Der Sturm des Verrats

Teil 1 aus der Reihe „Begegne dem  Sturm“


Posted in Bayless Conley, Ermunterung, Schwierigkeiten, zwischenmenschliche Beziehungen and tagged , , , , with 1 comment.

Comments

  • Jule sagt:

    Begegne dem Sturm / Teil 1

    01.05.2011

    Pastor Bayless Conley

    Willkommen zur heutigen Sendung! Wir starten eine neue Serie. Wie wär’s, wenn Sie jetzt beschließen würden, sich nichts davon entgehen zu lassen? Der Titel ist: „Begegne dem Sturm“.

    Es ist doch klar, dass Sie noch nie Stürme durchstehen mussten. Nur einige Wenige erleben, dass ihr kleines Boot von den Stürmen des Lebens geschüttelt wird. Nein, wir alle erleben Stürme und Sie sind vielleicht gerade mitten drin und sind der Meinung, dass Ihr Boot demnächst untergehen könnte.

    Ich habe gute Nachrichten für Sie. Nehmen Sie sich, falls vorhanden, Ihre Bibel. Wir werden uns gemeinsam mit Gottes Wort beschäftigen. „Begegne dem Sturm“.

    Psalm 55:2-6 „Nimm zu Ohren, Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen! Horche auf mich und antworte mir! Ich irre umher in meiner Klage und muss stöhnen vor der Stimme des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen; denn sie wälzen Unheil auf mich, und im Zorn feinden sie mich an. Mein Herz bebte in meinem Innern, und Todesschrecken haben mich befallen. Furcht und Zittern haben mich erfasst, und vor Schreck bin ich wie gelähmt.“

    David beschreibt hier mit sehr anschaulichen Formulierungen, was er erlebt. Vielleicht sind Ihnen manche Begriffe vertraut: Innere Unruhe, die Stimme des Feindes, Bedrückung, Unheil, sie feinden mich an, mein Herz bebt, Todesschrecken, Furcht und Zittern, wie gelähmt. Seine Reaktion auf all diese Ereignisse in seinem Leben, die er lebhaft beschreibt, ist wirklich bemerkenswert. Psalm 55:7.

    Psalm 55:7-9 „Und ich sprach: Hätte ich doch Flügel wie die Taube, ich wollte hinfliegen und ruhen. Siehe, weithin entflöhe ich, würde nächtigen in der Wüste. „Sela“ Ich wollte eilen, dass ich Zuflucht hätte vor dem heftigen Wind, vor dem Sturm.“

    Mittendrin steht das Wort „Sela“. Das bedeutet, man soll näher darüber nachdenken. In der Amplified Bible steht folgende Formulierung: „Halt inne und denk in Ruhe darüber nach.“ Ich habe sehr viel darüber nachgedacht, wie David auf all diese Schwierigkeiten, die Bedrückung und die Gefühle der Überforderung reagierte. „Gott, hol‘ mich hier heraus! Wenn ich Flügel hätte, würde ich mich in Sicherheit bringen. Ich würde in die Wüste fliehen, wo mich niemand telefonisch oder per Brief erreichen oder bedrängen kann. Ich würde einfach all diese Schwierigkeiten hinter mir lassen.“ Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal so gefühlt: „Wenn ich Flügel hätte, wäre ich sofort auf und davon.“ So hat David reagiert.

    Vielleicht erleben Sie gerade einen heftigen Sturm in Ihrer Ehe. Sie sagten sich: „Ich wollte eilen, dass ich Zuflucht hätte vor dem Sturm.“ Vielleicht tobt ein massiver Sturm in Ihrer Familie oder im finanziellen Bereich. Vielleicht braut sich in Ihrer Firma etwas zusammen. Vor gut einem Monat sprach ich mit einer Frau aus unserer Gemeinde. Sie arbeitete in ihrem Bereich schon seit Jahrzehnten und ihr neuer Abteilungsleiter hatte es scheinbar auf sie abgesehen und machte ihr das Leben schwer.

