Zeigt dein Glaube bereits Auswirkungen?


Posted in Bayless Conley and tagged , , , , , , , , , , , with 2 comments.

Comments

  • Jule sagt:

    Zeigt dein Glaube bereits Auswirkungen? 1/2
    07.06.2014
    Pastor Bayless Conley

    Hallo! Schön, dass Sie eingeschaltet haben! Heute haben wir wieder ein sehr interessantes Thema vor uns. Wir werden uns mit dem Titusbrief beschäftigen. – Der Apostel Paulus hatte viele Menschen für Jesus gewonnen und viele Gemeinden gegründet, aber nur drei Männer nannte er seine „Söhne im Glauben“. In der ganzen Bibel wurden nur drei Männer vom Apostel Paulus als „Sohn im Herrn“ bezeichnet. Der eine war Timotheus, der zweite war Onesimus und der dritte war Titus. Und wir wollen heute über einige Punkte aus dem Titusbrief nachdenken, die eine ganz praktische Hilfe für unser Leben sein können. Für unsere Gemeinde war die Beschäftigung mit diesem Thema sehr interessant. Also holen Sie Ihre Bibel raus und am besten auch etwas zu schreiben.

    Wenn Sie die Bibel auf Ihrem iPad oder auf Ihrem Computer haben und ein Programm für Notizen, dann machen Sie das startklar. Und jetzt lassen Sie uns in den Text einsteigen! Vorher möchte ich aber noch dafür beten, dass Sie sich einfach ein bisschen Zeit nehmen um gemeinsam Gottes Wort den ersten Platz bei uns einzuräumen. Wir wollen uns wirklich darauf konzentrieren und Ihm erlauben, Wurzeln in unserer Seele zu schlagen. Beten Sie mit?

    Vater, bitte hilf uns, heute Dein Wort zu verstehen. Bitte schenk uns dazu offene Augen, Ohren und Herzen. Und, Vater im Himmel, wir wollen nicht nur einfach dem zustimmen, was Dein Wort sagt, sondern wir wollen Dein Wort in unserem Leben umsetzen. Wir wollen Täter Deines Wortes sein und wir halten uns an Dein Versprechen, dass Du uns dafür segnen willst. –

    Sind Sie bereit? Ganz bestimmt werden Sie heute irgendetwas mitnehmen können, das Ihnen hilft und das Sie in die Praxis umsetzen können. Gut, dann wenden wir uns jetzt dem Titusbrief zu. Seien wir Hörer und Täter von Gottes Wort.

    Das Buch Titus ist eine so genannte Epistel, ein Brief im Neuen Testament. Wenn man die neutestamentlichen Briefe liest, ist das in gewisser Weise so, als würde man die Post eines anderen Menschen lesen. Man bekommt Einsichten über den Schreiber, aber auch über die Gemeinde oder Gemeinden, an die diese Briefe gerichtet waren. Gleichzeitig findet man aber praktische Hinweise für die Kirche und für das eigene Leben. Wie es in der Bibel heißt: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung und so weiter. Und auch wenn der Brief an eine Gemeinde von vor ungefähr 1900 Jahren geschrieben wurde, gilt der Inhalt uns heute noch genauso.

    Natürlich gibt es immer kulturelle Feinheiten im Hinblick auf die Empfänger und es ist gut, diese Feinheiten zu kennen. Insgesamt aber ist die Bibel von Gott inspiriert und enthält deshalb auch für unsere Zeit Leben von Gott. Der Titusbrief wurde ca. 66 n. Chr. vom Apostel Paulus an einen jungen Gemeindeleiter namens Titus geschrieben. Er zählt zu den Hirtenbriefen von Paulus, zusammen mit und 2. Timotheus, die ebenfalls als Hirtenbriefe bezeichnet werden. Diese Briefe heißen deshalb so, weil es in ihnen um die Aufgaben geht, die ein Mensch hat, der „Hirte“ oder Pastor einer Gemeinde ist. Titus und Timotheus hatten beide eine Leitungsfunktion in der Kirche und beide waren durch Paulus zum Glauben gekommen. Interessant ist, dass durch die Predigten von Paulus zwar unzählige Menschen zum Glauben gekommen waren, aber nur drei Männer nannte er seine Söhne. Nur drei Männer trugen diese Bezeichnung. Vielleicht wäre es für Sie ja einmal interessant, dem Leben dieser drei Männer selbst näher auf den Grund zu gehen. Der eine war Titus, der zweite war Timotheus und der dritte war Onesimus. Er wird an verschiedenen Stellen erwähnt, vor allem natürlich im Philemonbrief. Das Besondere an den Hirtenbriefen ist, dass sie an Einzelne gerichtet sind. In ihnen geht es darum, wie eine Gemeinde organisiert sein sollte und was ihre Aufgabe ist. Sie erklären, wie man, je nach Begabung und Charakter, die richtigen Mitarbeiter für die verschiedenen Aufgaben auswählt. Einige dieser Kriterien werden wir uns genauer anschauen. Interessant ist: Wenn Gott Vorgaben macht, was jemand für eine bestimmte Aufgabe mitbringen muss, steht die Begabung weit unten auf der Liste. Es gibt vielleicht ein oder zwei Hinweise auf die Begabung, aber eine Menge Vorgaben für den Charakter einer Person. Leider wurde das heutzutage in der Kirche ins Gegenteil verkehrt. Wenn jemand begabt ist, übersehen wir leicht den Charakter. Aber in den Briefen finden wir 12 oder 13 Aussagen über den Charakter und vielleicht ein oder zwei über die Begabung. Paulus schreibt in seinen Briefen an Titus und Timotheus also über diese und eine Reihe anderer Dinge. Viel Wert legt er auch auf ihre persönliche Integrität. Der Titusbrief ist also ein Hirtenbrief, aber er wird manchmal auch „Buch der guten Werke“ genannt, weil das eines der Hauptthemen darin ist. Dazu wollen wir uns einige Stellen genauer anschauen. Es sind längst nicht alle, aber doch einige Verse, in denen es um die guten Werke geht. Dann werden Sie verstehen, warum dieser Brief so genannt wird.
    Titus 2:7. Da schreibt Paulus:

    Titus 2:7
    „… indem du in allem dich selbst als ein Vorbild guter Werke darstellst! In der Lehre beweise Unverdorbenheit, würdigen Ernst…“

