Gottes Gnade und Gericht


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  • Jule sagt:

    Gottes Gnade und Gericht
    01.12.2013
    Pastor Bayless Conley

    In der Bibel steht ganz klar, dass Gott ein Gott der Barmherzigkeit und Gnade ist. Aber im Neuen Testament steht auch ganz deutlich, dass es furchtbar ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Über diese Spannung zwischen Gottes Gericht und Gottes Gnade wollen wir heute nachdenken. Sie werden nicht eine Minute bereuen, die Sie zugehört haben.

    In meiner Stillen Zeit habe ich mich diese Woche mit Feigen und Feigenbäumen in der Bibel beschäftigt, von 1. Mose bis zur Offenbarung. Und dabei bin ich auf zwei Geschichten gestoßen, über die ich gern mit Ihnen sprechen möchte. In beiden Geschichten kommt das gleiche Prinzip zum Ausdruck. Aber ehrlich gesagt, bin ich nur auf die beiden Geschichten gestoßen, weil in beiden von Feigenbäumen die Rede ist. Das war für mich die erste Verbindung. In der einen Geschichte geht es um Gottes Gnade und in der anderen um Gottes Gericht. Wir wollen uns beide Geschichten anschauen. Die erste steht in 1. Mose 3. Schlagen Sie das doch mit mir auf. 1. Mose 3. Wir lesen die Verse 1 bis 10. 1. Mose 3.1-10. Ich lese ab 1.Mose 3, Vers 1.

    1. Mose 3:1-10
    „Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten die Stimme Gottes, des Herrn, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, mitten zwischen den Bäumen des Gartens. Und Gott, der Herr, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.“

    Was für eine Geschichte! Adam und Eva glaubten nicht, was Gott ihnen gesagt hatte. Stattdessen glaubten sie dem Teufel, der Schlange. Das, was die Schlange ihnen sagte, setzten sie über das, was Gott ihnen gesagt hatte. Ich glaube, Gott freut sich am allermeisten, wenn wir Ihm und Seinem Wort glauben. Wir lesen, dass Eva sah, dass der Baum schön war. Und sie sah, dass die Früchte gut zu essen waren. Blättern Sie einmal mit mir zurück zu Kapitel 2, Vers 9. Da steht:

    1. Mose 2:9
    „Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.“

    Äußerlich war der Baum der Erkenntnis also nicht anders als die anderen Bäume. Der Beschreibung zufolge, die wir hier lesen, sah er genauso aus wie alle anderen Bäume im Garten. Weder die Farbe und Form der Früchte noch das satte Grün der Blätter konnten also der Grund dafür sein, dass Adam und Eva glaubten, es könnte bestimmte Konsequenzen haben, wenn man davon aß. Sie hatten nur Gottes Wort. Eva dachte wohl: „Nichts bestätigt das, was Gott gesagt hat. Ich glaube es nicht. Der Teufel sagt, wir werden nicht sterben; Gott sagt, wir werden sterben. Der Baum sieht schön aus und man kann seine Früchte genauso gut essen wie die der anderen Bäume. Nichts deutet auf irgendeine Gefahr hin. Keiner meiner Sinne nimmt irgendetwas wahr, das bestätigen würde, was Gott über diesen Baum gesagt hat.“ Und deswegen glaubte sie nicht, was Gott gesagt hatte. Sie aß von der Frucht und gab auch ihrem Mann davon. Und Adam stand dabei und sah zu. Er hatte weder an Körper noch an Geist je etwas Schlechtes erlebt, das ihn hätte beeinflussen können. Es war pure Auflehnung. Und sie mussten sterben. Wir lesen hier: „Ihr werdet sterben.“ Auf Hebräisch heißt es: „Ihr werdet sterbend sterben.“ Das Wort „sterben“ steht zwei Mal da. Es ist ein zweifacher Tod. Denn an diesem Tag starben sie. Sie starben geistlich. Das bedeutet, von Gott abgeschnitten und getrennt zu werden. Adam und Eva wurden von Gott getrennt. Und wie wir sehen, kamen mit der Sünde auch Angst und Scham in die Welt. Bis zum heutigen Tag sind Angst und Scham die Begleiter der Sünde.

