Begegnungen mit Jesus

Ansprache von Johannes Hartl

  1. Die Frau am Brunnen
  2. Berufen, ihn persönlich und leidenschaftlich lieben zu lernen

siehe auch “Die Kraft heiliger Faszination”


Posted in Jesus, Johannes Hartl, Jüngerschaft and tagged , with 4 comments.

Comments

  • Jule sagt:

    Johannes 4:1-30
    Die Frau am Brunnen

    Ganz besonders zu der Frau am Brunnen gibt es viele Ansprachen von Johannes Hartl. Er hat auf mehreren MEHR-Konferenzen darüber gesprochen: 2012 und 2013 und ein wenig auch 2014.

    Es lohnt sich wirklich, sich diese Ansprachen alle anzuhören, denn sie beleuchten diese Geschichte mit der Frau am Brunnen aus den verschiedensten Blickwinkeln. Ich war schon beeindruckt, als ich im vergangenen Jahr (2013) die Reihe der MEHR dazu gehört hatte. Auch in diesem Jahr (2014) beginnt er die Konferenz mit dieser Geschichte – macht aber dann den Bogen zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.

    In der Reihe „Begegnungen mit Jesus“ fängt er die erste Ansprache damit an, zwei Dinge besonders zu beleuchten, bevor er in die Szene eintaucht:

    Den Ort Sichem
    (oder Sichar, wie es hier in der Schlachter gesagt wird) und warum gerade dieser Ort so bedeutungsvoll für die Begegnung und das Gespräch ist

    • Jehova schließt mit Abraham dort den Bund
    • Leute rufen selbst einen König auf
    • Jakob vergraebt die Götzen
    • Die Samariter entstehen: ein Volk, das die wahre Anbetung vermischt

    Der wichtige Punkt im Zusammenhang mit Sichar oder Sichem ist, dass hier Menschen sagen, sie können ihr Leben ohne Gott leben. In dem Moment, wo sie ihre Götzen wegwerfen, und sich nur noch ganz allein auf Jehova verlassen, tritt ER für sie ein

    Die Tageszeit
    „Es war um die 6. Stunde“ – also um die Mittagszeit
    Diese Zeitangabe kommt gerade mal dreimal in der Bibel vor und gibt dem Ganzen eine wichtige Bedeutung

    • Hier am Brunnen, wo er mit der Heidin spricht
    • Im Zusammenhang mit der Kreuzigung:
      Pilatus sagt zun Volk „siehe, euer König“
      Jesus hat Durst
      Als Jesus am Kreuz stirbt und der Himmel sich verdunkelt und
    • Als Petrus auf dem Flachdach ist und die Vision mit den unreinen Tieren erhält.

    Na – Zusammenhang erkannt?

  • Jule sagt:

    Johannes 4:9-15
    Es nicht ohne Gott angehen

    Hier kommen wir zu einem sehr wichtigen Teil: Jesus fordert die Frau zu etwas auf, was ihr eigentlich vom menschlichen her unmöglich ist. Warum tut er dies? Um mit ihr ins Gespräch zu kommen.

    Auch uns fordert er oft zu Dingen auf, die uns aus unserer menschlichen Sicht unmöglich sind. Aber damit kommt er nicht nur mit uns ins Gespräch, sondern er führt uns auch vor Augen, dass wir IHN als Retter brauchen. Wir müssen anerkennen und begreifen, dass wir es nicht alleine schaffen, aber mit Gottes Hilfe ist uns nichts unmöglich.

    Erst dann, wenn wir uns ganz auf IHN verlassen, geben wir ihm auch die Gelegenheit, uns zu helfen. Wenn wir Gott eine Freude machen wollen, dann bitten wir ihn um Hilfe und versuchen nicht, es alleine zu schaffen. Dies ist in Gottes Augen keine Stärke, sondern eher eine Schwäche.