    Schließlich graute ihr vor der Arbeit, die sie früher liebte. Bedrückung, Probleme an Ihrer Arbeitsstelle, vielleicht werden Sie gemobbt. Vielleicht geht es Ihnen körperlich schlecht. Sie sind mitten in einem Sturm.

    Ich möchte heute darüber sprechen, wie Sie dem Sturm begegnen können. Wir werden heute über zwei verschiedene Stürme sprechen, zwei unterschiedliche Stürme. Mit dem ersten, über den David hier spricht, wird man besonders schwer fertig. Es ist der Sturm des Verrats. David spricht davon, dass er sich überfordert fühlt, bedrückt ist, dass der Feind ihm Dinge zuflüstert, dass er unruhig ist und Angst hat. All das war die Folge des Verrats, den er erlebte. Bitte schauen Sie sich mit mir Psalm 55:13 an.

    Psalm 55:13-15 „Denn es ist nicht mein Feind, der mich schmäht; das könnte ich ertragen. Nicht mein Hasser tut groß gegen mich; vor dem wollte ich mich verbergen. Aber du bist es, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter! Dabei hatten wir innige Gemeinschaft miteinander, sind zum Haus Gottes gegangen mit der Menge.“

    „Ein enger Freund, ein Kumpel, ein Vertrauter – und wir gingen gemeinsam in die Gemeinde! Wir saßen dort nebeneinander. Wir sprachen ganz offen miteinander. Ich habe diesem Mann (oder dieser Frau) sehr Persönliches anvertraut! Er wusste, womit ich im Alltag zu kämpfen hatte. Ich habe es ihm anvertraut. Er kannte meine Träume. Sie kannte mich in- und auswendig und es hat mich jetzt kalt erwischt! Wenn es jemand anders, ein Feind, gewesen wäre, hätte ich das verstanden. Aber Du?“

    Deswegen war es so schwer und deswegen gebraucht David all diese Begriffe und sagt: „Wenn ich Flügel hätte, würde ich sofort verschwinden! Damit kann ich nur sehr schwer umgehen.“

    Ein alter Bekannter besuchte mich vor ein paar Jahren. Ich freute mich darüber, denn wir hatten uns lange nicht mehr gesehen. Wir waren eine Zeit lang ziemlich enge Freunde. Wir setzten uns zusammen und er erzählte mir, dass seine Ehe zerbrochen ist. Sie trennten sich erst und ließen sich dann scheiden. Dann erzählte er mir den Hauptgrund für alles. Er hatte gerade herausgefunden, dass einer seiner besten Freunde, ein Mentor und Leiter, mit dem er sehr engen Kontakt hatte und der sogar die Trauung mit durchführte, den er oft um Rat gefragt hatte und der in der gleichen Gemeinde gewesen war wie er – er fand heraus, dass dieser Freund, den ich auch kannte und zu dem wir beide Kontakt hatten – eine Affäre mit seiner Frau hatte. Und er sagte: „Bayless, ich musste mein ganzes Leben, die ganzen letzten Jahre, neu überdenken. Denn als ich Eheprobleme hatte, ging ich zu ihm, und er beriet mich im Hinblick auf meine Ehe. Er schläft mit meiner Frau, während er mir Ratschläge für meine Ehe gibt! Ich sagte ihm, was meine Frau stört und was generell los ist. Und ich denke, dass er das sofort umgesetzt hat, um meine Frau zu verführen. Sicher sagte er ihr dann: ‚Es ist nicht in Ordnung, wenn ein Mann sich so verhält. So und so sollte man mit dir umgehen.‘ Und er eroberte ihr Herz.“ Das war ein doppelter Verrat für ihn. Seine Frau und auch sein Freund hatten ihn auf diese Weise verraten. Es war sehr schwer, damit fertig zu werden.

