Nicht schlecht über den anderen sprechen

aus dem 1. Teil der Reihe „Die 10 Gebote für die Ehe“

es geht darum, wie wir über den Partner reden und dass Mann und Frau unterschiedliche Bedürfnisse und Arten der Kommunikation haben


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Comments

  • Jule sagt:

    Das Zweite Gebot finden wir in Vers 7. Gott sagt: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht.“

    Mit anderen Worten: „Wenn du eine gute Beziehung zu mir haben willst, dann sprich gut von mir.“ Achten Sie auf Ihre Worte. Der Begriff „nichtig“ bedeutet leer, bedeutungslos, unaufrichtig, ohne den nötigen Respekt. Wenn wir gedankenlos oder leichtfertig von jemandem sprechen, geht uns der Respekt vor demjenigen verloren. Es verändert nicht den anderen, sondern uns und unseren Blick auf den anderen. Manche Menschen sprechen viel zu lässig und respektlos von und mit Gott. Und auch das lässt sich auf die Ehe übertragen. Genau genommen gibt es in der Ehe wenige Dinge, die solche Auswirkungen haben wie Worte. Und auch dazu hatte Janet einiges zu sagen. Schauen wir noch einmal an die Leinwand.

    Janet Conley auf Video: Ich glaube, beides ist wichtig. Ein Mann braucht Respekt und Bewunderung und Anerkennung und das müssen wir Frauen auch aussprechen. Manchmal denken wir es nur, aber wir müssen es ihm auch sagen. Aber aus der Perspektive der Frau möchte ich sagen, dass das für mich auch wichtig ist. In der Bibel steht, dass Jesus die Gemeinde durch Gottes Wort reingewaschen hat. Man kann Gottes Wort beten, aber es ist auch wichtig, dass es einem zugesagt oder geschrieben wird. Worte sind wichtig. Ich meine, ich habe immer noch Karten von Bayless, die ich immer wieder lese. Ich weiß nicht, das hat eine besondere Wirkung auf die Seele einer Frau. Es hilft ihr, aufzublühen und so zu sein, wie Gott sie gemeint hat.

    Bayless Conley: Die Karten, die sie eben erwähnt hat – einige davon sind uralt. Ich habe sie ihr vor Jahren geschrieben. Es überrascht mich, dass sie sie aufgehoben hat. Ich bin von Natur aus eher nicht redselig. Das nehmen Sie mir wahrscheinlich nicht ab, weil Sie mich immer nur reden hören. Aber wenn ich nicht gerade auf der Kanzel stehe, rede ich nicht besonders viel. Deswegen sind meine Worte umso wichtiger für meine Frau. Ich muss an meiner Kommunikation arbeiten. Manche Menschen haben die Gabe des Redens – ich nicht. Also muss ich daran arbeiten, vor allem in meiner Ehe. Sie hat tatsächlich immer noch Karten, die ich ihr vor Jahren geschrieben habe! Ich habe ein paar romantische Zeilen geschrieben, und sie hebt die Karte immer noch auf… Verraten Sie es nicht meiner Frau, aber wenn sie mir eine nette Nachricht schreibt, lese ich sie, freue mich und werfe die Karte in den Papierkorb. Das heißt nicht, dass die Nachricht mir nichts bedeutet! Aber wenn Sie mir schreiben, mache ich das genauso. Nehmen Sie mir’s nicht übel. – Also: Worte sind besonders für Frauen unglaublich wichtig.