    Vers 14 im gleichen Kapitel:
    „Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken.“

    Titus 3:1
    „Erinnere sie, staatlichen Gewalten und Mächten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein.“

    Vers 8, in Kapitel 3:
    „Das Wort ist gewiss; und ich will, dass du auf diesen Dingen fest bestehst, damit die, die zum Glauben an Gott gekommen sind, darauf bedacht sind, sich um gute Werke zu bemühen. Dies ist gut und nützlich für die Menschen.“

    Und dann Vers 14 im gleichen Kapitel:
    „Lass aber auch die Unseren lernen, sich für die notwendigen Bedürfnisse um gute Werke zu bemühen, damit sie nicht unfruchtbar seien!“

    Okay. Eifrig in guten Werken, bereit zu guten Werken, sich um gute Werke bemühen – gute Werke, gute Werke, gute Werke. Aber Paulus macht Titus gegenüber auch sehr deutlich, dass durch gute Werke niemand gerettet wird. Schlagen wir einmal Kapitel 3, ab Vers 4 auf:

    Titus 3:4-5
    „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Retter-Gottes erschien, rettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.“

    Gute Werke retten uns nicht. Sie sind wichtig. Sie werden in diesem Brief immer wieder erwähnt und Titus sollte all das der Gemeinde vermitteln, der er vorstand. Aber gute Werke sind die Folge der Erlösung durch Jesus Christus und nicht ihr Ursprung. Gute Werke sind das Ergebnis der Errettung, nicht das Mittel zur Errettung. Denken wir nur an Kornelius, von dem in Apostelgeschichte 10 die Rede ist. Dort heißt es, er und sein ganzes Haus waren gottesfürchtig. Er hatte echten Respekt, echte Achtung vor Gott und vermittelte das auch der ganzen Hausgemeinschaft. Die Bibel sagt, er betete regelmäßig und spendete großzügig für die Armen. Dieser Mann hatte ein gutes Herz. Er betete so ernsthaft, dass seine guten Werke und seine Gebete vor Gott im Himmel kamen. Er fürchtete Gott, war großzügig und betete, aber er kannte Jesus noch nicht. Ein Engel kam zu ihm und sagte: „Hol Simon Petrus her. Er ist am Meer. Er wird kommen und dir sagen, wie du und deine Hausgemeinschaft gerettet werden könnt.“

    Rettung geschieht durch Gnade und Glauben, nicht durch Werke, damit niemand sich selbst rühmt.

    Dieser Brief war also an Titus gerichtet, der damals auf der Insel Kreta lebte. Paulus schrieb den Brief höchstwahrscheinlich irgendwo in Mazedonien, und zwar an alle Gemeinden auf Kreta. Dort gab es eine ganze Reihe von Gemeinden, die schon etwas länger existierten. Sie waren nicht mehr ganz neu. Sie waren schon etwas weiter entwickelt, etwas etablierter. Titus selbst war Grieche; seine Eltern waren keine Juden. Er hatte durch Paulus zum Glauben an Jesus gefunden und war viel mit ihm herumgereist. Als Paulus und Barnabas zum Apostelkonzil nach Jerusalem reisten, nahmen sie Titus mit. Er war ihr Beweis, dass ein Nichtjude allein durch den Glauben an Jesus gerettet werden konnte – ohne das Gesetz, ohne die Beschneidung.

    Bitte merken Sie sich diese Stelle und schlagen Sie mit mir den Galaterbrief auf. Wir wollen noch etwas mehr über Titus erfahren. Galater 2. Das ist von großer Bedeutung, nicht nur, weil der Brief an Titus gerichtet war, sondern auch im Blick auf die Kirchengeschichte. Galater 2, ab Vers 1. Dort schreibt Paulus:

    Galater 2:1-3
    „Darauf, nach vierzehn Jahren, zog ich wieder nach Jerusalem hinauf mit Barnabas und nahm auch Titus mit. Ich zog aber einer Offenbarung zufolge hinauf und legte ihnen das Evangelium vor, das ich unter den Nationen predige, den Angesehenen aber besonders, damit ich nicht etwa vergeblich laufe oder gelaufen wäre. Aber nicht einmal Titus, der bei mir war, wurde, obwohl er ein Grieche ist, gezwungen, sich beschneiden zu lassen.“

    Wir lesen das und fragen uns, was so außergewöhnlich daran ist. Aber das war eine ganz große Sache. Bitte schlagen Sie einmal Apostelgeschichte 15 auf. Das ist der entsprechende Text zu dem, was wir gerade in Galater gelesen haben. Apostelgeschichte 15, und zwar ab Vers 1:

    Apostelgeschichte 15:1
    „Und einige kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht gerettet werden.“

    Bis hierher. Paulus und Barnabas waren gerade von ihrer ersten Missionsreise zurückgekehrt. Sie waren in der nicht jüdischen Welt, hatten Gemeinden gegründet und Menschen zu Jesus geführt. Jetzt waren sie wieder in ihrer Heimatgemeinde in Antiochia. Das war größtenteils eine nichtjüdische Gemeinde. Dort tauchten Besucher aus Jerusalem auf und fingen an, den jungen Christen dort zu erzählen: „Ihr seid keine richtigen Christen. Ihr denkt, ihr seid gerettet, aber das stimmt nicht. Ihr müsst erst noch beschnitten werden. Ihr müsst das Gesetz des Mose einhalten. Wenn nicht, seid ihr keine richtigen Christen und nicht von Gott angenommen.“ Ab Vers 2 heißt es dann:

    Apostelgeschichte 15:2-6
    „Als nun ein Zwiespalt entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, ordneten sie an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen sollten wegen dieser Streitfrage. Sie nun erhielten von der Gemeinde das Geleit, durchzogen Phönizien und Samaria und erzählten die Bekehrung derer aus den Nationen; und sie machten allen Brüdern große Freude. Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie von der Gemeinde und den Aposteln und Ältesten aufgenommen, und sie verkündeten alles, was Gott mit ihnen getan hatte. Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die gläubig waren, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten. Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen.“

