Fußspuren des Glaubens

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Comments

  • Jule sagt:

    Fußspuren des Glaubens – Teil 1
    23.09.2013
    Pastor Bayless Conley

    Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass Sie heute dabei sind. Das Thema unserer heutigen Sendung ist „Fußspuren des Glaubens“. Die Bibel sagt uns, wir sollen in den Fußspuren des Glaubens gehen oder den Spuren folgen, die unser Vater Abraham hinterlassen hat. Und er hat sehr deutliche Abdrücke im Sand der Zeit hinterlassen. Wenn wir seinem Glauben folgen und wie er seinen Glauben gelebt hat, wird das bei uns auch Ähnliches bewirken wie bei ihm. Das ist wichtig.

    Heute möchte ich Ihnen etwas nahe bringen, das ich schon in meinem Minibuch mit dem Titel „Fußspuren des Glaubens“ geschrieben habe. Es handelt von Abraham und seinem Glauben und ich möchte mich etwas daran orientieren. Keine Ahnung, bis wohin wir heute kommen. Anfangen werden wir bei Römer 4, ab Vers 3. Schlagen Sie diese Stelle bitte einmal auf. In Römer 4:3 heißt es:

    Römer 4:3.11
    „Denn was sagt die Schrift? Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ – Weiter in Vers 11 im gleichen Kapitel:

    „Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er unbeschnitten war…“

    Hier möchte ich kurz unterbrechen. Es heißt im Text, er glaubte bereits, als er noch unbeschnitten war. Die Beschneidung war das Zeichen des Bundes mit Gott. Alle Juden waren beschnitten und Abraham war der erste. Doch bevor er dieses äußerliche Zeichen erhielt, hatte er schon eine innerliche Beziehung zu Gott. Sie war bereits vorhanden, noch bevor er das äußerliche Symbol für diese innere Beziehung erhielt. – Lesen wir also weiter in Vers 11:

    „… er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er unbeschnitten war, damit er Vater aller sei, die im Unbeschnittensein glauben, damit ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet werde; und Vater der Beschneidung, nicht allein derer, die aus der Beschneidung sind, sondern auch derer, die in den Fußspuren des Glaubens wandeln, den unser Vater Abraham hatte, als er unbeschnitten war.“

    Ganz gleich, ob beschnitten oder nicht, ob im jüdischen Bund mit Gott oder nicht, Vater Abraham ist der Vater aller, die an Gott glauben. Und im Text ist davon die Rede, den Fußspuren des Glaubens zu folgen. Sie „wandeln in den Fußspuren des Glaubens“, den unser Vater Abraham hatte. Eine andere Bibelübersetzung schreibt es so: „Den Fußstapfen von Abrahams Glauben folgen“. Abrahams Glaube hat sozusagen im Sand der Zeit Spuren hinterlassen, denen wir folgen können.

    Heute werden wir uns hauptsächlich mit Hebräer 11 beschäftigen. Dort finden wir mindestens vier deutliche Fußspuren, die Abrahams Glaube auf seiner Glaubensreise hinterlassen hat. Diese Spuren kann man in einer gewissen Reihenfolge sehen; sie bauen aufeinander auf. Es geht bei ihnen um verschiedene Elemente der Glaubensreise, die Abraham mit Gott unternahm. Und wir können jedes davon als Fußspur betrachten. Lesen wir also zunächst den Text in Hebräer 11. Schlagen Sie das bitte einmal auf. Wir fangen an bei Vers 1, wo wir eine Definition von Glauben bekommen.

    Hebräer 11:1
    „Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.“

    Beim Glauben geht es also um unsichtbare Dinge. Glaube ist eine Wirklichkeit, ein Überführtsein. – Dann lesen wir, wie verschiedene Menschen ihren Glauben auslebten und in Vers 8 finden wir unsere erste Fußspur. Ich nenne sie einmal die Fußspur des gehorsamen Glaubens.

    Hebräer 11:8
    „Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme.“

    Alle zusammen: „durch Glauben“. Durch Glauben gehorchte Abraham, als er gerufen wurde und zog los. Schlagen wir einmal 1. Mose 12 auf. Hier erfahren wir mit vielen Einzelheiten, wie Gott Abraham berief; und Abraham gehorchte und zog los. 1. Mose 12 und wir lesen ab Vers 1.

    1. Mose 12:1-4
    „Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! Und Abram ging hin, wie der Herr zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog.“

    Abram ist 75 Jahre alt. Er ist kein junger Kerl mehr. In dem Alter denken manche, dass sie langsam das Ende der Reise erreichen. Abram… er wurde erst später „Abraham“ genannt… Abrams Reise und dieses Abenteuer mit Gott beginnen erst, als er 75 ist. Ich glaube, Gott ist mehr interessiert am Zustand unseres Herzens als am Alter unseres Körpers. Und vielleicht sind heute hier oder unter den Fernsehzuschauern einige, die spüren, dass sie alt geworden sind. Das geht uns allen so. Daran ist die Schwerkraft schuld. Stimmt doch, oder? Natürlich stimmt es. Ich habe doch heute schon in den Spiegel geschaut. An meinem Körper arbeitet die Schwerkraft seit fast 58 Jahren. Aber wissen Sie was? Mein Geist ist jung. Mein Geist sagt zu Gott: „Ich bin bereit für ein Abenteuer. Ich will dir gehorchen.“ Und das allein interessiert Gott. Es spielt gar keine Rolle, ob Sie vielleicht schon 85 Jahre alt sind: Sie können immer noch große Abenteuer mit Gott erleben. Ihre Geschichte ist noch nicht vorbei. Sie können noch mehr Kapitel schreiben! Und so fordert Gott Abraham auf loszuziehen. Er gibt ihm keine Landkarte und kein Ziel. Er gibt ihm nur einen Auftrag: Geh. Und Abraham gehorcht. Gott sagt: „Geh in ein Land, das ich dir zeigen werde. Ich zeige es dir nicht jetzt. Ich erwarte von dir, dass du dich in Bewegung setzt. Erst dann werde ich dir mehr zeigen.“ Und durch den Glauben gehorchte Abraham. Erinnern wir uns: Glaube ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Abraham hatte keinen detaillierten Plan, wohin und wie weit er gehen würde und wie alles werden sollte. Damit war Abraham verwundbar und damit hatte Gott alles in der Hand.