    Einmal saß ich zwischen zwei Gottesdiensten in einem Raum, um etwas zu essen. Da öffnete sich die Tür und unsere Schwiegertochter Bethany kam mit Asher und Sawyer herein. Wie immer rannte Asher quer durch den Raum, sprang auf meinen Schoß und rief: „Opa!“ Und dann drückte er mich, als wollte er die ganze Luft aus mir rauspressen. Er legt seinen Kopf an meine Brust. Das macht er immer, auch bei uns zu Hause. Er rennt durch das Zimmer und ruft: „Opa!“ Und dann springt er in meine Arme.
    Gestern Abend war er mit Harrison hier. Ich kam zufällig gleichzeitig mit ihnen an. Er stand am anderen Ende des Flures, rief: „Opa!“ und rannte auf mich zu, so schnell er konnte. Er sprang in meine Arme und klammerte sich an mir fest. Eine der Freuden des Großvaterdaseins.

    So muss es auch im Garten Eden gewesen sein. Wenn der Herr kam, rannte Adam auf ihn zu: „Herr!“ und umarmte Ihn. „Schön, dass du da bist! Ich hab dich vermisst!“ Und dann sagte der Herr: „Ich hab dich auch vermisst, Adam. Was wollen wir heute machen?“ „Ich habe ganz tolle Fische gefunden. Sie sind auf der anderen Seite vom Garten. Ich habe ihnen noch keine Namen gegeben. Kommst du mit und schaust sie dir an?“ „Aber gerne doch, Adam!“ „Ist ziemlich weit bis dahin. Macht das was?“ „Nein. Gehen wir!“ Und dann gehen sie los und lachen und reden und genießen es einfach, zusammen zu sein. Aber nachdem Adam gesündigt hat, rennt er nicht mehr auf Gott zu. Er rennt vor Gott weg. Er schämt sich und versucht, seine Scham mit Feigenblättern zuzudecken. In Hiob 31:33 sagt Hiob:
    „Wenn ich wie Adam meine Vergehen zugedeckt habe, um meine Schuld in meiner Brust zu verbergen…“ Genau das versucht Adam. Er will seine Schuld verbergen. Das wird durch die Feigenblätter symbolisiert. Adam und Eva wurden die Augen geöffnet, aber nicht so, wie es ihnen der Teufel versprochen hatte. Die Augen ihres Gewissens wurden geöffnet. Sie sahen, welches Glück sie verloren hatten und in welches Elend sie nun geraten waren. Ihre Augen wurden geöffnet und sie sahen, dass sie nackt waren. Sie sahen, was von ihnen abgefallen war. Die unschuldige Schönheit, die sie noch ein paar Augenblicke zuvor besessen hatten, war von ihnen abgefallen. Die innige Verbundenheit mit Gott war von ihnen abgefallen. Ihre reine und sündlose Natur war von ihnen abgefallen. Das Reich, das Gott ihnen geschenkt hatte, war verloren. Die Ehre und Freude, im Paradies zu leben, war weg. Sie sahen, dass sie ihren Frieden, ihr Glück und alle Privilegien und Geschenke verloren hatten, die Gott ihnen gegeben hatte. Der Teufel hatte gesagt: „Eure Augen werden aufgetan und ihr werdet sehen.“ Aber er hatte nicht gesagt, was sie sehen würden: Nämlich Engel mit flammenden Schwertern, die den Eingang des Paradieses bewachen und sie nicht mehr hineinlassen. Und wie handelte Gott? Als Adam sündigte, erschien Gott da plötzlich mit Feuer und Erdbeben und donnerte: „Adam! Du Dummkopf! Du hast dich selbst verdammt! Du hast deine Nachkommen verdammt! Du hattest keine Erbsünde in dir, die dich verführt hätte. Wie konntest du es nur wagen, der Schlange mehr zu glauben als mir? Du Rebell! Du Verräter! Ich enterbe dich!“ Nein.
    Gott erschien nicht plötzlich und verhängte grollend Gericht. Er tauchte überhaupt nicht auf, zumindest nicht sofort. Wir lesen, dass Gott erst einige Zeit später in den Garten kam. Er kam in der Kühle des Tages, und zwar zu Fuß. Ist das nicht seltsam? Wenn er zu Fuß kam, muss er in menschlicher Form aufgetreten sein. Vielleicht kam er in der zweiten Person der Dreieinigkeit.

