Fest mussten ganz bestimmte Opfer dargebracht werden und das 4. Buch Mose betont ganz besonders diese Opfer. Im 5. Buch Mose, in Kapitel 16, hebt er besonders die totale Abwesenheit von Sauerteig hervor, kein Sauerteig im Haus, kein Sauerteig in der Stadt noch sonst irgendwo im Land Israel. Im zweiten Chronikbuch, Kapitel 30, wird erwähnt, dass König Hiskia dieses Fest gehalten hat. In Esra 6 wurde es gehalten, als die Juden aus Babylon zurückkehrten. In Hesekiel steht, dass dieses Fest im 1.000-jährigen Reich beobachtet werden wird. Und in Markus 14 lesen wir, dass Jesus selbst dieses Fest gefeiert hat.

    2. Namen
    Es gibt nur einen einzigen Namen für dieses Fest. Es heißt einfach das Fest der ungesäuerten Brote.

    3. Biblische Praxis
    Bezüglich der biblischen Praxis gibt es drei Dinge anzumerken. Es begann am 15. Tag des ersten Monats und dauerte sieben Tage. Zweitens waren der erste und der siebente Tag heilige Tage, an denen keine Arbeit erlaubt war. Und drittens durfte während dieser sieben Tage kein Sauerteig gegessen werden.

    4. Jüdische Praxis
    Die jüdische Praxis folgt der biblischen, es wird sieben Tage lang kein Sauerteig gegessen. Und jüdische Mütter haben gelernt, spezielle Mahlzeiten mit diesem ungesäuerten Brot zuzubereiten. Als ich in den USA aufwuchs und jeden Tag zur Schule ging, machte meine Mutter mir fürs Mittagessen immer ein Brot zurecht, aber während dieser sieben Tage selbstverständlich mit ungesäuertem Brot. Einmal hat sie dabei einen Fehler gemacht und hat zusätzlich Salat darauf gemacht. Also, vier Stunden später, als es Zeit war, das Brot zu essen, war es dermaßen aufgeweicht, dass man es nicht mehr essen konnte. Sie hat also gelernt, dass dieses Brot nur etwas für trockenen Belag ist, wie z. B. Salami. Die Juden benutzen es auch, um es mit Eiern zu mischen und essen dies zum Frühstück. Es gibt alle möglichen Arten, wie man das heutzutage essen kann. Selbst mit Schokolade wird es heute überzogen um es den jüdischen Kindern schmackhafter zu machen.

    5. Messianische Erfüllung
    Nun kommen wir zum letzten Punkt dieses Festes, der messianischen Erfüllung. Noch einmal, Sauerteig ist ein Symbol für die Sünde und die wichtigste Schriftstelle hierzu ist der Hebräerbrief, die Kapitel 9 und 10, wo der Schreiber die Opferung des sündlosen Blutes betont. Und ihr werdet bemerkt haben, dass die ersten beiden Feste eng miteinander verbunden sind. Es gibt einen Tag für das Passah, dem unmittelbar das Fest der ungesäuerten Brote folgt. So hängen sie also miteinander zusammen. Während das Passah durch Jesu Tod erfüllt wurde, liegt die Erfüllung des Festes der ungesäuerten Brote im Vergießen seines sündlosen Blutes. Und selbstverständlich hängen sein Tod und das Vergießen seines sündlosen Blutes unmittelbar zusammen. Also noch einmal, die grundlegende Erfüllung des Festes ist die Opferung seines sündlosen Blutes. Aber es gibt auch eine Anwendung für den Gläubigen. Das steht in 1. Korinther 5, 6-8: Euer Rühmen ist nicht gut! Wißt ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.
    Auch hier verbindet er das Passahfest mit dem Fest der ungesäuerten Brote. Und das Passah ist erfüllt durch seinen Tod, und so sagt er, Christus unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden. Nun, dass der Erstgeborene bewahrt wurde, lag nicht vor allem darin begründet, dass er ein Jude war, sondern wegen des Blutes des Lammes, das geschlachtet wurde. Aber das Vergießen des Blutes des Lammes allein hätte den Erstgeborenen immer noch nicht gerettet. Das Blut musste auf die Türpfosten gestrichen werden. Als Christus als das Passahlamm starb, bot er der ganzen Welt das Seelenheil an. Aber die Tatsache an sich, dass er für alle starb, rettet niemanden. Es bedarf der Anwendung des Blutes. Wenn jemand zum Glauben kommt, wird das Blut des Messias auf die Türpfosten seines Herzens angebracht und er wird neu in Gottes Familie hineingeboren.
    Wie auch immer, wir als Gläubige sündigen immer noch und Sauerteig kommt in unser Leben hinein und bricht die Gemeinschaft mit Gott. Da er ja an Gläubige schreibt, sagt er ihnen in Vers 7, sie sollen den Sauerteig ausfegen, und in Vers 8 sagt er ihnen, sie sollen das Fest auf eine ungesäuerte Weise, das heißt in Lauterkeit, begehen. Er sagt, das ungesäuerte Brot ist Lauterkeit und Wahrheit. Also müssen wir Gläubigen unser Leben vom Sauerteig reinigen. Und die Art und Weise, wie wir dies tun, steht in 1. Johannes 1, 9: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. So ist die Anwendung dieses Festes auf uns Gläubige, dass wir durch das Bekennen der Sünden unser Leben vom Sauerteig befreien und ein ungesäuertes geistliches Leben führen.
    Morgen früh werden wir dann die nächsten beiden Feste besprechen, die Erstlingsfrüchte und das Pfingstfest.

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