    Es ist das Gleiche, was wir im Galaterbrief lesen. Offenbar hatte Paulus Titus als den lebenden Beweis mitgebracht, dass auch Nichtjuden zum Glauben an Jesus kommen konnten, ohne vorher beschnitten zu werden. (Das ist keine angenehme Vorstellung für einen erwachsenen Mann!) Sie konnten Christen sein, ohne das Gesetz des Mose einzuhalten. Diese Männer, die aus Jerusalem gekommen waren, wurden als „Judaisierer“ bekannt. Sie sagten, ohne das Gesetz des Mose sei es unmöglich, zu Jesus zu gehören. Sie sagten, man müsse das Gesetz einhalten, sich beschneiden lassen und Jude werden, und erst dann, nur auf dem Weg des Judentums, könne man zu Jesus kommen und ein echter Christ werden. So gingen sie also nach Jerusalem. Und hier in Kapitel 15 wird das erste so genannte Apostelkonzil beschrieben. Jakobus war der Vorsitzende. Offenbar war er der Gemeindeleiter, der leitende Älteste der Jerusalemer Gemeinde. Wenn man weiter liest, sieht man, dass er offenbar auch das letzte Wort zu sprechen hatte. Und das Ergebnis war: Nichtjuden können gerettet werden, auch ohne beschnitten zu sein und das Gesetz zu halten. Das ist so bedeutsam, weil es Millionen von Nichtjuden betraf. Wenn das nicht passiert wäre, wäre die Gemeinde des Herrn Jesus bis heute eine kleine jüdische Sekte geblieben. Die Frage der Gesetzlichkeit wurde hier ein für alle Mal geklärt. Das war ein Wendepunkt in der Kirchengeschichte und Titus war der Beweis. Dieser Mann muss also ein wirklicher Ausnahme-Christ gewesen sein. Später wurde Titus so etwas wie der Krisenmanager von Paulus. Paulus schickte ihn zu Gemeinden, die moralische Probleme und Leitungsprobleme hatten. Titus musste dort dann Ordnung herstellen und Probleme ausräumen. Er wurde nach Korinth geschickt, als es dort Probleme mit der Moral gab – und das war keine Lappalie!
    Ein Mann hatte eine Affäre, eine sexuelle Beziehung mit seiner Stiefmutter, die er ganz offen in der Gemeinde zur Schau trug. Und niemand unternahm etwas dagegen. Alle hatten Angst, daran zu rühren. Und Paulus sagte: „Darunter leidet die ganze Gemeinde. Wenn diese Sache nicht bereinigt wird, wird bald die ganze Gemeinde in Unmoral verfallen.“ Und wen schickt er los, um das Problem zu beseitigen? Er schickt Titus. Außerdem soll er in Korinth auch noch eine Geldspende für die verarmte Gemeinde in Jerusalem abholen.

    Bitte schlagen Sie einmal den 2. Korintherbrief auf. Keine Angst, wir kommen noch zu Titus. 2. Korinther 7. 2. Korinther, das 7. Kapitel. Schauen wir doch einmal nach, an wen dieser Brief gerichtet war. Hier spricht Paulus die Gemeinde in Korinth an. Er erwähnt anerkennend, dass sie für ihre

    Untätigkeit in Bezug auf die Sünde Buße getan haben und sie haben die Situation, das moralische Problem, im Großen und Ganzen in Ordnung gebracht. Und wir lesen Kapitel 7, ab Vers 13, wo Paulus schreibt:

    1. Korinther 7:13-15
    „Deswegen sind wir getröstet worden. Außer unserem Trost aber freuten wir uns noch viel mehr über die Freude des Titus, denn sein Geist ist durch euch alle erquickt worden. Denn wenn ich ihm etwas Rühmendes über euch gesagt habe, so bin ich nicht zuschanden geworden; sondern wie wir alles in Wahrheit zu euch geredet haben, so ist auch unser Rühmen vor Titus Wahrheit geworden; und sein Herz ist euch besonders zugetan, wenn er an euer aller Gehorsam denkt, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern empfangen habt.“

    Offenbar hatte die Gemeinde in Korinth großen Respekt vor Titus gewonnen und Paulus hatte ebenfalls großes Vertrauen zu ihm. In Kapitel 8, Vers 23 schreibt er:

    2. Korinther 8:23
    „Sei es, was Titus betrifft, er ist mein Gefährte und in Bezug auf euch mein Mitarbeiter; seien es unsere Brüder, sie sind Gesandte der Gemeinden, Christi Herrlichkeit.“

    Er ist mein Gefährte, mein Mitarbeiter. Er ist ein Bote – wörtlich: ein Apostel – für die Gemeinden. In 2. Korinther 12 finden wir noch etwas mehr dazu. Wir lesen ab Vers 15. Paulus schreibt:

    2. Korinther 12:15-18
    „Ich will aber sehr gern alles aufwenden und mich aufopfern für eure Seelen. Wenn ich euch also noch mehr liebe, werde ich dann weniger wiedergeliebt? Doch es sei: Ich habe euch nicht belastet; weil ich aber schlau bin, habe ich euch mit List gefangen. Habe ich euch etwa durch einen von denen übervorteilt, die ich zu euch gesandt habe? Ich habe Titus gebeten und den Bruder mit ihm gesandt.
    Hat etwa Titus euch übervorteilt? Sind wir nicht in demselben Geist gewandelt? Nicht in denselben Fußspuren?“