    Gut, wie kann man einen solchen Sturm durchstehen? Ich denke an eine gemeinsame Freundin von Janet und mir. Sie hatte eine Geschäftspartnerin, zu der sie eine sehr enge Beziehung hatte. Sie gründete ein erfolgreiches Unternehmen, das auch in Einkaufszentren im ganzen Land Filialen eröffnete. Wenn ich den Namen nennen würde – viele von Ihnen waren bereits in den Läden. Ihre Geschäftspartnerin schöpfte alle Gelder ab und buchte sie auf ausländische Konten. Sie zog jeden Cent ab und sie selbst ging völlig leer aus. Das hat sie absolut umgehauen und sie hatte große Mühe, damit fertig zu werden. Was kann man schaffen? Psalm 55:17 – hören Sie, was David sagt.

    Psalm 55:17-19 „Doch ich schreie zu Gott, und der Herr wird mir helfen. Den ganzen Tag über klage und stöhne ich, bis er mich hört. Er rettet mich und gibt mir Sicherheit vor den vielen Feinden, nichts können sie mir anhaben!“

    Der Kampf richtet sich gegen Ihre Seele, gegen Ihre Emotionen. Bitte beachten Sie Folgendes.

    Während er darüber spricht, dass er erwartet, dass Gott ihn rettet und befreit, sagt er: „Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen.“ Offenbar ist das nicht durch ein Gebet in den Griff zu kriegen: „Ich glaube, dass ich es im Namen Jesu empfange, Amen.“, und das war’s. Er sagte: „Nein, ich betete morgens, ich betete mittags und ich schrie auch abends deswegen zu Gott.“ Denn manchmal, wenn so etwas geschieht – das kann die Beziehung zum Ehepartner, zu einem Geschäftspartner, einem engen Freund oder einem Verwandten betreffen – dann hat das tiefgreifende emotionale Auswirkungen, die nicht auf Anhieb verschwinden.

    Ich weiß noch, wie Corrie ten Boom erzählte, wie schwer es ihr fiel, den deutschen Aufsehern zu vergeben, die sie und ihre Schwester und die anderen Frauen in den deutschen Konzentrationslagern so brutal behandelt hatten. Manche der Frauen wurden vergewaltigt, sie mussten hungern und wurden geschlagen. Sie sprach ein paar Jahre später mit ihrem Pastor darüber und sagte: „Pastor, es fällt mir schwer, das zu vergeben. Immer wieder kommen Gefühle von Zorn und Bitterkeit in mir hoch.
    Ich habe ihnen vergeben und empfinde, als müsste ich es erneut tun.“ Er nahm sie mit auf den Glockenturm der Kirche, ergriff das Seil und zog kräftig daran. Die Glocke fing an, hin und her zu schwingen, der Klöppel berührte die Glocke und schlug immer und immer wieder dagegen. Sie läutete noch eine Zeit lang, aber dann ließ der Schwung nach und bald verstummte die Glocke. Und er sagte:
    „Corrie, manchmal gleicht die Vergebung dieser Glocke.“ Er sagte: „Wenn wir uns entscheiden zu vergeben, lassen wir das Seil los. Aber die Glocke klingt noch eine Weile in unserem Innern nach.

    Solange du nicht erneut nach dem Seil greifst, wird bald Ruhe einkehren.“

    Das Seil ergreifen bedeutet, alles immer wieder aufzuwärmen und darüber nachzudenken, wie man verraten wurde und das Geschehene weiterzuerzählen. Wissen Sie, manche ziehen seit 25 Jahren immer wieder an diesem Seil! Immer wieder erzählen sie, wie übel man ihnen mitgespielte und was passiert ist und wärmen das Ganze auf. Kein Wunder, dass sie ständig daran denken, dass sie Magenkrämpfe bekommen, Atemnot haben und dass sich negative Gefühle breit machen. Die Glocke konnte nie zur Ruhe kommen.

    Manchmal, nachdem Sie jemandem vergeben, denjenigen losgelassen und es Gott abgegeben haben, werden Sie erneut daran erinnert. Sie müssen sagen: „Gott, ich habe wirklich vergeben.

    Danke, dass Deine Gnade in meinem Leben wirkt. Ich möchte in Deiner Gegenwart bleiben.“

    Vielleicht müssen Sie die Sache am Abend erneut vor Gott bringen. Sie sprechen nicht erneut Vergebung aus. Das ist bereits geschehen. Aber Sie werden erneut mit Jesus darüber sprechen müssen – morgens, mittags und abends. Manchmal braucht es eine gewisse Zeit, bis diese Dinge in uns Ruhe geben.