    Manche Menschen mögen es nicht, verwundbar und ganz von Gott abhängig zu sein. Wann haben Sie das letzte Mal etwas getan, bei dem Sie völlig von Gott abhängig waren? Abraham ließ alles zurück, ging in ein Land, von dem er an diesem Punkt noch gar nichts wusste… er wusste nicht, wo er enden würde.

    Manche Menschen wollen alles verstehen, bevor sie irgendetwas tun. Auch diese Menschen gebraucht Gott, aber nur begrenzt, denn Gott verlangt Glauben von uns. Und Glauben hat etwas mit Gehorsam zu tun. Gott sagte zu Abraham „Geh“ und Abraham ging. Ich möchte das besonders betonen. In Hebräer 11:8 heißt es, als Abraham gerufen wurde, zog er aus. Gott sagte: „Abraham, steh auf und geh. Verlass deine Familie und deine Verwandtschaft. Verlass deine Stadt und geh. Alles andere werde ich dir noch zeigen.“ Aber Abraham traf diese Entscheidung nicht allein. Er sagte nicht eines Tages: „Ich will etwas für Gott tun. Ich setze mich auf das Ende dieses Astes und fange an, ihn abzusägen; und wenn Gott mich auffängt, habe ich bewiesen, dass es Gott wirklich gibt.“

    Wissen Sie, viele Menschen haben im Prinzip genau das getan. Abraham bekam eine klare Berufung von Gott und dann ging er los. Er entschied es nicht allein, sondern Gott gab den Anstoß. Aber wenn Sie von Gott hören und Er sagt: „Setz dich ganz außen auf diesen Ast und ich gebe dir eine Säge in die Hand“, dann legen Sie los! Manche Menschen handeln eigenmächtig und kindisch. Glaube gründet sich auf das, was wir von Gott hören. Und so zog Abraham los, als er eine klare Anweisung bekam – auch wenn Gott ihm keine Details nannte. Glauben heißt, in dem Licht voranzugehen, das wir haben.

    Wer von Ihnen ist heute im Dunkeln hierher gefahren? Okay. Draußen wird es dunkel und man kann nichts sehen. Ich dachte gerade, ich sehe den Sonnenuntergang, aber es ist nur die Reflexion der Leinwände auf den Türen. Also vielleicht ist es doch kein schöner Sonnenuntergang. Ich dachte, der Himmel wäre so schön purpurrot. Na gut. Wahrscheinlich ist es dunkel. Und wenn Sie sich jetzt ins Auto setzen, den Motor anlassen und die Scheinwerfer anschalten, sehen Sie im Scheinwerferlicht vielleicht 20 Meter Straße. Jetzt können Sie im Auto sitzen und sagen: „Ich fahre nicht los, bis die Scheinwerfer den ganzen Heimweg beleuchten. Ich muss das Ende meines Weges sehen oder ich rühre mich nicht vom Fleck.“ Dann sitzen Sie morgen, nächste Woche und nächsten Monat immer noch im Auto. Aber fahren Sie 20 Meter und Sie werden die nächsten 20 Meter erkennen. 20 Meter fahren, 20 Meter mehr Sicht. So ist es auch mit Gott. Gott sagt: „Steh auf und geh.“ „Aber was wird passieren? Wie wird für mich gesorgt sein?“ Gott sagt: „Bitte mach Folgendes…“ Und wenn wir uns in Bewegung setzen, schenkt Gott uns Licht. Der alte Spruch stimmt schon: Selbst Gott kann kein parkendes Auto lenken. Wir müssen uns in Bewegung setzen.

    Nun weiter im Text. Schlagen Sie bitte noch einmal Hebräer 11 auf. Wir kommen zur zweiten Fußspur. Die erste Fußspur war Abrahams Gehorsam durch Glauben. Die zweite Fußspur ist selbstloser Glaube. Die Fußspur des selbstlosen Glaubens. Hebräer 11, ab Vers 9:

    Hebräer 11:9-10
    „Durch Glauben siedelte er sich im Land der Verheißung an wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; denn er erwartete die Stadt, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

    Als ich heute über diese Verse nachdachte, fiel mir etwas auf, was mir noch nie zuvor aufgefallen ist. In Vers 10 heißt es, er wartete. Manchmal wartet der Glaube. „Er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“ Warum heißt es hier: „die einen festen Grund hat“? Darüber habe ich bis heute auch noch nie nachgedacht. Warum heißt es nicht einfach:
    „Er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist“? Das wäre doch schon ganz vollständig gewesen. Doch er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat. Okay. Ein fester Grund oder Fundament, damit ist etwas Sicheres gemeint, etwas Dauerhaftes. Verstehen Sie, Abraham war bereit, in einem Zelt in der Wüste zu leben, weil er auf etwas wartete, das sicher war – auf etwas, das ewig war. Der Glaube weiß, dass der größte Teil unseres Erbes sich nicht auf dieser Seite der Ewigkeit befindet, sondern auf der anderen. Und für manches lohnt es sich, gehorsam durchzuhalten, weil selbstloser Glaube ein Segen für andere ist und weil es dafür eine Belohnung geben wird. Diese Belohnung ist unerschütterlich und sicher; sie ist ewig. Und in seinem Glauben hatte Abraham die Ewigkeit im Blick. Sein Glaube war sehr, sehr selbstlos. Früher hatte er in Ur in Chaldäa gelebt. Archäologen sagen, dass Ur eine der höchstentwickelten Städte des Altertums war. Dort gab es zweigeschossige gemauerte Gebäude mit Terrassen. Es gab gepflasterte Straßen. Es gab ein unterirdisches Abwassersystem. Es war ein Zentrum des Welthandels. Es hatte alles, was die Welt damals zu bieten hatte. Ur war so modern wie ein Ort auf dieser Erde nur sein konnte. Und im Glauben verließ Abraham diese Stadt und lebte in Zelten in der Wüste. Das ist eine ziemliche Veränderung: die Stadt und alle geschäftlichen Möglichkeiten und Freunde, Familie und alle Wurzeln und alles Vertraute zurückzulassen. Und dann geht man an einen Ort, den man nicht kennt, wo man nicht die vertrauten Annehmlichkeiten hat und lebt als Reisender in einem staubigen Zelt! Abraham, warum hast du das gemacht? „Ich habe es getan, weil Gott mir versprochen hat, dass er dafür meine Kinder und alle Familien auf der Erde segnen würde.“ Das ist selbstloser Glaube. Natürlich segnete Gott Abraham, keine Frage. Gott segnete ihn; er wurde ein wohlhabender, einflussreicher Mann. Doch sein Blick war letztlich auf eine Stadt gerichtet, die erst noch kommen sollte, auf eine ewige Belohnung. Abraham, dessen Glauben wir folgen sollen, sagte: „Ich bin bereit, für die kommenden Generationen Opfer zu bringen. Ich werde Gott gehorchen, auch wenn ich dazu alles Vertraute verlassen muss. Auch dann, wenn es mich in unangenehme Umstände bringt; auch wenn ich einige Dinge verliere, die ich lieb gewonnen habe, werde ich Gott gehorchen. Wenn meine Kinder und alle Generationen und Familien der Erde gesegnet werden, will ich es für sie tun.“ Und Gott sagt: „Einem solchen Glauben sollt ihr nacheifern.“ Hiskia hatte auch Glauben, aber es ist uns nicht gesagt, dass wir seinem Glauben folgen sollen – sondern dem Glauben Abrahams.