    Ich glaube, dass Gott so mit Adam und Eva im Garten Eden geredet hat: als Jesus Christus. Er kam also zu Fuß in den Garten – beinahe ein Sinnbild dafür, dass Er langsam zum Zorn ist, aber groß an Gnade. Die schlimmste Sünde der Menschheitsgeschichte hat gerade die Tür zur Hölle geöffnet und die ganze Erde ins Chaos gestürzt. Aber Gott kommt zu Fuß. Er zeigt Beherrschung. In Vers 8 lesen wir, dass sie hörten, wie der Herr durch den Garten ging. Da versteckten sie sich. Das, was sie hörten, war Seine Stimme. In den meisten Übersetzungen wird das so formuliert. Das hebräische Wort, das hier steht, wird im ganzen Alten Testament mit „Stimme“ übersetzt. Sie hörten keine Äste zerbrechen, als Gott durch den Garten ging. Sie hörten Seine Stimme. Im darauf folgenden Vers heißt es: „Und der Herr rief den Menschen und sprach: Wo bist du?“ Bis zu diesem Zeitpunkt sprach Gott nur mit sich selbst. Er kam in den Garten und sie hörten Seine Stimme. Er redete! Und sie rannten weg und versteckten sich. Was Er wohl sagte?

    Ich habe da eine Ahnung. In der Bibel ist öfter davon die Rede, dass Gott zu sich selbst spricht. Eine dieser Stellen ist in Hosea 11. Das müssen Sie jetzt nicht aufschlagen. Aber lesen Sie es ruhig später einmal. Hosea 11. Israel, das Volk Gottes, ist wieder einmal ungehorsam gewesen und Gott sprach mit sich selbst. Er sagte zu sich: „Als Israel jung war, gewann ich es lieb. Ich lehrte sie Laufen und nahm sie immer wieder in meine Arme. Aber wenn ich sie rief, gingen sie zu ihren Götzen. Ich habe sie mit Seilen der Liebe zu mir gezogen. Ich habe sie gerettet und für sie gesorgt. Doch sie fallen immer wieder von mir ab. Aber wie kann ich sie aufgeben? Wie kann ich sie preisgeben wie die Städte, die dem Erdboden gleichgemacht worden sind?“ Und dann sagte Gott: „Mein Herz ist aufgewühlt. Mein Herz blutet. Ich werde die Glut meines Zornes nicht ausführen. Denn ich bin Gott und kein Mensch. Ich will nicht in Zornglut kommen.“ So ähnlich muss es auch mit Adam gewesen sein. Gott dachte: „Er ist mein Sohn. Ich habe ihn nach meinem Bild geschaffen. Ich liebe ihn. Wir haben miteinander geredet und gelacht. Ich habe ihn zum Herrn über die Schöpfung gemacht. Ich kann nicht zornig reagieren. Ich werde nicht zornig reagieren. Ich werde barmherzig sein.“ Und dann rief Gott: „Adam, wo bist du?“ Gott wusste, wo Adam war. Die Frage war geistlich gemeint. „Adam, wo bist du geistlich gesehen?“ Er zeigte ihnen die Folgen ihres Handelns. Aber Er redet auch sofort von Erlösung. Er säte Hoffnung für die Zukunft. Er prophezeite, dass ein Nachkomme Evas, Jesus Christus, den Kopf der Schlange zertreten und die Erlösung bringen wird, die alles reinigt und neu macht. Er wird die Gemeinschaft wiederherstellen. Er wird die Herrlichkeit, den Frieden und die Herrschaft und alles wiederbringen, was verloren gegangen ist. Ich möchte Ihnen etwas sagen: Wenn Sie gesündigt haben, laufen Sie nicht vor Gott weg. Holen Sie nicht Ihr Feigenblatt raus, um Ihre Schuld zu verstecken. In Sprüche 28:13 steht: „Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt, wird Erbarmen finden.“ In Psalm 145, Verse 8 und 9, steht: „Gnädig und barmherzig ist der Herr, langsam zum Zorn und groß an Gnade. Der Herr ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke.“

    In einem alten Kirchenlied heißt es:

    „Es ist ein Born, draus heiliges Blut für arme Sünder quillt, ein Born, der lauter Wunder tut und jeden Kummer stillt. Es quillt für mich dies teure Blut, das glaub und fasse ich! Es macht auch meinen Schaden gut, denn Christus starb für mich!“ Freund, wir dienen einem Gott der Gnade!

    Schauen wir uns Lukas 13 an. Das ist die zweite Geschichte. Hier taucht wieder der Feigenbaum auf, der zumindest für mich die erste Verbindung zwischen den beiden Geschichten war. Wir lesen Lukas 13, die Verse 1 bis 9.