    Wenn wir auf diese Weise beten, müssen wir das auf der Basis des Neuen Testaments tun, das besagt, dass wir vergeben müssen – dass wir in Liebe wandeln und vergeben müssen, so wie auch uns vergeben wurde. David hatte diese neutestamentliche Perspektive nicht. Wenn Sie andere Verse lesen, so sagt er: „Gott, töte sie und lass sie zur Hölle fahren!“ Vielleicht gefällt Ihnen Davids Version besser, aber wir leben zur Zeit des Neuen Testaments, also sagen wir: „Gott, ich vergebe ihnen und bitte erbarme Du Dich so über sie, wie Du mir vergeben und mir Gnade erwiesen hast.“ Schauen Sie sich jetzt Psalm 55:21 an, wo er Näheres über den Verräter sagt. Er sagt:

    Psalm 55:21-22 „Ach, mein ehemaliger Freund hat alle seine Freunde verraten und seine Versprechen gebrochen!

    Seine Worte sind honigsüß, aber im Herzen ist er voller Hass. Sein Gesicht ist freundlich, aber seine Worte verwunden wie Messerstiche.“

    Hier ist Davids Rat an uns und an jeden, der einen solchen Sturm durchstehen muss:

    Psalm 55:23 „Überlass alle deine Sorgen dem Herrn! Er wird dich wieder aufrichten; niemals lässt er den scheitern, der treu zu ihm steht.“

    Geben Sie Ihre Sorgen Gott ab. Die Amplified Bible sagt: „Wirf deine Last auf den Herrn, damit sie dich nicht mehr belastet.“

    Wissen Sie, meine Eltern sind heute hier und meine Schwester auch. Wir hatten nicht immer – ich sage „wir“, ich hatte nicht immer eine gute Beziehung zur Familie. Ich habe viele dumme Sachen gemacht. Und aufgrund meiner rebellischen Haltung und weil ich Drogen und reichlich Alkohol konsumierte, selbst als junger Teenager, torkelte ich oft, wenn ich nach Hause kam. Ich blieb tagelang weg und kam dann mitten in der Nacht völlig abgefüllt nach Hause. Wissen Sie, das brach ihnen das Herz. Dann zog ich aus und fand später heraus, dass sich meine Mutter fast jeden Abend in den Schlaf weinte. Vier Jahre lang hatte ich keinen Kontakt zu ihnen. Sie wussten, dass ich Drogen nahm und in schlechter Gesellschaft war. Meine Mutter kannte Jesus nicht. Niemand in unserer Familie war errettet. Aber sie glaubte an Gott und an die Bibel und kniete sich eines Abends hin und betete: „Gott, ich kann das nicht mehr aushalten. Das macht mich fertig! Ich gebe Bayless an Dich ab, Gott. Ich gebe Dir meinen Sohn.“ Sie sagt, es war, als würde ein riesiger Stein von ihr abfallen. Gott nahm ihr diese Last ab. Und ich sage Ihnen, Gott kann Ihnen das Gewicht Ihrer Lasten abnehmen. Wirf deine Last auf den Herrn. Sie werden erleben, dass Seine Kraft Sie trägt!

    Wissen Sie, diese Last, von anderen verraten worden zu sein, kann schier unerträglich sein. Jemand, der Ihnen nahe steht – der Ehepartner, ein Geschäftspartner, ein Freund oder Verwandter hat etwas Unfassbares getan und Sie verraten. Je länger Sie diese Last tragen, umso schwerer wird sie. Und Gott sagt: „Ich möchte dir wirklich helfen.“ Sie müssen sich an Ihn wenden. Sie müssen die Sache vor Gott bringen. Manche von Ihnen, wenn Sie diese geistlichen Kräfte nur sehen könnten, tragen schwere Lasten. Vielleicht müssen Sie sich hinknien, all das vor Gott bringen und sagen: „Gott, hier hast Du all das. Sie haben mich verletzt. Das hätten sie nicht tun sollen. Ich bin tief enttäuscht und, ehrlich gesagt, bin ich auch von Dir enttäuscht, weil Du das alles zugelassen hast.“ Wenn Sie wütend sind auf Gott und so über Gott denken, dann sollten Sie es Ihm sagen – Er weiß es ja ohnehin. Wissen Sie, Gott schätzt Ehrlichkeit. Legen Sie diese Last ab. Geben Sie sie Gott!