    Können Sie sehen, welches Vertrauen der Apostel Paulus Titus entgegenbringt? Er schreibt über ihn:
    „Er ist mein Gefährte; er ist mein Mitarbeiter. Er hat mich ermutigt und euch hat er auch ermutigt. Und ich weiß, dass er euch nicht ausgenutzt hat, so wie ich euch auch nicht ausgenutzt habe.“ Paulus hatte sich sehr in Titus investiert und das Gleiche sollen wir auch bei anderen Menschen tun. Nun nimmt man an, dass Paulus zwischen seiner ersten und zweiten Haft in Rom mit Titus nach Kreta segelte und Titus dort ließ, um in der Gemeinde Missstände zu beseitigen und Ordnung zu schaffen. Dieser Brief wurde etwas später verfasst. Und jetzt gehen wir zurück zum Titusbrief. Zur Orientierung: Kreta ist eine große Insel im Mittelmeer, südöstlich von Griechenland gelegen. Sie ist etwa 260 Kilometer lang und an der breitesten Stelle etwa 60 Kilometer breit. Damals lebten die Bewohner dieser bergigen Insel vom Fischfang und von der Schifffahrt. Kreta war außerhalb von Israel wahrscheinlich der erste Ort, an dem das Evangelium gepredigt wurde. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass am Pfingsttag der Heilige Geist kam. Die 120 versammelten Jünger gingen hinaus auf die Straße und jeder redete in einer fremden Sprache. Die Menschen sagten: „Die sind betrunken. Was machen die Schwachköpfe da?“ Aber Petrus stand auf und predigte von Jesus. Und es wird genau aufgezählt, welche Menschen an dem Tag zum ersten Mal das Evangelium hörten. Sie hörten die erste Predigt der ersten Gemeinde von einem Mitglied dieser ersten Gemeinde. Also, Petrus predigte an diesem Pfingsttag und er predigte von Jesus. Und in der Bibel heißt es ausdrücklich, dass auch Bewohner der Insel Kreta anwesend waren. Sie hörten Petrus in ihrer eigenen Sprache reden. Ganz sicher haben sie diese Botschaft mit auf die Insel Kreta genommen. – Falls Sie mitschreiben, die Bibelstelle ist Apostelgeschichte 2:11.

    Von antiken Schreibern erfahren wir auch, dass die Kreter für ihre Habgier bekannt waren, für ihre Aggressivität – sie stritten gern -, für ihre Liebe zum Alkohol und für ihr gewohnheitsmäßiges Lügen. Im Griechischen gab es sogar ein besonderes Verb für „lügen“. Es hieß „kretanisieren“ und bedeutete, dass jemand log. Dort auf Kreta waren nun aber Menschen zum Glauben an Jesus gekommen. Es gab eine Gemeinde. Offenbar waren aber viele der Gemeindemitglieder hitzköpfig und widerspenstig. Nur jemand ganz Besonderes konnte sie in den Griff bekommen. Und wen schickt Paulus? Titus. In Titus 1 heißt es ab Vers 12:

    Titus 1:12-13
    „Es hat einer von ihnen, ihr eigener Prophet, gesagt: Kreter sind immer Lügner, böse, wilde Tiere, faule Bäuche. Dieses Zeugnis ist wahr. Aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie im Glauben gesund seien.“

    Paulus lässt Titus also dort und später schrieb er ihm den Brief, den wir gerade lesen. Wer von Ihnen wäre gern Pastor der Gemeinde dort gewesen? Titus hatte jede Menge zu tun. Beginnen wir in Vers 1. Am besten lesen wir Vers 1 bis 4, und zwar aus folgendem Grund: Ich möchte die vier Verse hintereinander lesen, weil sie im griechischen Text ein einziger Satz sind. Paulus hatte es nicht so mit der Zeichensetzung.

    Titus 1:1-4
    „Paulus, Knecht Gottes, aber Apostel Jesu Christi nach dem Glauben der Auserwählten Gottes und nach der Erkenntnis der Wahrheit, die der Gottseligkeit gemäß ist, in der Hoffnung des ewigen Lebens – das Gott, der nicht lügt, vor ewigen Zeiten verheißen hat; zu seiner Zeit aber hat er sein Wort offenbart durch die Predigt, die mir nach Befehl unseres Retter-Gottes anvertraut worden ist -, Titus, meinem echten Kind nach dem gemeinsamen Glauben: Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserem Retter!“

    Okay, nehmen wir die Verse ein bisschen auseinander. Am Anfang bezeichnet sich Paulus als Knecht oder Sklave Gottes. Das griechische Wort dafür ist „doulos“; das bedeutet, dass jemand sich ganz und gar dem Willen eines anderen unterstellt hat. Es ist jemand, dessen Wille ganz vom Willen eines anderen vereinnahmt wurde. Darin ist auch der Gedanke enthalten, dass man total von dem abhängig ist, dessen Willen man sich unterstellt hat und dem man dient. Paulus sagt also über sich: „Ich bin ein Sklave von Jesus Christus. Mein Wille ist, Seinen Willen zu tun. Meine Interessen sind nebensächlich neben Seinen Interessen. Ich bin voll und ganz von Ihm abhängig.“ Noch bevor Paulus sich als Nächstes als Apostel vorstellt, sagt er, dass er ein Sklave ist und sich ganz an Gott ausgeliefert hat und ganz von Gott abhängig ist.

    Viele Menschen unserer Zeit hätten gern einen Titel wie Apostel, Bischof oder etwas Ähnliches. Viele Menschen wollen Macht, aber sie wollen sich nicht zuerst ausliefern. Aber in Gottes Reich führt der Weg nach oben erst einmal nach unten. Wer demütig vor Gott wird, den macht Gott groß. „Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.“ Leider lieben viele Menschen die Macht, aber Diener zu sein passt ihnen nicht. Jesus sagte: „Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen.“ Er sagte zu Seinen Jüngern: „Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein.“

    Ich hoffe, dass Sie etwas aus der Predigt mitnehmen konnten, das Ihnen hilft. Bitte schalten Sie auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn wir weiter über den Titusbrief reden. – Ich möchte aber noch eine kurze Bemerkung loswerden. Wenn Ihnen diese Sendung geholfen hat, wenn Sie etwas für Ihren Glauben gewonnen haben, wenn Sie etwas mitnehmen konnten, dann überlegen Sie doch einmal, ob Sie das nicht auch anderen Menschen ermöglichen wollen. Ich glaube, manchmal nehmen die Menschen einfach an, dass wir jede Menge Geld haben. In Wirklichkeit müssen wir aber Gott jeden Tag vertrauen. In manchen Regionen der Welt mussten wir die Sendung sogar absetzen, weil wir sie nicht mehr finanzieren konnten. Danach bekamen wir unzählige Briefe von den Menschen in diesen Regionen, die uns fragten: „Warum gibt es die Sendung nicht mehr? Sie hat uns so viel bedeutet, und jetzt haben wir nichts mehr.“ Da dachte ich darüber nach, warum uns nicht mehr Zuschauer wie Sie unterstützt haben? Wir reden hier nicht besonders oft über Geld und ich glaube, deshalb gehen viele einfach davon aus, dass wir genug haben. Aber wir müssen an dieser Stelle auch Gott vertrauen. Wir werden im Glauben an Gott mit diesem Projekt vorangehen. Es entspricht einfach nicht meiner Natur und dem, was wir glauben, hier große Spendenaufrufe zu machen. Dieses Fernsehprojekt ist vermutlich das größte Projekt meines Lebens. Aber wir können nur weitermachen, wenn wir von den Zuschauern unterstützt werden. Und wenn Sie es bisher noch nicht tun, vielleicht möchten Sie ja damit anfangen? Ihre Unterstützung kann helfen, dass Menschen in Ihrer Region oder in anderen Regionen der Erde durch unsere Sendungen Gottes Wort hören. Wir senden in Hunderte von Ländern und vielen Sprachen, damit noch viele Menschen das Evangelium kennen lernen. Bitte helfen Sie uns dabei! – Bis zum nächsten Mal.