    Es gibt auch Glaubenshelden der jüngeren Geschichte, so wie David Livingstone. Livingstone war ein erstaunlicher Mensch. Ich war in Afrika schon an Orten, an denen er auch war. Ich habe sein Tagebuch gelesen und es hat mich sehr inspiriert. In diesem Tagebuch erzählt er von einer Region, in der die Arbeit echt schwer war. Sie beteten und predigten und es gab alle möglichen Schwierigkeiten und nur wenige Menschen bekehrten sich. Einige Menschen konnte er für Gott gewinnen und zur Nachfolge anleiten. Und er schreibt: „Heute bringen wir Opfer, doch der Tag wird kommen, an dem hier an diesem Ort viele Menschen für Christus gewonnen werden.“ Und fast 100 Jahre später wurde an genau dem Ort eine große Evangelisation durchgeführt und 300 000 Menschen kamen zum Glauben an Jesus – dort, wo Livingstone sich so abgemüht hatte. Als er im Alter von 60 Jahren in Afrika starb, überwanden die Afrikaner, die ihn sehr liebten, jeden Aberglauben, balsamierten seinen Leichnam ein und trugen ihn monatelang zur afrikanischen Küste. Von dort aus wurde er mit einem Schiff über den Ozean gebracht und in der Westminster Abbey bestattet. Doch bevor sie ihn einbalsamierten und monatelang zur Küste trugen, nahmen sie das Herz aus seinem Leichnam und begruben es. Sie sagten: „Sein Herz gehört nach Afrika.“ Er lebte für andere.

    Die dritte Fußspur des Glaubens – und weiter kommen wir heute wahrscheinlich auch nicht – ist Glaube, der Wunder hervorbringt. Hebräer 11:11: „Durch Glauben…“ Alle zusammen: „Durch Glauben“.

    Hebräer 11:11-12
    „Durch Glauben empfing er auch mit Sara, obwohl sie unfruchtbar war, Kraft, Nachkommenschaft zu zeugen, und zwar über die geeignete Zeit des Alters hinaus, weil er den für treu erachtete, der die Verheißung gegeben hatte. Deshalb sind auch von einem, und zwar Gestorbenen, so viele geboren worden wie die Sterne des Himmels an Menge und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählbar ist.“

    Okay, in Vers 11 heißt es: „Durch Glauben empfing er auch mit Sara…“ Dieses „er auch mit“ bedeutet, dass sowohl Sara als auch Abraham etwas durch Glauben empfingen. Und was war das? Sara empfing Kraft. Sara und Abraham empfingen durch den Glauben Kraft von Gott. Interessanterweise ist das Wort, das hier mit „Kraft“ übersetzt ist, genau das gleiche Wort, das überall sonst im Neuen Testament mit „Wunder“ übersetzt ist. Abraham und Sara empfingen ein Wunder. Einfach ausgedrückt, glaubte Sara, dass Gott zu Seinem Wort steht. Sie hielt den für treu, der es versprochen hatte. Das ist nicht allzu schwer. Eines möchte ich noch sagen, was Ihnen vielleicht Mut macht.
    Abraham und Sara bekamen dieses zuversichtliche Vertrauen auf Gott nicht über Nacht. Sie machten auch Kämpfe durch. Als Gott ihnen die Verheißung zum ersten Mal gab, hatten sie noch ein paar Glaubensprobleme. Irgendwann versuchten sie sogar das, was Gott ihnen durch den Geist versprochen hatte, aus eigener Kraft zustande zu bringen. Das Ergebnis war Ismael und dadurch kam viel Zwietracht und Kummer in die Familie. Wenn Sie das Gefühl haben, auf Ihrer Glaubensreise noch nicht am Ziel zu sein, dann sind Sie in guter Gesellschaft. Sara und Abraham kamen auch nicht über Nacht ans Ziel. Über Sara heißt es, dass sie Gott für treu hielt, der die Verheißung gegeben hatte.
    Doch Abraham hatte ein Geheimnis für seinen Glauben. Wer möchte wissen, was das Geheimnis an Abrahams Glauben war? Es ist das Geheimnis für einen Glauben, der Wunder hervorbringt.
    Römerbrief, Kapitel 4, ab Vers 17. Hier erzählt der Apostel Paulus von Gottes Versprechen an Abraham, nämlich, dass er noch im hohen Alter einen Sohn bekommen würde. Und hier erfahren wir, woran sich Abrahams Glaube zeigte, aber auch, was das Geheimnis an seinem Glauben war.