    Lukas 13:1-9
    „Zu dieser Zeit waren aber einige zugegen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder waren, weil sie dies erlitten haben? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen. Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete; meint ihr, dass sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen. Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. Er sprach aber zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Wozu macht er auch das Land unbrauchbar? Er aber antwortet und sagt zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn graben und Dünger legen werde! Und wenn er künftig Frucht bringen wird, gut, wenn aber nicht, so magst du ihn abhauen.“

    Das Gleichnis steht in Zusammenhang mit der Geschichte. Wir können hier vier ganz einfache Dinge lernen. Das erste ist Folgendes: Wenn etwas Schlimmes geschieht, behaupten Sie nicht, das sei eine Strafe Gottes. Wenn jemand großes Leid erlebt, sagen Sie nicht: „Er muss schwer gesündigt haben, dass Gott ihn so straft.“ Auch guten Menschen widerfahren schlimme Dinge. Man muss nicht von feindlichen Soldaten niedergemetzelt oder von einem Turm erschlagen werden. Man kann auch in hohem Alter in seinem Bett im Kreise seiner Lieben sterben, während liebliche Musik spielt – und trotzdem ist man verloren, wenn man nicht umgekehrt ist. Jesus sagt: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr auch umkommen.“ Es geht um eine Änderung der Gesinnung, die zur äußeren Veränderung führt. Wenden Sie sich Gott zu und nehmen Sie Seine Gnade an.

    Schauen wir uns die Geschichte noch einmal an. Das Zweite, das wir lernen können, sehen wir in dem Gleichnis, das Jesus erzählt und das in direktem Zusammenhang mit der vorher geschilderten Begebenheit steht. Das ist der zweite Punkt: Schlimme Dinge geschehen, weil es keinen Fürsprecher gibt. Das Gleichnis von Jesus soll zum Teil erklären, warum diese Männer von Pilatus niedergemetzelt wurden und warum die anderen von einem Turm erschlagen worden waren. Er erzählt die Geschichte von einem Feigenbaum, der offensichtlich für einen Menschen steht. Das Gericht, die Zerstörung, kommt direkt auf diesen Menschen zu – bis sich ihr jemand in den Weg stellt und um mehr Zeit für den Baum bittet. Diesen Jemand nennt man einen Fürsprecher. Und der Besitzer ließ Gnade walten. Der Baum bekam noch eine Chance, Früchte zu tragen. Wussten Sie, dass in der Bibel steht, dass Gott nach einem Fürsprecher sucht? Unterschätzen Sie nicht die Macht des Gebets. Durch Ihre Gebete wird jemand am Leben bleiben, bis er gerettet ist. Und wie in jedem Gleichnis von Jesus gibt es mehrere Schichten und man kann es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Das Dritte, das wir hier lernen können, ist das: Gott richtet immer gerecht. Der Feigenbaum, der für einen Menschen steht, bekommt jede nur mögliche Chance, um Früchte zu tragen. Er wächst nicht am Straßenrand wie der Feigenbaum, den Jesus verfluchte. Dieser Baum steht in einem Weinberg. Natürlich ist ein Weinberg vor allem für Weinreben da. Aber er wird besonders gepflegt. In Jesaja 5 sagt Gott: „Ich habe einen Weinberg. Ich habe ihn gesäubert und Edelreben gepflanzt.“ Und dann geht Er in Seinen Weinberg und erwartet, Früchte zu sehen. Er ist der rechtmäßige Besitzer dieses Baumes. Er hat das Recht, Früchte zu erwarten. Und Er hat nicht einfach jemanden hingeschickt. Er ist persönlich hingegangen. Er selbst. Nicht ein oder zweimal, sondern viele Male, über viele Jahre hinweg. Der Mensch hatte Kontakt mit Gott. Gott ist persönlich zu ihm gekommen. Und sogar dann gibt Gott ihm mehr Zeit und noch eine Chance. Der Baum hat die beste Erde, komplette Aufmerksamkeit und mehr als genug Zeit. Aber eines Tages, wenn alle Mittel erschöpft sind, wird das Gericht kommen. Keiner wird am Tag des Gerichts sagen können: „Gott, Du bist unfair. Du hast mir keine Chance gegeben.“ Keiner. Gottes Geduld und Freundlichkeit sind unendlich. Auf irgendeine Weise kommt Er immer und immer wieder zu den Menschen.

    Ich weiß nicht, wie genau das im Leben einer bestimmten Person oder in einer bestimmten Kultur irgendwo auf der Welt aussieht, aber ich bin überzeugt, dass Gott gerecht ist. Er ist fair. Keiner wird am Tag des Gerichts auf Ihn zeigen und sagen können: „Du bist unfair. Du hast mir gar keine Chance gegeben.“ Nein. Jeder wird verstummen. Wenn Gottes Gericht kommt, gibt es keine Ausreden. Hier auf der Erde hat jeder jede Gelegenheit. Wie gesagt, ich weiß nicht, wie Gott das bei jedem Menschen macht. Aber glauben Sie mir: Unser Gott ist gerecht. Und das Vierte: Es gibt einen Fürsprecher. Jesus ist der große Fürsprecher, der mit Seinem eigenen Leib unsere Sünden ans Kreuz getragen hat. Wir hätten Zorn und Strafe verdient, aber Er trat an unsere Stelle und nahm das Gericht Gottes auf sich.