  • Jule sagt:

    Zeigt dein Glaube bereits Auswirkungen? 2/2
    14.06.2014
    Pastor Bayless Conley

    Hallo und herzlich willkommen! Heute geht es weiterhin um den Titusbrief. Titus ist einer der drei Männer, die der Apostel Paulus im Neuen Testament als seine Söhne bezeichnet. Die beiden anderen waren Timotheus und Onesimus. Sie waren die einzigen Personen, die Paulus seine Söhne im Glauben nannte. Der Titusbrief hat uns viel zu sagen. In den USA wird diese Sendung am Vatertag ausgestrahlt, also einen herzlichen Gruß an alle Väter hier in den USA! Liebe Väter, Sie sind so wichtig – Sie sind die Säulen der Gesellschaft. Seien Sie die Väter, die Sie sein sollen. Und wenn Sie diese Sendung nicht in den USA anschauen – für Sie ist trotzdem Vatertag. Unser himmlischer Vater schaut auf uns und lächelt dabei. Sie sind von Gott geliebt, das sollten Sie wissen. – Am besten holen Sie jetzt Ihre Bibel und etwas zu schreiben oder wenn Sie eine Bibel auf Ihrem Computer haben, dann eben das. Stellen Sie sich darauf ein, ein paar Notizen zu machen, denn sicher können Sie einige praktische Tipps für Ihr Leben aus unserer Sendung mitnehmen. Und weiter geht’s mit dem Titusbrief!

    Ich möchte Ihnen noch einmal diesen Vers vorlesen, jedenfalls in Auszügen. Wie gesagt, diese Verse sind eigentlich ein einziger Satz und deshalb hängt alles miteinander zusammen. Paulus schreibt: „Ich bin ein Sklave von Jesus Christus, aber auch ein Apostel. Ich bin von Gott zu denen geschickt, die Gott auserwählt hat, und ich soll die Wahrheit verbreiten, die zu einem richtigen Leben führt – und das alles aufgrund der Hoffnung auf das ewige Leben.“ Ich lese noch einmal nach einer anderen, neueren Übersetzung: „Ich bin… dazu berufen, die von Gott Auserwählten in ihrem Glauben zu unterstützen und die Wahrheit zu verbreiten, die zum Glauben führt. Diese Wahrheit schenkt die Hoffnung auf ewiges Leben.“ Der Auftrag von Paulus war es, den Glauben von Gottes Kindern zu stärken und die Wahrheit zu verbreiten, die ihnen helfen würde, ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Und dann sagt er „in der Hoffnung des ewigen Lebens“, wörtlich: „auf Hoffnung“, also auf dem Fundament des ewigen Lebens. Wissen Sie, Glauben zu haben und so zu leben, wie Gott es will, ist Zeitverschwendung, wenn es kein ewiges Leben gibt. Alles ruht auf diesem Fundament. Also sagte Paulus: „Mein Auftrag als Apostel ist es, den Glauben der Christen zu stärken und Gottes Wahrheit zu verbreiten. Wenn die Menschen diese Wahrheit verstehen, können sie aufgrund der Hoffnung auf das ewige Leben so leben, wie Gott es will.“ An einer anderen Stelle schrieb Paulus an die Korinther:

    „Wenn Jesus nicht von den Toten auferweckt wurde, wenn es kein ewiges Leben gibt, dann sind wir die bemitleidenswertesten Menschen überhaupt.“ Dann sollten wir einfach drauflos leben, denn wenn wir sterben und danach nichts mehr kommt, wenn wir tot sind wie Tiere und nach dem Grab nichts kommt, kein Leben danach, dann verschwenden wir nur unsere Zeit! Aber die Wahrheit ist: Wir verschwenden unsere Zeit nicht. Es gilt, den Himmel zu gewinnen und die Hölle zu meiden. Es gibt ein Leben, das ewig weitergeht, nachdem das physische Leben endet.

    Wenn ich über solche Dinge nachdenke, denke ich immer an Salomo. Erst heute habe ich im Buch Prediger gelesen. Salomo war der weiseste Mensch, der vor dem Neuen Testament lebte. Aber bei all seiner Weisheit, bei all seinen Leistungen war die Wahrheit des ewigen Lebens und der Neugeburt für ihn ein Geheimnis. Das Neue Testament spricht immer wieder davon: dass Gottes Sohn gekreuzigt und von den Toten auferweckt wurde, dass die Menschheit dadurch in eine Beziehung zu Gott treten und ewiges Leben bekommen kann. Dieses Geheimnis war in Gott verborgen, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war.

    In den nächsten Versen unseres Textes ist ebenfalls die Rede davon. Es war ein Geheimnis. Wenn man an Salomo denkt und das Buch Prediger liest, das von ihm stammt, liest man darin immer wieder:
    „Es hat keinen Wert. Alles ist vergeblich! Es ist wie den Wind greifen zu wollen.“ Es würde sich lohnen, einmal das ganze Kapitel 2 zu lesen, aber zum Vorlesen ist es jetzt zu lang. Salomo sagt dort: „Ich
    war auf der Suche nach Antworten für das Leben, also probierte ich dies und jenes aus.“ Er sagte: „Ich erkundete die Musik und sammelte die besten Sänger der Welt, Sänger, die das Herz erfreuen, und ich sammelte alle möglichen bekannten und unbekannten Musikinstrumente.“ Der weiseste Mann der Welt testete alle musikalischen Möglichkeiten in allen Dimensionen aus. Er beschäftigte sich mit Kunst und Literatur und all diesen Dingen, die er nacheinander auflistet. Er packte riesige landwirtschaftliche Projekte an. Er studierte die Natur. Er studierte Naturwissenschaften und Philosophie und sogar Humor. Er testete aus, welches Vergnügen der Wein ihm bringen konnte. Er unternahm riesige Bauprojekte und sammelte Reichtum an wie kein Mensch vor ihm. Er sagte: „Ich sammelte seltene Dinge, die nur die Könige der Welt hatten. Ich probierte jedes sexuelle Vergnügen aus.“ Und am Ende sagte er: „Es ist alles vergeblich und nichtig, denn wenn ich, der weise Mann, sterbe, bin ich genauso tot wie der Narr. Alles ist vorbei, und weiter gibt es nichts.“