    Römer 4:17
    „Wie geschrieben steht: Ich habe dich zum Vater vieler Nationen gesetzt -, vor dem Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre.“

    Darauf möchte ich kurz eingehen. Ist das nicht seltsam? Gott ruft Dinge, die nicht existieren, als ob sie existieren. Und das trifft auch auf Ihre persönliche Situation zu, wenn Gott etwas ruft, das nicht existiert, als ob es da wäre. Gott gibt uns die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Gott sagte zu Josua: „Ich habe dir Jericho gegeben“, als Jerichos Mauern noch standen. Es sah noch so aus, als hätten die Soldaten auf der Stadtmauer die Waffen auf Josua gerichtet, aber Gott sprach schon in der Vergangenheitsform. Er rief, was nicht da war, als wäre es da. Und wenn Gott etwas in die Vergangenheitsform setzt, sollen wir das Gleiche tun; ob es beispielsweise um Heilung geht oder etwas anderes. Okay, ich wollte mich gar nicht lange dabei aufhalten. Wo waren wir stehen geblieben? Vers 18. Sind wir in Vers 18? Wow. Okay.

    Römer 4:18
    „Der gegen Hoffnung auf Hoffnung hin geglaubt hat, damit er ein Vater vieler Nationen werde, nach dem, was gesagt ist: So soll deine Nachkommenschaft sein. Und nicht schwach im Glauben, sah er seinen eigenen, schon erstorbenen Leib an, da er fast hundert Jahre alt war, und das Absterben des Mutterleibes der Sara.“

    Sie war damals 90 Jahre alt. „Und zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab. Und er war völlig gewiss, dass er, was er verheißen habe, auch zu tun vermöge.“

    „Er war völlig gewiss.“ Vers 20 gefällt mir. So äußerte sich Abrahams Glaube: „Er zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab.“

    Er gab Gott die Ehre und sein Glaube wurde gestärkt. In einer anderen Übersetzung heißt es sehr schön: „Abraham lobte Gott für diesen Segen, noch bevor er eintraf.“ Das war eine Ausdrucksweise seines Glaubens. Er lobte Gott, schon bevor er ein Kind hatte. Noch bevor Sara schwanger wurde, lobte er Gott schon im Voraus. In Philipper 4 heißt es: „Lasst eure Bitten mit Danksagung vor Gott kundwerden.“ Wenn wir beten, müssen wir Gott auch gleichzeitig danken. „Sie meinen, auch wenn ich mich noch gar nicht anders fühle?“ Ja, und auch wenn noch nichts anders aussieht! Genau!

    Wir lesen also in diesen Versen, wie Abraham seinen Glauben zum Ausdruck brachte. Doch in den vorhergehenden Versen finden wir das Geheimnis von Abrahams Glauben, der Wunder hervorbrachte. Sind Sie bereit? Es ist nämlich etwas sehr Tiefgreifendes. Ganz sicher? Es ist die Verheißung. Ohne Verheißung gab es keinen Glauben. Sie war die Quelle und die erhaltende Kraft seines Glaubens. Lesen wir es eben einmal nach. Überall dort, wo das Wort „Verheißung“ oder ein Verweis darauf auftaucht, unterstreichen Sie es bitte in Ihrer Bibel.

    Vers 13: „die Verheißung“. Alle zusammen: „die Verheißung“.

    Vers 14: „Wenn nämlich die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube zunichte gemacht und die Verheißung aufgehoben.“ Alle: „die Verheißung“.

    Vers 16: „Darum ist es aus Glauben, dass es nach Gnade gehe, damit die Verheißung…“ Alle: „die Verheißung“.

    Vers 17: „Wie geschrieben steht: Ich habe dich zum Vater vieler Nationen gesetzt.“ Okay, das war die Verheißung. Alle: „die Verheißung“.

    Vers 18: „Der gegen Hoffnung auf Hoffnung hin geglaubt hat, damit er ein Vater vieler Nationen werde, nach dem, was gesagt ist…“ Das, was gesagt ist, ist die Verheißung. Alle: „die Verheißung“.

    Vers 20: „Er zweifelte nicht an der Verheißung.“ Alle: „die Verheißung“.

    Vers 21: „Er war völlig gewiss, dass er, was er verheißen habe …“ Alle: „die Verheißung“.

    Okay, Vers 13: die Verheißung; Vers 14: die Verheißung; Vers 16: die Verheißung; Vers 17: die Verheißung; Vers 18: die Verheißung; Vers 20: die Verheißung; Vers 21: die Verheißung. Ob vielleicht eine Verheißung irgendetwas damit zu tun hatte? Abrahams Glaube entstand durch die Verheißung und war getragen von der Verheißung. Glaube kommt durch das Hören und das Hören durch das Wort Gottes. Und Abraham glaubte dem, was gesagt war; das haben wir gerade gelesen. Es war die Verheißung, die Gott über Abrahams Leben ausgesprochen hatte. Abraham glaubte nicht seinen Gefühlen oder der Tatsache entsprechend, dass Sara 90 Jahre alt und nie schwanger gewesen war. Er glaubte nicht dem Umstand zufolge, dass er, wie es in einer Übersetzung heißt, einen Fuß im Grab hatte. Er glaubte nicht der Diagnose des Arztes entsprechend; er glaubte nicht der öffentlichen Meinung entsprechend und er glaubte auch nicht dem entsprechend, was die Umstände ihm sagten. Er glaubte nicht das, was andere ihm sagten. Er glaubte nur dem entsprechend, was Gott ihm über seine Umstände gesagt hatte.

    Was hat Gott zu Ihnen über Ihre Umstände gesagt? „Ja, gibt es denn eine Verheißung, die zu meinen Umständen passt?“ Das garantiere ich Ihnen! Schlagen Sie die Bibel auf und bitten Sie Gott um Hilfe. Er wird Ihnen eine Verheißung zeigen. Heutzutage können Sie sogar einfach im Internet nach den entsprechenden Worten in der Bibel suchen. Suchen Sie sich eine Verheißung, die zu Ihrer Situation passt und glauben Sie dementsprechend. Die Verheißung wird Glauben hervorbringen und Ihren Glauben tragen und Sie im Glauben stärken. Abrahams Glaube wurde gestärkt, indem er auf die Verheißung Gottes schaute. Während er sich auf die Verheißung konzentrierte, wurde sein Glaube gestärkt und getragen. Er hatte eine Verheißung!

    Leider hatten wir heute keine Zeit für die ganze Predigt, sie war einfach zu lang. Also werden Sie wohl nächstes Mal wieder einschalten müssen, um Teil 2 von „Fußspuren des Glaubens“ zu sehen. Am Ende ging es darum, eine Verheißung zu finden, die zu unserer Situation passt. Ich möchte Sie ermutigen, Ihre Bibel wirklich lieb zu gewinnen.