    Neulich habe ich über etwas gesprochen, das ich gern noch einmal wiederholen möchte. Als Gott Adam erschaffen hatte, gab es noch keinen anderen Menschen. Gott erschuf Adam und gab ihm eine Aufgabe. Adam sollte den Garten bewachen und bearbeiten. Wenn er Schwierigkeiten oder Probleme hatte, konnte er nur mit Gott darüber reden. Oder er musste die Sache mit sich selbst ausmachen und selbst eine Lösung finden. Ich glaube, Männer sind größtenteils so veranlagt. Wenn sie im Leben auf ein Problem stoßen, sprechen sie entweder mit Gott darüber oder machen es mit sich selbst aus. Normalerweise sagen sie nichts, bis sie das Problem gelöst haben. Wenn sie den Mund aufmachen, dann nur deswegen, weil sie eine Lösung gefunden haben. Aber Gott wirft diese Methode über den Haufen. Er erschafft die Frau und das Erste, was er ihr gibt, ist eine Beziehung. Deswegen will eine Frau, wenn sie im Leben auf ein Problem oder eine Schwierigkeit stößt, meistens zuerst darüber reden. Und so laufen dann auch die Gespräche ab. Wenn ein Mann und eine Frau über etwas sprechen, dann hört eine Frau nicht eher auf zu reden, bevor sie nicht eine Lösung gefunden hat. Das Reden gehört zum Lösungsprozess. Und wir als Männer hören uns gerade so viele Fakten an, dass wir eine Lösung präsentieren können. Die Frau redet immer noch, aber wir haben schon abgeschaltet. Bei uns drehen sich jetzt die Rädchen im Kopf. Wir lächeln und nicken und denken nach. Und dann unterbrechen wir sie und sagen: „Okay, du solltest Folgendes machen.“ Und sie unterbricht sich kurz, sagt: „Oh, okay“ und redet weiter. Wir denken: „Dann stimmte wohl etwas an der Lösung nicht“, und Schwups, ziehen wir uns in uns selbst zurück. Wir denken: „Dann ist es vielleicht etwas anderes.“ Und wir präsentieren ihr die nächste Lösung. Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich veranlagt. Und das Reden ist unglaublich wichtig für Frauen. In den vielen Jahren Seelsorge habe ich so viele Geschichten gehört… !

    Die häufigste Klage von Frauen über ihre Männer ist, dass er nicht redet. Er kommt heim und ist so kommunikativ wie die Haustür. – Sicher haben Sie das, was ich gleich sage, schon einmal gehört… die genauen Zahlen habe ich nicht vor mir. Der Durchschnittsmann redet pro Tag ungefähr 25.000 Wörter, die Durchschnittsfrau ungefähr 75.000. Ich weiß nicht, wer solche Statistiken macht, aber etwa so sehen die Zahlen aus. Der Mann kommt von der Arbeit und hat vielleicht schon 24.550 seiner Wörter verbraucht. Aber die Frau – besonders, wenn sie mit den Kindern daheim ist – hat erst 700 Wörter gesprochen und zwar hauptsächlich: „Nein!“ … oder: „Finger weg!“ Sie sehnt sich also nach Kommunikation. Er kommt hundemüde nach Hause und will sich nicht unterhalten und sie muss sich noch 74.000 Wörter von der Seele reden. Also muss er lernen, ein guter Zuhörer zu sein und sich am Gespräch zu beteiligen. Sonst gehen die beiden einfach zu Bett und spätestens am zweiten Abend hat sie 150.000 Wörter übrig. Am vierten Abend haben sich bei ihr 300.000 Wörter angestaut. Lassen Sie das einen Monat laufen und sie hat den gesamten Brockhaus auf Lager. Und wenn das jahrelang so geht, dann will sich ihre Frau die ganze Frankfurter oder Leipziger Bibliothek von der Seele reden – aber bisher hatte sie keine Gelegenheit dazu. Deswegen ist es so wichtig, Männer, dass wir lernen, mit unseren Frauen zu sprechen und darauf zu achten, was wir sagen. Davon redet Gott hier. Lernen Sie, gut von Ihrem Ehepartner zu sprechen. Bauen Sie den anderen mit Ihren Worten auf. Seien Sie großzügig mit Lob. Im Jakobusbrief heißt es, unsere Worte sind wie das Steuer eines Schiffs. Das Steuer bestimmt, in welche Richtung das Schiff fährt. Und unser Leben steuern wir mit den Worten, die wir sagen.