    Ich erlaube mir jetzt einmal zu sagen, dass Gott, der Besitzer des Weinbergs, durch Sein Wort und den Heiligen Geist zu Ihnen kommt. Und ich wage zu behaupten, dass es wahrscheinlich nicht das erste Mal ist. Wenn Sie auf Ihr Leben zurückschauen, werden Sie wahrscheinlich immer wieder Gottes Spuren auf ganz verschiedene Arten entdecken. Und jetzt kommt Er wieder zu Ihnen. Er erquickt Sie mit dem Quell Seines Wortes. Durch Seinen Heiligen Geist will Er das brachliegende Land in Ihrem Herzen umgraben. Aber nur Sie können entscheiden, ob Sie Buße tun wollen. Nur Sie können sich Ihm zuwenden und die Frucht eines Lebens hervorbringen, das Gott gehört und mit einem „Ja“ zu Jesus beginnt.

    Ich weiß, dass manche sagen: „Ja, aber ich bin noch nicht so weit. Ich weiß, dass das alles stimmt, aber ich will mich erst noch ein bisschen austoben. Ich genieße es, der Herr über mein Leben zu sein.“ Ich sage nicht, dass Gott nicht auch morgen noch für Sie da ist. Das ist Er. Und auch noch übermorgen und am Tag danach und am Tag danach. Aber denken Sie daran: Wenn Sie die Wahrheit kennen und von sich wegschieben, dann macht das etwas mit Ihrem Herzen. Es verhärtet. Und je mehr Sie die Wahrheit wegschieben und verdrängen, desto härter wird Ihr Herz und desto schwieriger wird es, doch noch umzukehren. Der Apostel Paulus schrieb über Menschen, die die Wahrheit wegschieben und unterdrücken, bis sie schließlich ganz und gar verloren waren. Auch Jesus sprach von verhärteten Herzen. In der Elberfelder Bibel steht, die Herzen der Menschen sind dick geworden. Sie haben eine dicke Schale bekommen. Sie sind abgestumpft und hart geworden. Diese Schale ist nach und nach immer härter geworden. Und irgendwann ist sie ganz hart. Deswegen steht in der Bibel: „Heute, so ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Wenn Sie Sein Klopfen hören, antworten Sie. Wenn Sie spüren, dass Gott Sie ruft, auch wenn es nur eine ganz leise Stimme ist: Antworten Sie. Vertrösten Sie Ihn nicht auf morgen.

    Senken Sie doch für einen Moment Ihren Kopf und schließen Sie Ihre Augen. Wir wollen zusammen beten. Wenn Sie die Worte jetzt nur mitsprechen, ohne dass Ihr Herz dabei ist, dann sind es leere Worte. Sie haben keine Bedeutung und bewirken gar nichts. Aber wenn Sie aus ganzem Herzen beten, wird Gott Sie von innen heraus durch Seinen Geist verändern. Etwas Wunderbares wird in Ihrem Leben passieren. Sprechen Sie mir nach. Beten Sie:

    Gott, ich lege mein Herz vor Dich hin. Danke, dass Du mich und die ganze Welt so sehr geliebt hast, dass Du Deinen Sohn geschickt hast, um an unserer Stelle zu sterben. Jesus, danke, dass Du die Strafe für meine Schuld auf Dich genommen hast. Ich glaube, dass Du gestorben und auferstanden bist. Und ich bitte Dich: Sei mein Herr. Ich komme im Glauben zu Dir. Verändere Du mich, führe Du mich, gehe Du mit mir und rede Du zu mir. Von jetzt an gehört mein Leben nicht mehr mir. Jesus, ich lege alles in Deine Hände. Ich gebe Dir mein ganzes Leben. Nichts soll vor Dir verborgen sein. Jesus, ich gehöre Dir. Ich bete in Deinem Namen. Amen. Wunderbar. Wunderbar.

    Ich hoffe, dass Sie durch diese Sendung ermutigt worden sind. Es gibt einen Gott im Himmel, der Sie mit Namen kennt. Für Ihn sind Sie keine gesichtslose Person in der großen Masse. Er sieht genau jetzt, wie Sie mir zuhören. Öffnen Sie Ihm Ihr Herz. Er kann die Probleme und Herausforderungen in Ihrem Leben meistern. Gott liebt Sie.

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