    Zum Schluss bitte ich Sie, im Gebet zu unterstützen, was wir tun. Wenn unsere Sendung Ihnen geholfen hat, wenn sie Leben und Glauben in Ihr Zuhause und Ihre Familie gebracht hat, dann fragen Sie Gott im Gebet, ob Sie nicht ein Partner unserer Arbeit werden wollen. Diese Sendung wird in über 100 Ländern der Erde ausgestrahlt und das kostet viel Geld. Wir müssen jeden Ausstrahlungsort kritisch prüfen und unsere Arbeit ist nur möglich, wenn Menschen wie Sie beten und Gott fragen: „Soll ich diese Arbeit unterstützen?“ Beten Sie einfach und tun Sie, was Gott Ihnen ans Herz legt. Ich glaube, Er wird Sie dafür segnen und es wird auch ein Segen für andere sein. Bis zum nächsten Mal!

  • Jule sagt:

    Fußspuren des Glaubens / Teil 2
    30.09.2013
    Pastor Bayless Conley

    Willkommen zum zweiten Teil unserer Sendung „Fußspuren des Glaubens“. Wir beschäftigen uns mit vier Fußspuren, die Abrahams Glaube im Sand der Zeit hinterlassen hat. Die Bibel zeigt uns, wie wir diesen Fußspuren folgen können. Also wenn Sie eine Bibel haben, dann schlagen Sie sie auf und steigen Sie mit ins Thema ein.

    Heute kommen wir zum vierten Punkt und das ist die Fußspur des opferbereiten Glaubens. Bitte schlagen Sie Ihre Bibel auf, und zwar den Hebräerbrief, Kapitel 11, Vers 17. Die Fußspur des opferbereiten Glaubens.

    Hebräer 11:17-19
    „Durch Glauben hat Abraham, als er geprüft wurde, den Isaak dargebracht, und er, der die Verheißungen empfangen hatte, brachte den einzigen Sohn dar, über den gesagt worden war: In Isaak soll deine Nachkommenschaft genannt werden, indem er dachte, dass Gott auch aus den Toten erwecken könne, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing.“

    Wir haben eben erst gelesen, wie Abraham und Sara durch den Glauben ein Wunder empfingen und ein Kind geboren wurde. Und jetzt verlangt Gott von Abraham, das zu opfern, was der Glaube hervorgebracht hat. Über den Jungen, der durch den Glauben geboren wurde, sagt Gott zu Abraham:
    „Ich will, dass du ihn als Opfer darbringst.“ Und wissen Sie was? Abraham tat es. Lassen Sie uns diese Geschichte lesen, und zwar in 1. Mose 22. Und ich möchte die Geschichte ganz lesen oder jedenfalls den größten Teil. 1. Mose 22. Wenn Sie eine Bibel dabeihaben, dann schlagen Sie den Text ruhig auf, unterstreichen Sie Dinge und machen Sie Notizen. Wir lesen Vers 1-18. Bitte lassen Sie sich nicht ablenken. Ich weiß, es ist ein langer Text, aber auch eine faszinierende Geschichte, die viel mit uns zu tun hat. Auf diese Geschichte nimmt Hebräer 11:17-19 Bezug. Also, ab 1. Mose 22:1:

    1. Mose 22:1-18
    „Und es geschah nach diesen Dingen, da prüfte Gott den Abraham.“ – Alle zusammen: „Gott prüfte Abraham.“ – „… Und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde! Da machte sich Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von fern. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier! Ich aber und der Junge wollen dorthin gehen und anbeten und zu euch zurückkehren. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak, und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz! Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer? Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander. Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. Und Abraham erhob seine Augen und sah; und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer. Und Abraham gab diesem Ort den Namen ‚Der Herr wird ersehen‘, von dem man heute noch sagt: Auf dem Berg des Herrn wird ersehen. Und der Engel des Herrn rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.“