    Vor Kurzem gab es hier in der Gegend ein Unglück. Ich habe um einige Ecken von dieser Geschichte erfahren, aber sie stand sicher auch in den Zeitungen. In den Nachrichten habe ich sie verpasst. Also, ein junges Ehepaar – ich glaube, die beiden waren sogar frisch verheiratet – war mit einem kleinen Boot unterwegs. Sie waren hier an der kalifornischen Küste unterwegs und kollidierten mit einem größeren Schiff; ich meine, es geschah nach Einbruch der Dunkelheit. Beide starben.

    Das erinnert mich an die Ehe und an die Frage, wohin Ihr Ehe-Boot unterwegs ist. Achten Sie auf Ihre Worte. Ihre Worte geben Ihre Richtung vor. Sind Sie auf Kollisionskurs und wird Ihre Ehe in einer Scheidung zerschellen? Oder sind Sie unterwegs in eine gesegnete Zukunft? Hören Sie auf Ihre Worte. Ihre Worte haben viel Einfluss. Sie können Liebe, Freude, Ermutigung und Hoffnung enthalten – oder Angst, Hass und Verbitterung. Sie können aufbauen oder einreißen.

    Meine Frau und ich haben schon Menschen erlebt, von denen konnten wir gar nicht schnell genug wegkommen, weil sie ständig aufeinander losgegangen sind. Sie haben sich ununterbrochen mit ihren Worten verletzt. Eine solche Beziehung wird am Ende auf Grund laufen, wenn sich nichts ändert.

    Vor vielen Jahren waren Janet und ich auf einer Pastorenkonferenz. Der Referent war gut, aber er redete ziemlich lange. Ich bin ein ganz guter Zuhörer und der Mann war ein guter Referent, aber er redete zu lange. Sein Vortrag ging um die zwei Stunden. Ich selbst bin nicht gut genug, um auch nur 90 Minuten zu reden und die meisten Menschen können nicht länger zuhören als sie sitzen können. Er redete also über zwei Stunden und nach ungefähr 90 Minuten hatte er mich abgehängt. Ich fing an, die Deckenplatten zu zählen. Plötzlich fiel mir ein Ehepaar mit zwei Teenagerjungen auf. Die Jungs saßen da und schrieben mit – und das sogar noch nach der 90-Minuten-Marke. Das fand ich wirklich erstaunlich. Ich dachte: „Diese Familie muss ich nachher kennenlernen.“ Und die Jungs waren wirklich anders! Ich ging zu ihnen hin und redete mit ihnen. Es waren ganz normale Jungen, aber sehr respektvoll und ich unterhielt mich eine Weile mit ihnen. Die Jungs beeindruckten mich einfach! Also gingen Janet und ich zu ihren Eltern und sagten: „Uns ist aufgefallen, dass Ihre Kinder die ganze Zeit mitgeschrieben haben. Dann haben wir mit ihnen gesprochen und sie waren offen und respektvoll. Offenbar haben Sie bei der Erziehung gute Arbeit geleistet.“ Unsere Kinder waren damals noch sehr klein und ich fragte die Eltern: „Haben Sie irgendwelche guten Tipps für uns?“ Und sie sagten: „Wissen Sie, die Jungs haben sich früher bis aufs Blut gestritten. Da haben wir sie gezwungen, sich in die Augen zu schauen und gute Dinge übereinander zu sagen.“ Ich fragte: „Wirklich?“ Sie sagten: „Ja. Das klang dann etwa so: Du bist mein Bruder und ich hab dich lieb. Ich bin immer für dich da.“ Das war gar nicht kitschig. Diese Eltern hatten ihre Jungs einfach zum Reden gezwungen. Und dann erzählten sie: „Wir merkten, wie sich bei ihnen etwas veränderte. Da dachten wir: Zu uns kommen so viele Ehepaare, die sich nur noch an die Gurgel gehen. Wenn man den Mann hört, könnte man meinen, sie ist eine Hexe und wenn man die Frau hört, meint man, er sei ein Verbrecher. Und wenn man die beiden zusammen in einem Raum hat, ist das manchmal entsetzlich. Also haben wir es mit den Paaren wie mit unseren Kindern gemacht. Manche dieser Ehen standen kurz vor dem Aus. Wir sagten: Wenn wir Ihnen helfen und Sie beraten sollen, müssen Sie Folgendes tun. Sie müssen sich jetzt ins Gesicht sehen. Schauen Sie sich in die Augen. Und dann forderten wir sie auf, gute Dinge übereinander zu sagen. Und wenn dem Paar nichts einfiel, sagten wir: Sie haben ihn oder sie doch aus einem bestimmten Grund geheiratet. Erinnern Sie sich, was das war und sagen Sie ihm das. Und dann bekamen sie eine Hausaufgabe: Sie mussten einander bis zum nächsten Termin mindestens sechs Mal am Tag etwas Positives sagen. Auch wenn es ihnen schwer fiel, aber sie mussten etwas Positives sagen. Und wir haben bei einem Ehepaar nach dem anderen Wunder geschehen sehen – wenn sie nur anfingen, einander Gutes zu sagen. Sie mussten die zerstörerischen, abwertenden Worte ersetzen… und manche mussten ziemlich tief nach Komplimenten graben, aber sie haben es getan. Und das hat ihre ganze Ehe verändert.“