    Vielleicht war gerade dies seinerzeit mein Problem, dass ich dachte, ich müsse Gott etwas geben, mich als stark und würdig erweisen und dass ich stolz darauf war, es zu schaffen. Ich mußte erst anerkennen, dass ich ohne ihn nichts bin und dass er dies auch nicht erwartet.

    Er erwartet keine großen Leistungen von mir – der Gedanke „der unverdienten Güte“. Er erwartet, dass ich loslasse und ihn machen lasse. Ich brauche keinen Plan B, was ich tue, wenn er mir nicht hilft, mir nicht beisteht – denn dies würde dann wieder in die Rubrik fallen, dass ich es alleine schaffen will.

    „Glaube ist: nicht auf menschliche Begrenzungen zu schauen. Glaube beginnt da, wo Menschen sagen, dass es unmöglich ist“

    Wenn ich mir weiterhin einen Plan B zurecht lege, habe ich keinen Glauben!

    „Wenn Jesus in eine Situation tritt, sind die menschlich gesehenen Unmöglichkeiten uninteressant geworden – Glaube heißt, das anzuerkennen! Johannes 6:29“

    “Jesus konfrontiert mit Unmöglichkeiten – die Speisung der Tausenden, Johannes 6″

    “Das Zeichen, dass Gott Moses gibt, ist “nur” eine Verheißung. Er wird es erst im Nachhinein sehen. Wir gehen im Glauben, nicht im Schauen.”

    Das waren nun alles Zitate von Johannes Hartl aus dem 1. Teil der Reihe „Begegnungen mit Jesus“ von der MEHR 2012

    Das waren mal echt interessante Gedanken! Besonders für mich und meine Situation, die mich seit gut 2.5 Jahren blockiert.

  • Jule sagt:

    welches sind „meine Verheißungen“?

    „Das Zeichen, dass Gott Moses gibt, ist „nur“ eine Verheißung. Er wird es erst im Nachhinein sehen. Wir gehen im Glauben, nicht im Schauen.“

    Auch ich habe von ihm eine Verheißung:

    • „ich werde dich keinesfalls im Stich lassen“ (Hebräer 13:5, 5. Mose 32:6)
    • Er wird mir den Frieden geben, ‚der all mein Denken übertrifft‘ (Philipper 4:6-7) und
    • Wenn er schlimme Dinge geschehen lässt, dann wird er ‚einen Ausweg schaffen, damit ich es ertragen kann‘ (1. Korinther 10:13)
  • Jule sagt:

    Johannes 4:10 „wenn du gewußt hättest … dann hättest du mich gebeten“

    Hier ist die Formulierung sehr wichtig und ich hätte niemals gedacht, dass sie mich betrifft, die ich ja bereits seit Jahrzehnten Christ bin, regelmäßig in der Bibel lese und ein gutes Verhältnis zu Gott habe.

    Natürlich weiss ich, wen sie hier bittet, weiss dass Jesus der Messias ist und für unsere Sünden gestorben ist, damit wir uns heute freimütig unserem Gott nahen können. Das gehört ja zu den Grundlehren des Christentums

    Aber Johannes Hartl erklärt die Stelle aus einer anderen Sicht. Es reicht nicht aus, vom Verstand her zu wissen, dass Jesus für uns gestorben und wieder auferstanden ist.

    Es reicht nicht, vom Verstand her zu wissen, dass Jehova unser himmlischer Vater ist und Jesus unser Erlöser, unser Retter. Wir müssen es mit unserem Herzen und Gefühl begreifen.

    Wir hatten vorher ja bereits die Zitate, was Glaube bedeutet und welche Verheißungen Gott mir sogar für meine persönlichen Ängste gibt.

    Aber hier benutzt Johannes Hartl ein Wort, dass Jesus eigentlich auch einmal betont, was aber in anderer Formulierung in unserem Sinn ist.

    Bei der Formulierung „Gott ist mein Vater“ denke ich immer an das Verhältnis eines erwachsenen Kindes zu seinem Vater.