    An Abrahams opferbereitem Glauben, der sich in diesem Gehorsamsakt zeigte, sehen wir vier Dinge, über die wir sprechen werden. Erstens: In seiner Opferbereitschaft bewies sich sein Herz. Es heißt, Gott prüfte Abraham und die Bibel sagt deutlich, dass Gott die Gerechten prüft. Doch es heißt, Gott prüft das Herz. Nur ein Gedanke nebenher: Gott prüft uns nie, indem Er uns etwas auferlegt, für das Jesus Christus gestorben ist, um uns davon zu erlösen. Gott prüft uns nie durch etwas, von dem Jesus uns durch Seinen Tod erlöst hat. Halten Sie diesen Gedanken einfach fest. Ich denke, irgendjemand musste das heute hören. Doch Gott prüfte Abraham und daran bewies sich sein Herz. Abrahams Glaube und Gehorsam wurden geprüft, doch daran zeigte sich, dass sein Herz ganz Gott gehörte. Überlegen Sie einmal: Nach Gottes erster Verheißung an Abraham, dass er und Sara ein Kind bekommen würden, vergingen noch 25 Jahre, bevor diese Verheißung erfüllt wurde. 25 lange Jahre von der Verheißung bis zur Erfüllung der Verheißung! Und in diesem Vierteljahrhundert gab es Momente, in denen Abrahams Glaube Höhenflüge hatte, zum Beispiel als Gott ihn aus dem Zelt führte und sagte: „Abraham, schau den Himmel an und zähl die Sterne, wenn du kannst.“ Und er sagte:
    „Gott, das kann ich nicht. Es sind zu viele.“ Gott sagte: „So viele Nachkommen sollst du haben.“ Und Abraham war tief bewegt. Doch in anderen Momenten war es kein Höhenflug, sondern eher ein Durchhänger, wie der, als Sara sagte: „Hör mal, irgendwie funktioniert das nicht. Weißt du, ich habe eine junge Magd namens Hagar. Die ist ganz süß. Vielleicht können wir sie als Leihmutter für uns nehmen und kommen so zu unserem Sohn.“ Und es heißt nirgendwo, dass Abraham protestierte.
    Dann kam Ismael zur Welt und mit ihm eine ganze Menge Probleme. Gott sagte: „Nein, das Kind, das ihr bekommen werdet, wird ein Wunder sein. Es ist ein Kind der Verheißung, nicht ein Kind des menschlichen Willens.“ Schließlich, nach einem langen Weg von 25 Jahren, wird das verheißene Kind geboren – der Sohn seines Alters, Abrahams Herzensfreude. Und jetzt sagt Gott: „Nimm ihn und töte ihn und verbrenne seinen Körper als Opfer für mich.“ Das ist mal eine Prüfung! Also gut. Einige Dinge an dieser Geschichte sind natürlich ganz einmalig. Gott wird von Ihnen nie verlangen, eins Ihrer Kinder so aufzugeben. Und wir werden heute noch klären, was so einzigartig war. Aber es gibt einige Prinzipien, die wir daraus lernen können. Überlegen Sie einmal, wie schwer das für Abraham gewesen sein muss. Ich denke, dass Gott ihn vielleicht fragte: „Abraham, wo ist dein Herz? Wo ist dein Schatz? Ist dieses Kind deines Alters zur obersten Priorität in deinem Leben geworden? Abraham, habe ich noch Platz in deinem Leben? Bin ich noch an erster Stelle? Gilt deine höchste Loyalität mir? Oder ist genau das, was aus deinem Glauben entstanden ist, wichtiger für dich geworden als unsere Beziehung?“ Doch Abraham bewies sofort, dass Gott in seinem Leben immer noch an erster Stelle stand. Und im Prinzip glaube ich, dass diese Frage uns immer noch gilt. Von Zeit zu Zeit prüft Gott unser Herz, indem Er uns bittet, Dinge aufzugeben, die wertvoll für uns sind. Von Zeit zu Zeit prüft Gott unser Herz und unsere Loyalität. Er zeigt uns, wo unser Herz ist, indem Er uns bittet, Dinge aufzugeben, die uns wertvoll sind. Das kann etwas sein, das großen finanziellen Wert hat – vielleicht sollen wir sogar einen großen Betrag spenden. Vielleicht ist es aber auch etwas, das sentimentalen oder emotionalen Wert für uns hat. Gott legt Seinen Finger darauf und erinnert uns, dass wir nur auf der Durchreise sind. Wir nehmen nichts mit. Und ich glaube, daran zeigt sich, wo unser Herz wirklich ist. Zweitens erweiterte die Prüfung Abrahams Glaubenshorizont. Nach Gottes Worten hing die gesamte Zukunft an diesem Jungen. Wie sollten alle Nationen der Erde durch ihn gesegnet werden, wenn er starb? Wenn er nicht lebt und selbst Kinder hat, wie soll Abraham dann all die Generationen nach sich hervorbringen und wie sollen sie gesegnet werden, wenn der Junge getötet wird? Es erweiterte Abrahams Glaubenshorizont. In Hebräer 11:17-19 lesen wir: „Durch Glauben opferte Abraham seinen einzigen Sohn, weil er glaubte, dass Gott ihn selbst von den Toten erwecken kann.“ Ich weiß nicht, ob Ihnen in 1. Mose 22:5 aufgefallen ist, was er zu den Dienern sagt, die er zurücklässt: „Ihr bleibt hier bei den Eseln. Wir kommen zu euch zurück.“ Abraham weiß, dass Gott ihm aufgetragen hat, den Jungen zu töten und als Brandopfer darzubringen, aber er sagt: „Wir kommen beide zurück.“ Abraham glaubte Gottes Wort so weit, dass er bei sich dachte: „Und wenn Gott ihn aus der Asche eines Brandopfers erwecken muss, dann wird er das eben tun.“ Sein Glaube wurde größer:
    „Gott, ich weiß nicht, wie du es machen wirst, wie es je geschehen kann, aber du hast es gesagt und ich glaube es, auch wenn ich es nicht verstehen kann.“ Das bewirkt der Glaube bei uns. Überlegen Sie nur einmal! Und manche haben ein Problem damit, Gott zehn Prozent ihres Einkommens zu geben. „Wenn ich das mache, wie soll es dann je noch für mich reichen?“ Gott rechnet anders als wir. Gott sagt: „Wenn ihr das tut, werde ich die Fenster des Himmels öffnen und Segen ausgießen, dass ihr nicht genug Raum habt, ihn aufzufangen.“ „Aber das begreife ich nicht!“ Willkommen im Glaubensleben von Vater Abraham. In diese Fußspur müssen wir lernen unsere kleinen Füßchen zu setzen, meine Lieben!“ „Aber das ist unlogisch!“ Nein, es ist nicht logisch. Logik ist Logik; Glaube ist Glaube; und Glaube ist für unseren Verstand nicht immer logisch. Abrahams Glaubenshorizont wurde erweitert. Er wusste nicht, dass Gott sagen würde: „Halt! Ich wollte nur, dass du dazu bereit bist.“ Das wusste Abraham nicht. Er dachte sich: „Wenn Gott ihn von den Toten erwecken muss, dann wird Er das tun.“ Was wir opfern und Gott für Sein Königreich geben, das kann Er zurückbringen und uns wiedergeben.

    Ich glaube, manchmal müssen wir mehr tun als uns angenehm ist und Gott etwas opfern, das unseren Glaubenshorizont erweitert. Wir haben Lebensbereiche, in denen Gott existiert, aber in denen wir Ihn nicht mehr brauchen. Und leider kommen viele Christen nie aus dieser Bequemlichkeit heraus. Ja, Gott existiert in diesen Bereichen noch, aber Er ist nicht mehr nötig. Wann haben Sie das letzte Mal etwas gewagt, von dem Sie den Eindruck hatten, dass Gott oder Sein Wort es von Ihnen will? Wann haben Sie das letzte Mal etwas gewagt, das Sie tatsächlich in Abhängigkeit von Gott gebracht hat? Abraham jedenfalls ist es so ergangen.