    Manche tun Folgendes: Sie geben sie Gott und sagen: „Gott, ich lege all das in Deine Hände.“ Sie reden mit Gott und sagen: „Gut, Herr, es war schön, mit Dir zu sprechen. Vielen Dank.“ Dann nehmen sie es wieder an sich und gehen weiter. Dann reden sie mit jemandem: „Weißt du, was mir der und der angetan hat?“ Schon dreht sich das Karussell wieder. Freund, wenn Sie es Gott abgeben, belassen Sie es dabei und nehmen Sie es nicht wieder an sich. Wenn Sie mittags wieder mit Ihm darüber sprechen müssen, tun Sie das. Sagen Sie: „Gott, ich danke Dir. Ich habe es Dir gegeben.

    Ich erhebe keinerlei Ansprüche mehr. Ich habe ihnen vergeben. Ich danke Dir, dass Du in meinem Innern wirkst.“ Und wenn sich diese Gefühle wieder breitmachen wollen, bevor Sie ins Bett gehen, bringen Sie die Sache erneut vor den Herrn: „Gott, danke, dass das in Deiner Hand ist. Ich habe es Dir gegeben. Du kümmerst Dich darum. Ich bin es los!“ Am nächsten Morgen müssen Sie vielleicht wieder mit Ihm darüber sprechen. Und der Teufel wird da sein und sagen: „Nimm es an dich, nimm es an dich! Du bist so sehr daran gewöhnt, komm schon!“ Weigern Sie sich, es wieder zu nehmen. Sie müssen es vielleicht längere Zeit immer wieder vor Gott bringen. David sagte: „Morgens, mittags und abends werde ich beten und heulen, denn es war ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter! Wir gingen zusammen zum Hause Gottes. Das hätte ich nie gedacht!“ Wissen Sie, wenn Sie das tun, wird die Glocke bald nicht mehr läuten. Und Sie werden sehen, wenn Sie wieder daran denken, werden Sie sagen: „Erstaunlich, die Magenkrämpfe sind weg! Ich fühle mich gut. Wow! Gott, das ist echt super. Ich bin wirklich frei!“

    Kommen wir zu einem weiteren Sturm, einem ganz anders gearteten Unwetter. Lassen Sie uns das Buch Jona anschauen, Kapitel 1. Viele kennen die Geschichte von Jona.

    Eine Frau predigte einmal – ich denke, es war auf einem Flohmarkt. Einige hörten ihr zu. Ein Atheist kam vorbei, stand eine Weile dabei und hörte ihr zu. Sie sprach über Jona. Und er sagte: „Hey, glauben Sie wirklich, dass Jona von einem Wal verschluckt wurde?“ Die Bibel sagt nicht, dass er von einem Wal verschluckt wurde, sondern von einem großen Fisch, aber sie sagte: „Ja.“ Er sagte:
    „Und was, wenn nicht?“ Sie sagte: „Nun, die Bibel sagt, dass es so war.“ Er sagte: „Was ist, wenn Sie in den Himmel kommen und Jona gar nicht dort ist?“ Sie sagte: „Dann müssen Sie ihm ihre Fragen stellen.“

    Ich glaube, dass Jona von einem großen Fisch verschluckt wurde. Lesen wir die Geschichte.