    Liebe Freunde, eines kann ich Ihnen sagen: Sie können jedem erdenklichen sexuellen Vergnügen nachgehen; Sie können Abenteuer erleben und sich eine Weinsammlung anlegen und bis an die Enden der Erde reisen und große, edle Taten tun – aber ohne das neue Leben in Jesus Christus ist alles umsonst. Sie werden in all diesen Dingen keine Antworten finden. Und Sie haben weder die Mittel noch die Möglichkeiten, alle diese Dinge auszuprobieren und auch nicht den genialen Geist, um alles in allen Dimensionen auszutesten wie Salomo. Deshalb sagte Paulus: „Ich bin als Bote, als Apostel gesandt, um die Menschen in ihrem Glauben an Gott zu stärken und ihnen die Wahrheit zu vermitteln, die zu dem Leben führt, das Gott sich von uns wünscht. Und das Fundament für all dies ist das ewige Leben. Nur dadurch lohnt sich das alles!“ Es zahlt sich aus, ein Leben zu führen, das Gott gefällt und Gott zu vertrauen – weil es ein Leben nach dem Tod gibt. Liebe Freunde, wir leben weiter und immer weiter!

    Lesen wir noch einmal Vers 2: „In der Hoffnung auf das Fundament des ewigen Lebens, das Gott versprochen hat, der meistens die Wahrheit sagt… nein, „das Gott, der nicht lügen kann, versprochen hat“! Wer ist der Lügner? Der Teufel. In Johannes 8:44 heißt es, Satan ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Aber schon vor Beginn der Zeit versprach Gott das ewige Leben. Er kann nicht lügen. Wer von Ihnen würde sein komplettes Leben auf das Versprechen setzen, dass, wer den Sohn hat, auch das Leben hat – wer aber den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht? Dass, wer an den Herrn Jesus Christus glaubt, gerettet wird? Wer glaubt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat und dass, wer Ihn als Herrn bekennt, gerettet wird? – Und Gott kann nicht lügen. Er hat es versprochen. Okay; was ist mit den anderen Versprechen, die Gott gegeben hat? Glauben Sie es, wenn es heißt:
    „Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut“? Glauben Sie, wenn Sie Ihre Bitten mit Dank vor Gott bringen, dass Gottes Frieden dann Ihr Herz und Ihren Verstand in Christus Jesus bewahrt? Glauben Sie, wenn es heißt: „Mein Gott wird euch aus seinem Reichtum, den wir in Christus haben, alles geben, was ihr braucht“? Glauben Sie, dass Kranke sich erholen, wenn Christen ihnen die Hände auflegen? Glauben Sie es, wenn Jesus sagt: „Klopft an, und euch wird geöffnet; sucht, und ihr werdet finden; bittet, und es wird euch gegeben“? Glauben Sie, dass Sie das, was Sie im Gebet erbitten, auch bekommen, wenn Sie es im Glauben erwarten?

    Das sind Gottes Verheißungen. Er hat nicht gelogen, sie sind wahr. Gott kann nicht lügen. Es ist Ihm unmöglich zu lügen. Wir müssen uns keine Sorgen machen. Überlegen Sie einmal. Ich könnte Sie nicht dazu bewegen abzustreiten, dass es einen Himmel gibt. Sie waren noch nie dort, haben ihn nie gesehen, aber Sie glauben es, weil es in der Bibel steht. So müssen wir mit allen Verheißungen Gottes umgehen. Gott, der nicht lügen kann, hat es versprochen. Kein Grund zur Sorge.

    Es gab früher mal diesen Autoaufkleber… ich habe schon lange keinen mehr gesehen, aber darauf stand: „Gott hat’s gesagt. Ich glaube es. Darauf kommt es an.“ Gott, der nicht lügen kann, hat ein Versprechen gegeben, bevor die Zeit begann. Vers 3:

    Titus 1:3
    „Zu seiner Zeit (oder zur rechten Zeit) aber hat er sein Wort offenbart (oder deutlich werden lassen) durch die Predigt, die mir nach Befehl unseres Retter-Gottes anvertraut worden ist.“

    Wie gesagt, die Aussagen hier sind alle miteinander verknüpft. Gott hat Sein Wort offenbart – damit ist die Verheißung des ewigen Lebens gemeint, von der in Vers 2 die Rede ist. Gott hat Sein Wort durch die Predigt offenbart. Mit anderen Worten, wenn wir Gottes Rettung verkündigen, werden Menschen gerettet. Gott gibt ein Versprechen, jemand verkündigt es, Gott bestätigt es. Gott hat Sein Wort durch die Predigt sichtbar gemacht. Gott verspricht das ewige Leben, jemand verkündigt es, Gott bestätigt es.

    Ich glaube, manchmal unterschätzen wir, welche Macht Gottes gepredigtes Wort hat. In Markus 16 trug Jesus Seinen Jüngern auf: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der
    ganzen Schöpfung! Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben“ und so weiter. „Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“ Sie predigten es, Gott bestätigte es. Und auch heute noch bestätigt Er, was Er verspricht, wenn es verkündigt wird. Das gilt für Errettung, für Heilung, für Frieden – es gilt für das gesamte Evangelium. Nun hatte Gott Paulus auf der Straße nach Damaskus beauftragt, die Gute Nachricht von Jesus zu verkündigen. Er sollte die Nichtjuden aus der Finsternis ins Licht bringen, aus der Macht Satans unter die Macht Gottes. Aber Gott hat auch uns aufgetragen, das Evangelium zu verkündigen und alle Menschen zu Jüngern zu machen. Wir haben den gleichen Auftrag und Gott wird Sein Wort bestätigen, wenn wir es verkündigen.