    Einige Jahre lang war ich Copastor in einer kleinen Kirche in Südkalifornien. Eine meiner Aufgaben war es, Lebensmittel zu Familien zu bringen, die es nötig hatten und Menschen zu besuchen. Ich ging zu ihnen nach Hause und betete mit ihnen. So hatte ich Gelegenheit, mit vielen Gemeindemitgliedern in engeren Kontakt zu kommen. Wie gesagt, es war keine große Gemeinde, vielleicht 150 Personen oder 200 bei besonderen Veranstaltungen. Jedenfalls lernte ich so die meisten kennen. Und in der Gemeinde gab es eine allein erziehende Mutter mit zwei Kindern, elf oder zwölf Jahre alt. Sie lebte in einer schlimmen Gegend vor der Stadt, in einer Art besserer Hütte. Es war ein ziemlich heruntergekommenes Haus. Sie arbeitete als Kellnerin in einem kleinen Imbiss, wo man Frühstück für umgerechnet 2,20 EUR und eine Tasse Kaffee für 60 Cent bekommen konnte. Und man bekommt keine riesigen Trinkgelder, wenn die ganze Rechnung vielleicht 4,40 EUR beträgt. Ganz großzügige Kunden geben dann vielleicht ein, zwei Euro Trinkgeld, aber nicht mehr. Jedenfalls fiel es ihr schwer, über die Runden zu kommen, aber sie kämpfte tapfer.

    Falls gerade eine allein erziehende Mutter zuhört, dann möchte ich sagen: Sie sind eine Heldin! Gott segne Sie und schenke Ihnen Kraft. Vielleicht lebt der Vater Ihrer Kinder nicht bei Ihnen, aber Gott kann ein Vater für Ihre Kinder sein. Gott wird Ihnen helfen.

    Jedenfalls schaute ich sie an und dachte mir: „Mädel, du bist eine Heldin!“ Aber sie hatte wirklich große finanzielle Schwierigkeiten. Also sprach ich mit dem Pastor und einige andere Personen auch und als er von ihrer Situation erfuhr, sagte er: „Bayless, ich denke, Gott hat mir etwas Wichtiges ans Herz gelegt.“ Er sagte: „Diesen Sonntag werden wir eine besondere Kollekte für sie einsammeln. Ich werde die ganze Gemeinde bitten zu spenden, aber ich sage nicht, wofür es ist. Ich habe den Eindruck, Gott möchte, dass wir das tun.“ Am Sonntagmorgen sagte er also: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass ein Mitglied dieser Gemeinde in einer finanziell sehr schwierigen Lage ist. Bitte seien Sie großzügig und geben Sie, so viel Sie können, um dieser Person zu helfen.“ Zufällig saß ich nur wenige Plätze von dieser allein erziehenden Mutter entfernt. Der Pastor bat uns, die Augen zu schließen, aber ich tat es nicht, sondern beobachtete sie. Als der Kollektenkorb herumging, öffnete sie ihren Geldbeutel. Sie zögerte einen Moment, doch dann nahm sie alles heraus, was sie hatte und legte es in die Kollekte. Ich hatte große Mühe, in dem Moment nicht in Tränen auszubrechen. Sie vertraute Gott, dass Er sie versorgen würde. Dann hörte sie, dass jemand in der Gemeinde finanzielle Schwierigkeiten hatte. Sie hatte keine Ahnung, dass es sich um sie handelte und sie gab an dem Tag alles, was sie bei sich hatte. Und ich sage Ihnen, im Leben dieser Frau zählte jeder Cent! Nach dem Gottesdienst kam der Pastor zu ihr und sie sagte zu ihm: „Hallo, Pastor. Das war eine tolle Predigt heute!“ Ihre Kinder standen dabei. Er begann: „Wissen Sie, die Kollekte, die wir heute eingesammelt haben…“ Sie erwiderte: „Ach, es war so gut, das zu tun!“ Und er sagte: „Die Kollekte ist für Sie!“ Da fing sie an zu weinen und konnte gar nicht mehr aufhören. Sie hatte keine Ahnung, dass es für sie war.

    Drittens: Abrahams Handeln hatte Folgen für die Ewigkeit. Das ist wichtig. Sein Handeln hatte ewige Folgen. Der Engel sagte mehrmals: „Abraham, weil du das getan hast, weil du mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast…“

    Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? „… deinen einzigen Sohn, den du liebst. Du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, nicht vorenthalten, und ich werde deine Nachkommen segnen. Und weil du das getan hast …“ Schauen Sie noch einmal in Vers 18: „Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.“ Wenn Gott hier sagt:
    „Durch deine Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden“, spricht Er von Jesus. Das erfahren wir im Neuen Testament. Ich lese Ihnen einmal einen Vers vor. Sie können ihn sich anhören oder auch hier mitlesen. Es ist Galater 3:16. Dort heißt es: „Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft. Er spricht nicht: ‚und seinen Nachkommen‘, wie bei vielen, sondern wie bei einem: ‚und deinem Nachkommen‘, und der ist Christus.“ Versuchen Sie einmal, diese Aussage einfach aufzunehmen. Abrahams Akt des Glaubens und Gehorsams und Opfers hatte ewige Folgen. Gott sagt: „Abraham, weil du das getan hast, weil du mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast…“ Das Neue Testament sagt uns: „In Jesus Christus werden alle Völker der Erde gesegnet sein, weil du gehorcht hast.“ Wir können bis zu 1. Mose 15 zurückgehen, wo Gott einen Bund mit Abraham schloss. In einem Bund geben zwei Parteien einander ein Versprechen. Die eine Partei sagt: „Alle meine Verbindlichkeiten übertrage ich auf dich. Du sorgst für mich. Und alles, was ich habe, kannst du haben, wann du es brauchst und so viel du brauchst.“ Die andere Partei sagt das Gleiche. Wer von Ihnen denkt, dass Abraham den besseren Teil des Bundes hatte? Denn Gott hatte ja keine Schulden. Aber in einem Bund ist es so: Was der eine gibt, muss der andere auch geben. Und hier sagt Gott: „Weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, werde ich dir meinen auch nicht vorenthalten. Wenn du bereit bist, mir deinen Sohn zu opfern, werde ich meinen Sohn auch opfern, für dich und alle Nationen der Erde. Weil du gehorcht hast, Abraham, und deinen Teil des Bundes eingehalten hast, werde ich auch meinen Teil einhalten.“ Darum ging Gott überhaupt einen Bund mit Abraham ein und darum ist auch Sein Opfer einmalig. Überlegen Sie einmal, welche Gemeinsamkeiten diese beiden Opfer haben:

    Isaaks Geburt war ein Wunder. Seine Mutter war eigentlich unfruchtbar. Jesu Geburt war ein Wunder. Seine Mutter war noch Jungfrau.