    Jona 1:1-5 „Und das Wort des Herrn geschah zu Jona, dem Sohn des Amittai: Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und verkündige gegen sie! Denn ihre Bosheit ist vor mich aufgestiegen. Aber Jona machte sich auf, um nach Tarsis zu fliehen, weg vom Angesicht des Herrn. Und er ging nach Jafo hinab, fand ein Schiff, das nach Tarsis fuhr, gab den Fahrpreis dafür und stieg hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weg vom Angesicht des Herrn. Da warf der Herr einen gewaltigen Wind auf das Meer, und es entstand ein großer Sturm auf dem Meer, so dass das Schiff zu zerbrechen drohte.

    Da fürchteten sich die Seeleute und schrien um Hilfe, jeder zu seinem Gott. Und sie warfen die Geräte, die im Schiff waren, ins Meer, um ihre schwierige Lage zu erleichtern. Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest.“

    Beachten Sie Folgendes: Als Jona sich entschloss, Gott nicht zu gehorchen und vor Gottes Auftrag zu fliehen, ging er immer weiter hinab. In Vers 3 steht, dass er nach Jaffo hinab ging – zu den Schiffen.

    Er fand ein Schiff, das nach Tarsis fuhr und stieg ins Unterdeck hinab. Dann heißt es, dass Jona sich hinlegte und fest schlief. Er verschlief das Reden Gottes. Ungehorsam Gott gegenüber bewirkt nichts Positives. Es geht immer weiter abwärts und man verliert dabei. Beachten Sie: Er beschließt, nach Tarsis, dem heutigen Spanien, zu fahren. Kein anderer Ort in der damaligen Welt war weiter von Ninive entfernt. Wenn Sie sich entschließen, von Gott wegzulaufen, stellt der Teufel immer Mittel und Wege bereit. Das Schiff lag da und wartete auf ihn. Es heißt, dass der Herr einen Sturm schickte.

    Wir werden uns fragen, warum. Wir sehen hier eine sehr wichtige Lektion. Vielleicht sagen Sie: „Das stimmt mit meiner Theologie nicht überein. Ich denke nicht, dass Gott jemals einen Sturm schickt.“

    Dann sollten Sie Ihre Theologie ändern, weil die Bibel sagt, dass der Herr den Sturm schickte.

    Sie segeln los, Jona bekennt den Seeleuten schließlich: „Nun, ich bin ein Prophet Gottes. Ich war Ihm ungehorsam, und wenn ihr wollt, dass der Sturm aufhört, dann werft mich ins Meer.“ Man kann den Sturm auch einfacher loswerden. Gehorchen Sie Gott einfach. Entscheiden Sie sich, zu tun, was Er möchte. Sie warfen Jona ins Meer. Der Sturm legte sich und der Herr ließ einen großen Fisch kommen, der Jona verschluckte. Ist Ihnen klar – als Jona sagte, sie sollten ihn ins Meer werfen und als er dann über Bord ging und im Meer landete, wusste er nicht, dass der Herr einen großen Fisch gesandt hatte. Jona dachte, dass er sterben würde. Jona war eher bereit zu sterben als Gott zu gehorchen. Allein Gottes Gnade sorgte dafür, dass der große Fisch dort war. Der Typ ist stur und er steigert sich darin sogar noch. Es heißt, dass er drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war. Und dann steht im zweiten Vers von Kapitel 2: „Und Jona betete…“. Offenbar will er wirklich nicht nach Ninive! Ich hätte schon gebetet, wenn ich über die Reling geflogen wäre! Ich hätte sofort intensiv im Geist gebetet. Jona wird vom Fisch verschluckt und: „Nein, nein, nein, nein, nein.“

    Schließlich, nach drei Tagen, zitiert er aus den Psalmen. Er kannte sie recht gut. Er zitiert viele fast wörtlich und sagt dann im Grunde: „Okay, Gott, ich tue das, was Du willst.“ Und Gott sorgt dafür, dass der Fisch Jona auf trockenes Land ausspuckt. Dann zieht er weiter nach Ninive, damals die größte Stadt der Welt, und predigt, dass die Stadt zerstört werden wird, wenn sie nicht umkehren. Wissen Sie was? Vom ärmsten Obdachlosen auf der Straße bis hinauf zum König kehrten alle um. Der König legte sein Gewand ab und kleidete sich in Sack und Asche. Und er befahl, dass selbst die Tiere – selbst den Tieren wurde Sack und Asche angelegt. Und für alle wurde ein Fasten ausgerufen. Sie fasteten und flehten mit aller Kraft zu Gott um Gnade. Schauen Sie, wie Gott auf ihr Flehen um Gnade reagiert. Jona 3:10.