    Einmal kam ein Mann in eine Gemeinde, in der ich Hilfsprediger war. Er war Straßenprediger und sprach über Evangelisation und wie man Menschen für Jesus gewinnen kann. Er erzählte viele wunderbare Geschichten und wir alle waren ganz begeistert. Dann sagte er: „Okay. Wer von euch kommt mit mir mit und probiert es aus?“ Vorher hatte er davon gesprochen, an Straßenecken zu predigen. Und ich dachte: „Ich kann es ja mal probieren.“ Ich hob die Hand. Dann schaute ich mich um und fast niemand sonst meldete sich. Ich glaube, drei von uns gingen mit ihm mit. Wir gingen an eine Straßenecke in der Nähe der Kirche. Ich will ganz ehrlich sein… die Sache war mir wahnsinnig unangenehm. Dann sagte er: „Okay, Bayless.“ Ich sagte: „Nein. Zeig mir erst, wie das geht.“ Also stellte er sich an die Ecke und predigte eine Weile, einfach so, ohne Publikum. Autos hielten an der roten Ampel, ließen die Scheiben herunter, hörten ihm zu und fuhren weiter. Das ging circa fünf Minuten so. Dann sagte er: „Jetzt bist du dran.“ Und ich wünschte mir, ich wäre nicht mitgekommen, aber ich dachte mir: „Wenigstens einmal muss ich es machen.“

    Am Ende habe ich es mehrmals gemacht, aber das war das erste Mal. Also begann ich, an der Straßenecke zu predigen, einfach so. Ich sprach von Gottes Verheißung: „Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ Und ich erzählte biblische Geschichten darüber, wie Gott rettet. Autos hielten an der roten Ampel an, kurbelten die Scheiben herunter und wenn die Ampel grün wurde, fuhren sie weiter. An der Tankstelle gegenüber hörten die Autofahrer zu, während sie tankten – und fuhren dann weiter. Ich predigte vielleicht acht oder neun Minuten und dann fragte ich: „Will jemand sein Leben Jesus anvertrauen?“
    Es war keiner da – aber plötzlich kamen sechs Personen hinter einem Zaun hervor. Sie hatten mir zugehört. Die sechs kamen hinter dem Zaun hervor, knieten sich mit mir auf den Fußweg, beteten und vertrauten ihr Leben Jesus an. Die ganze Sache war mir sehr unangenehm; ich hatte so etwas noch nie gemacht. Sie konnten mich nicht sehen und ich sie nicht, aber wissen Sie was? Wenn Gottes Wort gepredigt wird oder wenn wir es einfach weitersagen, macht sich Gott an die Arbeit.

    Jemand erzählte einmal, wie eine Freundin ihn gebeten hatte, ihren Vater zu besuchen, der in einem Hotel in der Stadt übernachtete. Also telefonierten die beiden Männer und machten aus, sich in der Hotellobby zu treffen. Die Freundin hatte ihn gebeten, mit ihrem Vater, der kein Christ war, über Jesus zu sprechen. Die beiden Männer unterhielten sich also. Und mitten im Gespräch – und vielleicht war es ein wenig zu früh – sagte der Freund: „Ihre Tochter hat mich angerufen und sie hat mich gebeten, Sie zu besuchen und mit Ihnen zu sprechen. Und in der Bibel steht, wer glaubt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, und Jesus als Herrn bekennt…“ Der Vater der jungen Frau sagte: „Ich bin nicht interessiert. Bitte entschuldigen Sie die Umstände.“ Damit war das Gespräch zu Ende. „Wer glaubt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, und Jesus als Herrn bekennt…“ Peng! Aus, Ende. Und der Vater stand auf, ging durch die Hotellobby zum Aufzug und fuhr hinauf zu seinem Zimmer. Der Freund dachte sich: Was für eine Zeitverschwendung! Ein paar Tage später rief ihn die Tochter wieder an: „Danke für dein Gespräch mit meinem Vater. Er wurde gerettet!“ Der Freund sagte: „Was?“ „Ja!“ sagte die junge Frau. „Er ging in sein Zimmer und dachte die ganze Nacht über das nach, was du über Gott und Jesus und den Glauben und das Bekennen gesagt hattest. Und er ärgerte sich, dass er dich nicht hatte ausreden lassen. Er wollte wissen, was passiert, wenn man das alles tut!“ Sie sagte: „Mein Vater dachte immer weiter darüber nach und schließlich entschied er, dass er tatsächlich glaubte, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Also kniete er neben seinem Bett nieder und bekannte Jesus als seinen Herrn. Und dann passierte etwas. Bei einem Anruf erzählte er mir: Gott ist in mein Leben gekommen, als ich diese Worte gesagt habe!“

    Was bedeutet das? Gott offenbart Sein Wort, wenn wir es weitersagen, wenn wir predigen. Manchmal brauchen wir nur den Mut, auf die andere Seite des Raumes zu gehen und kurz mit jemandem zu sprechen. Wie können Menschen an jemanden glauben, von dem sie noch nie gehört haben? Wie können sie ohne Prediger hören? Wie kann jemand predigen, ohne gesandt zu sein? Also sende ich Sie heute aus und wünsche Ihnen viele eindeutige Gelegenheiten.

    Zum Beispiel, wenn Sie nachher essen gehen. Vielleicht kommt Ihnen ja der Gedanke, mit dem Kellner oder der Kellnerin über Jesus zu sprechen. Dann hat sicher Gott Ihnen diesen Gedanken gegeben, denn der Teufel wird uns nicht ermuntern, mit Menschen über Jesus zu reden. Aber wenn wir von Gott reden, handelt Gott. Er bestätigt und offenbart Sein Wort, das wir verkündigen. Gott gibt ein Versprechen, jemand macht es bekannt, jemand anderes glaubt es und Gott geht ans Werk. Wir müssen das Evangelium predigen. Die Bibel sagt, dass wir Botschafter Christi sind. Wir sollen den Menschen sagen, dass sie durch den Tod und die Auferstehung von Gottes Sohn mit Gott versöhnt sind. In Jeremia 1:13 heißt es, dass Gott über Sein Wort wacht, um es auszuführen. Wenn wir Gottes Wort weitersagen, sieht Gott das. Er wacht über Sein Wort, um es auszuführen, in die Tat umzusetzen, zu offenbaren. Aber wir müssen rausgehen und es anderen Menschen weitersagen! In Vers 4 sagt Paulus: „Titus, meinem echten Kind nach dem gemeinsamen Glauben“. Ein echtes Kind.