    Isaak war Saras und Abrahams geliebter und einziger Sohn. Jesus war Gottes geliebter und einziger Sohn.

    Wenn man einmal nachrechnet, war Isaak etwa 33 Jahre alt, als sich dies alles zutrug. Jesus war 33 Jahre alt, als er gekreuzigt wurde.

    Im Bibeltext heißt es, Isaak trug das Holz für das Brandopfer. Jesus trug auch das Holz für das Opfer, das er bringen würde, nämlich das Kreuz.

    Isaak wurde gefesselt; Jesus wurde gefesselt.

    Isaak ordnete sich bereitwillig dem Willen seines Vaters unter. Er wehrte sich nicht, auch wenn er das gekonnt hätte. Er ließ sich von seinem Vater fesseln und auf den Altar legen. Und Jesus ordnete sich bereitwillig dem Willen Seines himmlischen Vaters unter. Er wurde gefesselt, geschlagen und ans Kreuz genagelt. So still, wie ein Lamm vor seinem Scherer ist, tat auch Er den Mund nicht auf.

    Am Anfang der Geschichte sagt Gott zu Abraham: „Geh ins Land Morija an den Ort, den ich dir zeigen werde.“ Das Land Morija ist in der gleichen Gegend, wo auch ein anderer Hügel liegt, nämlich Golgatha. Manche Historiker meinen sogar, dass Abrahams Opfer auf dem gleichen Hügel stattfand, wo das Kreuz von Jesus stand. Wenn nicht, so war es doch zumindest die gleiche Gegend.

    Isaak wurde am dritten Tag der Reise geopfert und gerettet. Und am dritten Tag wurde Jesus von den Toten auferweckt.

    Als Isaak seinen Vater fragte, wo ihr Opferlamm sei, antwortete Abraham: „Gott wird selbst für ein Lamm sorgen.“ Obwohl es Abraham vielleicht nicht klar war, war das eine prophetische Aussage. Gott schickte ein stellvertretendes Opfer für Isaak und Gott schickte ein stellvertretendes Opfer für uns – das Lamm Gottes, Seinen eigenen Sohn.

    Durch Abrahams Opferbereitschaft kam Jesus in die Welt. Und durch unsere Opferbereitschaft kommt Jesus auch heute noch zu Menschen, durch Gottesdienste hier in der Cottonwood-Gemeinde, durch die Arbeit mit Männern und Frauen, durch evangelistische Einsätze und die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern, durch Musik und Kunst, durchs Fernsehen, durch Menschen, die selbst erreicht wurden und nun andere erreichen. Durch unsere Opfer und Spenden wird das Evangelium immer noch verkündigt. Und dann ein Letztes: Mit Abrahams Akt des Gehorsams konnte Gott sich als Jahwe Jireh offenbaren, das heißt, als der Gott, der sieht und versorgt. – Als Abraham sich umdrehte, war da ein Widder, der sich mit den Hörnern im Gebüsch verfangen hatte. Abraham nannte diesen Ort „Der Herr wird ersehen“, wörtlich „Jahwe Jireh“, einer der besonderen Erlöser-Namen Gottes im Alten Testament. Es ist eine Beschreibung von Gottes Charakter. Es ist nicht der Gott, der sieht, sondern der Gott, der sieht und versorgt. Man könnte sogar übersetzen: „Der Gott, der sich darum kümmern wird; der Gott, der sieht und es erledigt; der Gott, der deine Not sieht und sie stillt“. Gott sah schon weit über Abrahams Gehorsam und Abrahams Glauben hinaus. Und als Abraham auf dem Weg zu jenem Berg im Land Morija war, schickte Gott einen Widder, der gerade durch die Wüste sprang.
    Abraham und sein Sohn Isaak stiegen auf einer Seite den Berg hinauf. Als Isaak sagte: „Vater, wo ist das Lamm?“, hatte Abraham sich sicher mit Tränen in den Augen abgewendet und gesagt: „Gott wird eines schicken, mein Sohn.“ Inzwischen kletterte auf der anderen Seite der Widder den Berg hinauf. Abraham kam von vorn, der Widder von hinten. Abraham wusste es nicht, aber Gott hatte schon vorausgeschaut und einen Ersatz geschickt. Und am Punkt des Gehorsams zu Gott trafen Abraham und Gottes Vorsehung zusammen.

    Und ich möchte Ihnen sagen: Gott hat Ihr Herz gesehen und Er kennt Ihr Opfer und Ihre Großzügigkeit und ich glaube, Gott hat schon einen Widder für Sie auf den Weg geschickt. Ich glaube, Gott ist bereits für Sie am Werk – mit einer neuen Arbeit, neuen Kunden, neuen Gelegenheiten, kreativen Ideen. Er ist der Herr, der sieht und versorgt. Und wenn wir Gott gehorsam sind und tun, was Er von uns verlangt, wird Er sich auf erstaunliche Art und Weise offenbaren, die wir andernfalls nicht erleben. Jesus sprach sogar einmal von dieser Begebenheit. In Johannes 8, Vers 56, sagte er:
    „Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.“ Jesus sagte: „Abraham sah meinen Tag“. Ich glaube nicht, dass Abraham schon das ganze Bild sehen konnte. Aber wenn wir alles bedenken – den Bund und dass Gott sagte: „Weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, werden alle Völker der Erde gesegnet werden“ – wenn wir all das bedenken, dann hatte Abraham sicherlich eine Ahnung, dass Gott eines Tages ein Opfer bringen würde, durch das alle Völker der Erde gerettet werden. „Abraham jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und freute sich“, sagte Jesus. Sehen Sie, der Sohn Gottes selbst wurde am Kreuz von Golgatha geopfert. Er hat den Preis für alle unsere Sünde, alle Ungerechtigkeit, alles Unrecht gezahlt. Und ich sage Ihnen, Sie können einen Neuanfang machen. Jesus wurde an Ihrer und meiner Stelle bestraft.
    Wir haben einen wunderbaren Retter!

    Ich sage gern, Gott ist der Gott von Abraham, Isaak, Jakob und Bayless und Er ist auch Ihr Gott. Gott antwortet, wenn Menschen an Ihn glauben. Vertrauen Sie Ihm heute im Namen von Jesus.

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