    Jona 3:10 „Und Gott sah ihre Taten, dass sie von ihrem bösen Weg umkehrten. Und Gott ließ sich das Unheil gereuen, das er ihnen zu tun angesagt hatte, und er tat es nicht.“

    Schauen wir mal, wie Jona auf Gottes Barmherzigkeit reagiert. Jona 4:1.

    Jona 4:1-3 „Und es missfiel Jona sehr, und er wurde zornig. Und er betete zum Herrn und sagte: Ach, Herr! War das nicht meine Rede, als ich noch in meinem Land war? Deshalb floh ich schnell nach Tarsis!

    Denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und groß an Güte, und einer, der sich das Unheil gereuen lässt. Und nun, Herr, nimm doch meine Seele von mir! Denn es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich lebe!“

    Er sagt: „Gott, Du weißt, das ich nicht herkommen wollte, weil ich dachte, Du würdest ihnen vielleicht vergeben! Ich wusste doch, dass Du gut bist! Ich kannte Dein Mitleid. Auf meine Predigt hin könnten sie umkehren und Du würdest ihnen Gnade erweisen. Und ich wollte nicht, dass diesen Leuten Barmherzigkeit zuteil wird. Deswegen wollte ich nicht herkommen. Und jetzt bring mich einfach um, Gott, damit ich das nicht mit ansehen muss!“ Und dann setzt sich Jona vor der Stadt auf den Vorsprung eines Felsens und denkt: „Vielleicht ändert Gott ja seine Meinung und löscht sie aus.“

    Und der Herr ließ über Jona eine Pflanze aufwachsen, die ihm Schatten spendete. Und Jona freute sich über die Pflanze. Aber dann schickte der Herr einen Wurm, der die Pflanze befiel und sie zerstörte. Die Pflanze ging ein. Dann ließ der Herr einen heißen Ostwind aufkommen, der Jona zu schaffen machte. Und Jona ärgerte sich, dass die Pflanze eingegangen war. Gott sagt: „Jona, ist es richtig, dass du dich wegen der Pflanze ärgerst?“ Er sagt: „Ja, bis zum Tod!“ Und Gott sagte: „Du bist betrübt wegen dieser Pflanze, die an einem Tag gewachsen ist. Du hast sie weder gepflanzt noch bewässert oder dich um sie gekümmert. Sollte ich kein Mitleid mit dieser Stadt von über 120.000 Menschen haben, die nicht zwischen rechts und links unterscheiden können? Sie leben in geistlicher Finsternis, noch dazu ist dort viel Vieh. Hör zu: Das Vieh ist mehr wert als die Pflanze. Die Menschen sind wertvoller als die Pflanze. Sie sind nach meinem Ebenbild geschaffen.“

    Mein Freund, vielleicht wurden Sie verraten. Gott kann Ihr gebrochenes Herz heilen. Vielleicht sind Sie in einem Sturm wie Jona und Ihre Situation kann sich nur bessern, wenn Sie sagen: „Gott, in Ordnung, ich werde gehorsam sein.“ Denn vieles ist von Ihrem Gehorsam Gott gegenüber abhängig – in Ihrem eigenen Leben und im Leben derer, denen Sie in Seinem Auftrag dienen sollen. Unser Thema ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft, also müssen Sie nächste Woche wieder einschalten.

    Ich komme jetzt zum Schluss und möchte Ihnen noch sagen, dass Gott Sie liebt. Er liebt Sie leidenschaftlich – mehr als Sie je begreifen können. Vertrauen Sie Ihm Ihr ganzes Leben an, Sie werden es nie bereuen! Gott segne Sie.

Schreibe einen Kommentar