    Paulus hatte ihn für Christus gewonnen. Der gemeinsame Glaube ist der gemeinsame Glaube aller Christen. Und dann sagt er: „Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserem Retter!“ Im Grunde heißt das: „Genau das will Gott dir, Titus, und allen christlichen Gemeinden in deiner Gegend vermitteln: Gnade und Frieden.“ Nicht Gericht, Gesetz und Angst.

    Wenn es in Ihrer Religion nur um Gericht, Gesetz und Angst geht, haben Sie nicht das richtige Evangelium; oder vielmehr: Es ist gar nicht das Evangelium, denn Evangelium bedeutet „Gute Nachricht“. Gnade, Barmherzigkeit, Frieden. Gnade bringt Rettung. Sie sorgt dafür, dass wir bekommen, was wir nicht verdient haben. Barmherzigkeit sorgt dafür, dass wir nicht bekommen, was wir verdient haben. Barmherzigkeit bringt Vergebung, Reinigung und Heilung. Und Frieden – Frieden mit Gott und von Gott. Ich glaube, Gottes Botschaft an Seine Kirche ist auch heute noch: „Gnade, Barmherzigkeit und Frieden von Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus.“ Gott möchte Ihnen heute ein Wort mit auf den Weg geben, nämlich Gnade. Barmherzigkeit. Frieden. – Bitte schließen Sie jetzt einen Moment die Augen und lassen Sie uns beten.

    Danke, Herr. All das bekommen wir – Gnade, Barmherzigkeit und Frieden – wenn wir Jesus Christus als Retter annehmen. Herr, wir sind dankbar für alles, was Du für uns getan und uns geschenkt hast. Danke, dass es nicht vergeblich ist, Dir zu vertrauen und gerecht zu leben, weil Du das Fundament des ewigen Lebens bist. Jesus, Du bist für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden. Du kommst wieder, um die zu belohnen, die sich für Dich entschieden und Dir gedient haben. Danke für Deine Güte, die Himmel und Erde in Bewegung setzt, um jeden auf diesem Planeten zu erreichen, der sich nach Dir sehnt. Herr, wir glauben, dass Du durch Deinen Geist und Deine Möglichkeiten jeden mit Deiner Wahrheit erreichen kannst, der Dich kennenlernen will. Ich bitte Dich für jeden, der mir heute zuhört. Wenn jemand Dir noch nicht sein Leben anvertraut hat, wenn Dich jemand noch nicht als Herrn und Retter kennen gelernt hat, dann bring denjenigen heute in eine Beziehung zu Dir.

    Ich möchte Ihnen ein einfaches Gebet vorsprechen. Es wird nur Auswirkungen für Sie haben, wenn Sie ganz dahinter stehen. Wenn Sie Ihr Leben noch nicht Jesus anvertraut haben oder wenn Sie von Ihrem Weg mit Gott abgekommen sind, dann ist es Zeit, zu Ihm zu kommen und Ihm zu vertrauen. In dieses Gebet möchte ich auch ein Versprechen an Gott einschließen, nämlich nicht nur Sein Kind zu werden, sondern auch Ihm zu dienen. Es gibt keine Vollmacht, der nicht zuerst der Dienst vorausgegangen ist. Und wenn Sie so mit Gott in Beziehung treten wollen, dann beten Sie das Gebet einfach von ganzem Herzen mit. Sagen Sie:

    Gott, danke für das ewige Leben. Danke, dass Du Deinen Sohn Jesus Christus geschickt hast, um für die Sünden der ganzen Welt zu bezahlen. Ich glaube, dass Er von den Toten auferstanden ist. Und ich treffe heute eine Entscheidung. Ich sage Ja zu Dir. Bitte rette mich. Jesus, bitte sei mein Herr. Ich überlasse Dir mein ganzes Leben und halte nichts zurück. Du sollst über mein Leben bestimmen; ich ordne mich Dir ganz unter. Ich möchte Dir und Deinen Kindern dienen. Darum bitte ich in Deinem Namen. Amen.

    Haben Sie gerade das Ende meiner Predigt gesehen? Ich habe Menschen eingeladen, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Das machen wir in jedem unserer Gottesdienste. Es spielt keine Rolle, ob es in der Predigt um das Thema Ehe ging, um Kindererziehung, um Geld oder einfach um die Gute Nachricht von Jesus, wir geben unseren Besuchern am Ende immer die Gelegenheit, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Die Prinzipien der Bibel sind ewig gültig. Wenn man sie anwendet, funktionieren sie. Aber nur nach den Prinzipien zu leben, ohne eine Beziehung zu Gott zu haben, ist sehr kurzsichtig.
    Denn Fakt ist: Wir sind nur für kurze Zeit auf diesem Planeten. Im Jakobusbrief heißt es, unser Leben ist wie ein Hauch, der kurz zu sehen ist und dann verschwindet. Nehmen Sie einmal eine Spraydose und sprühen Sie. Schauen Sie sich den Sprühnebel an und sehen Sie, wie schnell er sich auflöst. Das ist Ihr Leben. Auf der Skala der Ewigkeit sind Sie nur einen Augenblick hier und dann sind Sie fort.
    Und die wichtigste Frage, die wir in diesem Leben beantworten müssen, ist: Wo werde ich die Ewigkeit verbringen? Jesus kam, um uns mit dem Vater zu versöhnen. Er hat Sein Blut für unsere Sünden vergossen. Er wurde am dritten Tag von den Toten auferweckt; und die Bibel sagt, wenn wir das glauben und Jesus offen als unseren Herrn bekennen, dann bringt Gott uns in eine Beziehung mit Ihm und schenkt uns Erlösung. Wenn Jesus Christus bisher noch nicht Herr Ihres Lebens ist, wäre heute der richtige Tag, das zu ändern. Jesus wird Sie nicht wegschicken. Und wissen Sie was? Er ist für die Ewigkeit da, aber auch für das Hier und Jetzt. Das können Sie erleben, wenn Sie sich an Ihn wenden. – Bis zum nächsten Mal.

Schreibe einen Kommentar