    Ich habe heute ein se gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber ich bin erwachsen und renne nicht mehr mit jedem Problem zu ihnen, sondern eigentlich nur dann, wenn es gar nicht anders geht. Und meine Eltern erwarten heute von mir als Erwachsene auch, dass ich mich wie eine benehme. Sie würden wohl sicherlich befremdet sein, wenn ich mit kindischen Gedanken und Ängsten ankäme.

    Scheinbar übertrage ich dies auch auf mein Verhältnis mit Gott und versuche so viel wie möglich allein zu schaffen, damit er sich nicht für mich schämt.

    Aber Johannes Hartl gebraucht hier ganz provokativ den Ausdruck „Papa'“, in einigen Ansprachen sogar „Papi“.

    Dabei habe ich ein ganz anderes Bild vor Augen: ein kleines hilfloses Kind und seinen starken Papi. Er ist für das Kind der Allerstärkste und wenn der Papi in der Nähe ist, hat es keine Angst. Es fühlt sich sicher und behütet und wenn es doch Angst hat, greift es nach seiner Hand oder kuschelt sich in seine Arme.

    „Wenn du begriffen hättest, wer hier zu dir spricht (und bei dir ist), dann hättest du mich gebeten“

    Wenn ich Gott wirklich als diesen großen starken Papi begreifen würde (denn das ist er ja, niemand ist stärker und mächtiger als er), dann würde ich ihn bitten.

    Dann würde ich mit meiner Angst direkt zu ihm laufen und nicht erst überlegen, ob ich das nicht zuerst allein versuche, weil ich mich sonst vielleicht lächerlich mache.

    Ein kleines Kind rennt direkt zu seinem Papi, ohne vorher groß zu überlegen, ob der Papi von ihm erwartet, dass es sich nicht so anstellt.

    Wenn ich mein Verhältnis zu Jehova so begreifen würde – ich das kleine Kind und er der große starke Papi, dem es Freude macht, mich zu beschützen, selbst dann, wenn keine echte Gefahr da ist (Phobie) – dann würde ich ihn bitten und direkt in seine schützenden Arme laufen.

    Und dann würde ich mir auch nicht krampfhaft einen Plan B überlegen, wie ich aus der angstvollen Situation wieder herauskomme, falls er nicht hilft. Ich würde mich einfach darauf verlassen.

    Wenn sich ein kleines Kind in einer Situation, die ihm Angst macht, an seinen Papi kuschelt, dann geht es ihm gleich besser. Es fühlt, wie er seine Arme um es legt und hat das Gefühl, dass ihm nun nichts mehr passieren kann – denn die Gefahr muss erst einmal an dem großen starken Papa vorbei!

    ‚Wenn ich erkenne, wer es ist, der zu mir redet‘ – mein großer starker Papi, der niemals zulassen würde, dass mir irgendetwas passiert, der mich selbst mit seinem Leben verteidigen wird – ‚dann werde ich ihn bitten‘ und er wird mir geben.. Dann werde ich keine Angst mehr haben, nicht mehr weglaufen oder Situationen vermeiden, die mir Angst machen – sondern dann werde ich mich ruhig und sicher fühlen und wenn die Angst mich überfällt, mich sinnbildlich in seine Arme kuscheln und spüren, wie er mich an sich drückt und mich sicher fühlen. Mit meinem Papi an meiner Seite kann mir nichts passieren.

    Wenn ich das begreife, dann werde ich mich nicht mehr von meiner Angst abhalten lassen, Dinge zu tun, die ich gern tun möchte oder die getan werden müssen. Dann werde ich mutig jeden Tag angehen!

    „Wenn du das erkannt hättest, dann würdest du mich bitten“

    Ich darf IHN darum bitten, dies wirklich zu begreifen – nicht nur vom Verstand her, sondern es auch zu fühlen.

Schreibe einen Kommentar