    Ich glaube, das ist ein biblisches Prinzip. Wie gesagt, im Jakobusbrief lesen wir das sehr deutlich. Dort heißt es, die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit, die so fest in uns verankert ist, dass sie unsere ganze Existenz in Brand stecken kann. Jeder Bereich unseres Lebens lässt sich mit Worten in Brand stecken und niederbrennen. Worte haben viel Macht. Denken Sie einmal nach. Mit Worten können wir Jesus unser Leben anvertrauen. In der Bibel steht, wer im Herzen glaubt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat und Ihn mit dem Mund als Herrn bekennt, der wird gerettet. Das bedeutet, man kommt aus der Dunkelheit ins Licht und das ewige Ziel ist nicht mehr die Hölle, sondern der Himmel. Unser inneres Wesen ändert sich, wenn Herz und Lippen zusammenkommen und Gottes Wort zu unseren Worten wird. Umso leichter sollte es sein zu glauben, dass sich eine Ehe ändern kann, wenn Herz und Lippen zusammenkommen und wir anfangen, das Richtige zu sagen. Deswegen: Männer, wir müssen dringend an unserer Kommunikation arbeiten. Und, meine Damen und Herren, wir müssen daran arbeiten, einander die richtigen Worte zu sagen. Ich möchte Ihnen eine kleine Aufgabe mitgeben: Bevor Sie heute abend zu Bett gehen, schreiben Sie zwei oder drei ermutigende Dinge auf – auch wenn Sie sich dafür anstrengen müssen – und sagen Sie sie Ihrer Frau oder Ihrem Mann.

    Bayless Conley: Ich finde diesen Gedanken ziemlich faszinierend, dass die Zehn Gebote nicht nur eine Liste von Geboten und Verboten sind. Es ist keine Treppe zum Himmel, sondern eigentlich ein Eheversprechen. Gott sagt zu Seinem Volk: „Wenn wir eine gute und gesunde Beziehung haben wollen, müssen diese Dinge in Ordnung sein.“ Und Sie sehen ja, die Zehn Gebote sind sehr lebensnah als Richtlinien für die Ehe. Zum Schluss haben wir eben über die Bedeutung unserer Worte gesprochen. Der Autor der Sprüche schrieb, wir werden die Frucht der Zunge zum Tod oder zum Leben essen. Deshalb hoffe ich, dass Sie aus der heutigen Sendung etwas mitgenommen haben. Nächste Woche folgt die Fortsetzung. Verpassen Sie nicht, wie es mit den Zehn Geboten für die Ehe weitergeht. Bis dann!

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